Hallo,
ich meine, daß es ein Thema ist und man Informationen darüber sammeln
könnte, welche Bauteile allmählich vom Elektronikmarkt verschwinden.
Nach meiner Erfahrung:
Z.B. die MCS48-Mikrocontroller-Familie (Intel) - gibt es noch hier und
da.
TMS320X10 bzw. TMS320X25 DSPs (Texas Instruments) - kaum noch zu
bekommen.
Transistor BSX19 - verschwindet langsam vom Markt.
ZN427 - 8 - Bit ADC (Ferranti) - kaum noch zu bekommen.
CA3080 (RCA) - nur zu im Vergleich zu früher (d.h. 10 Jahre) überhöhten
Preisen.
Man mag jetzt denken, das ist banal, daß Chips verschwinden, weil es
neuere und bessere Versionen gibt.
Aber auch einfache Bauteile verschwinden:
Z.B. Metallschichtwiderstand, Bauform 207, 22M (22 Megaohm, s. Foto).
Metallschichtwiderstände in Bauform 207 (RM 12,7mm) gibt es nur bis 10M.
Gruß Thomas
@ ( Kapazität ) Katapulski,
im angegebenen Link hatte sich ein Fehler eingeschlichen ( s. Anlage ):
Der dort angegebene Kondensator ist aussschließlich für EMV-Zwecke im
Hochspannungs-Eingangskreis moderner ICE-3 Züge vorgesehen.
Es handelt sich also um einen modifizierten Wechselspannungselko,
ähnlich wie sie in Super-Hifi-Lautsprecherweichen schon immer eingesetzt
wurden !
Gibts die DTL-Logik von Telefunken noch? - Ich glaub nich. Die ist
sicher von der moderneren TTL-Logik(7400) abgelöst worden. ;-)
Aber einen OC71-Germaniumtransistor im Glasgehäuse für meinen
KOSMOS-Radiomann wird es immer geben...freu freu!
@Thomas Strauß (Fragesteller)
Ja, und ???
Ist das eine neue Erkenntnis für Dich ?
Sollte man deswegen Schaltungen nur bestehend aus 1kOhm in 207 Gehäuse,
100nF Kondensatoren, den guten 1N4148 sowie BC547 bauen ?
Wir haben ständig mit abgekündigten Bauteilen zu tun (Reparaturstelle
für Elektronikkomponenten, hauptsächlich Kernkraftwerke). Unsere
Baugruppen sind meist 20 Jahre und älter, teilweise sogar 35 Jahre.
Ist ein täglicher Kampf, neue (Ersatz-) Bauteile zu finden und zu
Qualifizieren.
Die alten Baugruppen mit Transistoren und Dioden haben sich als am
Besten reparierbar erwiesen, da es die Bauteile meist noch gibt. ICs,
Kondensatoren und Widerstände (Netzwerke) sind da schon schwerer zu
beschaffen.
Thilo M. wrote:
> Wir haben ständig mit abgekündigten Bauteilen zu tun (Reparaturstelle> für Elektronikkomponenten, hauptsächlich Kernkraftwerke).
Das sind eben Auslaufmodelle ;-)
>Das sind eben Auslaufmodelle ;-)
Hehe, außer Elkos ist noch nix ausgelaufen! ;)
Aber wenn ich mir TXP oder TXS von Siemens heutzutage angucke wird mir
schlecht! Das hat im KKW nichts verloren!
@Tipgeber
Kommt dir das bekannt vor? ->
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kondensator_cgs_cm_(hell).jpg
Dass sich Sachen ändern, wir immer so sein. Früher noch alle mit Röhren
und riesigen Transistoren, heute sind wir über DIP schon nach SMD
gewandert. Mit dem immer kleiner Trend, sind in ein paar Jahren die DIP
Bauteile am verschwinden.
>Mit dem immer kleiner Trend, sind in ein paar Jahren die DIP>Bauteile am verschwinden.
Leider kann ich da nur zustimmen. :(
Ich finde die elende Miniaturisierung nicht so toll, irgendwo sind
einfach Grenzen.
Obwohl ich mir vorstellen kann, dass die DIPs noch eine Weile überleben
werden, da sie für Schulen o.ä. gut zu gebrauchen sind.
Das Problem ist das, dass nicht alle SMD löten können. Bei mir gehen so
Widerstände, Kondensatoren noch, da sie relativ einfach zu löten sind.
Aber ich bin zum Beispiel beim Löten manchmal etwas zittrig. Da hätte
ich dann gleich mal einen riesen Lotfleck über 10 Beine. Bis das wieder
alles getrennt ist dauert es.
Noe, das macht man doch sogar absichtlich bei TQFP. Eben drueberwischen
mit Entloetlitze oAE und fertig... Ich habe neulich ausnahmsweise eine
THT-Platine geloetet, wie ich ueber die vielen abzuschneidenden Beine
geflucht habe!
> TMS320X25 DSPs (Texas Instruments) - kaum noch zu bekommen.
Ich kann dir jemanden nennen, der von mir etliche hundert gekauft hat
und immer noch darauf sitzt.
bedrahtet hat doch eigentlich nur noch in einem Fall eine
Existenzberechtigung, nämlich bei externen mechanischen Belastungen
(Steckverbinder). Bei allem anderen ist doch SMD genauso gut:
- mech. Belastung durch Vibration: SMD-Bauteile sind leichter
- Löten durch Grobmotoriker: es gibt doch auch große SMDs (1206,
SOIC,...)
In allen Fällen spart man die nervige Bohrerei, und einen Haufen Platz
für die fertige Schaltung.
Vielleicht werde ich darüber in 60 Jahren, wenn meine Sehkraft
nachgelassen hab, anders denken, aber im Moment kann ich selbst für
Bastelzwecke auf bedrahtete Bauelemente verzichten.
> bedrahtet hat doch eigentlich nur noch in einem Fall eine> Existenzberechtigung, nämlich bei externen mechanischen Belastungen> (Steckverbinder).
Wenn Du Platz hast, ist Bedrahtet billig.
Schau Dir mal absolute Massen-Elektronik an, wo es bei den Kosten auf
die dritte Kommastelle hinter dem Cent-Betrag ankommt:
Einseitig & Bedrahtet
Also soll ich mir für jede Bastelarbeit eine Platine herstellen
(lassen), nur weil ich die normalen Bauteile nicht mehr benutzen kann?
Sehr interessant...
Viele Bastler, und sicher auch professionelle, bauen Schaltungen erstmal
auf Lochraster/streifen auf, um das ganze auszutesten. Ist einfach
billiger als zig Platinen mit kleinen Unterschieden herstellen zu
lassen.
SMD-Widerstände und der gleichen kann man ja noch relativ einfach auf
Lochstreifen löten, aber bei µC wird das richtig lustig.