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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf schreibt ihr eure Konfession in den Lebenslauf?


Autor: dirk (Gast)
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Schreibt ihr eure Konfession in den Lebenslauf? Das wird ja oft 
empfohlen. Aber ich verstehe nicht, wozu das gut sein soll und was das 
einen Personaler angehen soll. Wird diese Angabe erwartet?

Autor: Klaus Wachtler (mfgkw)
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Ich schreibe keine rein, weil ich strenggläubiger Atheist bin.

Wenn man nicht gerade als Pastor oder sowas anfangen will, ist das m.E. 
derart egal, dass es in keinen Lebenslauf reingehört; es sei denn, es 
hat irgendeine Auswirkung auf den Lebensweg, wie besondere Läuterung 
oder so.

Der Lebenslauf soll knapp und übersichtlich sein und möglichst schnell 
das Wesentliche liefern.
Ob ich als Kind ohne gefragt zu werden konfirmiert wurde, ist unnötiger 
Ballast; den Platz kann man für Wichtigeres nutzen (falls vorhanden).

Autor: Timmo H. (masterfx)
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Ich habe es früher mal gemacht, aber bei meinen letzten habe ich es 
weggelassen. Letzen Endes trägt man es eh nochmal im Personalbogen ein 
wenn alles geklappt hat.

Autor: Jens (Gast)
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Das geht keinen was an. Selbst ein konfessionsgebundener Arbeitgeber wie 
eine Kirche oder ähnliches darf danach nicht mehr fragen. Andernfalls 
macht er sich wegen einem Verstoßes gegen das AGG strafbar, was sogar 
Schadenersatzforderungen abgelehnter Bewerber zur Folge haben könnte.

Autor: der peterle (Gast)
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> Schreibt ihr eure Konfession in den Lebenslauf?
Nein.
> Das wird ja oft empfohlen.
Wer empfiehlt das wo?
> Aber ich verstehe nicht, wozu das gut sein soll
Ich auch nicht.
> und was das einen Personaler angehen soll.
Ich auch nicht.
> Wird diese Angabe erwartet?
Ich habe noch nie einen Lebenslauf mit Konfession gesehen...
Wo hast du das her?
Sicherlich gibt es Relikte aus der Vergangenheit, die heute noch einige
empfehlen:
-Beglaubigte Zeugnisse.
-Beruf der Eltern im Lebenslauf.
-usw...

Autor: andi (Gast)
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sowas habe ich noch nie gehört.

Autor: Klaus (Gast)
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Ich habe davon auch noch nie gehört. Ich bin zwar überzeugt evangelisch 
und werde das auch nicht verneien, wenn mich jemand danach fragt. Aber 
in der Bewerbung schreibt man das für gewöhnlich nicht rein, wenn es 
nichts mit dem Beruf direkt zu tun hat.

Autor: Gottloser (Gast)
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Als überzeugter Gottloser schreibe ich es sowieso nicht rein.
Auch ansonsten hat es im Lebenslauf nichts zu suchen.
Wenn du Papst werden willst, musst du zu diesem Sachverhalt aber 
wahrscheinlich doch einige Ausführungen machen.

Autor: Axel (Gast)
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"Selbst ein konfessionsgebundener Arbeitgeber wie
eine Kirche oder ähnliches darf danach nicht mehr fragen. Andernfalls
macht er sich wegen einem Verstoßes gegen das AGG strafbar, was sogar
Schadenersatzforderungen abgelehnter Bewerber zur Folge haben könnte."


Ist so nicht richtig. Die Kirchen sind extra ausgenommen worden beim 
AGG.

Könnte zwar sein, dass die damit vor dem EUGH nicht durchkommen, aber in 
Deutschland ist das erstmal so.

Gruss
Axel

Autor: !Klaus (Gast)
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@Axel:
>"Selbst ein konfessionsgebundener Arbeitgeber wie
>eine Kirche oder ähnliches darf danach nicht mehr fragen.
Doch. Da es zur Berufsvoraussetzung gehört und sehr wohl was mit der zu 
besetzenden Stelle zu tun hat.
Wenn die Konfession keine Rolle spielt darf auch nicht gefragt werden.

Man darf auch nach Schwangerschaft fragen, wenn die berufliche Tätigkeit 
die Schwangerschaft beeinflussen könnte - z.B. im Röntgenlabor / 
Radarentwicklung etc.

