Sabine Meyer wrote:
> Danke für die Antwort!
> Ja genau, da man kein unbegrenztes Signal verarbeiten kann muss man
> einen Teil "rausschneiden". Mein Problem ist, das ich ein periodisches
> Signal FFT transformieren will und nicht genau weiss ob ich das Fenster
> bzw. Rechteck einfach irgendwie (Position auf der Zeitachse) legen darf.
> Ich glaube es muss genau eine Periode erfassen oder ein vielfaches
> davon.
In erster Näherung ist das egal aaaber...
> Wenn ich das Fenster irgendwo anfangen lasse und irgendwo aufhören lasse
> (auf t-Achse), müsste das Spektrum doch anders aussehen als wenn es
> genau bei einer Periode liegt (zb. sinus von 0 bis 2pi bzgl.
> zeitachse)...?
> weil es sich dann ja um zwei unterschiedliche begrenzte Zeitfunktionen
> handeln würde... vermute ich (?)
...dein Gefühl ist nicht ganz falsch. Tatsächlich ist es am besten, wenn
man eine Periode oder ein vielfaches davon in den Nulldurchgängen
"ausschneidet". Bildlich gesprochen vermeidet man dadurch harte
Übergänge im Zeitbereich, was dazu führt, dass im Spektrum keine
"falschen", hohe Frequenzen auftreten. Diesen Effekt versucht man mit
den Fensterfunktionen zu minimieren. Stickwort Leckeffekt.
> Ich hatte auch schon mal die Behauptung gehört, es reiche aus nur die
> ersten Abtastwerte zu erfassen, also zum Bsp. das Fenster nur von 0 bis
> pi/4 oder s.ä. gehen zu lassen.. sofern nur die Abtastrate Nyquist
> erfüllt.. ?! Das kann aber nicht sein, oder?
Gehen tut das schon, aber man wird die zugrundeliegende Signalfrequenz
nicht mehr identifizieren können. Man muss wissen, dass ein
zeitbegrenztes fouriertransformiertes Signal implizit als periodisch
angenommen wird. Angewendet auf dein Beispiel der viertel
Sinusschwingung bedeutet das, dass die Signalfrequenz scheinbar viermal
so hoch ist als es tatsächlich der Fall ist. Erschwerend kommt hinzu,
dass im Spektrum neben den "falschen" hohen Frequenzanteilen plötzlich
ein "falscher" Gleichanteil auftaucht - das alles verhagelt das
Spektrum.