-47.000 Jobs und Werksschließungen oder Bankrott selber herbeiführen
so gerade ein Sprecher live aus USA zugeschaltet für die ARD
gerade letzteres wörtlich in etwa: man könne auch den Bankrott
herbeiführen
ist doch schon hartes Geschütz; gesagt wurde, das könne 100 Milliarden
kosten
über Opel wurde noch nichts spezielles gesagt, aber was macht Opel, wenn
GM einfällt alles Kapital nach USA abzuziehen und Opel zu zerschlagen?
Ist Opel eigentlich konkurrenzfähig? Steht Opel besser da als VW oder
Ford?
> ohne GM ist Opel pleite
die Frage ist halt (für Opel), liegt es nur am Geld oder gibt es keine
Käufer mehr (= Produktpalette nicht mehr marktgerecht); bisher war mein
Eindruck, dass GM ein größeres Absatzproblem hat als Opel hier bei uns
Rick Wagoner, Vorstand General Motors vor einigen Minuten zu deutschen
Opel-Werken:
"wir haben keinen der Opel kaufen möchte"
also wollten oder wollen sie anscheinend Opel-Werke verscherbeln?
Warum nicht pleite gehen lassen? Banken und Autoindustrie verkörpern
doch geradezu ein Wirtschaften, das uns in die Krise geführt hat: Am
meisten, am grössten, am dicksten. Genau diese Konzerne werden nun aber
sogar noch staatlich gefördert, anstatt dass man das Spiel des Marktes
akzeptiert und die Dinosaurier aussterben lässt.
Um die Wirtschaft dennoch nicht auszubremsen durch die Restrukurierung
(temporäre Arbeitslosigkeit, temporärer Verlust von Wirtschaftsleistung)
könnte man die Unterstützungsmilliarden direkt den betroffenen
Angestellten auszahlen - die pumpen es wohl sogar noch schneller wieder
in den Markt und beleben damit die Wirtschaft.
Aber nein - man muss um jeden Preis diesen dilettantischen, geldgierigen
Bossen nochmals ein paar Milliarden zum Spielen geben.
mr.chip wrote:
> Warum nicht pleite gehen lassen? Banken und Autoindustrie verkörpern> doch geradezu ein Wirtschaften, das uns in die Krise geführt hat: Am> meisten, am grössten, am dicksten. Genau diese Konzerne werden nun aber> sogar noch staatlich gefördert, anstatt dass man das Spiel des Marktes> akzeptiert und die Dinosaurier aussterben lässt.
Das sehe ich ähnlich.
Das Geld ist mit Sicherheit wesentlich besser in Klein- und
Mittelbetrieben aufgehoben, die echte Innovationen liefern und vor allem
nicht einfach auslagern (können), wenn im Ausland die Arbeitsstunde 50
Cent weniger kostet.
Wir haben eben keine Zeit und auch kein Geld für Lobbyarbeit ...
Chris
mr.chip wrote:
> Warum nicht pleite gehen lassen? Banken und Autoindustrie verkörpern> doch geradezu ein Wirtschaften, das uns in die Krise geführt hat: Am> meisten, am grössten, am dicksten. Genau diese Konzerne werden nun aber> sogar noch staatlich gefördert, anstatt dass man das Spiel des Marktes> akzeptiert und die Dinosaurier aussterben lässt.
Ich wäre auch mal dafür, eine dieser Scheißbanken, die uns den Ärger
eingebrockt haben, nur mal so in den Orkus zu schicken, einfach so, um
die Folterwerkzeuge zu zeigen. Mein Lieblingskandidatin wäre die HRE.
Wieviel soll in dieses Dreckinstitut noch reingepumpt werden?
Ich kann das Gelaber über das mangelnde Vertrauen der Banken
untereinander nicht mehr hören.
>Warum nicht pleite gehen lassen? Banken und Autoindustrie verkörpern>doch geradezu ein Wirtschaften, das uns in die Krise geführt hat:...>Um die Wirtschaft dennoch nicht auszubremsen durch die Restrukurierung>(temporäre Arbeitslosigkeit, temporärer Verlust von Wirtschaftsleistung)>könnte man die Unterstützungsmilliarden direkt den betroffenen>Angestellten auszahlen ...
