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Forum: HF, Funk und Felder EMV Problem: Abstrahlung durch Display - Tipps?


Autor: Torben K. (torben)
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Hallo!

Wir haben bei einem Gerät folgendes Problem:

Im EMV pre-compliance-Test hat sich gezeigt, dass unser Display mit 
ungradzahligen Vielfachen der Datenleitungsfrequenz abstrahlt. Nun haben 
wir probiert, diese mit Hilfe von Filtern (R-C) auf den Datenleitungen 
in den Griff zu bekommen. Leider ist dies nicht ausreichend. Die Filter 
müssten so groß sein, dass das Displaysignal dadurch zerstört wird. 
Ähnliches ergibt sich bei den von uns getesteten Ferriten, welche die 
Signalanstiegszeiten zu stark verlangsamen.

Kennt jemand alternative Maßnahmen die in diesem Fall helfen könnten? 
Eventuell spezielle ICs o.ä.?

Vielen Dank!

: Gesperrt durch Moderator
Autor: Michael Buchholz (loetmichel)
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Hi!

Wenn das gehäuse des Displays abgeschirmt ist:
Mache eine metallbedampfte Scheibe ins Gehäuse hiter der das Display 
sitzt.
Notfalls geht auch GANZ feines Drahtgitter (Kaffee-dauerfilter-größe)
Daruinter leidet die Sichtbarkeit fast nicht. Aber das ist die einzige
Chance, die displays WIRKLICH ruhig zu kriegen.

Die strahlen nämlich über die Frontscheibe ab!

Michael.

Autor: Torben K. (torben)
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Hi!

Eine Metallbedampfung wurde uns auch im EMV Labor empfohlen. Das kommt 
aber leider für den Anwendungsfall nicht in Frage. (Es ist ein 
Touchpanel auf dem Display vormontiert). Außerdem soll die Sichtbarkeit 
nicht beeinträchtigt werden.

Ich würde meinen dass es da doch auch noch andere Möglichkeiten geben 
muss, schließlich gibt es ja zig Geräte die es irgendwie hinbekommen 
haben.

Autor: emv-rater (Gast)
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Ist die Zuleitung zum Display geschirmt und mit Gerätemasse verbunden? 
Kann auch als gute Antenne wirken.

Autor: Torben K. (torben)
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Die Zuleitung ist nicht geschirmt, allerdings ist das Gehäuse komplett 
aus Metall, so dass Abstrahlungen aus dem Kabel kein Problem darstellen 
sollten, Prinzip Computer - der Dreck bleibt drin ;) ). Ich muss noch 
einen Test machen um das zu verifizieren, aber ich gehe davon aus, dass 
das so stimmt.

Autor: Nico (Gast)
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Naja, wenn an dem Display ein grosses Loch ist, dann ist deine Schirmung 
nicht mehr dicht, somit strahlt es da raus wie blöd.

Die Frage ist halt, WAS strahlt da genau. Wenn es wirklich die 
Zuleitungen sind, würde ich ein geschirmtes Kabel dafür nehmen und das 
Display selbst nochmal in einen Käfig einbauen. Seitenansicht vom 
Gehäuse wäre dann ungefähr so:
-------|
|   |
|   |Display
|   |
|   ---|
|      |
|      |
|______|

Autor: PeterL (Gast)
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In diesem Fall hilft wirklich nur eine Folie oder das oben erwähnte 
Drahtgitter (oder einen anderen Displayhersteller suchen)
Bei www.esnord.de gibts zum Beispiel solche Folien.

"Ich würde meinen dass es da doch auch noch andere Möglichkeiten geben
muss, schließlich gibt es ja zig Geräte die es irgendwie hinbekommen
haben."

Es gibt auch zig Geräte wo man besser nicht nachmisst.
Z. B. ist bei sehr vielen billigen PC Netzteilen der Platz für die 
Gleichtaktdrossel unbestückt.

Autor: Nico (Gast)
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Damals, bei der Prüfung, waren die sicher alle komplett bestückt. ;)

Autor: tsag (Gast)
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> Die Zuleitung ist nicht geschirmt, allerdings ist das Gehäuse komplett
> aus Metall, so dass Abstrahlungen aus dem Kabel kein Problem darstellen
> sollten, Prinzip Computer - der Dreck bleibt drin ;)

Wenn der (EMV-)Dreck raus will, dann findet er seinen Weg schon...

EMV-Signal immer an der Quelle plattmachen :)

Welches Signal habt ihr auf dem Kabel? - Falls ihr kein LVDS-Signal 
habt, auf jeden Fall erstmal Kabel abschirmen bevor ihr kompliziertere 
Lösung am Display-/Gehäuse probiert. Massen prüfen, nicht das euer 
Gehäuse an sich schon die Sende-Antenne ist.

EMV kann schlimmer als die Pest sein. Wenn ihr mehrere Harmonische der 
Leitung habt, ist das Filtern schon ein Krampf: du drückst eine 
Harmoninsche weg, freuen sich die die anderen Harmonischen zu Freude des 
EMV-Testlabors... hatte soein Stress mal mit RFID-Sender und seinen 
10-20 fachen Harmonischen ;)

Autor: Bensch (Gast)
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Ich wage mal zu bezweifeln, dass das Display (LCD?) das Problem ist.

Genaueres kann aber nur ein qualifiziertes Testlabor sagen- kostet 
leider, aber ist ja auch nicht für private Basteleien ....
Manchmal reicht auch ein kritischer Blick eines Fachmanns- gegen 
Entgelt.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Das Display kann durchaus das Problem sein. Wenn ich auf meinem TFT 
Monitor ein exakt 2x2 Pixel großes Schachbrettmuster anzeige, 
funktioniert die Funkmaus nicht mehr.

Ein in letzer Zeit gern genutzter workaround: Spread Spectrum. Wenn es 
ein größeres Display oder TFT ist: Falls du in die Taktleitung von dem 
Eingangstakt des Displaycontrollers rankommst: Ein DS1083L in die 
Leitung und die Peaks werden zu einem breitbandigen Rauschen.

Autor: FR4 (Gast)
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Schau mal hier:

http://www.schirmung2000.de

Ist zwar auf der Seite nicht aufgeführt, die haben aber Schirmungen für 
Displays.

Autor: Torben K. (torben)
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Hallo!

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Zu einer Schirmung des Kabels:
Die Abstrahlungen, die wir erhalten, sind die harmonischen des 
Datentaktes. Dieser Takt befindet sich im Kabel (inklusive der 
harmonischen) und wird in das Display geführt. Das Display ist ringsum 
weitestgehend geschirmt (außer natürlich vorne ;) ). Selbst wenn man das 
Kabel schirmen würde, würden doch die gleichen Störungen in das Display 
transportiert und vorne rauskommen.

Zieht man das Kabel vom Display ab (es ist immer noch am Mainboard 
angeschlossen), so sind die Strahlungen deutlich reduziert und es würde 
wohl auch für Klasse B reichen.

Ich werde mir mal die Folien anschauen, ob man damit was machen kann. 
Mit baulichen Maßnahmen geht es nämlich dem Ende zu.

Zu spread spectrum:
Haben wir auch schon dran gedacht, ist aber in diesem Fall nicht 
möglich, weil die Takterzeugung auf einem Komplettmodul erfolgt auf das 
wir leider keinen Einfluss haben.

Autor: oszi40 (Gast)
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Dann mach doch erst mal die Gegenprobe nach Hausfrauenart:
Einwickeln in Alu- Folie und nachprüfen ob es wirklich vom Display 
kommt.

Dann kannst Du ungefähr einschätzen ob eine Folie wirksam genug ist oder 
ob noch andere Ursachen vorliegen.

Autor: Torben K. (torben)
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Die Wirkung einer Folie haben wir bereits im EMV-Labor bewiesen. Dort 
haben wir so eine Art leitendes Geflecht vor das Display gemacht um das 
zu testen und siehe da - EMV Abstrahlung super.

Autor: Matthias (Gast)
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Die Abstrahlung muss ja nur unter den Grenzwerten bleiben.
Bei einigen Schaltungen kann man nur eine Dämpfung erreichen, so dass es
passt. Das geschirmte Displaykabel kann einen kleinen Beitrag zur 
Dämpung leisten.

Die meisten LCDs/TFTs haben eine metallische Rückplatte. Die ist dann 
auch mit GND verbunden. Es hat sich teilweise als Zweckmäßig 
rausgestellt, den
GND nicht direkt mit dem Gehäuse zu verbinden z.B. wenn das Display 
festgeschraubt wird Kunststoffbolzen verwenden, etc.

Das Gehäuse sollte nur über ein paar Cs ringsrum an die Massefläche der 
Baugruppe (GND) gekoppelt werden. Achtung ESD Festigkeit!

Wir hatten auch mal eine Schaltung im Metallgehäuse. Ein C zw. Gehäuse 
und
GND kann manchmal Wunder bewirken ;-)

Das GND- / Massekonzept sollte man sehr sorgfältig entwickeln. Fehler in 
diesem Konzept kann man später nicht mehr so einfach durch EMV MAßnahmen 
korrigieren!

Autor: Router H. (fleissig)
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Hallo,
wie wurde das Problem gelöst  ?
MfG

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