Für U5=0V sperrt T5, weswegen an den Gates von T1 und T2 über R1 die
vollen 9V anliegen. Da die Source von T2 an 0V liegt, ist seine
Gate-Source-Spannung Ugs=9V, und er leitet (N-Kanal-FETs leiten bei
positivem Ugs). Die Source von T1 liegt an 9V, deswegen ist sein Ugs=0V,
und er sperrt. Damit liegen an den verbundenen Drains von T1 und T2 0V
an.
Ab etwa U5=2V schaltet T5 voll durch, weswegen an den Gates von T1 und
T2 0V anliegen. Für T2 ist Ugs nun 0V, so dass er sperrt. Für T1 ist Ugs
nun -9V, so dass er leitet (P-Kanal-FETs leiten bei negativem Ugs).
Damit liegen an den verbundenen Drains von T1 und T2 nun 9V an.
Man kann also durch die Steuerspannung U5 den Punkt, wo die Drains der
FETs zusammentreffen, wahlweise auf 0V oder 9V schalten.
Für die rechte Hälfte der Schaltung gilt entsprechendes.
Die Brückenspannung, an der normalerweise die Last hängt, ist die
Differenz der Ausgangsspannung der linken Hälfte und derjenigen der
rechten Hälfte. Je nachdem, wie die Hälften geschaltet werden, beträgt
die Brückenspannung
0V - 0V = 0V,
9V - 0V = +9V,
0V - 9V = -9V oder
9V - 9V = 0V
Man kann damit also bspw. einen Motor vorwärts oder rückwärts laufen
lassen oder ihn ausschalten.
Bei dieser Schaltung muss darauf geachtet werden, dass das Umschalten
mittels T5 und T6 sehr schnell geschieht. Liegt nämlich die gemeinsame
Gate-Spannung etwa in der Mitte zwischen 0V und 9V, leiten der P-Kanal
und der N-Kanal-FET eines Zweigs gleichzeitig, so dass ein hoher
Querstrom an der Last vorbei fließen kann, der u.U. die FETs zerstört.