Ist zwar ein wenig OT, aber trotzdem interessant für alle Techniker.
Hier kommen mehrere Effekte zusammen:
Das Hauptproblem ist der hohe Einschaltstromstoss.
Da der spez. Widerstand aller Metalle einen positiven Temp-Gang hat,
hat die Glühwendel im kalten Zustand einen sehr niedrigen Widerstand.
Wenn Du jetzt die Versorgung einschaltest, fließt für kurze Zeit (ca.
20 - 500ms) ein ca. 10 - 50 mal so großer Strom wie im Normalbetrieb.
Das hat mehrere Folgen: Ist die Wendel nicht überall exakt gleich dick,
wird die dünnste Stelle am schnellsten erhitzt, weil dort der Widerstand
am größten und die Masse am geringsten.
Das hat zur Folge, dass der Widerstand durch die Erhitzung noch weiter
ansteigt und noch mehr Leistung an dieser Stelle der Wendel wirkt.
Dieser Punkt wird so heiß, dass bei jedem Einschalten ein Teil der
Wendel verdampft und noch dünner wird -> Teufelskreis.
Irgendwann ist er so dünn, dass er ganz verdampft und die Lampe
ausfällt. Durch den Metalldampf kann es zwischen den Zuleitungen einen
sehr niederohmigen Lichtbogen geben, der die Sicherung gehen läßt und
schon so manches Triac/Thyristor in die ewigen Siliziumgründe wandern
ließ.
Deshalb gehen die meisten Glühlampen beim Einschalten kaputt, und die
Hersteller schreiben bei vielen Lampen Einzelsicherungen vor.
Der hohe Strom hat noch eine magnetische Folge, die Wendel wird hin-
und hergerissen, wodurch sie schneller bricht (Wolfram ist sehr
spröde).
Was lernen wir daraus? Einschaltstromstoss (inrush current) verhindern
durch
- langsames (0,1 - 1 sek) Hochfahren einer Rampe bei PWM oder
Anschnitt
- Einschalten während des Nulldurchgangs der Netzspannung (MOC3021 &
Co. mit Nullspannungsschalter)
- bei zwei Lampen / Wendel (z.B. Auto): zuerst in Reihe anheizen, dann
parallelschalten.
- Vorheizstrom fließen lassen
- Viele Halogen-Schreibtischlampen haben einen Trafo mit 2 Stellungen,
immer erst Stellung 1, dann 2.
- Lampen für kurze Zeit aus- und wieder einschalten spart zwar ein
kleinwenig Energie, verkürzt aber ohne die hiergenannten Vorkehrungen
die Lebensdauer (hat bei Entladungslampen (Leuchstoffröhren) noch
stärkeren Einfluß).
- EINBAU EINES NTCs in die Zuleitung, hab ich hier im unserem Haus
gemacht, in 3 Jahren nur eine Lampe ausgefallen (die war schon vor dem
Umbau drin)
Für große Lampen den NTC z.B. mit zeitverzögertem Relais im Betrieb
überbrücken.
Die Hersteller haben verständlicherweise kein Interesse, solche Details
zu veröffentlichen.
Der Effekt einer Halogenlampe ist, dass der Wolframdampf sich nicht am
kalten Glas absetzt und dieses schwärzt, sondern mit dem Halogen eine
chemische Verbindung eingeht, die sich an der heißen Wendel wieder
spaltet und das Wolfram sich wieder anlagert.
Warum eine 6V Lampe bei 50% und 12V doppelt so lange leben soll, ist
nicht ganz klar, ich könnte mir vorstellen, dass die PWM-Schaltung
wegen des Innenwiderstandes einfach keinen so großen Strom liefern
kann.
Weitere Ideen ? Bitte hier posten.