Guten Morgen,
ich wollte mal fragen welche Möglichkeiten es gibt, zb. den
Standby-verbrauch eines Controllers zu messen, welcher im µA Bereich
liegt. Da macht so ein Multimeter ja gern schon mal schlapp. Mir ist es
nicht so wichtig sehr genau zu messen, aber ich würde schon gern sehen
wollen, ob ich gerade zb. 50µA oder 10µA verbrauche. Wie würdet ihr
sowas messen?
Stromzange um die Leiterbahn? ;-)
Gruß Jojo
Leiterbahn auftrennen, 100 Ohm-Widerstand o.ä. einsetzen, Spannung, die
am Widerstand abfällt mit einem OP um Faktor 10-100 verstärken und mit
dem Multimeter o.ä. messen...
daraus dann den Strom errechnen.
Schöne Grüße,
Alex
Warum nicht einfach mit einem 1-kOhm-Widerstand? Wenn der in der
Versorgungsleitung hängt, kann man mit einem (Digital-)Multimeter im
200-mV-Messbereich direkt in µA ablesen (50µA ergeben 50mV). Es geht ja
wohl nicht um Präzisionsmessungen, sondern nur um eine Orientierung, da
reicht die Auflösung von 0,1µA üppig aus. Der Messwiderstand von 1 kOhm
nimmt ja auch nur die 50mV von der Versorgung weg, das dürfte in jedem
Fall noch drin sein.
Und für den Start, bevor der Controller im Sleep ist: Widerstand
kurzschließen.
In jedem Fall ist es ratsam, die Versorgung direkt am Controller mit
einem Kondensator zu stützen ("Angstkondensator", ich nenne sowas lieber
Stützkondensator). Darf ruhig auch ein Tantal-Elko mit ein paar µF sein.
Tipp:
Nimm einfach einen 10-100 Ohm Widerstand und laß ihn drin!
Mit dem Abblockkondensator direkt am Chip, hast du dann einen
kostengünstigen Entstörfilter (bidirektional!).
Viele ältere Analogschaltungen aus Zeiten der Analogfernseher und
-radios arbeiten so.
Gruß -
Abdul
>Warum nicht einfach mit einem 1-kOhm-Widerstand?
Und wenn der µC an ist und arbeiten soll zieht er vielleicht 100 mA...da
freuen sich die 1kOhm aber über die 100V die dann über dem abfallen
müssen um 100 mA fließen zu lassen...kann sich jeder denken ob dann der
µC noch gehen würde...100 Ohm sind ähnlich kritisch, ich würd da eher an
1 Ohm oder 0.1 Ohm denken...mit verdammt hoher Genauigkeit (im
Promillbereich)
@ strom (Gast)
>Standby-verbrauch eines Controllers zu messen, welcher im µA Bereich>liegt. Da macht so ein Multimeter ja gern schon mal schlapp.
Was für Superbilliggurkenteil aus China hast du denn? Ich hab ein 10
Euro Voltcraft seit Jahren im Einsatz, das macht 1uA Auflösung.
MFG
Falk
Wenn der Controller längere Zeit im Standby verbringt, dann ist es doch
ziemlich einfach und auch ein 100 Ohm Widerstand stört nicht, egal
wieviel Strom der im Wachzustand verbringt.
Denn man schliesst den Messwiderstand erst einmal kurz und wartet bis
der Controller eingeschlafen ist. Dann wird der Kurzschluss geöffnet.
Schwieriger ist es nur, wenn der alle Sekunde aufwacht. Dann muss man
eben den Strom im Wachzustand abschätzen (=> Datasheet) und den
Messwiderstand dem anpassen.
strom wrote:
> Guten Morgen,>> ich wollte mal fragen welche Möglichkeiten es gibt, zb. den> Standby-verbrauch eines Controllers zu messen, welcher im µA Bereich> liegt. Da macht so ein Multimeter ja gern schon mal schlapp. Mir ist es> nicht so wichtig sehr genau zu messen, aber ich würde schon gern sehen> wollen, ob ich gerade zb. 50µA oder 10µA verbrauche. Wie würdet ihr> sowas messen?> Stromzange um die Leiterbahn? ;-)> Gruß Jojo
Nein, Stromzangen in dem uA Bereich sind leider nicht so einfach
erhältlich ;-))
Aber Keithley hat etliche Multimeter in den 90er Jahren mit der Funktion
auch noch 0.01 uA Auflösung gebaut. Gibt es heute bezahlbar im
Gebrauchtwarenmarkt der 1-2-3 Abteilung.
hth,
Andrew
@A. K. (prx)
>Schwieriger ist es nur, wenn der alle Sekunde aufwacht. Dann muss man>eben den Strom im Wachzustand abschätzen (=> Datasheet)
Nöö, den kann man einfach messen, siehe Sleep-Mode.
MFG
Falk
>...mit verdammt hoher Genauigkeit (im Promillbereich)
Wegen Fasching?
Den Widerstand in der Versorgungsleitung kann man mit einer Diode
überbrücken, die den max. Spannungsabfall begrenzt. Persönlich verwende
ich ein altes, billiges Multimeter, beim dem man von 200mA bis auf 20µA
Bereich manuell umschalten kann. Beginnt man mit 200mA-Bereich, können
sich die Kondensatoren in der Schaltung schnell aufladen. Danach wird je
nach angezeigtem Strom der nächst kleinere Bereich gewählt.
Ist ja toll, daß die Multimeter im µA-Bereich anzeigen. Nur wie wahr
sind die Werte? Und ist die Anzeige auch tatsächlich proportional in dem
Meßbereich?
