Gast
#1140204
Die Firma Brabuxis ist ein Dienstleister im Ingenieursgewerbe, die IT-Fachkräfte und Elektroingenieure bei namhaften OEMs plaziert und damit viel Geld verdient. Anders, als viele Naivlinge im Gewerbe glauben, sind es dabei aber nicht etwa die objektiven Fähigkeiten einer Person oder die Wirtschaftlichkeit für eine Besetzung eines längerfristigen Projektes ausschlaggebend, sondern allein das Beziehungsmanagement ist verwantwortlich für gute Geschäfte: Um sicherzustellen, daß die "eigenen" Leute reinkommen, sind gute Kontakte zu den Entscheidern - meistens die Projektleiter - aufzubauen und zu erhalten und da ist es öfters mal von Nöten, den Projektleiter von den Vorteilen der Zusammenarbeit mit Brabuxis zu überzeugen. Früher, als es noch keine Compliance-Probleme, Controller, bewerteten Einkauf oder selbstverordneten Sauberkeitsgenote gab, war alles sehr einfach: Man steckte dem Projektleiter mal eben schnell einige Hunnis zu und der akzeptiert dann dafür den teuren und damit für beide Seiten lukrativen Ingenieur im Team. Eine feine Sache war das. Heute geht das freilich etwas anders - ist jedoch nicht minder schön: Möchte die Firma Brabuxis z.B. einen C++-Entwickler im Bereich der Navigations- und Radioentwicklung beim dem Hersteller Grünstrich plazieren, dann muss man dem Projektleiter bei Grünstrich vorsorglich irgendwie etwas zukommen lassen. Da ein Scheinchen ausscheidet und größere Geschenke nicht mehr absetzungsfähig sind, was die schenkende Firma teuer käme, wird ein anderer Weg gewählt. Als Dienstleister hat man ja nun einmal mehrere Kunden, darunter auch Hersteller von sportlichen Vehikeln und eben jene bieten im Gegenzug für die preiswerte Beschaffung von Ingenieuren günstige Flottentarife für die Aussendienstler von Brabuxis. Ein dem Auto-OEM preiswerter überlassener Ingenieur tut nicht weh, mindert die steuerpflichtigen Einnahmen, wofür der Chef von Brabuxis nicht nur einen nagelneuen Y4 Sportwagen zum EK bekommt, sondern mal eben noch einen weiteren als "Testwagen" für seine Engineerung-Tests, da man ja die hausentwickelte Software für die Autolein irgendwie testen muss, und dies an einem schnöden Serienfahrzeug natürlich niemals geht. So hat denn die Firma Brabuxis immer einen mehr oder weniger überzähligen Y4-Cabrio zur Verfügung, der sich hervorragend dazu eignet, an Projektleiter von Grünstrich ausgeliehen zu werden - offiziell natürlich nur deshalb, damit der PL das neu entwickelte Navi testen kann. Dies tut er dann gleich 2 Wochen lang während seines Urlaubes in Italien, womit das eigene Auto und die Reisekasste geschont werden können, da das Benzin für den Y4 natürlich ebenfalls von Brabuxis übernommen wird. Und wenn der Y4 als Zweisitzer nicht reicht, wird eben mal kurz eine 7er locker gemacht, damit auch die Oma noch reinpasst. Im Gegenzug bekommt dann der im Aussendienst aktive Vermittler bei Brabuxis sowohl den anderweitig nicht verwendeten Y4 übers Wochende mit heim, als auch obendrein noch ein nagelneues, eben erst in den Markt gebrachtes Navi von Grünstrich im Karton für den Privawagen zuhause- nur zum "Testem" versteht sich, womit der Aussendienstler sich mal gleich die private Anschaffung eines Navis und eines Zweitwagens steuerlich unschädlich spart. Der Projektleiter vom Auto-OEM kriegt selbstredne auch eines, der soll ja nicht darben! So sind der Chef von Brabuxis, der PL vom Auto-OEM und der PL bei Grünstrich zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, dann helfen sich sich noch heute, beim Testen ihrer Geräte. Hinweis: Die Geschichte ist natürlich ein Märchen, vollkommen erfunden und hat sich in der Realität niemals abgespielt, schon garnicht im süddeutschen Raum, wo die Amigos wohnen.