I. d. R. werden die RF-ID-Tags durch das Feld des Lesegerätes gespeist,
also rein passiv betrieben. Die Tags befinden sich dabei im Nahfeld der
Sender/Leser, um dieses Feld auch noch wirkungsvoll (moduliert) belasten
zu können. Der Datenverkehr läuft in beiden Richtungen, denn es muss
ggf. auch eine Selektierung/Maskierung mehrerer Tags im Feld
stattfinden. Die zulässigen Leistungsdichten sind sehr gering, wenn nur
einige cm gefordert sind.
Aus den Staaten kenne ich passive Systeme zum Auslesen von
Containerdaten. Der Abstand der vorbeifahrenden Fahrzeuge zu den
Containern kann einige Meter betragen. Die Sendeleistung liegt aber bei
einigen Watt VHF oder UHF, das gibbet hier net, soweit mir bekannt.
Suche mal unter "passive" und "long-range RF-ID". Wenn das Lesegerät
eine Richtantenne benutzen kann, ist der UHF-Bereich sicher eine ganz
gute Wahl. Diese 4-cm-Abstands-Technik - wie Mifare und Co. - arbeitet
meist bei 13,56 MHz. Dort sind als Antennen dann (gedruckte) Spulen
angesagt.
Vielleicht gibt es auch hierzulande geeignete Long-range-Systeme. Ich
denke aber, dass man existierende (4-cm-) RF-ID-Tags nicht so einfach in
der Reichweite erweitern kann. Wenn man an den Antennen nicht viel
ändern kann (zumindest nicht auf den KW-Bändern), müsste die
Sendeleistung des Lesers erhöht werden und im Gegenzug auch die
Leseempfindlichkeit (Feldbeeinflussung durch Tag) um das gleiche Maß
verbessert werden.
Die Rechnung gilt zwar nicht für das Nahfeld, aber wenigstens als ganz
grobe Abschätzung, was diese Erweiterung bedeuten würde:
1 m statt 4 cm entspräche dem Abstandsfaktor 25. Die Leistungsdichte
nimmt quadratisch mit der Entfernung ab (Fernfeld), das dann für beide
Richtungen - man liegt dann irgendwo bei 25^4 für die
"Systemverbesserung". Das geht also nicht so ohne weiteres. Die
Bandbreiten etc. sind ja auch fest vorgegeben für ein System. Und von
Störungen/Beeinträchtigungen (HF allgemein) auch noch ganz abgesehen.