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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Blitz für die Fotografie: Wie wird die Leistung verstellt?


Autor: Grapewine (Gast)
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Hallo,

wie wird bei einem Blitzgerät mit TTL-Steuerung die Leistung geregelt? 
Kann jemand vielleicht einen Schaltplan empfehlen bzw. weiß jemand, 
woher man das P-TTL Protokoll von Pentax bekommt, also eine 
Funktionsbeschreibung?

Dankeschön!

Autor: Alex22 (Gast)
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Bei Canon wird die Leistung, soweit ich weiß, über die Dauer des 
Lichtpulses geregelt. Je Länger der Blitz "blitzt" desto stärker wird 
der Film belichtet.
Die Start-Intensität ist jedoch bei jeder eingestellten Leistung die 
gleiche.

Schöne Grüße,
Alex

Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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Alex22 wrote:

> Die Start-Intensität ist jedoch bei jeder eingestellten Leistung die
> gleiche.

Yupp. Nach erreichen der eingestellten Blitzzeit wird der Bögen einfach 
gelöscht.

Bei iTTL und Konsorten misst sogar die Kamera mit und löscht den Blitz 
dann Remote.

Autor: aha (Gast)
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Wie wird der denn gelöscht? Nimmt man zum Zünden nicht einen Thyristor?

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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Ja, meistens wird der Blitz über einen Thyristor und Zündspule gezündet. 
In Serie zur Röhre liegen 2 weitere Thyristoren. Der eine wird beim 
Blitz mit gezündet. Der andere liegt in Reihe mit einem Kondensator 
parallel zum ersten. Wenn der Blitz jetzt abgeschaltet werden soll, wird 
der zweite Thyristor gezündet, und erzeugt durch den C einen Kurzschluss 
über dem ersten Thyristor. Dadurch löscht dieser, und der Lichtbogen 
schaltet ab. Das hat den Vorteil, dass die restliche Energie im 
Blitzkondensator verbleibt und der somit schneller Blitzbereit wird. 
Außerdem ändern Blitzröhren ihr Farbspektrum wenn die Blitzenergie 
unterschiedlich wäre.
Ich habe einen Schaltplan zu meinem Studioblitz der so funktioniert. An 
die Protokolldaten zwischen Kamera und Blitz wird wohl sehr schwer 
ranzukommen sein. Evl. müsste man mal einen SCA Adapter von Metz 
zerlegen und protokollieren.

Torsten

Autor: aha (Gast)
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meinst Du den schaltplan könntest Du mal posten?

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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Anbei der Schaltplan des Studioblitzes. Ich musste ihn erst mal wieder 
einscannen. Marke des Blitzes sage ich nicht dazu, da ich den Schaltplan 
wegen einer Reparatur selber abgenommen habe.

Torsten

Autor: eProfi (Gast)
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Bei einfacheren Geräten wird der Blitz durch Kurzschließen des Cs mit 
einem Thyristor  abgekürzt.
Nachteil: der C muss für den nächsten Blitz wieder von 0V aufgeladen 
werden.



"Marke des Blitzes sage ich nicht dazu, da ich den Schaltplan wegen 
einer Reparatur selber abgenommen habe."
Verstehe ich nicht, sieht nicht wie selbstgezeichnet aus. Oder was 
meinst Du mit "selber abgenommen"?

Bitte poste den Typ, damit auch später mit der Suche dieser Schaltplan 
gefunden werden kann.

Autor: Grapewine (Gast)
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Recht herzlichen Dank! Der Typ tut nichts zur Sache, vielen Dank!

Autor: Stefan (Gast)
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@ Torsten !

Habe ebenfalls gerade ein Studio-Blitzgerät zur Reparatur ( Hensel Super 
Miniflash 500 ).
Leider ist die komplette Elektronik verkohlt.
Wäre deine Schaltung für ein Blitzgerät mit einer 500Ws Blitzröhre 
geeignet?

