Hallo Gerhard,
10MHz und +/-1,25V sind mit einem geeigneten OPV überhaupt kein Problem,
wenn Du die Randbedingungen beachtest:
- Bei den OPV mußt Du darauf achten, daß das
Verstärkungs-Bandbreite-Produkt (GBW: gain bandwidth) ausreichend groß
ist.
Für eine Verstärkung von v=1 brauchst Du ein GBW = 10MHz, für eine
Verstärkung von v=5 benötigst Du schon GWB=50MHz. Am besten läßt Du noch
etwas Reserve, damit Du bei 10MHz noch keine Abschwächung hast.
- Die andere Sache, die Du beachten mußt ist die Kompensierung. Viele
schnelle OPV arbeiten erst ab einer Verstärkung von v=2, v=5 oder v=10
stabil. Sonst schwingen sie. OPV, die schon ab v=1 stabil arbeiten,
heißen "Unity Gain Stable".
- Geeignet für Deine Zwecke (Unity-Gain-Stable und ausreichend GBW) ist
z. B. der MAX4104 von Maxim.
Von Analog Devices und TI gibt es auch einige geeignete OPV. Von TI
beispielsweise der
http://focus.ti.com/docs/prod/folders/print/opa2652.html.
Beachte, daß so schnelle OPV normalerweise kaum kapazitive Lasten
vertragen. Du solltest also am Ausgang nach Möglichkeit einen Widerstand
in Serie haben (z. B. 50 Ohm; dann hast Du gleich auch eine
Leitungsanpassung).
- Falls Du Dich für einen "Current Feedback OPV" entscheidest, beachte
bitte, daß dort die Höhe des Rückkopplungswiderstandes über die
Schwingneigung entscheidet.
- Du benötigst eine möglichst durchgängige Massefläche. Die
Spannungsversorgung sollte auf dem Board mit einem Linearregler erzeugt
werden (100nF und 100µF vor und hinter dem Regler). In unmittelbarer
Nähe des OPV sollte die Versorgungsspannung mit 100nF (X7R) gegen die
Massefläche entstört werden, evtl. zusätzlich 1000pF (NPO).
- Die digitale Versorgungsspannung des DDS-Chips kannst Du mit einer
Ferritperle gegen die analoge Versorgung des OPV abpuffern (ist aber nur
bei kleinen Pegeln im mV-Bereich wichtig, für 0.6V kein Problem).
Die Verstärkung erreichst Du durch einen nichtinvertierenden OPV. Am
besten nimmst Du 50 Ohm Eingangs- und Ausgangswiderstand.
Gruß,
Michael