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Forum: Offtopic Feuerverzinken selbstgemacht


Autor: Paul H. (powl)
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Hi, vielleicht eine etwas unkonventionelle Frage hier, aber hier gibt es 
viele die Ahnung von allem haben, daher stelle ich sie hier mal:

um ein paar Schrauben und sonstige Anbauteilchen meines Mopeds ein für 
alle mal gegen Rost zu schützen wollte ich diese Dinge sandstrahlen und 
danach feuerverzinken.

Den Umstand eine Galvanik-Firma zu finden die mir dann Zink in geringer 
Schichtdicke aufträgt mag ich mir dabei ersparen, außerdem ein bisschen 
basteln und jederzeit etwas verzinken können wann ich Lust dazu hab.

Bei eBay hab ich nun schon Zinkstangen in 2Kg-Stücken gefunden, die 
dürften sich prima dazu eignen. Als Behälter für die Zinksuppe dachte 
ich an einen selbstgemachten Behälter, so 15x10cm. Der Behälter wird aus 
Stahlblech und L-Winkeln, ebenfalls aus Stahl, hartverlötet mit 
irgendeinem Messing-Lot das bei 900° schmilzt.

Die Frage ist nun allerdings, wie krieg ich das Zeug am besten heiß und 
auf eine konstante Temperatur von ungefär 500°C? Der einfachste Einfall 
wäre Holzkohle und ein Lüfter, das muss aber erstmal angezündet werden. 
Noch was besseres?

Für die Leute mit noch mehr Ahnung: Was könnte ich hier als Flussmittel 
verwenden?

lg PoWl

Autor: Stefan Salewski (Gast)
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Schrauben mit Gewinde feuerverzinken?
Auch wenn ich davon keine Ahnung habe bin ich mit recht sicher das das 
Zink das Gewinde zusetzen wird.

Machst Du das Sandstrahlen selbst?
Dann würde ich irgendwas galvanisches machen, Vernickeln und evtl. 
Verchromen.

Autor: Stefan Salewski (Gast)
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>Der Behälter wird aus
>Stahlblech und L-Winkeln, ebenfalls aus Stahl, hartverlötet mit
>irgendeinem Messing-Lot das bei 900° schmilzt.

Da wäre ich auch etwas vorsichtig. Oft schmelzen Legierungen niedriger 
als die reinen Substanzen. Bekannt ist das bei Blei und Gold -- wenn man 
Gold mit flüssigen Blei in Kontakt bring löst sich das Gold auch weit 
unter seinem Schmelzpunkt auf. Eisen-Kochtopf oder etwas vom 
Schrottplatz, oder Schweißen. Aber vergiss es, der Aufwand ist zu groß, 
und gefährlich ist es auch. Galvanisch ist eh interessanter, evtl. aber 
auch giftig.

Autor: schwups... (Gast)
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@Paul Hamacher

Schrauben werden galvanisch verzinkt.

Feuerverzinkt werden grobe Stahlteile
(z.B. Zaunpfähle,Gitterroste oder
Laternenmasten u.a.) die in der Regel
der Witterung ausgesetzt sind(was man
von deinem Moped ja annehmen könnte.
Vor dem Verzinken müssen die Stahlteile
in Salzsäure gebeizt werden und wenn
eine alte Verzinkung noch drauf ist
muß die auch erst runtergeätzt werden.
Sind das irgend welche Spezialschrauben
oder nach DIN?
DIN-Schrauben gibts häufig auch in
Edelstahl und dürften dein Moped überleben.
Und billiger und weniger aufwändig ist
es auch.
Was die Befeuerung angeht müßte auch
Propan gehen (entsprechenden Brenner
vorrausgesetzt).