Mfg,

Stefan

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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Also es ist ein Blitz vom Brenner Fotoversand welche jetzt unter der 
Marke Elektra verkauft werden. Die hiesen früher mal anders, komme aber 
gerade nicht auf den Namen. Es ist ein 250Ws Blitzkopf. Den Schaltplan 
habe ich selber mit Eagle gezeichnet.
Das ganze sollte auch für 500Ws funktionieren, allerdings müssten die 
Blitzelkos sicherlich anders dimmensioniert werden. Die zu bekommen ist 
sowieso das schwierigste.

Torsten

PS: Die Schaltung funktioniert super mit der Blitzröhre von Conrad 
(581577-62).

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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Mir ist der alte Name wieder eingefallen. Die Blitze hiesen früher 
"Interfit".

Torsten

Autor: Alexander Schmidt (esko) Benutzerseite
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@Torsten: Hallo, ich habe ein paar Verständnisfragen zum Schaltplan:

Der Kondensator C7 vor der Zündspule wird nur auf 
1kohm/3,3Mohm*320V=0,1V aufgeladen. Warum so wenig?

Der erste Thyristor ist "falsch" herum eingebaut. So ein Beschaltung 
habe ich noch nie gesehen. Wie funktioniert das hier?

Am Schalter für den externen Blitz sind R6 und R9, je 1Mohm, um die 
Netzspannung abzuhalten. Soweit ich weiß ist ein einzelner Widerstand 
gegen L nicht mehr zulässig. Es müssen mindestens zwei oder gar drei 
sein, um den Ausfalle eines einzelnen Abzufangen.

Autor: Dennis (Gast)
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Der Trend geht bei Blitzgeräten zu IGBTs, weil die Löschung dadurch 
deutlich vereinfacht wird.

Autor: aha (Gast)
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IGBT? Warum nimmt man da nicht einfach Mosfets?

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Weil Mosfets bei hohen Spannungen schlechter sind als IGBTs:
Bei IGBTs ist der Spannungsabfall ziemlich konstant um die 2V, relativ 
unabhängig vom Strom.
Bei Mosfets ist der Spannungsabfall dagegen proportional zum Strom.
Bei einer Blirzröhre fließen locker mal 100A. Bei grob geschätzen 0,5Ohm 
und 100A sind das schnell mal 50V Spannungsabfall.
Mal ganz davon abgesehen, dass Mosfet die 100A Spitzenstrom bei 400V 
können nicht ganz billig sind.

Autor: aha (Gast)
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Hmm, stimmt. Kennst Du einen IGBT von Reichelt der die Daten kann? Die 
Suche bei Reichelt geht ja mal gar nicht!

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Vergiss die IGBTs von Reichelt. Was die an IGBTs haben sind entwwder 
uralte Bauteile oder kleiner Typen. Digikey
hat gute, neuere Typen. Ab und zu bekommt man auch mal auf ebay gute für
wenig Geld.

Autor: aha (Gast)
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Hmm, bei Ebay gibts nix über 50A in vernünftigen Gehäusen...

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Ab und zu gibts mal welche in TO220 oder TOP247.
Der SSM25G45EM wird oft für Blitze verwendet, da er klein ist, aber 
einen hohen Spitzenstrom verkraftet. Frag mich aber nicht wo man den 
bekommt.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Schau mal bei Pollin in den Schnäppchenmarkt, da gibts HGTG20N60B3D: Mit 
160A Spitzenstrom sollten die für einen kleineren bis mittleren Blitz 
ausreichen. Notfalls ein paar parallel.

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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Vorsicht mit diesen Kondensatoren. In allen Blitzen die ich schon mal
offen hatte stand explizit "Flash-Type" drauf. Auch in den kleinen
Aufsteckblitzen steht das auf den C's. Siehe meinem gepostetem 
Schaltplan
wird gar nicht so viel getue um die Halbleiter gemacht. Einfache
Thyristoren. In keinem Studioblitz wird die Lichtleistung mit einer
Photodiode oder sowas gemessen. So extrem ändert sich die Leistung nach
einigen Blitzen auch nicht. Da bist du schon an der nächsten Location
und misst das Licht eh neu. Schon bei verschiedenen Vorsätzen ändert
sich das Licht. Ich würde sowieso die einzelnen Röhren getrennt steuern,
wann braucht man schon mal das gleiche Licht bei allen Röhren?

Torsten

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