>Ist ja toll, daß die Multimeter im µA-Bereich anzeigen. Nur wie wahr>sind die Werte?
Das kann man sehr einfach herausfinden, indem man einen Stromkreis aus
einer 9 V Blockbatterie, einem Widerstand von 1 MOhm (0.1 % oder 1 %
Genauigkeit) und dem Strommessgerät bildet. Hat man vorher die Spannung
der Batterie gemessen, kann man den fließenden Strom ausrechnen: I = U/R
= ca. 9 µA bei voller Batterie. Und dann ist man gespannt, was der
Strommesser anzeigt.
>Genau. Und hat das schon jemand gemacht? Mit welchem Ergebnis?
Ja ich. Das Eichamt leiht sich bei mir immer mein Multimeter aus, wenn
sie es ganz genau brauchen.
Die Messgenauigkeit ist schon einigermaßen ok. Einziges Problem bei den
Billig-DMMs: der Innenwiderstand im 200µA-Bereich ist 1kOhm, da bei
diesen Geräten kein Messverstärker eingebaut ist. Die Messung entspricht
also exakt der oben von Edi vorgeschlagenen mit dem 1k-Widerstand und
dem 200mV-Messbereich.
>gemessen: 6,36 µA>erreichnet: 6,312 µA
Aber ohne Angabe der rel. Luftfeuchtigkeit ist das völlig unakzeptabel
:-)
Was soll sein? Um den Ruhestrom eines µC oder RAM abzuschätzen, reicht
doch jeder Wert != 0. In der Regel möchte man die Lebensdauer der
Pufferbatterie abschätzen und ob sich danach nun 11,5 oder 12 Jahre
ergeben ist belanglos. Viel wichtiger ist, ob das Gerät auch bei "nur"
Zimmertemperatur gelagert wird. Wenn's warm wird, steigt auch der
Ruhestrom, und zwar kräftig.
@ Erik D. (dareal)
>Habs eben mal probiert ...>zwei 9V Blöcke (zusammen 15,253 V)>Dazu ein 2,4 MOhm (2,4165 MOhm)
Huii - sind deine Batterien alt - satte 15V ....
Die Anzeige im 200 µA oder 20 µA Messbereich sollte nicht schlechter
sein als in den andernen Strombereichen. Eher noch etwas besser als im
10 A oder 2 A Bereich, denn bei 200µA muß man nicht so sehr auf die
Erwärmung achten. So ungewähnlich groß sind 1 K oder 10 K als shunt
nicht.
ich möchte das Thema nochmal kurz aufwärmen. Bin kein Elektroniker, habe
aber dennoch eine Frage. Ist es möglich über einen Shunt von ca. 20µA
bis ca. 3A zu messen? Die Genauigkeit ist dabei nicht so wichtig. Es
dient nur der Kontrolle ob sich ein Gerät in den Sleepmodus gelegt hat
oder nicht
@ stromlos (Gast)
>ich möchte das Thema nochmal kurz aufwärmen. Bin kein Elektroniker, habe>aber dennoch eine Frage. Ist es möglich über einen Shunt von ca. 20µA>bis ca. 3A zu messen?
Eher nicht. Nimm mal an, du nimmst als Shunt 0,1 Ohm, die machen mit 3A
300mV Spannungsabfall, damit kann man meist leben. Dumm nur, dass die
20uA dann nur noch 2µV Spannugsabfall erzeugen. Die misst man nicht mal
so fix.
Man könnte eine Leistungsschottkydiode als nichtlinearen Widerstand
gebrauchen, dann wird es besser.
> Die Genauigkeit ist dabei nicht so wichtig. Es>dient nur der Kontrolle ob sich ein Gerät in den Sleepmodus gelegt hat>oder nicht
Schalte dort lieber eine LED aus, das ist einfacher.
MfG
Falk
Der Bereich ist schon sehr (eigentlich zu) groß.
Wenn die 20 µA ausschlaggebend sind und ein Spannungsabfall von 0,3-0,5
V nicht stört: Shunt für µA-Messung auslegen und mit Shottky Diode
überbrücken.
das ging ja fix, Danke erstmal für die Vorschläge. Also, ich hatte es
mal mit einem 1 Ohm Hochlastwiderstand probiert. Anzeige bsp. bei 650mA
war dementsprechend 0.650V und bei 20µ 0.0002V wenn ich mich jetzt
nicht mit den Kommata vertan habe. Das mit der Shottky Diode verstehe
ich nur nicht ganz - damit unterbinde ich doch den Stromfluss in eine
Richtung wenn ich jetzt nicht falsch liege -grübel-
>Das mit der Shottky Diode verstehe ich nur nicht ganz - damit>unterbinde ich doch den Stromfluss in eine Richtung wenn ich>jetzt nicht falsch liege -grübel-
Willst Du Gleich- oder Wechselstrom messen?
Bei Wechselstrom mußt Du 2 Dioden antiparallel schalten zum Shunt.
Der Sinn: für höhere Ströme wäre der Shunt ja zu hochohmig. Der fließt
dann also über die Dioden, sobald die Flussspannung erreicht wird. Du
kannst also nicht die 3 A messen, sondern nur den niedrigen Strom.
Wenn du nur feststellen willst, ob ein bestimmter Strom unterschritten
wird, brauchst du nicht linear zu messen. Da reicht dann im Prinzip ein
Komparator mit entsprechender Schaltschwelle.
Arno