Hallo Patrick,
bei der BPSK gibt es zu den Symbolabtastzeitpunkten genau zwei
unterschiedliche Phasenzustände: 0° und 180° (plus oder minus ist egal,
da beides auf dem gleichen Konstellationspunkt landet). Die Zuordnung
des binären Datums 0 oder 1 auf diese Phasenzustände ist egal für die
Funktion; sie muß halt nur definiert werden.
Zur Demodulation des BPSK-Signals ist im Empfänger die Information zur
Referenzphase (Trägerphase) erforderlich, es muß also phasengenau
(kohärent) demoduliert werden. D.h., die genaue Trägerfrequenz und
-phase des Sendesignals muß im Empfänger regeneriert werden, damit sie
mit dem aktuell empfangenen Phasenzustand verglichen werden kann. Auch
Phasenverzerrungen des Übertragungskanales müssen dazu - meist über eine
bekannte Trainingsbitsequenz - abgeschätzt und entzerrt werden. Blinde
Kanalschätzungsverfahren ohne Trainingssequenz sind meist nicht genau
genug (bei der "groben" BPSK könnte es je nach Anforderungen reichen
;o).
Bei der differentiellen BPSK, der DBPSK, wird nur die Änderung von 0 auf
1, oder von 1 auf 0 mit dem zugewiesenen Phasenübergang 0° oder 180°
moduliert. Das hat den großen Vorteil, daß die Absolutphase völlig egal
ist und nur die Änderung der Phase die Information enthält. Langsame
Änderungen des Übertragungskanales kürzen sich dabei heraus, so daß je
nach Symbolrate und Kanal keine zusätzliche Entzerrung nötig ist. Dafür
benötigt man allerdings etwas mehr Signal-Rausch-Abstand (SNR) als bei
einer kohärenten Demodulation (in der Praxis <3dB). Man verschwendet
aber auch keine wertvolle Datenrate für bekannte Trainingssequenzen.
Beispiel:
zu sendende Bitfolge: 00010110010111100
Mapping:
0 = Phasensprung 180° (pi);
1 = 0°
moduliert wird bei einer DBPSK also:
delta phi = 180°, 180°, 180°, 0°, 180°, 0°, 0°, 180°, 180°, 0°, ...
Ist es etwas klarer geworden?
Viele Grüße!
Gerrit