Hallo Experten!
Ich bin nun langsam am Verzweifeln mit meiner linear geregelten
Stromversorgung. Das Projekt besteht aus Analogteil und einem
Digitalteil mit PIC welcher über AD7705 Strom und Spannung einliest und
über DA's die Sollspannungen für den Analogteil bereitstellt. Ausserdem
macht er eine Lüftersteuerung über PWM und eine RS-232 für
Remote-Steuerung.
Der Digitalteil passt eigentlich (der PIC steuert nur, er regelt
nicht!), was man vom Analogteil nicht sagen kann. Dieser ist nämlich von
einer alten Eletkorschaltung für meine Zwecke etwas modifiziert, schaut
aber immer noch recht einfach aus. Das genaue Problem möchte ich aber im
Moment nicht verraten um niemanden zu beeinflussen und somit freie
unbefangene Meinungen ermöglichen. So erhoffe ich mir ein neutrales
Feedback von der Schaltung ohne fest eingefahrene Gedankengänge. In
einem zweiten Moment erkläre ich Euch dann das Problem, das mir den
Schlaf raubt. Jetzt jedoch wäre es nett, wenn der eine oder andere meine
Schalutng kommentiert.
Dankeschön...
ws
Ein vollständiger Schaltplan Deines Gerätes MIT dem Leistungsteil wäre
ggfs. hilfreich sagt mir meine Kristallkugel.
> Das genaue Problem möchte ich aber im> Moment nicht verraten um niemanden zu beeinflussen und somit freie> unbefangene Meinungen ermöglichen. So erhoffe ich mir ein neutrales> Feedback von der Schaltung ohne fest eingefahrene Gedankengänge. In> einem zweiten Moment erkläre ich Euch dann das Problem, das mir den> Schlaf raubt. Jetzt jedoch wäre es nett, wenn der eine oder andere meine> Schalutng kommentiert.
Und Du meinst das verschafft Dir hier irgendwie gesteigertes Interesse
oder Pluspunkte, sodaß Dir hier mehr Leute helfen?
ws wrote:
> Jetzt jedoch wäre es nett, wenn der eine oder andere meine> Schalutng kommentiert.
- Du hast die Schaltzeichen von Schottky und Zenerdiode verwechselt.
- Es wäre schön die Ein/Ausgänge zu beschriften, damit man deren Zweck
besser erkennen kann. So fehlt z.B. der FET und die Angabe der Spannung
des Trafos.
- D8 könnte Probleme machen: Bei 4A fallen am Stromshunt 2V ab. Bleiben
noch 3,6V für das Gate übrig. Das wird vermutlich etwas wenig sein.
> ... dieser ist nämlich von einer alten Eletkorschaltung für meine Zwecke> etwas modifiziert ...
Weil du den FET so ausdrücklich erwähnst:
war da früher bei Elektor noch ein bipolarer Transistor drin?
Entschudigt bitte vielmals. Ich musste bei Lothar Millers Beitrag über
den FET so lachen...nochmals entschuldigung. Also Folgendes:
1)Betrieben wird die ganze Sache über einen Ringkerntrafo 2x18V,
2x4,44A, 160W, im Moment natürlich nur eine Sekundärwicklung, falls die
Schaltung funktioniert, dann kommt an die zweite auch eine Analogplatine
hin.
2)Der FET ist ein IRFP3710, im T0-247 Gehäuse, damit er mehr aushält.
3)Geändert wurde an der Original-Schaltung der 2xTLC271 in LT1632 und
der 2xBUK455 in IRFP3710. Interessanterweise war in der
Originalschaltung an beiden OPVs absolut keine Gegenkopplung vorhanden.
Ausserdem wurden einige Widerstände neu dimensioniert, z.B. die
Shuntwiderstände, die Led-Vorwiderstände, der "Grund-Last-Widerstand"
von 330 Ohm, der Gatewiderstand auf von 220 auf 150 Ohm. In der
Originalschaltung fehlen die SChutzdioden für die Spannungsmessung, die
OPV-Rückkoppelung, die Widerstände R17 und R13, da die Sollspannung
mittels einfacher Potis generiert wurde.
4)An AIN- und AIN+Eingängen hängt der AD-Wandler, genauergesagt der
MX1416. DA_OUT_I_BUFF und DA_OUT_U_BUFF sind über Impedanzwandler
(OPA2350) "gebufferte" DA-Wandler-Ausgänge. Spannungsreferenz, bzw.
Maximal-Spannung: 4096mV. Der 7805er generiert die 5V fürs gesamte
Digitalteil.
5)Ich erhoffe mir damit lediglich Kommentare die nicht nur das
eigentliche Problem behandeln sondern auch "weiter" denken, wie z.B.
Benedikts Post. Seine Vermutung nämlich könnte zu einer Symptomatik
passen, die auftrat wenn das Ganze in Strombegrenzung ging. Das muss ich
noch genauer untersuchen. Aber das eigentliche Problem ist im Moment die
Spannungsregelung: die Strombegrenzung greift nicht, der IC5B regelt
auch schön von etwa 0V-22V, aber am Ausgang habe ich Spannnungsbuckel
von der gleichgerichteten Sägezahnspannung, etwa 5mV, 100Hz. Sie werden
mit der Last etwas größer bis etwa 20mV. Ich dachte zuerst an ein
Layoutproblem aber ich denke eher, dass hier ein Regelproblem vorliegt
und zwar müsste das mit C13 zu tun haben.
Dem R8 könnte ein kurzes Leben beschieden sein, wenn du den in die
falsche Richtung drehst. Wolltest du da die Strommessung evtl. am
Schleifer abgreifen?
Ich würde die Sense-Klemmen mit den Ausgangsklemmen wenigstens über
einen 100 Ohm Widerstand im Netzteil verbinden (X2/1-2 und X2/3-4). Was
wird passieren, wenn du die Sense-Leitung zum Verbraucher unterbrichst?
Mach doch statt der D5 und D4 die LEDs rein, dann sparst du dir die
zusätzlichen Widerstände (mit roten LEDs kommst du sicher unter Ugsth).
Das mit den Sense-Leitungen ist eigentlich ein Non-Sense. Sense(+) und
Sense(-) werden noch innerhalb des Netzteiles direkt und permanent! an
OUT(+) und OUT(-) angeschlossen. Der Kondensator C11 wurde nicht
bestückt sondern kommt direkt an die Ausgangsklemmen. Das Szenario mit
den offenen Sense-Klemmen hab ich mir noch nicht überlegt,
wahrscheinlich kommt da nichts Gutes raus.
Das mit den Led's hab ich mir auch durchgedacht, hielt es dann aber doch
für etwas zu knapp. Im Moment halte ich es so für eine bessere Lösung.
Ausserdem habe ich die Platine bereits bestückt. Man könnte es sich also
für die zweite Platine überlegen.
@Benedikt
Die Schaltzeichen sind natürlich verkehrt. Ich habe für die
Feritgstellung der Platine auf die richtigen Packages geachtet, und
damit wurden wahrscheinlich die Packages vertauscht und habs dann total
übersehen. Danke dir!
Wie sieht das Layout aus? Der LT1632 ist ein recht schneller seiner
Gattung (immerhin rund 100mal schneller als der TLC271). Da schwingt
schnell mal was.
> Interessanterweise war in der Originalschaltung an beiden OPVs absolut> keine Gegenkopplung vorhanden.
Weil die TLC271 relativ beschaulich arbeiten, ist da nichts nötig. Die
Gegenkopplung lief damals ganz einfach über den FET.
pillepalle wrote:
> moin>> reihenschaltung R + C als Gegenkopplung am OP ?>> das muss parallel wenn ich mich nicht irre ;)
Es gibt beide Möglichkeiten. Diese hat eine mit zunehmender Zeit immer
größer werdende Verstärkung, so dass der Regelfehler minimal ist.
Hauptsächlich dient das RC Glied dazu, die Schaltung am Schwingen zu
hindern.
also 5mV Spannungsbuckel (ist das wirklich schlecht ???) kommen bestimmt
von der begrenzten Gleichtaktunterdrückung von IC5B. Denn seine beiden
Eingänge brummen ja mit der Last mit. Die Last ist ja gegen +
geschaltet, wenn ich es richtig begriffen habe. Das
Gegenkopplungsnetzwerk bezieht sich aber auf Masse, womit es hier auf
die Gleichtaktunterdrückung drauf ankommt. Vielleicht findest Du einen
OPV, der in dieser Disziplin besser glänzt. Oder du versuchst, die
1%-R's in der Gegenkopplung (R3-R6) leicht zu varieren im unteren
%-Bereich. Ich könnte mir vorstellen, daß man da mit einer bewussten
Ungenauigkeit der R-Werte die Gleichtaktunterdrückung etwas unterstützen
kann, bzw, deren Fehler unterdrücken kann. Das musste aber mal
probieren, in welcher Richtung Du einen der R's verändern mußt.