Wo kommen denn die neuen Jobs her wenn die Autoindustrie abgesoffen ist
und keine Banken mehr Kredite geben?
Jörg S. wrote:
> Wo kommen denn die neuen Jobs her wenn die Autoindustrie abgesoffen ist> und keine Banken mehr Kredite geben?
Von kleinen und mittleren, innovativen Unternehmen, die mit den Hilfen
sicherlich deutlich sparsamer und nachhaltiger wirtschaften würden.
Und die zahlen auch hier ihre Steuern und lagern auch nicht aus.
Bei der Automobilindustrie sehe ich schon seit zehn Jahren keine
Innovationen mehr. Die ist wie ein Elefant: es bewegt sich immer nur auf
viel Druck hin etwas.
Nein - das Geld kann man deutlich besser einsetzen.
Chris
>Bei der Automobilindustrie sehe ich schon seit zehn Jahren keine>Innovationen mehr. Die ist wie ein Elefant: es bewegt sich immer nur auf>viel Druck hin etwas.
Was hat das mit Innovation zu tun? Selbst wenn ein neuer VW Polo nur 0,5
Liter verbrauchen würde, würden den jetzt ohne Umweltprämie keiner
kaufen. Auch so ein (angeblich) so super toller Prius hat Toyota nicht
davor bewahrt 3Mlrd Euro verlusst zu machen. Die Krise trifft nun mal
alle, egal was für tolle Sachen sie entwickeln.
Die hätten die Autos so bauen sollen, dass sie nur zwei Jahre halten,
wie in der Unterhaltungselektronik üblich. Wer soll ansonsten die ganzen
Autos kaufen?
>Die hätten die Autos so bauen sollen, dass sie nur zwei Jahre halten,>wie in der Unterhaltungselektronik üblich. Wer soll ansonsten die ganzen>Autos kaufen?
Das dazugehörige Geld bitte nicht vergessen. Hartzies und 12 Millionen
Billiglöhner in Deutschland kaufen nur sehr selten teure deutsche
Kleinwagen.
Mir ist gerade die Loesung fuer die Arbeitslosigkeit eingefallen: Man
muss aus allen Arbeitslosen Beamten machen und sie sich selber verwalten
lassen, einfach einen riesigen Overhead schaffen. Alle fuehlen sich
wichtig, koennen ihre Sitzungen abhalten und alles ist gluecklich :D
Jörg S. wrote:
>>Bei der Automobilindustrie sehe ich schon seit zehn Jahren keine>>Innovationen mehr. Die ist wie ein Elefant: es bewegt sich immer nur auf>>viel Druck hin etwas.> Was hat das mit Innovation zu tun?
Einiges. Den Ist-Zustand kann man nicht mehr ändern - aber die Zukunft.
Und da sehe ich für unsere Autobauer schwarz. Das Geld, was dort
hineingepumpt wird, hilft nur, den Status Quo zu erhalten.
> davor bewahrt 3Mlrd Euro verlusst zu machen. Die Krise trifft nun mal> alle, egal was für tolle Sachen sie entwickeln.
Sie ist aber die Chance, ungesunde Unternehmen auszusortieren. Kleine
und mittlere Unternehmen reagieren deutlich schneller und flexibler, sie
sind innovativer, unbürokratischer und wissen vor allem, was Rücklagen
sind.
Offensichtlich wurde dort schlecht gewirtschaftet - es gibt weder
Rücklagen noch die Aussicht auf echte Neuerungen. Was würdest Du mit so
einer Firma machen?
Chris
>> Was hat das mit Innovation zu tun?>Einiges. Den Ist-Zustand kann man nicht mehr ändern - aber die Zukunft.>Und da sehe ich für unsere Autobauer schwarz.
Ich nicht. Innovationen kommen gerade von deutschen Herstellern. Und das
wird sich in Zukunft wohl auch nicht sonderlich ändern. Vor allem weil
Innovationen zuerst bei höherpreisigen Autos eingeführt werden. Und die
kommen nun mal aus Deutschland.
