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Forum: Platinen Probleme mit Bungard Platinen


Autor: Steven (Gast)
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Hallo

Ich habe mir neulich Platinen von Reichelt bestellt und habe Probleme 
mit diesen Bungard Fotopositiv beschichteten Platinen. Ich habe einen 
500W Halogenstrahler und belichte die Platinen aus ca. 30cm Entfernung 
4:24 Min. Dann lege ich die Platinen in ein Entwickler Bad. Dazu 
verwende ich ca. 10g (Ein Teelöffel) Natriumhydroxid und das Wasser ist 
ca. 42°C warm. Dann entwickle ich ca. 2 Minuten. Dann sehe ich schon das 
Layout. Dann lege ich die Platinen in einen Ätzbad mit 53g 
Natriumpersulfat bei 250ml Wasser bei 50°C und das Natriumpersulfat ätzt 
diese Platinen einfach nicht. Ich habe mal eine kleine kupferkaschierte 
Platine reingehalten und dies hat perfekt geätzt. Ich denke mal das das 
dort einfach noch zuviel Fotopositiv Lack drauf ist. Wenn ich diese 
Schritte bei den Conrad Platinen anwende funktioniert es perfekt, bloß 
halt nicht bei diesen Bungard Platinen. Deshalb meine Fragen:
1. Sind diese Schritte richtig, wie ich sie ausführe?
2. Wie lange sollte ich die Bungard Platinen entwickeln?

Wäre nett, wenn ihr mir helfen könntet

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Mach mal ein Bild von der entwickelten Platine. 4:30 kommt mir lange 
vor, aber das kann man etwas schlecht beurteilen. Es ist im Prizip ganz 
einfach: wenn das Kupfer blank ist und das Leiterbild klar, scharf und 
deutlich erkennbar ist, ist alles im Gruenen. Ein Pinsel beim Entwickeln 
kann uebrigens auch helfen.

Autor: Steven (Gast)
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Hmm hab jetzt grad kein Bild von den belichteten Platinen zur Verfügung 
und hab auch grad keine. Kann ja mal schnell eine Testplatine 
anfertigen.

Autor: Steven (Gast)
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Hmm muss sowieso eine Platine anfertigen. Den ISP Programmer von 
http://www.rumil.de/hardware/avrisp.html
für AVR. Achja und klappt dieser ISP eigentlich? Weil ich befürchte das 
die Leiterbahnen viel zu eng beieinander sind. Ich hab mir das Eagle 
Layout dafür runtergeladen.

Autor: Michael H* (Gast)
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dass das NaPS nix tut, liegt daran, dass es nicht an das kupfer rankann.
du belichtest oder entwickelst zu kurz. ich vermute entwickeln. darum 
ist noch fotolackschicht auf der platine. wenn du deine platine aus dem 
entwickler nimmst, darf die abtropfende entwicklerlösung nicht dunkler 
sein als das entwicklerbad selbst. oder wenn du an einer wegzuätzenden 
fläche mit dem finger (benetzt mit entwickler) wischst, sollte auch kein 
lack mehr abgehen.
auf gut deutsch: der lack muss ab sein =)

Autor: Andreas H. (Gast)
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>10g (Ein Teelöffel) Natriumhydroxid

10 g auf wie viel Wasser? Meiner Erfahrung nach brauchst du mindestens 
15 g pro Liter Wasser bei den Bungard-Platinen. Das Layout sollte 
spätestens nach 30 Sekunden gut erkennbar sein, sonst ist der Entwickler 
zu schwach. Nach 2 Minuten im Entwickler muss die Platine restlos 
entwickelt sein,

Wenn du die entwickelte Platine kurz ins Ätzbad hältst und wieder 
rausnimmst, müssen alle freien Kupferflächen bräunlich verfärbt sein. 
Wenn metallisch blanke stellen erkennbar sind, ist noch eine dünne 
Schicht Fotolack drauf, dann musst du länger belichten.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Steven wrote:
> Hallo

> ca. 42°C warm. Dann entwickle ich ca. 2 Minuten. Dann sehe ich schon das
> Layout. Dann lege ich die Platinen in einen Ätzbad mit 53g

Ja, hoert sich nach nem zu schwachen Entwickler an. Das groebste sollte 
nach 30 Sekunden weg sein. Dann noch nen bissel gepinselt fuer den Rest 
und so eine Platine ist in einer Minute entwickelt. Setz ihn einfach mal 
etwas schaerfer an.

