OFDM Sendesignal

Gast #1155742
Lesenswert?
• ▲
▼
Hi an alle,

ich habe Probleme mit der mathematischen Beschreibung des OFDM 
Sendesignals.

Beschreibung OFDM Sendesignal:

Dieses Sendesignal ist doch nicht das endgültige Signal, das auf die 
Antenne gegeben wird. Man müsste doch hier das Signal hochmischen und im 
Anschluss muss der Imaginäranteil entfernt werden. So kann das Signal 
durch eine Antenne in die Luft gesendet werden oder?
Angehängte Dateien:
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Ja ok stimmt ja eigentlich. Aber es ist immer noch ein komplexes Signal. 
Um es via Antenne in die Luft zu senden wird das Signal digital - analog 
gewandelt (DA-Wandler) und zum Schluss muss das Signal reell gemacht 
werden
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Folgendes ist mir noch dazu eingefallen. Bei WLAN wird mit 2,4 Ghz 
gesendet.
Dies bedeutet doch, dass das Signal s(t) (Siehe Beitrag Nr.1) auf 2,4 
Ghz hochgemischt werden muss. Mich verwirrt das ganze jetzt.
Lesenswert?
• ▲
▼
Die Formel ist ein bisschen kompliziert, weil darin versucht wird, das 
Sendesignal mehrerer aufeinanderfolgender OFDM-Symbole gleichzeigit zu 
beschreiben¹.

Ob dieses Signal auf dem Träger oder im Basisband ist, hängt davon ab, 
wie fm bzw. f0 definiert ist. Üblicherweise nimmt man in dieser 
Darstellung aber meist das Basisband.

Den Imaginärteil darf man aber nicht entfernen, der wird beim Mischen 
benötigt.

Wikipedia hat zu OFDM eine Seite mit hübsch anschaulichen Bildern:
   http://en.wikipedia.org/wiki/Orthogonal_frequency-division_multiplexing

Um von dort aus die komplette mathematische Beschreibung zu erhalten, 
sollte man anstelle der FFT die Formel für DFT einsetzen:
   http://en.wikipedia.org/wiki/Discrete_Fourier_transform


(1): Diese Darstellung vernachlässigt das zyklische Präfix, welches man 
in der Praxis aber nicht weg lassen darf, sobald man Echos, Beugung oder 
Mehrwegeausbreitung hat.
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo Mirko,

danke für deine Ausführung. Ich hab mich da vertan, der Imaginäranteil 
darf natürlich nicht vor dem Mischen entfernt werden. Nach der 
DA-Wandlung muss das Signal reell gemacht werden. Somit hat man dan ein 
cosinus SIgnal, das auf die Antenne gegeben wird.
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Wenn man das mit dem DA-Wandler mathematisch beschreiben möchte,
dann wird das Signal vor dem DA-Wandler s(t) mit der Impulsantwort des 
Tiefpasses g(t) gefaltet. g(t) hat einen sinx/x Verlauf.

Im Anschluss wird das Signal s_{nach_AD-Wandler}(t) reell gemacht
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Wenn man das mit dem DA-Wandler mathematisch beschreiben möchte,
dann wird das Signal vor dem DA-Wandler s(t) mit der Impulsantwort des
Tiefpasses g(t) gefaltet. g(t) hat einen sinx/x Verlauf.

s_{nach_DAC}(t) = s(t) * g(t)

Im Anschluss wird das Signal s_{nach_AD-Wandler}(t) reell gemacht

s_{Antenne}(t)=\Re(s_{nach_AD-Wandler}(t))
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Entschuldigt vielmals, ich hab mich mit der mathematischen Darstellung 
vertan!


Wenn man das mit dem DA-Wandler mathematisch beschreiben möchte,
dann wird das Signal vor dem DA-Wandler s(t) mit der Impulsantwort des
Tiefpasses g(t) gefaltet. g(t) hat einen sinx/x Verlauf.