Autor: Warren Spector (jcdenton)
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stahlbehälter schweißen und mit gas heizen

würde den behälter seitlich mit schamottsteinen (gibts oft im baumarkt) 
einrahmen um etwas zu isolieren und den gasbrenner SEHR großzügig 
dimensionieren und mit großer propanbuddel (11kg/33kg) betreiben.

sone lötlampe mit kartusche macht ja nen annehmbares flämmchen, reicht 
aber nur um ein paar gramm material wirklich auf temperaturen von 
500grad zu bringen. der propanbrenner sollte also wirklich n scharfes, 
respektables flämmchen erzeugen und n ordentlichen durchsatz haben. ich 
schätze man muss gar ne ganze batterie gasdrüsen drunterbauen.

obendrauf vielleicht als deckel auch stahl/schamottkombination, sonst 
geht da irre viel wärme verloren.

Autor: Nette Mann (nette-mann)
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Vom Aufwand her wieder das typischen Spatzen--Kanonen Modell

Autor: Paul H. (powl)
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Also doch lieber Holzkohle + Luft? Das dürfte wesentlich einfacher zu 
realisieren sein als da n haufen kleine Gasbrenner dranzubauen. Wie 
siehts mit Strom aus? Induktiv oder so?

gute Frage, ob ich mir dadurch die Gewindegänge ein wenig zusetze, 
notfalls kann ich das Gewinde auch nochmal nachschneiden. Es sind ja 
auch nicht nur Teile mit Gewinden. Nach dem Sandstrahlen ist mir 
Feuerverzinken aber am liebsten, da sich hier dann wirklich so 50-100µm 
Zink anlagern. Die relativ rauhe sandgestrahle Oberfläche dürfte so 
wieder schön glänzend und glatt werden.

Nächste Frage: Lieber ein Tauchbad oder die entsprechenden Teile mit 
einem großen Gasbrenner auf Temperatur bringen und das Zink dann einfach 
so auftragen so dass es verläuft? Wäre natürlich wesentlich einfacher in 
der Anwendung, ich weiß jedoch nicht, ob das dann gescheit verläuft und 
nicht irgendwo Nasen bildet. Bei einem Tauchbad wird ja das Werkstück 
herausgezogen, überschüssiges Zink wird dann wieder ins Bad 
zurückgezogen. Oder so eine Kombination mit einem ganz kleinen flachen 
Bad, das nur dazu da ist, überschüssiges Zink abzuziehen?

@Nette-Mann, übertreib mal nicht. Vom Aufwand her ist das in etwa mit 
dem Aufsuchen einer Galvanikfirma zu vergleichen. Außerdem, wie gesagt, 
bietet mir das die Möglichkeit jederzeit ein Kleinteil verzinken zu 
können.

lg PoWl

Autor: schwups... (Gast)
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>gute Frage, ob ich mir dadurch die Gewindegänge ein wenig zusetze,
>notfalls kann ich das Gewinde auch nochmal nachschneiden.

Womit deine Verzinkung dann wieder futsch wäre. Außerdem ist
die Beschichtung so ungleichmäßig das du das nicht gebacken
bekommst mit Bastler-Know-How.
Nimm lieber Zinkspray und anständigen Autolackspray und gut.
Bei meinem Moped funzt das einwandfrei. Ich wollte kürzlich
auch mal was verchromen lassen was ich dann lieber lackiert
habe nachdem ich so ein paar Preise (25-50Euro)eingeholt habe.
Sieht so sogar noch besser aus. Sei vernünftig und laß den Quatsch.

Autor: Paul H. (powl)
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Warum keine Lackierung in Frage kommt habe ich im ersten Post schon 
beschrieben. Lack kratzt sich bei mechanischer Belastung zu schnell 
runter, Zink ist da wesentlich widerstandsfähiger.

Das Problem beim galvanischen Verzinken ist, dass die Schichtdicke 
ziemlich gering ist, das ganze soll ja auch einen optischen Effekt 
haben. Das Zink soll dabei die rauhe Sandgestrahlte Oberfläche einebnen. 
Außerdem hat man bei galvanischer Verzinkung auch Probleme, das Zink 
überall gleichmäßig abzulagern, vor allem in Löchern, dort ist die 
elektrische Feldstärke äußerst gering. Auch würde sich das Zink 
vorwiegend an den erhabenen Stellen der rauhen sandgestrahlten 
Oberfläche anlagern, es kann mir demnach passieren, dass die Zinkschicht 
recht rauh wirdo der mir gar irgendwelche Dendriten wachsen, die dann 
gleich wieder abbröseln. Da bin ich also wirklich auf eine Galvanikfirma 
angewiesen die diese Probleme mit Erfahrung in den Griff kriegt. Und 
eine zu finden die auch für private Leute Kleinteile bearbeitet, die 
Teile da hinzuschaffen, die unflexibilität, die ich dadurch habe, macht 
diese Option zur letzen. Oder bekommt man mit ein wenig 
Einarbeitungszeit (keine wochenlange Übung) mit Hobbygalvanik auch 
brauchbare Ergebnisse? Insbesondere im Hinblick auf eine Einebnung der 
rauhen sandgestrahlten Oberfläche?


Falls das mit dem Feuerverzinken funktionieren würde, möchte ich das 
natürlich gerne so anwenden. Feuerverzinken ist ja quasi auch nur das 
gleiche wie hartlöten, und das ist relativ Idiotensicher, sobald sich 
das mit flussmittelbenetzte Metallteil mit Zink vollgesaugt hat hat man 
quasi schon gewonnen. Wie gleichßmäßig die Schicht dann wird ist 
natürlich ne andere Frage, aber die sollte schon einigemaßern 
gleichmäßig werden, es kann natürlich sein dass sie nach unten hin 
aufgrund der Schwerkraft etwas dicker wird. Wie gesagt, Gewinde sind das 
kleinste Problem, die können nachgeschnitten und mit 
korrosionsschutzpaste eingeschmiert werden falls das dann noch nötig 
ist.

lg PoWl

Autor: LOL (Gast)
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Da war wohl jemanden langweilig vor dem Grill ???

Autor: Norgan (Gast)
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> Warum keine Lackierung in Frage kommt habe ich im ersten Post schon
> beschrieben. Lack kratzt sich bei mechanischer Belastung zu schnell
> runter, Zink ist da wesentlich widerstandsfähiger.

Schon mal an Pulverbeschichten gedacht? Das haben manche schon 
hobbymäßig hinbekommen und ist mechanisch ziemlich belastbar.

Interessant ist, dass amerikanische Bastler es tun

http://www.google.de/search?q=DIY+powder+coating

doch deutsche oft behaupten es ginge nicht

http://www.google.de/search?q=Pulverbeschichten+selbermachen

Beim Herstellen der Beschichtungspistole (ich erwarte vom Paul 
selbstverständlich eine selber gemachte) kannst du dich wunderbar "mit 
Strom und so" austoben. 
http://hackaday.com/2006/07/05/diy-powder-coating-gun/ und 
http://www.flickr.com/photos/zapwizard/137946503/i... 
http://www.flickr.com/photos/zapwizard/sets/721575...

Autor: Bernd G. (Gast)
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Schon mal die Stahlbauer in deiner Nähe gefragt, wo die 
feuerverzinken/lassen?
Schaff deinen Teile hin, gib Ihnen als Prämie 'ne Schachtel Kippen oder 
'ne
Pulle Schnaps und hol dir das Zeug nach einer Stunde wieder ab!

Autor: Paul H. (powl)
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Dass pulverbeschichtungen mechanisch sehr widerstandsfähig sind hab ich 
schon gehört, find ich auch interessant, damit würd ich mich schon 
irgendwann gerne mal beschäftigen, allerdings funktioniert das nicht in 
allen Anwendungsfällen bei mir, da gegenüber einer Metallbeschichtung 
die Pulverbeschichtung doch recht begrenzte Wirkung zeigt.

Würde es eigentlich auch gehn wenn ich mein Werkstück mit einem 
Zinkstaubspray einsprühe, es danach in Flussmittel tränke und dann heiß 
mach? Oder basieren diese Zinkstaubsprays auf Kunstharz, der sich beim 
Erhitzen in die Metalloberfläche einbackt und mir da einen Strich durch 
die Rechnung zieht?

Ist jemand von euch Hobbygalvaniker? Kann man eine mit dem Sandstrahler 
aufgerauhte Oberfläche durch Galvanik so mit einem Metallüberzug 
anreichnern, dass eine glatte hochglänzende Oberfläche entsteht?

Ich muss nur wissen, womit ich mich nun am besten beschäftigen soll, das 
werden nicht die letzten Teile sein, die ich veredeln möchte ;-) Die 
Ergebnisse sollten gut werden, das Verfahren relativ sicher so dass ich 
reproduzierbare Ergebnisse komme und nicht regelmäßig irgendwelche 
Nieten rauskommen und ich keine Ahnung hab was falsch gelaufen ist.

lg PoWl

Autor: Stefan Salewski (Gast)
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@Paul Hamacher

Wenn Du gerne mit Feuer rumspielen willst:
Versuch doch mal zu verzinnen, mit diesen Dachdecker-Zinnstangen. Dann 
hast Du mal ein Gefühl dafür. Das wird übrigens bei Restauration von 
Autos gemacht, ist besser als Spachtel.

Galvanisch: Dazu sollte man viel im Internet finden. Soweit ich weiß 
poliert man die Sachen vorher, kannst Du ja auch machen. Runde Sachen in 
Bohr- oder Drehmaschine rotieren lassen und dann mit Schleifpapier oder 
Stahlwolle.

Aber Vorsicht!

Andere Sachen mit Drehmel usw.

Galvanisch wird man eher vernickeln und danach evtl. verchromen, das 
sieht besser aus als verzinnt. Aber wie jemand schon schrieb, wenn Du 
Edelstahlschrauben kaufen kannst ist das die weit einfachere Methode.

Autor: Paul H. (powl)
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Hm ja, gerändelte Inbusschrauben kann man aber kaum vernünftig polieren. 
Da kann man natürlich Edelstahlschrauben nehmen das ist richtig, wobei 
die aus dem Baumarkt oft auch einfach matt und unansehlich sind und 
somit auch erst irgendwie poliert werden wollen. Zwar sind die nicht 
gerändelt, somit geht das außen, aber im Inbuskopf wirds dann wieder 
schnell kompliziert wenn man nicht an jeder Schraube mit Dremel und co. 
ne halbe Stunde lang rumpolieren mag. Das einzige, womit ich jede 
Oberfläche einheitlich sauber bekomme ist eben sandstrahlen bzw. in 
meinem Fall verwende ich feines Glasgranulat zum strahlen. Das macht die 
Oberfläche allerdings äußerst matt. Glänzen tut sie dann auch nicht 
mehr. Mit Schmirgel, Poliermittel und sonstigem Pipapo, komme ich halt 
leider an viele Stellen, vor allem Ecken, an denen drei Ebenen 
zusammenlaufen, oder Spalte nicht ran, was mit dem Sandstrahler kein 
Problem ist. Da wäre das Feuerverzinken ideal um das wieder einzuebnen 
weil sich diese matte Struktur ja geradezu mit dem Zink vollsaugt, 
müsste ich wirklich mal ausprobieren hm?

Jemand ne Ahnung wo ich Reinzink-Stäbe herbekomme, außer diese 2Kg 
Dinger bei eBay?

Zink ist doch witterungsbeständig oder? Ansonsten wär das ganze sowieso 
relativ für die Katz.

Autor: Stefan Salewski (Gast)
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>Hm ja, gerändelte Inbusschrauben kann man aber kaum vernünftig polieren.

Nun stell Dich nicht dumm.

Was glatt ist, polierst Du. Was rauh ist wird eben gestrahlt.

Ja das ist Arbeit, daher ist das machen lassen teuer. Teile am 
Motorblock verchromen lassen -- unter ein paar hundert Euro geht da 
nichts. Weil das Polieren eben Arbeit macht. Aber Zeit hast Du ja wohl.

Weißt Du überhaupt wie Feuerverzinkt aussieht? Geh mal in den Baumark, 
Zaunpfähle usw. gucken. Schön ist das kaum.

Wo man Zink bekommt? Alte Dachrinne von Schrottplatz, wenn Du eh 
schmelzen willst.

Autor: Hartmut Kraus (Gast)
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Wenn du auf Optik (Glanz) Wert legst, dann vergiss Zink! Der Effekt 
dabei ist doch: Das ist ein sehr "unedles" Metall, das an der Luft 
schnell eine Oxidschicht bildet. Das ist der ganze "Schutzmechanismus". 
Den du immer wieder 'runterpolieren müsstest. <:-)

Autor: Paul H. (powl)
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OK, habs verstanden ;-) Verdammt, wird das wieder kompliziert. Nun gut. 
Schrauben -> durch edelstahlschrauben ersetzen und ggf. polieren, 
meinetwegen. Zu schützende und mechanisch beanspruchte Stahlteile könnte 
ich jedoch trotzdem verzinken aber dann eben lackieren. Das müsste ja 
auch gehen. An den Stellen wo der Lack runtergekratzt wird verbleibt 
eben noch die vor Korossion schützende Zinkschicht.

Gut, d.h. wenn ich ansonsten Wert auf witterungsbeständige und glänzende 
Optik lege komme ich ums Polieren und galvanisieren (vergolden, 
verchromen) wohl nicht herum.

lg PoWl

Autor: Schicht auf Schicht (Gast)
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Dir ist aber schon klar das dir die Zinkschicht alle Gewinde und 
Schrauben versaut ??? Pulverbeschichtung an Metallgewinden kann man bei 
Beanspruchung (mehrmaliges rein-/rausdrehen) vergessen.

Autor: schwups... (Gast)
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>Zink ist doch witterungsbeständig ...

Haste meine Beispiele weiter oben nicht gelesen?
"Zaunpfähle,Gitterroste oder Laternenmasten"
Da das Zeug gewöhnlich draußen steht und/oder häufig
nass wird, kannste von gutem Korrosionschutz ausgehen
aber die Oberflächengüte kann sehr variieren von
Kristallin-glatt bis Sand-rau.

>Jemand ne Ahnung wo ich Reinzink-Stäbe herbekomme

Kleine Mengen kannst knicken weil dich da keiner beliefert.
Händler liefern das gewöhnlich tonnenweise und geben sich
wahrscheinlich mit Versand gar nicht ab.
Wenn`s bei Ebay was gibt würde ich da zuschlagen.

>Das macht die Oberfläche allerdings äußerst matt
Das haste bei Sandstrahlen immer, egal was für Strahlmittel
du nimmst,sonst wäre es ja auch nutzlos. Vorteil ist das man
auch schwer zugängliche Stellen sauber bekommt wo man mit ner
Bürste nicht hinkommt.

Bevor du rumexperimentierst solltest du einige Teile
so wie Bernd G. es vorgeschlagen hat zum Lohnverzinken geben.
Da gibts einiges zu beachten. Erfahrungsgemäß kannste mit
Kosten rechnen in gleicher Höhe wie der Stahl/kg kostet.
Mindestauftragswert könnte auch eine Überraschung sein.

Flußmittel brauchst du meines Wissen beim Verzinken nicht,
beim Verzinnen dagegen schon.

Das mit dem nachschneiden von Gewinden solltest du erst mal
an wertlosen Werkstücken ausprobieren bevor du so vollmundig
davon schwärmst das hinzubekommen. Ich bezweifle das.
>...wobei die aus dem Baumarkt oft auch einfach matt und
>unansehlich sind undsomit auch erst irgendwie poliert werden
>wollen.
Edelstahl korrodiert auch aber es rostet gewöhnlich nicht.
Es wird nur matt und unansehnlich wie jede Edelstahlspüle auch.
Egal, ob verzinken, verchromen oder vielleicht sogar vergolden,
Alles wird an der Luft(+Wasser) nach einiger Zeit wieder
korrodieren, einiges stärker, anderes dagegen weniger.
Ich wollte mich an meinem Bike dem Chromglanz auch ein wenig
länger erfreuen. Daher hab ich erstmal Felgenversiegelung auf 
Nanopartikelbasis ausprobiert was einige Wäschen halten sollte.
Alles andere halte ich für vergebliche Liebesmüh.
>vor allem in Löchern, dort ist die elektrische Feldstärke
>äußerst gering.
Wo hast denn das her? Ist Quatsch, weil die Metallionen die
in den Löchern, bei unbewegten Bädern, schwimmen, nicht
ausreichen um eine gleichmäßige Schicht herzustellen.
Da muß man dann dafür sorgen das das Elektrolyt die Bohrung
kontinuierlich durchspült, damit eine homogene Schicht
abgeschieden wird. Ansonsten ist das Potenzial überall gleich.