Autor: Steven (Gast)
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Okay Ich werds mal morgen mit 15g auf einen Liter ausprobieren vorher 
hatte ichs mit 10g gemacht.

Autor: Udo S. (udo)
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Es gibt von Bungard auch Entwickler, fertig abgepackt für 1 l Wasser.
Meine Erfahrung ist, dass das mit Natriumhydroxid bei 
Bungard-Leiterplatten nicht gut funktioniert.

Gruß
Udo

Autor: eltex (Gast)
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Hallo

> Dann lege ich die Platinen in ein Entwickler Bad. Dazu
verwende ich ca. 10g (Ein Teelöffel) Natriumhydroxid und das Wasser ist
ca. 42°C warm.


42°C ist zuviel für den Entwickler, maximal 25°C
10g Natriumhydroxid auf 1 liter Wasser.


mfg

Autor: Gast (Gast)
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>verwende ich ca. 10g (Ein Teelöffel)

Ein Teelöffel sind ca 5 g. Die Bungardplatinen brauchen kräftige
Entwickler. 15 g/l sollten es schon sein.

Autor: Jorge (Gast)
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Es hat zwar nix damit zu tun aberr...

Nimm destilliertes Wasser und NaOH-Plätzchen aus der Apotheke. Im 
Vergleich zum Rohrreiniger sind die Ergebnisse richtig gut. Wasser 
sollte kalt sein damit es dir nicht um die Ohren fliegt. Der Entwickler 
ist an der Luft nicht lange haltbar (->Natriumkarbonat). Ausserdem 
brauchst du einen weichen Pinsel zum Abwischen der an-entwickelten 
Oberfläche. Bei mir geht 5g auf 500ml entmineralisiertem Wasser ich 
nehme lieber weniger, damit es länger dauert und keine Schlieren auf dem 
Material bleiben. Gedämpftes Tageslicht geht.

Ganz wichtig ist eine lichtdichte Maske, die überall gut aufliegt das 
macht die meisten Probleme. Also entsprechende (Quarz-)Glasscheibe und 
ein wenig Schaumstoff auf die Platine und dann mit 2 breiten Gummis 
leicht zusammenpressen.

Ich habe 60 UV-Leds. Die Linse habe ich jeweils plan geschliffen und 
poliert.

Autor: Michael H* (Gast)
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also ich entwickle mit 1g auf 100ml. das passt wunderbar, man kann den 
zeitpunkt gut abpassen. ich würd sagen, zeit ist definitv unter 1min.

dass ein teelöffel 15g sind, kann ich mir nicht vorstellen.

Autor: AC/DC (Gast)
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Bei Neuansatz von Natriumhydroxyd brauch keine Erwärmung
vorgenommen werden weil dies Isotherm von alleine passiert.

Bei späterer Wiederverwendung kann man die Lösung auf
unkritische 30-40°C erwärmen (Reaktionfreudiger).

Probleme dieser Art sind auf unterschiedlichen Schichtdicken
des Fotolacks zurückzuführen. Je dicker desdo mehr muß eben
beim entwickeln bis aufs Kupfer abgetragen werden. Einen
Restschleier kann man auch mit den Fingern oder einem feinen
Pinsel beseitigen.