Im Anschluss wird das Signal s_{nach_AD-Wandler}(t) reell gemacht
Lesenswert?
• ▲
▼
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber so wie Du es schreibst passt es 
nicht ganz zu meinem Verständnis.

Ich versuche es mal anschaulich zu erklären, wie OFDM Schritt für 
Schritt erzeugt wird, denn eigentlich ist OFDM super einfach:
 * Die zu übertragenden, binären Daten seien x_n
   (jeweils ca. 1 bis 6 Bit)
 * Man moduliert jedes x_n zu einem komplexen Symbol d_n
   (bei 1 Bit BPSK, bei 6 Bit 64QAM)
 * Diese d_n mit z.B. n \in {0..1023} stellen daher komplexe
   Koeffizienten im Frequenzbereich dar
 * Um ein Signal im Zeitbereich zu erhalten, werden diese d_n
   mit einer DFT (oder schneller mit FFT) in den Zeitbereich
   transformiert, dieses komplexe Signal b(t) nennt man Basisband
 * Das Basisband wird üblicherweise mit 2 DAC Digital-Analog
   gewandelt (je ein DAC für Real- und Imaginärteil),
   dieses Basisband-Signal hat z.B. eine Bandbreite von 10MHz
 * Diese 2 analogen Signale werden auf den Träger moduliert
   (der Imaginärteil auf einen 90° verschobenen Träger)
 * Das HF-Signal ist nun rein reell, es müssen aber noch störende
   Mischprodukte mit einem Bandpass entfernt werden
 * dann kann es auf die Antenne
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Danke Mirko.

>* Diese 2 analogen Signale werden auf den Träger moduliert
>  (der Imaginärteil auf einen 90° verschobenen Träger)
>* Das HF-Signal ist nun rein reell, es müssen aber noch störende
>  Mischprodukte mit einem Bandpass entfernt werden

HF-Signal:
s_{antenne}=i(t) \cdot cos(w_c t) - q(t) \cdot sin(w_c t)

i(t) --> Inphase-Komponente
q(t) --> Quadraturkomponente
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Auf der Mathworks Webseite habe ich zu OFDM eine Simulation gefunden.
Leider kann ich diese Simulation mit meiner Matlab Version [MATLAB 
Version 6.5.0.180913a (R13)] nicht öffnen und starten.
Ist es überhaupt möglich, diese Simulation auf die ältere Matlab Version 
zu übersetzen?
Angehängte Dateien:
Lesenswert?
• ▲
▼
Ich habe es mal mit R14 geöffnet, da kommt folgende Fehlermeldung:
1
Failed to find library 'commchan2' referenced by 'OFDM_4QAM_R14/AWGN Channel'.
2
This library must be on your MATLAB path.

Es fehlt also wahrscheinlich noch eine oder mehrere Dateien.

"Normale" Matlab-Skripte lassen sich in der Regel auch mit älteren 
Matlab-Versionen bzw. Matlab-Clones wie Octave öffnen und ausführen, 
manchmal muss man ein paar Kleinigkeiten anpassen, das bekommt man aber 
in der Regel hin.


Das hier ist eine Simulink-Datei, Du braucht also auch Simulink (kostet 
extra). Bei Simulink ist es mit der Abwärtskompatiblität auch nicht ganz 
so weit her, und das zu reparieren ist schwieriger, da man es nicht 
Zeilenweise debuggen kann.
Lesenswert?
• ▲
▼
F. Meier wrote:
> hast du eine lauffähige Simulation (Simulink) zu OFDM? Im Netz konnte
> ich bisher keine simple Simulation zu OFDM finden.

Ich habe mehrere Simulationen mit OFDM in normalem Matlab ohne Simulink. 
Die darf ich aber leider nicht veröffentlichen, da sie meinem 
Arbeitgeber gehören. Es würden Dir aber wahrscheinlich ohnehin nicht 
sehr viel weiter helfen, da sie durch die ganze Flexibilität etwas 
unhandlich und komplex sind.
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Echt schade. So eine ODFM Simulation wäre halt echt super.
Kann mir vielleicht jemand einen Link nennen, wo man eventuell so eine 
(einfache) OFDM Simulation (Matlab/Simulink) herunterladen könnte?
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
> Kann mir vielleicht jemand einen Link nennen, wo man eventuell so eine
> (einfache) OFDM Simulation (Matlab/Simulink) herunterladen könnte?

