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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Trafobleche nicht isoliert!


Autor: Mike (Gast)
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Hallo,

kürzlich habe ich mir, für ein Selbstbauprojekt, einen 
Netz-Transformator
gewickelt. Ich benutzte dazu M65-Trafobleche eines alten defekten
Trafos. Dabei ist mir zufällig aufgefallen, dass die Trafobleche
auf beiden Seiten elektrisch nicht isoliert sind, obwohl dies ja wegen
den auftretenden Wirbelströmen überhaupt erst den Einsatz von Blechen
rechtfertigt.

Zuerst dachte ich, dass es sich hierbei nur um "schlechte" Ware handelt,
jedoch lieferte das Messen weiterer Trafokerne auf elektrische 
Leitfähigkeit ein gleiches Ergebnis.

Ich frage mich nun, ob ich da was mit der Isolierung der Bleche falsch 
verstanden habe, irgendwie macht das alles keinen Sinn...
Gilt das nur für hohe Frequenzen, obwohl da die Kerne ja auch wieder
kleiner werden?

Vielleicht kann jemand mir das mal genauer erklären.

Gruß

Mike

Autor: Hans-jürgen Herbert (hjherbert) Benutzerseite
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Ist da nicht vielleicht eine Oxydschicht drauf? Die darfst du beim 
Messen nicht kaputtkratzen.
Die Isolation braucht nur einige Millivolt aushalten. Plastik oder Lack 
wäre zu dick.

Autor: Hauke Radtki (lafkaschar) Benutzerseite
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Meistens reichen die übergangswiderstände aus um die Wirbelströme klein 
zu halten. Ideal wären natürlich komplett isolierte Bleche, aber dadurch 
"verschwendet" man auch Platz.

Autor: Wichtel (Gast)
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In meiner Ausbildung habe ich auch noch gelernt dass die Lagen isoliert 
gehören(mit Ölpapierschichten), aber in der Praxis sind heute extrem 
viele besonders dieser kleinen Steckernetzteil- und 
Ghettoblaster-Netztrafos quer zur Blechrichtung komplett verschweisst. 
Aber immerhin sind es trotzdem noch Bleche, sie scheinen also selbst 
dann noch Wirkung zu haben.

Autor: Hans-jürgen Herbert (hjherbert) Benutzerseite
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Ja die sind verschweißt. Aber dann hat der Strom einen viel längeren Weg 
und ist damit viel kleiner, als wenn die Bleche unisoliert wären.

Autor: Sascha Focus (sascha_focus) Benutzerseite
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Da ich bei einem Trafoblech-Hersteller tätig bin, zur Isolation, Diese 
ist nur ein paar µm Dick. Unsere Bleche sind zwischen 0.23-0,35mm dick.

Gruß Sascha

Autor: Trafobauer (Gast)
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Zur Trafoblechisolation :

Es gibt zwei Arten von Isolation :

1. Oxydation ( wenig µm dick und mit Prüfspitzen leicht zu durchstoßen )

und

2. Lackierte Bleche ( heute weniger üblich da Aufwändiger, teurer, 
schlecht schweissbar

Mfg

Autor: Mike (Gast)
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Hallo,

erst mal vielen Dank für die schnellen und zahlreichen Antworten.

In der Tat es befindet sich eine Oxydschicht beidseitig auf den Blechen.
Sieht man daran, dass die Bleche nicht so metallisch schimmern im 
Vergleich
zu den zwei Blechen die oben und unten den Abschluss machen.
Gemessen habe ich ohne zu kratzen, also einfach die Messspitzen flach 
auflegen.
Durch den ganzen Kern gemessen kommt dabei ein Widerstand von
fast einem Ohm raus. Auf einem Blech praktisch null Ohm. Ist natürlich
keine seriöse Messung aber die Tendenz zeigt, dass es doch eine sehr 
schwache
Isolierung gibt.
Mir war halt nicht bewusst, dass eine Isolierung im mV-Bereich
ausreichend ist (Das Messinstrument misst immerhin mit 3 Volt )
Da laut Sascha die Schicht nur ein paar µm dick ist, versteht sich auch 
von
selbst, dass die Spannungsisolierung nur sehr klein sein muss.

Somit denke ich ist meine Frage beantwortet. Die Theorie deckt sich nun
auch wieder mit der Praxis, schliesslich konnte ich beim Betrieb des 
Trafos kein starkes Aufheizen feststellen, demnach keine großen Verluste 
durch Wirbelströme.

Gruß

Mike

Autor: Hauke Radtki (lafkaschar) Benutzerseite
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Naja die Spannungen die dort Induziert werden sind verhältnismäßig 
gering, deswegen reichen wenige Ohm aus, damit erst garkein großer Strom 
fließen kann.

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