Autor: !Klaus (Gast)
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ups.. @jens meinte ich...

Autor: K. J. (theborg0815) Benutzerseite
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Hi, ich würde des auch nicht reinschreiben ich kenne Firmen die 
sortieren sogar bestimmte Wohnorte mit zu hohen Ausländer/Hartz4 anteiel 
aus da sieht mann mal wie viele Vorurteile es gibt.

Also bei solchen sache würde ich mich bedeckt halten wie Konfession, 
angaben über Familien Mitgliedern ...

Autor: Gast (Gast)
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Und schreibt ihr in den Lebenslauf, ob ihr verheiratet seid?

Autor: !Klaus (Gast)
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nein

Autor: ups... (Gast)
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Gerade läuft im Radio so ne Abfrage(Werbung) nach "ob verheiratet"
und "wie viele Kinder..."
Der Befragte sagt ...keine Ahnung...
Wenn man Rockstar werden will...?

>Und schreibt ihr in den Lebenslauf, ob ihr verheiratet seid?

Das hat ja Einfluß auf die Steuerklasse, also die Lohnnebenkosten
die der Arbeitgeber abdrücken muß. Ist auch gelegentlich ein
Grund für ne Absage wenn ma Steuerklasse. Vor allem wenn es viele
gleich gute Bewerber gibt für die gleiche Stelle.
Angeben sollte man es nicht, aber dann fliegt man wahrscheinlich
auch gleich aus der Handverlese raus weil man sich nicht an die
Norm gehalten hat bzw. weil man dem Arbeitgeber sein heiliges Recht
auf Aburteilung einer niederen Bevölkerungsschicht vorenthält.
Irgendwann wir dieses Land deswegen noch vor die Hunde gehen.

Autor: Gast (Gast)
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Sind natürlich auch nur Tips und Hinweise aber ich richte mich bei 
Bewerbungen z.B. nach Stepstone.

http://www.stepstone.de/home_fs.cfm?contentpage=ht...

"Dinge wie Nationalität oder Religionszugehörigkeit werden nur erwähnt, 
wenn sie für die angestrebte Stelle eine Rolle spielen (z.B. für die 
Bewerbung einer Erzieherin im Katholischen Kindergarten)."

Autor: Alex W. (a20q90)
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Ich würde die Konfession schon alleine deshalb nicht reinschreiben, da 
eventuell bei einigen Glaubensrichtungen der Weg in die Arbeitnehmerwelt 
verbaut werden könnte! Grund hierfür sind die momentanen 
Terroranschläge!

Autor: K. J. (theborg0815) Benutzerseite
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naja aber nur wen du dich bei einer Fluggeseltschaft oder beim Militär 
bewirbst :P

Autor: fff (Gast)
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> Ich würde die Konfession schon alleine deshalb nicht reinschreiben, da
> eventuell bei einigen Glaubensrichtungen der Weg in die Arbeitnehmerwelt
> verbaut werden könnte! Grund hierfür sind die momentanen
> Terroranschläge!

Also wenn du kein Muslime bist und deine Religion angibst, könnte das 
positiv für dich sein;-)

Autor: ... (Gast)
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Nein, weil es den Arbeitgeber in keinster Weise interessiert und 
außerdem einen potenziellen Diskriminierungrund darstellt. Genauso Infos 
über Vater, Mutter, Geschwister, deren Berufe usw.

Autor: Daniel (Gast)
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Schlussendlich, wenns von der qualifikation her passt, stellt sich meist 
die frage ob jemand in ein team passt... an vielen orten würde z.b. ein 
streng gläubiger moslem nicht ins team passen... diskriminierung? ne 
that's live...

Autor: Gasteig (Gast)
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Ne, that's Vorurteil. OK, vielleicht denkst du ja an einen Job als 
Schweinefleisch-Vorkoster?

Autor: Daniel (Gast)
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>>Gasteig (Gast)
>>Ne, that's Vorurteil. OK, vielleicht denkst du ja an einen Job als
>>Schweinefleisch-Vorkoster?

Ich hab nie gesagt das es kein vorurteil ist...
Doch es ist zumindest zu einem gewissen grade auch realität...
hat jetzt nix mit ing-jobs zu tun, aber ich kenne einige firmen, die 
keine azubis, welche einen migrationshintergrund mit wurzeln in gewissen 
region haben, mehr einstllen...