Auf der Mathworks-Seite gibts eine Beispiel-Anwendung für's WLAN als 
Simulinkmodell. Die 802.11a ist OFDM, sogar mit link-adpation, Kanal und 
allem was dazugehört.
Lesenswert?
• ▲
▼
Bei Matlab-Central gibts eine ganze Menge davon.

http://www.mathworks.com/matlabcentral/fileexchange/?term=OFDM

Wobei Du Dir eventuell vorher Gedanken machen solltest, welche Effekte 
Du alles Modellieren willst, was Du 1-zu-1 nach-implementieren willst 
und welche Effekte Du vernachlässigen willst.

Und natürlich was das Ergebnis sein soll.

Es ist leider nicht möglich, ein so komplexes System von ganz unten 
(Simulation der Antenne) bis ganz oben (Dienste wie Sprache oder E-Mail) 
inklusive aller Nebeneffekte (Interferenz von benachbarten Sendern, 
Verhalten des Backend-Netzes, ...) zu simulieren. Nicht einmal mit 
Supercomputern. Man muss sich auf den Teil konzentrieren um den es geht, 
und den Rest so weit wie möglich weg-abstrahieren.

Wenn es darum geht OFDM einfach nur zu verstehen, ist eine Simulation 
wahrscheinlich weniger geeignet, dafür gibt es Vorlesungen und Bücher 
;-)

Lange Rede kurzer Sinn: wenn Du sagst, um was es Dir geht, hab ich Dir 
gegebenen Falls ein paar Tipps oder Zeilen Matlab.
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Danke für den Link. Was ich eigentlich bräuchte ist eine kleine Matlab 
Simulation, es kann auch Simulink sein. Die Simulation soll die 
Datenbits mit QPSK oder auch 16-QAM modulieren und anschließend mit der 
IFFT in den Zeitberich transfomieren. Der Kanal soll "weißes Rauschen 
sein" (AWGN).
Im Empfängsteil soll das empfangene komplexe Zeitsignal mit Hilfe einer 
FFT in den Frequenzberich zurück transformiert werden und im Anschluss 
soll dann mit Hilfe eines Demapper die Symbole in Bits ausgegeben 
werden.
Zusätzlich soll noch die Bitfehlerrate/Symbolfehlerrate von der 
Übertragungs angezeigt werden.
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Ich hab eine OFDM Simulation für Matlab gefunden. Nun ist es so, dass 
dort die Funktion 'pskmod' verwendet wird, die es leider nicht gibt.

>> qpsk_modulated_data = pskmod(padded_data, M);

In Matlab gibt es zwar eine Funktion, mit der man ein Signal auf PSK 
usw. modulieren kann. SIe heisst 'dmod'.
In der OFDM Simulation gibt es aber kein 'Fc', 'Fs' und 'Fd'.

>> y = dmod(x,Fc,Fd,Fs,'psk',M);

Was kann ich da tun?
Gast
Lesenswert?
• ▲
▼
Ich hab die obige Simulink auf einem anderen Rechner auf die Version 6.5 
(R14) konvertiert. Es scheint so, als ob die Simulation funktionieren 
würde.
Was mir aber noch auffällt ist, das sich bei den beiden Plots 
'Discrete-Time Scatter Plot Scope1' und 'Spectrum Scope 1' nichts 
angezeigt wird.
Woran könnte dies liegen?
Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Eine eigene Frage? Dieser Thread ist über 17 Jahre alt. Stell sie in einem eigenen Thread – dort lesen mehr Leute mit, und sie wird öfter und schneller beantwortet.

Neuen Thread starten

Eine Lösung, Ergänzung oder Rückmeldung zu diesem Thread? Dann antworte hier.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.