Um solchen Probleme zu vermeiden sollte man eine Belichtungsreihe
mit einem Basimaterialstreifen machen.
Wann das Kupfer im Ätzbad dann zuverlässig weggeätzt wird
nimmt man dann die ermittelte Belichtungszeit plus eine Zeiteinheit.

Autor: Michael H* (Gast)
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über das wort isotherm denken wir bitte nochmal nach...

Autor: Andre Z. (andrez)
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Noch eine Anmerkung zur Belichtungszeit:

Mit meinem 500W Halogenstrahler, doppeltes Layout, Plexiglasplatte 5mm, 
Abstand ca. 40cm belichte ich 16 (!) Minuten.

Autor: Julian O. (juliano)
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Andre Z. wrote:
> Noch eine Anmerkung zur Belichtungszeit:
>
> Mit meinem 500W Halogenstrahler, doppeltes Layout, Plexiglasplatte 5mm,
> Abstand ca. 40cm belichte ich 16 (!) Minuten.

Selbiges Wollte ich auch gerade anmerkeb. Ich belichte ebenfalls mit 
einem 500W Halogenstrahler, aber nur aus 20cm entfernung (Platine wird 
relativ warm, hat dem Lack bisher aber nicht geschadet). Ich belichte 
zwischen 9:30 und 10 Minuten.
Entwickelt wird das ganze ein einer 10g/1l NaOH-Lösung bei 
Zimmertemperatur. Schon wenige Sekunden nach dem einlegen der Platine in 
den Etwickler ist der entwickelte Lack dunkellila auf der Platine 
(übrigens auch Bungard-Material) zu sehen. Ganz wichtig ist, den 
entwickelten Lack mit einem Pinsel gründlich abzureiben. Nach ca. 1,5min 
(ist aber relativ unkritisch) spüle ich die Platine gründlich unterm 
Wasserhahn ab und reibe nochmal mit dem Finger drüber.
Wenn man die Platine jetzt genau anguckt kann man das Layout schon 
sehen.
Nach dem Einlegen der Platine in die ätzlösung (früher Naps, heute 
HCL/H2O2) muss die blanke Kupferfläche schon nach kurzer Zeit (<30sec) 
"anlaufen" und matt werden, sonst habe ich nicht richtig entwickelt.
Achja, als "Film" benutze ich Overheadfolien die ich mit nem HP C7200 
(oder so ähnlich) ausdrucken.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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Was das Gemurkse mit den Halogenfunzeln angeht: Scheibe vorher 
rausnehmen, die blockiert den UV-Anteil des Lichts.

Entwickeln sollte sich eine korrekt belichtete Platte schon bei 
Zimmertemperatur in unter 30 Sekunden.

Autor: gastiger holli (Gast)
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mit nem flutlichtstrahler hab ich auch schon belichtet. glasscheibe, 
grob halber meter abstand. aber nach 5min war alles gelaufen.

Autor: Dirk Ruffing (dh4ym) Benutzerseite
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Hallo Steven,

zum Thema Belichten kann ich dir nur empfehlen eigene Belichtungsreihen 
auszuprobieren (sprich unterschiedliche Belichtungszeiten, siehe andere 
Threads dazu).

Nach einer erfolgreichen Belichtung MUSS nach ca 5-10 Sekunden im 
Entwicklerbad schon das Layout zum Vorschein kommen. Dabei 
berücksichtige ich folgende "Konfiguration": 10g NaOH auf 1l Wasser bei 
Zimmertemperatur. In der Regel reichen 5g auf 500ml, was die Menge 
betrifft. Ich empfehle dir auch immer wieder das Entwicklerbad neu 
anzusetzen. NaOH kostet so gut wie nichts.

Mit einem Pinsel oder aber einem Tuch reibe ich die Platine im 
Entwicklerbad. Im Anschluss müssen die Leiterbahnen gold-gelb/gold-braun 
sichtbar sein. Die Stellen, die weggeätzt werden sollen, sprich das 
blanke Kupfer, sollte auch wirklich blank sein. Nicht mehr mit den 
Fingern oder sonstigen fettigen Dingen über die Platine gehen.