>Das Problem beim galvanischen Verzinken ist, dass die Schichtdicke
>ziemlich gering ist, das ganze soll ja auch einen optischen Effekt
>haben

Eine dünne Schichtdicke kann Vor-und Nachteile haben und ist in der 
Galvanik von der Güte der Werkstückoberfläche abhängig.
(Ich war erst letzte Woche beim Galvaniseur und hab mir das erklären
lassen).
Verzinkung halte ich für ein Moped für ungeeignet, aber wenn man es 
rustikal mag, bitte sehr. Hat eben etwas Zaunpfostenmäßiges.
Viel Spaß wenn du gut gemeinte Ratschläge nicht annehmen willst.

Autor: oszi40 (Gast)
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Vorsicht mit Edelstahlschrauben! Die Festigkeit ist meist schlechter.

Ordentliche DIN-Schrauben haben eine Zahl auf dem Kopf (z.B. 88). Diese 
Schrauben sollte man nicht leichtfertig gegen irgendwelche butterweichen 
Exemplare aus dem Baumarkt austauschen.

Mein Vorschlag wäre Originalschrauben wiederverwenden und dann 
Chromspray drauf. Dauert keine 5 Minuten.

Autor: Hartmut Kraus (Gast)
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schwups... wrote:

>>vor allem in Löchern, dort ist die elektrische Feldstärke
>>äußerst gering.
> Wo hast denn das her? Ist Quatsch, weil die Metallionen die
> in den Löchern, bei unbewegten Bädern, schwimmen, nicht
> ausreichen um eine gleichmäßige Schicht herzustellen.
> Da muß man dann dafür sorgen das das Elektrolyt die Bohrung
> kontinuierlich durchspült, damit eine homogene Schicht
> abgeschieden wird. Ansonsten ist das Potenzial überall gleich.

Irrtum, das Schichtwachstum ist direkt proportional der Stromdichte 
(Strom/Fläche). Und die ist nun mal an Ecken und Kanten höher als an 
glatten Flächen.

Deshalb würde mich ja mal ein verzinktes Gewinde interessieren. <:-) Das 
ist außerdem mit Toleranzen schätzungsweise im Hundertstel (oder 
Tausendstel?) - mm - Bereich geschnitten - also wieviele Gänge man eine 
Schraube mit einer nennenswerten Zinkschicht drauf ohne Gewalt 
'reinkriegt, möchte ich sehen. <:-)

Es gibt aber auch andere Verfahren (damit hatte ich in meiner 
Diplomarbeit zu tun - schon etwas länger her. <:-) Bei uns hieß das 
"SRM" ("stromlos - reduktives Metallisieren") - in der westlichen 
Hemisphäre wohl bekannter als "stromloses Galvanisieren" - rein 
chemisch. "Innen" läuft natürlich auch ein Ladungsträgeraustausch ab, 
aber ohne äußere Stromzufuhr.

Vorteile: Absolut gleichmäßiges Schichtwachstum, und man kann auch 
nichtleitende Materialien beschichten.

Nachteile: Sehr langsames Schichtwachstum, und ein recht kompliziertes 
Verfahren mit vielen Bädern, deren chemische Zusammensetzung und 
Temperatur recht genau eingehalten werden muss.

Die mir bekanntesten Anwendungen: Durchkontaktieren von Bohrungen in 
mehrlagigen Leiterplatten (wohl auch in der Chipfertigung zum Aufbringen 
hauchdünner Beschichtungen...) - ansonsten einiges, was Plast heißt und 
erst mal auf diesem Wege eine hauchdünne leitende Beschichtung erhält, 
die dann galvanisch verstärkt wird.