Je nachdem welche Sense-Leitung nicht angeschlossen ist, geht der
Ausgang auf Umax oder Umin, natürlich nicht erwünscht und natürlich wird
dieser Fall, dass die Sense-Leitungen nicht dran sind, ausgeschlossen.
Am Ausgang wurden jetzt 22µF parallelgeschalten.
Ich habe jetzt einige Tests durchgeführt:
1) unbelasteter Ausgang bei etwa 10V, Spannungs-LED noch dran,
Gegenkopplung des Spannungs-OPVs rein kapazitiv mit 27pF. Ohne
Gegenkopplung schwingt der OPV! Interessanterweise schwingt er auch mit
einem TLC277 (Doppel-OPV von TLC271), der deutlich langsamer ist! Zur
Ausgangsspannung siehe Bild 1
2) belasteter Ausgang mit etwa 1A bei etwa 10V , Spannungs-LED noch
dran, Gegenkopplung des Spannungs-OPVs rein kapazitiv mit 27pF. Die
Sägezahnspannung ist etwas zu erkennen. Zur Ausgangsspannung siehe Bild
2
3) unbelasteter Ausgang bei etwa 10V, Spannungs-LED noch dran,
Gegenkopplung des Spannungs-OPVs rein kapazitiv mit 220pF wie im
Schaltplan!. Man bemerkt Spannungsbuckel, bzw. Sinusspitzen. Zur
Ausgangsspannung siehe Bild 3
4) belasteter Ausgang mit etwa 1A bei etwa 10V, Spannungs-LED noch dran,
Gegenkopplung des Spannungs-OPVs rein kapazitiv mit 220pF wie im
Schaltplan!. Die Spannungsbuckel, bzw. Sinusspitzen sind deutlich zu
erkennen. Zur Ausgangsspannung siehe Bild 4
5)Tests 1-4 ohne Spannungs-LED durchgeführt, es sind jedoch keine
Unterschiede zu erkennen. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, was Andrew
Taylor sich davon erwartet.
Alle Messungen sind AC gekoppelt mit 5ms/XDIV und 5mV/YDIV!
Jetzt bin ich mal gespannt ob sich jemand einen Reim drauf machen kann.
Meiner Ansicht nach liegt es an der Beschaltung des Spannungs-OPVs.
Ehrlich gesagt weiss ich nicht mal wie er beschalten ist, also ob er als
Subtrahierer fungiert oder nicht. Auch ob man in dieser Konfiguration
einfach kapazitiv gegenkoppeln darf ist fraglich. Deshalb die
Experimente mit C13. Ob diese Spannungsbuckel wohl dadurch entstehen
dass R3,R4,R5 und R6 nicht komplett abgeglichen sind? Ich werde
versuchen diese von Hand zu selektieren. Auch über die
Gleichtaktunterdrückung habe ich mir Gedanken gemacht, aber kommen dann
Buckel raus? Wer kennt den einen Rail to Rail IN OPV mit extrem hoher
CMRR? Ich dachte schon daran den OPV mit einem INA122 auszutauschen,
aber bei Strumentationsverstärkern solchen Typs ist die Bandbreite nicht
unbedingt hoch. Ausserdem habe ich einen TLC277 eingesetzt der höhere
Eingangsimpedanzen hat, weil ich dachte die Eingangsströme erzeugen
Fehler, jedoch ohne Erfolg.
haste auch mal geprüft, ob die 12V sauber sind? Denn von dieser Spannung
koppelst Du ja über R12 wieder was in den Regelkreis mit ein.
Wie hoch ist denn die Brummspannung auf +Ub? Die wird ja mit zunehmender
Belastung auch größer, somit auch der Durchschlag auf die
Ausgangsspannung.
Wie gesagt, ich würde mit den Gegenkopplungs-R's etwas experimentieren
(einen der R's leicht variieren, evtl. mit Poti, das einen Teil-R
darstellt).