50°C für das Ätzbad ist eine sehr gut gewählte Temperatur für NaPS. Nach 
wenigen Sekunden muss das blanke Kupfer beginnen anzulaufen. Dann sollte 
alles funktionieren.

Gruß Dirk

Autor: Steven (Gast)
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Okay ich ätze grad ne Platine und es scheint zu funktionieren die 
Methode von juliano. Hab exakt diese Schritte genommen. 9:45min 
belichten klappt gut aus 20cm höhe. Die Platine wurde matt jetzt. und 
ätzt grad. Danke für die Tipps.

Autor: Aike T. (biertrinker)
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Ich gebe meine Baustrahlererfahrungen dazu, vielleicht hilft es noch. 
Ich arbeite mit einem Baustrahler ohne Sicherheitsglas. Abstand 30cm. 
Zum Plattdrücken der Folie nehme ich ne scheibe aus nem 
Billigbilderrahmen. Ich belichte 15 Minuten. Entwickeln mit recht 
strammem NaOh - Raumtemperatur. nach ca. 10 Sekunden muss es rot werden.

so, viel Glück

Aike

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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Aike Terjung wrote:
> Zum Plattdrücken der Folie nehme ich ne scheibe aus nem
> Billigbilderrahmen.
Auch da wieder Vorsicht: Die sind gerne mit UV-Stopp beschichtet, damit 
die Bilder nicht ausbleichen!

Autor: Aike T. (biertrinker)
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Sven P. wrote:
> Aike Terjung wrote:
>> Zum Plattdrücken der Folie nehme ich ne scheibe aus nem
>> Billigbilderrahmen.
> Auch da wieder Vorsicht: Die sind gerne mit UV-Stopp beschichtet, damit
> die Bilder nicht ausbleichen!

Jap, daher nur die ganz ganz billigen nehmen, meiner z.B. hat 50 Cent 
gekostet, da begegnet einem eher selten so ein UV-Schutz.

Autor: Julian O. (juliano)
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> Okay ich ätze grad ne Platine und es scheint zu funktionieren die
> Methode von juliano.

Freut mich, dass es klappt. Es wäre vielleicht noch anzumerken, dass ich 
das Glas im Baustrahler drinnen gelassen habe und die Folie mit einer 
(ca.5mm Starken) Glasscheibe befestige. Keine Ahnung was für ein Glas 
das ist.

Wie schon weiter oben angemerkt: da sehr viele Parameter (z.B. die 
verschiedenen Glas-Sorten etc.) einen nicht unerheblichen Anteil am 
Ergebnis haben ist es eher Zufall, wenn du mit meinen Zeiten zum 
richtigen Ergebnis kommst. Am sinnvollsten wird es sein eine eigene 
Belichtungsreihe zu machen. Nimm dazu einfach einen Streifen 
Platinenmaterial. Ziehe die Schutzfolie ab und lege irgendein Layout 
auf. Jetzt deckst du die Platine bis auf einen schmalen Streifen mit 
etwas lichtdichtem ab. In einem regelmäßigen Zeitintervall vergrößerst 
du den Streifen der belichtet wird (d.h. du ziehst die Abdeckung etwas 
weiter weg). Wenn du die Platine jetzt entwickelst/ätzt siehst du 
relativ genau welche Belichtungszeit mit für dein Equipment optimal ist.

Autor: Bodo (Gast)
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Hallo,
ich hatte das selbe Problem. Danach habe ich die Platine noch mal in
die Entwicklerlösung gelegt und mit einem weichen Pinsel während der 
nächsten Minuten den restlichen Photolack entfernt. Nach dem 
Herausnehmen der Platine habe ich anschließend noch mit einem weichen 
Tuch den noch leicht erkennbaren Rest-Photolack abgewischt. Anschließend 
ließ sich die Platine einwandfrei ätzen.

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