Autor: Stefan (Gast)
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>>Und schreibt ihr in den Lebenslauf, ob ihr verheiratet seid?

>Das hat ja Einfluß auf die Steuerklasse, also die Lohnnebenkosten
>die der Arbeitgeber abdrücken muß. Ist auch gelegentlich ein
>Grund für ne Absage wenn ma Steuerklasse. Vor allem wenn es viele
>gleich gute Bewerber gibt für die gleiche Stelle.

Hallo ups,
das ist Quatsch, die Lohnnebenkosten hängen nicht an der Steuerklasse,
sondern nur am Brutto bzw. an der Beitragsbemesseungsgrenze, je nachdem,
was früher kommt.
Die Steuerklasse ist Dein Vergnügen, sie bestimmt nur die Anzüge in
Richtung Lohnsteuer, Kirchensteuer und Soli.

Grüße
Stefan

Autor: ups... (Gast)
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@Stefan
Natürlich hängt das Netto von der Steuerklasse ab.
Widersprich dich mal nicht. Siehe Beispiel unten.
Klar hängt das insgesamt vom Brutto ab, zum Vergleich
sollte man gleiches Brutto aber annehmen. Die Sozial-
abgaben sind gleich, aber die Steuer nicht. Wen wird
der AG bei gleicher Eignung wohl eher nehmen wenn er
15% Kosten (wie in diesem Beispiel)sparen kann?

Beispiel (Quelle www.Nettolohn.de)
               Steuerklasse 1       Steuerklasse 3
                  Ledige          Verheirate(ohne Kinder)
Gehalt           3.000,00 €        3.000,00 €

Sozialabgaben     623,24 €    623,24 €


Summe Steuern usw. 623,73 €          309,32 €

Netto           1.753,03 €        2.067,44 €


>Beitragsbemesseungsgrenze
An die Steuerprogression mußte erst mal rankommen
und dürfte zum Vergleich auch untauglich sein weil das
wieder vom Brutto abhängt.

Autor: Jens (Gast)
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@ ups... (Gast)

Mein Gehalt steht aber als Brutto im Vertrag. Dem AG kann es erstmal 
egal sein, ob ich durch die Steuerklasse 3/5 sofort mehr Geld habe oder 
mir das über die Steuererklärung zurückhole. Die Steuer zahle ich 
übrigens allein, im Gegensatz zu den Sozialabgaben wie Krankenkasse, AV, 
RV, da zahlt der AG knapp die Hälfte mit.

Autor: Bewunderer (Gast)
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@ups,

nun sieh es doch endlich ein!!!

Der Arbeitgeber zahlt Dir ein vertraglich festgelegtes Brutto-Gehalt 
(wobei ich mittlerweile vermute, daß Du noch nie ein Gehalt bezogen 
hast).

Welch eSteuerklasse Du hast, wieviel Kinder oder ob Du Kirchensteuer 
zahlst, hat auf das Brutto-Gehalt und damit auf den Arbeitgeber KEINEN 
Einfluß.
Dem ist das völlig egal, ob er die Kirchesnteuer an das Finanzamt oder 
an Dich abführt.

Dieses Gefasel würde einem "Wirtschaftsheini" nicht passieren.

Autor: RK (Gast)
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Also ich habe bei meinen bisherigen Bewerbungen immer meine Konfession 
angegeben auch wenn ich weis, dass dies nicht nötig ist. Für mich hat 
das aber auch ein Stück mit Authentizät zu tun. Ich bin gläubiger Christ 
und schreibe z.B. auch in meinen Lebenslauf unter der Kategorie 
"Sonstiges" das ich mich ehrentamtlich in der kirchlichen Jugendarbeit 
engagiere. Dann finde ich meinen Lebenslauf insgesamt authentischer wenn 
ich auch meine Konfession angebe. Sollte mich jemand nur wegen meiner 
Konfession in seinem Unternehmen nicht haben wollen, dann will ich da 
auch nicht arbeiten.
Du musst ja auch zu deinen Lebenslauf nen Foto von dir beilegen. Das 
gehört da ja eigentlich auch nicht hin. Ist ja schließlich auch egal ob 
du weiße oder schwarze Haut hast, blaue oder braune Augen...

