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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Rauschsperre mit SA605


Autor: Martin (Gast)
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Hallo,
für meinen FM-Empfänger, basierend auf dem SA605, möchte ich eine 
einstellbare Rauschsperre aufbauen. Der SA605 hat u.a. einen RSSI- 
(Empfangsfeldstärke), Unmuted Audio- und Muted Audio-Ausgang. Über ein 
Mute-Eingang kann man den Ausgang "Muted Audio" stumm stellen, während 
der Ausgang "Unmuted Audio" immer aktiv ist.

Mein erster Ansatz für die Rauschsperre war, das (DC-)RSSI-Signal mit 
einem einstellbaren DC-Wert über einen Komperator zu vergleichen. Nun 
sagt aber die Philips Application Note AN1994:
Although the squelch control can be implemented by using the RSSI
output, it is not a good practice. A better way of implementing
squelch control is by comparing the bandpassed audio signal to high
frequency colored FM noise signal from the unmuted audio. When
no baseband signal is present, the noise coming out of the unmuted
audio output will be stronger, due to the nature of FM noise.
Therefore, the output of the external comparator will go high
(connected to Pin 5 of the SA605) which will mute the audio output.
When a baseband signal is present, the bandpassed audio level will
dominate and the audio output will now unmute the audio."

Warum ist die Nutzung des RSSI-Ausgangs keine gute Idee?

Den Vorschlag von Philips verstehe ich so:
Ich soll den "Unmuted Audio"-Ausgang mit einem Hochpass filtern, um das 
Rauschsignale ohne vorhandene NF-Signale zu erhalten. Dies wird dann mit 
dem bandpassgefilterten "Muted Audio"-Ausgang verglichen.
Ist ein Träger da, ist das "Muted Audio"-Signal stärker als das 
verbliebene Rauschsignal.
Ist kein Träger vorhanden, ist das "Muted Audio"-Signals schwächer, da 
das Rauschsignal hier einen Bandpass durchlaufen hat.

Hab ich das richtig verstanden? Hat vielleicht jemand einen 
Schaltungsvorschlag, wie ich das Realisieren kann? Die beiden Filter 
sollten kein Problem sein. Aber ich müsste ja auch aus dem Rauschsignal 
eine proportionale Gleichspannung für den Komparator erstellen...

Über Vorschläge würde ich mich sehr freuen.

Autor: peterhoppe59 (Gast)
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Hallo,

ich kenne den Chip nicht, und habe auch ehrlich gesagt noch nicht ins 
Datenblatt geschaut. Also ohne Garantie:

Die Mute-Version von Philips ist vorzuziehen, weil sie unabhängig von 
der Feldstärke arbeitet. Sie funktioniert auch bei hoher Feldstärke, 
wenn der Empfang lediglich schlecht abgestimmt ist.

Den mutet Output kannst Du sicherlich nicht benutzen, weil Du den ja 
wegschalten willst. In dem Moment wo er weggeschaltet ist, steht er dem 
Komparator nicht mehr zur Verfügung.

Im Anhang ist mal eine Skizze, wie es funktionieren könnte. Am Anfang 
würde ich es erstmal mit diesen einfachen "Quasipeak" Gleichrichtern 
versuchen. Die Dioden sind vorbestromt, damit sie auch bei niedigen 
Pegeln noch arbeiten. Je nach Pegelverhälnissen kann man da sicherlich 
noch Einiges vereinfachen oder weglassen.

Autor: Martin (Gast)
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Ich hab jetzt mal die angehängte Schaltung zusammengestellt und 
simuliert.

V1 ist ein 1,5 kHz-Sinus und stellt das Audiosignal dar. B2 erzeugt ein 
Rauschsignal, welches sich zum Zeitpunkt 0,5 ms abschaltet. Hier beginnt 
sozusagen die Übertragung.
C1, U1, R2 und C2 stellen einen aktiven Hochpass mit Verstärkung dar. In 
der Schaltung soll R2 ein Potentiometer werden, um die Verstärkung 
einzustellen.
Über V3, R7 und R6 wird die DC-Komponente des Eingangssignals von U1 auf 
halbe Betriebsspannung gelegt. Dadurch benötigt man keinen OP-Amp mit 
symmetrischer Versorgungsspannung.

Das gefilterte und verstärkte Signal am Ausgang des OP-Amps ist in der 
Simulation V(hp_out). Ein kleiner Anteil der NF ist noch zu sehen. Aber 
solange der Abstand zum Rauschen groß genug ist, sollte das noch gehen.

Nun wird das Signal über D1 und C4 gleichgerichtet und geglättet. R5 
dient zur Entladung des Kondensators. Dieses Signal V(c_peak) wird am 
Komparator mit einem einstellbaren DC-Wert verglichen. Ist die vom 
Rauschen verursachte Spannung höher als der Vergleichswert, schaltet der 
Komparator Mute_En auf HIGH. C3 soll diesen Schaltvorgang etwas 
verzögern.

Für die genauen Werte von C4, R5 und C3 muss in der aufgebauten 
Schaltung wohl noch ein wenig getestet werden.

...Soviel zu meiner Idee für die die Realisierung der Rauschsperre. Kann 
das so funktionieren? Für Anregungen wäre ich dankbar.

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