>Offensichtlich wurde dort schlecht gewirtschaftet -
Genau, wer Absatzeinbrüche von 50-80% nicht verkraftet hat natürlich
geschludert... Warum auch das Geld in Forschung und Entwicklung stecken
wenn man es auch auf der Bank für eine evt. Weltwirtschaftskrise parken
kann.
Vor allem: mit allem Geld dieser Welt lässt sich das Sterben nicht
aufhalten. GM und Opel gehören für mich dazu. Jahresproduktionskapazität
aller Auto-Firmen: 100 Mio Stk. Bedarf: höchstens 50Mio. Überkapazitäten
sind auf Dauer nicht tragbar.
Keine Subventionen, hilft auf Dauer eh nicht, hat noch nie geholfen.
Jörg S. wrote:
>>> Was hat das mit Innovation zu tun?>>Einiges. Den Ist-Zustand kann man nicht mehr ändern - aber die Zukunft.>>Und da sehe ich für unsere Autobauer schwarz.> Ich nicht. Innovationen kommen gerade von deutschen Herstellern.
Welche denn?
Es hat sich weder bahnbrechendes am Motor noch sonstwie getan.
Meiner Meinung nach wird viel zu viel Geld in Schnickschnack gesteckt.
Wenn z.B. tatsächlich Ingenieure und Geruchsfachleute damit beschäftigt
sind, den Klang der zufallenden Tür zu perfektionieren oder den
Neuwagengeruch passend einzustellen, läuft einiges schief. Nein,
wirkliche Neuerungen gibt es nicht nur von deutschen Herstellern gar
nicht mehr.
> Und das> wird sich in Zukunft wohl auch nicht sonderlich ändern. Vor allem weil> Innovationen zuerst bei höherpreisigen Autos eingeführt werden. Und die> kommen nun mal aus Deutschland.
Genau dieser Glaube ist fatal. Es wird so nicht weitergehen, weil es
zunehmend preiswertere Modelle geben wird und irgendwann den Leuten der
Aufpreis für die "Innovationen" nicht mehr vermittelbar ist.
>>Offensichtlich wurde dort schlecht gewirtschaftet -> Genau, wer Absatzeinbrüche von 50-80% nicht verkraftet hat natürlich> geschludert...
80%? Das wäre mir neu. Es geht eher um 30%.
Aber: wer schon nach nicht einmal drei Monaten Krise um Kredite betteln
muss, obwohl die Quartale vorher glänzend liefen, der hat definitiv
schlecht gewirtschaftet.
> Warum auch das Geld in Forschung und Entwicklung stecken> wenn man es auch auf der Bank für eine evt. Weltwirtschaftskrise parken> kann.
Weil Rücklagen überlebenswichtig sind - nur sie ermöglichen langfristige
Planungen, ohne direkt bei jedem Abschwung in die Krise zu schlittern.
Ich warte auf jeder IAA auf echte Innovationen. Die letzten Jahre war da
Fehlanzeige.
Chris
>Ist Opel eigentlich konkurrenzfähig? Steht Opel besser da als VW oder>Ford?
Hast du mal auf der Straße die Anzahl und Baureihen von beiden
Herstellern verglichen? Mit den dazugehörigen Preisen?
LOL
>Welche denn?>Es hat sich weder bahnbrechendes am Motor noch sonstwie getan.
Z.B. DSG
>Meiner Meinung nach wird viel zu viel Geld in Schnickschnack gesteckt.
Für dich ist es Schickschnak, für andere Innovationen :)
>Aber: wer schon nach nicht einmal drei Monaten Krise um Kredite betteln>muss, obwohl die Quartale vorher glänzend liefen, der hat definitiv>schlecht gewirtschaftet.
Man könnte natürlich die laufenden Kosten (Arbeitnehmer) verringern,
aber ob das so eine tolle Lösung ist?
>Ich warte auf jeder IAA auf echte Innovationen.
Z.B?