Autor: Gast (Gast)
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Nein, du musst kein Foto beilegen. In den USA ist das schon lange so 
üblich, und auch in Deutschland hatte ich noch keine Probleme mit 
Bewerbung ohne Foto.

Autor: mono (Gast)
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> Nein, du musst kein Foto beilegen. In den USA ist das schon lange so
> üblich, und auch in Deutschland hatte ich noch keine Probleme mit
> Bewerbung ohne Foto.
Es ist eine deutsch(sprachig)e Tradition das Foto bei zu legen, einige
Firmen haben sie mittlerweile abgelegt, aber die sind meiner Erfahrung
nach noch in der Minderheit. Lieber ein Foto in der Bewerbung welches
niemanden interessiert, als eins was nicht da ist, aber erwartet wird...

Autor: ggh (Gast)
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Natürlich muss man seine Konfession nicht angeben. Man muss auch kein 
Foto beilegen. Trotzdem wird beides oft erwartet, auch wenn das kein 
Personaler offen zu gibt. Eine logische Erklärung dazu gibt es nicht, 
wie so oft bei etablierten Verhaltensweisen.

Autor: RK (Gast)
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Was ist eigentlich auch nur ausdrücken wollte, ist, dass man nicht 
pauschal sagen kann ob man seine Konfession angibt oder nicht. Sondern 
das man das für sich persöhnlich entscheiden muss. Wie auch alle anderen 
Angaben die man in nem Lebenslauf macht. Da muss man auch für sich 
persöhnlich entscheiden was für einen selbst wichtig ist.
Nur aus den vorrangegangenen Posts habe ich herrausgelesen, dass es 
angeblich schlecht ist, wenn man seine Konfession angibt und das man 
dadurch schlechter einen Job findet. Und das kann man so pauschal nicht 
sagen, denke ich jedenfalls. Und ich würde wie gesagt auch immer wieder 
meine Konfession angeben.

Autor: Gast (Gast)
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Genauso gut könnte man seine sexuelle Orientierung angeben, ob man 
Vegetarier ist, welche Musik man hört... das hat meiner Meinung nach in 
einer Bewerbung einfach nichts zu suchen.

Autor: abc (Gast)
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@Gast

Es gibt nunmal gewisse Traditionen und ungeschriebene "Gesetze". Und 
dazu gehört in Deutschland ein Foto im Lebenslauf und die Nennung der 
Konfession, sofern vorhanden. Diese Angaben sind natürlich freiwillig, 
erhöhen aber die Einstellungschance, weil eben gewisse "Benimmregeln" 
erwartet werden. Genauso muss niemand mit Anzug und Krawatte zum 
Vorstellungsgespräch erscheinen, trotzdem kommt es besser an als mit 
abgewetzter Jeans und T-Shirt.

Autor: Gast (Gast)
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Dass die Konfession angegeben wird erwartet niemand, wenn du dich 
nicht gerade bei einer kirchlichen Einrichtung bewirbst. Es ist absolut 
unüblich, hat nichts mit ungeschriebenen Gesetzen oder Benimmregeln zu 
tun, und erhöht nicht die Einstellungschance.

Autor: Gast (Gast)
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Es gibt ua zwei  Benimmregeln: frage nie nach Konfession oder 
Familienstand. Wer dagegen verstößt, und  das sind 99,9% der in 
deutschen, staatlichen Einrichtungen erzogenen, gehört zum Plebs.

Autor: lol (Gast)
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> Dass die Konfession angegeben wird erwartet *niemand*

Na wenn du das so deutlich sagst, muss es wohl stimmen. lol

Möglicherweise gehörst du selber aber einer Glaubensrichtung an, die in 
Deutschland keinen guten Ruf genießt oder du bist konfessionslos. Beides 
ist nicht schlimm. Aber der penetrante Hinweis, dass niemand die 
Angabe der Konfession erwartet, lässt dem Leser gewisse Schlüsse ziehen.

Autor: Gast (der erste, nicht der aus dem letzten Beitrag (Gast)
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Und welche "gewissen Schlüsse" sind das?

Du gibst wahrscheinlich auch noch die Berufe der Eltern in der Bewerbung 
an, oder? Das mag ja alles vor 30 Jahren üblich gewesen sein, aber 
informier dich mal über aktuelle Standards. Bestenfalls interessiert es 
keinen, schlimmstenfalls wird es dir als altmodisch negativ angerechnet.

Autor: Nam Tam (namtam)
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Gast (der erste, nicht der aus dem letzten Beitrag wrote:
> Du gibst wahrscheinlich auch noch die Berufe der Eltern in der Bewerbung
> an, oder? Das mag ja alles vor 30 Jahren üblich gewesen sein, aber
> informier dich mal über aktuelle Standards. Bestenfalls interessiert es
> keinen, schlimmstenfalls wird es dir als altmodisch negativ angerechnet.
Ich war erst vor kurzer Zeit in der Situation, Bewerbungen schreiben zu 
müssen und von sämtlichen Quellen, die ich über den aktuellen Stand in 
Sachen Bewerbung befragte, wurde mir mitgeteilt, dass Foto und 
Konfession hineingehören. Ebenso wie erwartet wird, dass man durchaus 
etwas zum Thema Freizeitaktivitäten zu sagen weiss. Es geht nicht darum, 
die Bewerber zu diskriminieren, sondern darum, sich ein Bild der Person 
an und für sich zu machen. Jemand, der konfessionslos ist, kann man 
durchaus als jemanden bezeichnen, der eine eigene Meinung hat und dazu 
stehen kann -> die eigene Meinung vertreten können. Kann natürlich aber 
auch nachteilig als zu selbstbewusst abgestempelt werden, das kommt aber 
dann auch darauf an, wie man die restliche Bewerbung verfasst ;) Die 
Freizeitaktivitäten zeigen bspw an, ob man ein "Kellerkind" ist, oder 
durchaus auch für Abwechslung zu sorgen weiss, ob man sozial (Vereine), 
teamfähig (Sport) oder kreativ ist.

Es wird nicht erwartet, aber es zeigt doch ein besseres Bild vom 
Bewerber, ebenso wie die Tatsache, dass ein Foto in der Bewerbung 
erwünscht ist. Natürlich, wenn man ein unsympathisches Gesicht hat, 
sollte man das Foto besser weglassen ;)

Autor: Tommy 99 (Gast)
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Hallo Leute,

ich bin Personalberater und habe den Thread mit viel Interesse gelesen. 
Vielleicht kann ich - sowohl von der Gesetzeslage, als auch aus der 
Praxis heraus - etwas zur Klärung der anstehenden Frage beitragen.

Also 1.: Die Gesetzeslage

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verfolgt die Absicht, 
"Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen 
Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer 
Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder 
zu beseitigen". Es wird auch klargestellt, dass dieses 
Benachteiligungsverbot sich insbesondere auf die beruflichen Aspekte 
bezieht (siehe AGG, §2).§9 erläutert dann, dass Ausnahmen in Bezug auf 
die Religion eigentlich nur bei Arbeitsverträgen mit kirchlichen oder 
religiösen Einrichtungen zulässig sind.

Wenn man sich also bei einer Religionsgemeinschaft für eine Tätigkeit 
bewirbt, die Loyalität und Identifikation erfordert, dann ist es 
sinnvoll, eben dieser Religionsgemeinschaft anzugehören und diese 
Zugehörigkeit im Lebenslauf auch klar zu demonstrieren.

In allen anderen Fällen ist muss die Religion für den Arbeitgeber per 
Gesetz vollkommen irrelevant sein und eine entsprechende Angabe hat im 
Lebenslauf keine Daseinsberechtigung.

2. Die Praxis

Ich habe in den letzten 12 Monaten 5 Stellen im Auftrag von Klienten neu 
besetzt, dafür ca 500 Lebensläufe gelesen, 50 Kandidaten interviewt. 
Einige der Bewerber haben die Religion angegeben, ca 98% nicht. Den 
restlichen 2% habe ich empfohlen, dies in Zukunft nicht mehr zu tun (ich 
hatte keine Aufträge von religiösen Einrichtungen).

Keiner meiner Klienten hat sich darüber gewundert, dass keine Angaben 
zur Religion gemacht wurden.

FAZIT: Es ist absolut normal und akzeptabel, keine Angaben zur Religion 
zu machen, und selbst überzeugten Atheisten rate ich davon ab, ein 
entsprechendes Statement im Lebenslauf oder Anschreiben abzugeben, weil 
sich jeder Personaler fragen würde, was man damit wohl in Wirklichkeit 
zum Ausdruck bringen will.

Ich wünsche Allen viel Erfolg bei den Bewerbungen.

Tommy

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