Hallo,
Gibt es eine einfache und möglichst billige Variante den Strom in einer
230V AC Leitung zu messen?
Potentialtrennung ist hierbei nicht notwendig (Platzproblem)!
Meine Überlegung bisher:
Ein Shunt (~0,01 Ohm) und der klassische Weg den Spannungsabfall
verstärken, gleichrichten, tiefpass und mithilfe des ADC messen -->
Umrechnen fertig ;-)
Jedoch ist das erste Problem sofort beim verstärken da, da ich nur eine
0V bzw. +5V Spg. Versorgung habe.
Habt ihr eventuell bessere Ansätze ?
Klingt zwar ein bischen nach Selbstmord (kein Platz aber messen wollen)
aber egal:
Wie wäre es mit der Idee die gute alte Vierdraht-Meßtechnik in die
Anschlußleitungen zu verlegen. Also einen Milliohm Widerstandsdraht für
die stromführenden Leitungen und Kupfer für die Meßleitungen zu nehmen.
Das ganze noch über die Erwärmung eines Widerstandes messen (falls etwas
langsamer und dafür störungsfrei und galvanisch entkoppelt sein soll
Voilá)
Wie wärs mit einem Kompensationsstromwandler? z.B. LTS 6-NP . Der
liefert 3.125V für 2A und 2,5V für 0A. Außerdem hast du dann doch eine
Potentialtrennung, was bei 230V zu empfehlen ist.
Versorgungsspannung ist +5V.
Bei umgekehrter Stromrichtung hast du Uout = 1,875V für -2A.
Gibts auch noch für größere Ströme
J.
Bin ebenfalls auf der Suche nach einem Bauteil um den Strom in einer
230V-Versorgung zu messen. Allerdings reichen mir die 2A nicht aus, ich
muss sicherstellen, dass das Bauteil die max. erlaubten (und auch
abgesicherten) 16A des Anschlusses überlebt. Die Meßgenauigkeit muss
nicht so hoch sein 0,1A ist vollkommen ausreichend. Auch habe ich keine
Platzprobleme (ist alles noch im Entwurfs-Stadium), aber es sollte was
sein, was ich einfach über den ADC auswerten kann.
Was kann/sollte man in diesem Fall nehmen?
Interessant wäre auch ein Bauteil an dem die Logikseite als Print
ausgeführt ist, die 230V-Seite allerdings als Lötfahnen oder ähnlichem.
Dann brauch ich mir die 230V nicht auf die Platine legen.
Gruß
Dominique Görsch
Dominique Görsch - ich schließ mich an !
LTS 6-NP --> gibt es zwar in einer Größeren Variante (10A) jedoch möchte
ich keinen eigenen Stromwandler verbauen, wegen der größe !
Leider gibt es auf einer Stromleitung keinen Strom sondern ein Gewirr
aus allen möglichen Verbrauchern zieht sich irgendwas was gerade so da
ist lustig aus der Leitung, zerhackt es nach gutdünken und ballert noch
gegenEMKs und iregndwelche Blindkompensationen zurück.
Was übrig bleibt ist alles andere als ein Sinus, die effektive Leistung
bzw Strom Spannung VA was immer du willst ist "nicht mal so eben" zu
messen. Schon gar nicht mit einem A/D Wandler der immer nur einen
Ausschnitt aus diesem ganzen Gewirr von Strom und Spannungsänderungen
sieht. Du mußt über die ganze Fläche einer Vollwelle messen und
integrieren um überhaupt ein Ergebnis zu bekommen.
Ich vermute das es einfacher ist die thermische Erwärmung in einem
Nebenzweig zu messen
0,1A bei 16A Scale sind, sofern ich die %Rechnung noch kann, 0.625%. Das
ist schon sehr ambitioniert.
Hi
Die Idee, die Temperatur eines Shunt auszuwerten, gefällt mir.
Befürchte nur, daß eine Änderung des Stromes sich erst mehrere Sekunden
später bemerkbar macht, außerdem wird die Schaltung wohl stark
raumtemperaturabhängig sein.
Hab ein CNY70 auf einem Drehstromzähler gepappt und vergleiche die
Spannung des CNY mit einem Referenzwert per OpAmp.
Leider konnte ich das Signal noch nicht auf meinem Oszi sichtbar machen,
da der dortige Rechner (Ubuntu) nicht so recht mit dem Win-Oszi zusammen
schaffen will, soll aber mal mein Problem sein :))
Wenn Ihr eine 'schöne' Möglichkeit kennt, wie man die Temperaturänderung
zeitnah und die Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur zu kompensieren ...
wäre äußerst interessiert :)
Und: Mit Netzspannung hab ich beruflich (ab und zu g) zu tun ...
MfG
Nungut, in Sachen genauigkeit könnte ich noch abstriche machen und in
Sachen max. Last könnte ich auch noch mit 10A leben. Ziel ist eine (per
Netzwerk) schaltbare Steckdose bei der man im Webinterface auch den
aktuellen Stromverbrauch der einzelnen Ports ablesen kann. Da dies unter
Umständen auch zur Abrechnung herangezogen werden wird, sollte die
Ungenauigkeit* nicht allzuhoch sein.
Gruß
Dominique Görsch
*Aktuell praktizierte Alternative ist die Zangenmessung, also auch nicht
wirklich genau.
Hallöchen
Für sowas verwende ich Stromwandler
Führe den Strom vom Stromwandler über einen Widerstand als Shunt,
den Spannungsabfall mit einer Diode gleichrichten
und mit einem Kondensator glätten.
Liefert eine Spannung von 0 - 10V fast linear mit dem Strom.
Habe erst gerade eine Print mit 7 Strommessunge gemacht.
Ein Motor mit 11kW und 6 mit 2 kW
Das Ganze kostet 5.-- Euro pro Messung.
Bei Interesse bitte melden. Sende dann weiter Daten.
hmg
Mandi
Manfred Schön wrote:
> Bei Interesse bitte melden. Sende dann weiter Daten.
Klingt interessant, wäre an weiteren Infos interessiert. Wie
verarbeitest du die 0-10V weiter?
Gruß
Dominique Görsch
Ein Multimeter (gegebenen Falls mit Shunt) an der Seriellen auslesen.
z.B.PeakTech 4360
Es ist RTS und DTR zu setzen, geht also mit dem Hyperterminal nicht und
ist mit getrenntem Potential.
spess53 wrote:
Dateianhang: AC1020.pdf
Den Anhang hab ich ja glatt übersehen. Ich werd nicht ganz schlau
daraus, wie diese Stromwandler auf der Primär-Seite eingesetzt werden.
Einfach die Versorgungsleitung hindurch führen? Nur den Außenleiter?
Gruß
Dominique Görsch
Hallöchen
Upps hab' gerade gesehen : AC1020.pdf
Ich verwende diese Stromwandler.
Sind extrem billig !
Die 0 - 10 Volt lesen ich in eine SPS ein.
Man kann aber auch ein Multimeter verwenden.
Oder man kann aber auch 0 - 2,5V erzeugen und in eine uC einlesen.
hmg
Mandi
Liear sind die aber auch nicht gerade.
Der Fehler liegt bei 1000% Ratio RE zu RL "at rated primary current"
Bin zu faul das jetzt auseinanderzutüddeln aber scheint nicht gerade
wenig.
Ausserdem mißt du das induzierte Magnetfeld in einem Leiter durch das
Mitrelloch. Das mußt du auch wieder über ein paar Halbwellen
integrieren.
Das mit der Verzerrung der Wellenform ist nicht so schlimm. Auch das
integrieren der Leistung über eine paar Perioden schaffen schon 8 Bit
µCs (z.B. Atmel Mega..). Durch die vielen benutzten AD Werte ist das
Ergebnis überraschend gut, auch mit nur einem 8 Bit Wandler. Genaue
Multimeter machen das schon seit einigen Jahre bei Wechselstrommessungen
auch so (allerding wohl mit besseren ADs).
Der Umweg über die Temperaturerhöhung ist hat sogar mehr Probleme,
besonders wenn man einen eher großen Leistungsbereich hat. Bei einem 10
mal kleineren Strom hat man nur noch 1/100 der Temperaturerhöhung. Man
hat also schon mal einen ziehmlich geringe dynamik. Die Thermische
Methode ist eigentlich nur noch für deutlich höhere Frequenz
interessant.
Hi
>Was brauch ich denn da noch weiter zum Anschluss an den µc? Vier Dioden>zum Gleichrichten und zwei Rs als Spannungsteiler um auf 0-5V zu kommen?
Besser aktiv. Die Schaltung auf S.16 geht recht gut. Den 2.OV zur
Pegelanpassung verwenden. Möglichst kleine Bürdewiderstände verwenden
(Linearität).
MfG Spess
Hallo,
für die Energieverbrauchsmessung gibt es spezielle Chips, z.B.:
MCP3909 von Microchip (www.microchip.com)
ADE7753 von Analog Devices (www.analog.com)
In den Datenblättern und AN´s steht auch wissenswertes zur Strommessung.
David
David wrote:
> MCP3909 von Microchip (www.microchip.com)> ADE7753 von Analog Devices (www.analog.com)
Wenn ich das beim Überfliegen des Datenblatt richtig gelesen habe, sind
das doch auch nur ADCs oder? Da kann ich ja auch gleich mit Shunt über
den ADC des µC selber messen...
Hallo Dominique,
> Wenn ich das beim Überfliegen des Datenblatt richtig gelesen habe, sind> das doch auch nur ADCs oder? Da kann ich ja auch gleich mit Shunt über> den ADC des µC selber messen...
Nun ja, die ADCs dieser Chips sind für die Energiemessung
(Differenzeingänge, hohe Eingangsempfindlichkeit beim Stromeingang,
16-Bit Auflösung...) optimiert. Außerdem erfolgt in den Chips eine
digitale Filterung und gleich die richtige Berechnung der Leistung.
Sicherlich geht es auch mit dem µC aber:
- negative Spannungshalbwelle messen geht nur mit zusätzlichen Aufwand
- Strom über Shunt einfach auf ADC-Eingang geht wegen der positiven und
negativen Halbwellen und dem nötigen Spannungsabfall über Shunt auch
nicht so einfach
-eine halbwegs genaue Leistungsberechnung (Phasenverschiebung U und I,
nichtsinusförmige Stromentnahme) kann einen "kleinen" µC ganz schön
beschäftigen
Will ja nicht behaupten, das diese Chips die einfachste Lösung sind,
aber die genaueste und in meinen Augen die eleganteste und
stressfreiste.
David
Es gibt dafür spezielle Strom Wandler welche Linear zum Strom eine
Spannung liefern....
Galvanisch getrennt und bis 20A einsetzbar
http://www.coilcraft.com/pdfs/sen60tr.pdf
Viel Spass damit :)
Claudio Hediger wrote:
> Galvanisch getrennt und bis 20A einsetzbar> http://www.coilcraft.com/pdfs/sen60tr.pdf
Danke, sieht interessant aus, hab ich mal gesampled.
Gruß
Dominique Görsch
Lese hier gerade, daß man auch mittels Stromwandler auf 0-10V kommen
kann.
Wie kommt folgende Idee bei Euch an um den Strom zu Abrechnungszwecken
verwenden zu können:
Die 0-10V des Stromwandler gleichrichten und mit Kondensator puffern.
Jede Sekunde (oder so) werden die Spannungen an den zu messenden
Steckdosen erfasst und je nach Wert ein interner Zähler entsprechend
erhöht.
Um die bestimmt vorhandene Ungenauigkeit möglichst rausrechnen zu
können, müsste die Hauptleitung vom µC ebenfalls mitgemessen werden.
Da ich jetzt nicht weiß, wie sich eine Phasenverschiebung auswirkt (von
wegen Leistung, die das EVU bezahlt wissen will (eher Arbeit, also x
Zeit)) müsste vll. die Hauptleitung noch über einen (geeichten?) Zähler
geführt werden.
Je nach Prozentanteil der Zählerwerte/Steckdose von
Zählerwert/Hauptleitung wäre die Differenz des Zählerstand
vorher/nachher entsprechend zu berechnen und man weiß (recht genau??)
welche Dose wieviel Leistung genommen hat.
Ist das so machbar, wo liegen Fehler, wie groß sind die Fehler, wie groß
können sie sich auswirken?
Denke da momentan an Phasenschnitt, wo im Stromwandler zwar auch der
Schnitt 'mitgehalten' werden dürfte, aber die Spannung über dem Shunt,
gepuffert vom Kondensator, wohl trotzdem auf Max ansteigen wird.
Auch, wenn bei 90° (50%) geschnitten wird.
Wäre der 'Kunde' dann aber selber schuld, wenn er zuvor aufgeklärt wurde
;)
Also, WO liegt da der Hund begraben oder ist die Idee gar nicht so blöd?
David wrote:
>> MCP3909 von Microchip (www.microchip.com)>> ADE7753 von Analog Devices (www.analog.com)>Wenn ich das beim Überfliegen des Datenblatt richtig gelesen habe, sind>das doch auch nur ADCs oder? Da kann ich ja auch gleich mit Shunt über>den ADC des µC selber messen...
Das ist die komplette Berechnung aller interessanten Größen gleich mit
drin.
Ich entwickle gerade ein entsprechendes Energy_MEter mit dem ADE7758...
Die Größen müssen nur noch per SPI ausgelesen (und angezeigt) werden...
Manuel B. wrote:
> Der CS2106L schaut wirklich interessant aus. Hat jemand schon samples> erhalten?
Ja, habe hie 3 Samples liegen. Bin leider noch nicht dazu gekommen damit
was zu machen.
Finde ihn ziemlich schlampig verarbeitet, die Pinabstände stimmen
überhaupt nicht und um das wenigstens halbwegs auszugleichen wurden
meine direkt mit leicht schräg abgebogenen Pins geliefert. Somit stimmt
das Mass an der Spitze der Pins so in etwa, in Platinen bekommt man ihn
aber nur mit etwas Gewalt.
Gruß
Dominique Görsch
Dominique Görsch wrote:
> Finde ihn ziemlich schlampig verarbeitet, die Pinabstände stimmen> überhaupt nicht und um das wenigstens halbwegs auszugleichen wurden> meine direkt mit leicht schräg abgebogenen Pins geliefert. Somit stimmt> das Mass an der Spitze der Pins so in etwa, in Platinen bekommt man ihn> aber nur mit etwas Gewalt.
Achje, Fernost Ware .. ;) Sobald's was neues gibt würd's mich natürlich
brennend interessieren!