Rot Grün Blau wirklich einzigartige Basis?

Gast #1094679
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Etwas ketzerisch, aber wenn ich jede Farbe durch die
Kombination von RGB erzeugen kann, so schliesst es ja nicht aus,
dass ich zB auch Rot durch die Kombination anderer dreier
Farben erzeugen kann .. sagen wir mal Gelb, Magenta, Braun?

RGB liegen Spektral gesehen, gleichverteilt im vom Mensch
sichtbaren Spektrum. Grün liegt bekanntlich in der Mitte.
Könnte man nicht Superposition der el.mag. Welle Grün erzeugen?
(da es ja in der Mitte liegt)
Gast #1096259
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Und dass wir alle Grün so toll sehen können liegt u.a. daran, dass unser 
Lebensspender bei ca. 550 nm (entspricht Grün) sein Intensitätsmaximum 
hat...aber wen interessiert denn schon sowas? ^^
Gast #1096446
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Im Prinzip entspricht jede Farbe einem Vektor (r, g, b), wobei die r, g 
und b die jeweilige Erregung der Zäpfchen angeben. Wenn wir die 
orthogonalen Vektoren (1, 0, 0) = rot, (0, 1, 0) = grün, (0, 0, 1) = 
blau überlagern, können wir jede beliebige Farbe mischen. Bekanntlich 
können wir aber mit drei beliebigen linear unabhängigen Vektoren alle 
Punkte im Raum erreichen - man könnte nun auf die Idee kommen, (1, 1, 
0), (0, 1, 1) und (1, 0, 1) als Basis zu nehmen. Jetzt ergeben sich aber 
plötzlich für einige Farben negative Koeffizienten zu den Vektoren - das 
würde also heissen, ein Farbvektor kommt mit einer negativen Intensität 
an, was aber offensichtlich nicht funktioniert.
(Firma: Q3) #1096602
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> Jetzt darf sie erfunden werden.

Gibts schon. Nennt sich "subtraktive Farbmischung" und wird beim Drucken 
auf Papier angewendet.

Da Papier nicht selber leuchtet, sondern nur das (meist weiße) Licht der 
Umgebung reflektiert, muss man hier dafür sorgen, dass genau die 
Spektralanteile, die man nicht sehen will, absorbiert werden.

Cyan z.B. könnte man auch als "Nicht-Rot" bezeichenen. Cyan remittiert 
Grün und Blau und absorbiert Rot. Das kann man auch auf die anderen 
Farben anwenden:

1-Rot=Cyan (Blau + Grün)
1-Grün=Magenta (Blau + Rot)
1-Blau=Gelb (Rot + Grün)

Die subtraktive Farbmischng  funktioniert übrigens nur mit 
durchscheinenden ("lasierenden") Druckfarben. Theoretisch ergibt das 
Übereinanderdrucken von C, M und Y bereits Schwarz. In der Praxis haben 
die zur Verfügung stehenden Pigmente keine perfekte 
Absorptionskennlinie, weshalb dabei nur eine dunkel-grau-braune Soße 
entsteht.

Also nimmt man Schwarz zuhilfe. Außerdem sind schwarze Pigmente vielfach 
billiger als bunte und man hat am Ende nicht 300% Farbe auf dem Papier.

K=min(C,M,y)
C=C-K
M=M-K
Y=M-Y

Alles klar? :-)

Frank
Persönliche Seite #1097167
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daniel wrote:
> Etwas ketzerisch, aber wenn ich jede Farbe durch die
> Kombination von RGB erzeugen kann, so schliesst es ja nicht aus,
> dass ich zB auch Rot durch die Kombination anderer dreier
> Farben erzeugen kann .. sagen wir mal Gelb, Magenta, Braun?
>
> RGB liegen Spektral gesehen, gleichverteilt im vom Mensch
> sichtbaren Spektrum. Grün liegt bekanntlich in der Mitte.
> Könnte man nicht Superposition der el.mag. Welle Grün erzeugen?
> (da es ja in der Mitte liegt)

Ja, es geht. zumindest mathematisch.

Für den Menschen ist der Farbraum 3-dimensional, weil er (bei normaler 
Umgebungshelligkeit und ohne Farbfehlsichtigkeit) drei Sinneszellen zur 
Farbwahrnehmung hat. Anstatt mit den Grundfarben ROT, GRÜN, BLAU zu 
arbeiten kannst du auch andere Basisvektoren nehmen, etwa ORANGE, GELB, 
TÜRKIS.

Allerdings ergibt sich mit diesen Basisvektoren das Problem, daß zur 
Darstellung bestimmter sichtbarer Farben die Koordinaten negativ werden, 
was bei RGB nicht der Fall ist. Für RGB haben die vom Menschen 
sichtbaren und wahrnehmbaren Farben positive Koordinaten, weshalb dieses 
Basisvektoren auch die übliche mathematische Darstellung in Computer 
sind (zumindest als additives Modell).

Für manche Tiere braucht man höherdimensionale Farbräume. Ein 
Extrembeispiel sind wohl die Augen mancher Fangschreckenkrebse:

http://www.mpro-ject.de/fangi/fangschreckenkrebse.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Fangschreckenkrebs

die haben 12 Sehpigmente und können polariviertes Licht sehen. Zudem 
sind die Einzelaugen mut unterschiedlichen Filterpigmenten versehen, was 
die ANzahl der wahrnehmbaren Farben zusätzlich erhöht.
Gast #1097374
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> Allerdings ergibt sich mit diesen Basisvektoren das Problem, daß zur
> Darstellung bestimmter sichtbarer Farben die Koordinaten negativ werden,
> was bei RGB nicht der Fall ist.

Und was physikalisch auch gar nicht möglich ist.

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