Autor: schwups... (Gast)
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@Hartmut Kraus

>das Schichtwachstum ist direkt proportional der Stromdichte
>(Strom/Fläche). Und die ist nun mal an Ecken und Kanten höher als an
>glatten Flächen.
Das liest sich schon viel vernünftiger.
Paul postete was von Feldstärke und nicht von Stromdichte.
>vor allem in Löchern, dort ist die elektrische Feldstärke
>äußerst gering.
Das ist ja nun nicht das selbe, oder?

Autor: Hartmut Kraus (Gast)
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schwups... wrote:
> @Hartmut Kraus
>
>>das Schichtwachstum ist direkt proportional der Stromdichte
>>(Strom/Fläche). Und die ist nun mal an Ecken und Kanten höher als an
>>glatten Flächen.
> Das liest sich schon viel vernünftiger.
> Paul postete was von Feldstärke und nicht von Stromdichte.
>>vor allem in Löchern, dort ist die elektrische Feldstärke
>>äußerst gering.
> Das ist ja nun nicht das selbe, oder?

Nö. Im Grundstudium (Elektroigenieurwesen) hab' ich mir den Lunze immer 
mal zur Nachtschicht mitgenommen - danach manchmal im Traum noch 
Feldlinien (Linien gleicher Feldstärke) und Äquipotenziallinien (Linien 
gleichen Potenzials) gesehen. Stehen grundsätzlich senkrecht zueinander. 
<:-)

So, nun mache mal dadraus noch Stromdichtelinien, wenn der Strom 
(Ladungsträgerbewegung) nicht durch einen homogenen Leiter fließt (da 
wär's noch relativ einfach - Widerstand überall derselbe), sondern durch 
ein bewegtes Bad um Ecken und Kanten 'rum - oder lieber doch nicht? <:-)

Autor: Paul H. (powl)
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So, ich probier das nun einfach. Das Zink ist grade angekommen. 2Kg 
reines Zink. Ich muss jetzt noch eine Methode finden das einzuschmelzen, 
heizen werde ich mit Kohle. Ich weiß allerdings noch nicht, welches 
Behältnis ich nehmen soll. Kann man mit einem Messing bzw. Silberhartlot 
und Stahlblech einen entsprechenden Behälter nun hartlöten oder bildet 
das mit dem Zink dann irgendeine Legierung und löst sich auf, wodurch 
das Zink dann irgendwo auseiner Kante des Behälters herauskriecht. Ich 
könnte natürlich auch einen ausgedienten Topf nehmen aber die sind 
leider nunmal rund. Mit einem eckigen Behältnis könnte ich meien 
vorhandene Menge an Zink optimal ausnutzen.

Dann noch die ultimative Frage zum Schluss: was benutze ich als 
Flussmittel?

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Paul Hamacher wrote:
> Kann man mit einem Messing bzw. Silberhartlot
> und Stahlblech einen entsprechenden Behälter nun hartlöten oder bildet
> das mit dem Zink dann irgendeine Legierung und löst sich auf, wodurch
> das Zink dann irgendwo auseiner Kante des Behälters herauskriecht.

Vergiss es.  Das Silberhartlot schmilzt vermutlich schon, wenn dein
Zink noch fest ist.  Und hast du dir mal angeguckt, aus was Messing
legiert wird?  Ach, da war doch was... klar, Kupfer und Zink.  Also
weißt du auch hier schon, dass sich dein flüssiges Zink prima mit
dem Messing legieren wird.  Außerdem sind die 900 °C nicht die
Schmelztemperatur, sondern die Verarbeitungstemperatur, also die,
bei der es schon richtig gut fließt.  (Kommt noch hinzu, dass die
Schmelztemperatur mit zunehmendem Cu-Anteil höher wird, oder anders
herum, mit zunehmendem Zn-Anteil geringer.  Je mehr Zn sich also
reinlegiert, umso bröseliger wird deine Konstruktion.)

Wirst also wohl oder übel jemanden finden müssen, der da mal eine
Schweißnaht draufsetzt.

Autor: Paul H. (powl)
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Gut, dann werd ich meine Schweißkünste noch einmal auf die Probe 
stellen. Falls das nicht klappt probier ichs mit nem kleinen Kochtopf

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