max. Zeit im LMP3

Gast #1205889
Lesenswert?

Hallo!

Ich habe mal eine Frage zum MSP430. Wie lange kann dieser im LMP3 
"arbeiten", ohne aufgeweckt zu werden? Ich habe in der Literaur eine 
Angabe von min. 0,5 Hz --> max. 2 Sek. gelesen. Ist das korrekt? Ist das 
ganze anhängig von der Verwendung des Quarz-Oszillators bzw. VLO? Es 
geht um den MSP430F2274.

Ich danke euch!
Gast #1205933
Lesenswert?

achtung, muss nicht stimmen, aber

...ich denke mich daran zu erinnern, das der MSP aus dem LPM3 nur durch 
den watchdog aufwachen kann...

der hat eine interne RC-clock... dh. du kannst die auslösezeit nur durch 
den vorteiler des wdt manipulieren...
Persönliche Seite #1206105
Lesenswert?

> Ist mir schon klar, dass LMP3 die geläufige MSP430 Bezeichnung ist...

Offensichtlich nicht, es heißt LPM3.

Im LPM3 ist beim 'F1xx nur noch ACLK aktiv, d.h. der externe Oszillator 
(LF)XT1 (i.d.R. ein Uhrenquarz).

Den LPM3 kann der Prozessor durch einen Interrupt verlassen; die 
Peripherie, die diesen Interrupt auslöst, muss auch mit ACLK versorgt 
werden, da sowohl DCO als auch etwaig daraus abgeleitete SMCLK inaktiv 
sind. Der DCO braucht zum Aufwachen 6 µs (steht so im user's guide).

Selbsttätiges Aufwachen lässt sich also mit einem Timer (Timer_A oder 
Timer_B) bewerkstelligen, der mit ACLK versorgt wird. ACLK kann aus 
LFXT1CLK mit einem Vorteiler von 8 gespeist werden (also 4 kHz), der 
Timer selbst wiederum hat einen eigenen Vorteiler von maximal 8, also 
500 Hz. Der Timer läuft nach 2^16 Takten über, das dauert bei 500 Hz 
Takt etwas über 130 Sekunden.

Soll der Prozessor sich zyklisch selbst aus LPM3 aufwecken, so können 
dazwischen nur wenig mehr als zwei Minuten verstreichen.
(Sicherlich könnte man versuchen, LFXT1 mit geringerem Takt als 32 kHz 
zu versorgen, dann lässt sich die Weckperiode entsprechend verlängern).

Wenn aber der Prozessor mit einem externen Ereignis aufgeweckt wird, 
kann er beliebig lange im LPM3 bleiben.
#1206145
Lesenswert?

>Selbsttätiges Aufwachen lässt sich also mit einem Timer (Timer_A oder
>Timer_B) bewerkstelligen,...
Oder mit dem Watchdog.

>Ist das ganze anhängig von der Verwendung des Quarz-Oszillators bzw. VLO?
Da der VLO schön langsam ist (um 10kHz), bekommt man (wenn ich mich 
jetzt nicht auf die schnelle verrechnet habe) folgende maximale 
Intervalle:
Mit Watchdog mit Counter 32768 = ~3,2Sek
Mit TimerA/B mit Teiler 8 und Überlauf bei 0xFFFF = ~52,4Sek

Wenn du einen noch langsameren Quarz verwenden würdest, würden die 
Zeiten natürlich noch weiter steigen.
Gast #1206207
Lesenswert?

Ist doch kein Problem, wenn der MSP430 regelmässig aus dem LPM3 
aufwacht, z.B. durch den Timer-Overflow-Interrupt des TimersA.
Damit kannst Du gleich einen Zähler hochzählen lassen, der die Unix-Zeit 
darstellt.
Anschliessend geht der MSP430 sofort wieder in den LPM3-Mode und braucht 
damit nur Strom im Mikroampere-Bereich (so um die 5 Mikroampere)
Persönliche Seite #1207020
Lesenswert?

Ich bezog mich auf eine ältere Variante, 'F1xx (1611).

Der hat im Basic Clock Module eine Vorteiler, mit dem ACLK aus 
LFXT1CLK erzeugt wird:

  BCSCTL1, DIVAx

Den Vorteiler für das Taktsignal von Timer_A sollte aber jede 
Timer_A-Variante haben:

  TACTL, IDx

Neuere Varianten können mehr, so hat z.B. der Timer_A im 'F5xx noch 
einen zusätzlichen Eingangsteiler:

  TAEX0, IDEXx

mit dem nochmal durch Werte von 1..8 geteilt werden kann.


Einen VLO hat die 'F1xx-Reihe nicht, der ist mit dem neueren Clock-Modul 
der von Dir verwendeten Reihe dazugekommen.

Ja, die neueren MSP430-Varianten sind teilweise äußerst interessant; 
ich werde mich in absehbarer Zeit eingehend mit dem "Dickschiff", dem 
'F5438, auseinandersetzen dürfen.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren