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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik LMx34 oder LMx35 bei langer Zuleitung?


Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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Huhu,

beide sind ja als Temperatursensoren zu benutzen oder zu missbrauchen. 
Bei folgendem Szenario würde mich allerdings interessieren, welcher sich 
besser eignet (z.B. da störunempfindlicher):

Ein zentraler Mikroprozessor übernimmt die Auswertung. Von diesem 
ausgehend werden etwa 1..2 Meter lange Leitungen sternförmig zu den 
Sensoren verlegt, damit man selbige beliebig in einem Gehäuse plazieren 
kann. 'Gehäuse' meint hier Steuerschränke mit u.U. erheblicher 
EMV-Belastung (von innen natürlich) :-)

Einerseits würde der LM335 ja weniger Anforderungen an die 
Auswerteschaltung stellen, da er selbst für 10mV-Schritte pro Grad 
Kelvin sorgt. Andrerseits macht ihn gerade das aber auch empfindlich 
ggü. Einstreuungen auf der ja doch relativ langen Zuleitung.

Der LM334 dagegen gibt sich mit temperaturabhängigen Strömen. Daher käme 
er sogar mit nur zwei Adern aus, deren Widerstand auch noch zu 
vernachlässigen ist. Dafür müsste die Auswerteschaltung sauberer 
gestrickt sein, um wieder auf 10mV/K o.ä. zu kommen.

Was würdet ihr machen?

Vielen Dank und viele Grüße,
Sven

Autor: oszi40 (Gast)
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1.Obwohl 2 m keine lange Leitung sind, könnten sie doch wunderbar "als 
Antenne" wirken. Da scheint mir die Schaltung weniger wichtig als der 
sinnvolle AUFBAU mit ausreichender Abschirmung und gut gewähltem 
Massepunkt.

2.Bei größerem Strom wird das Signal zwar etwas störsicherer, aber die 
Eigenerwärmung des Sensors könnte auch das Ergebnis verfälschen.

3.Halte schon mal Entstördrosselnl Abblock-C usw. in Lauerstellung.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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oszi40 wrote:
> 1.Obwohl 2 m keine lange Leitung sind, könnten sie doch wunderbar "als
> Antenne" wirken.
Naja, 2m verlegt in einem Metallschrank, der von unten bis oben u.A. mit 
Schaltnetzteilen vollgestopft ist...

> Da scheint mir die Schaltung weniger wichtig als der
> sinnvolle AUFBAU mit ausreichender Abschirmung und gut gewähltem
> Massepunkt.
Koax-Kabel ist klar, aber trotzdem: LMx34 oder LMx35...?


> 2.Bei größerem Strom wird das Signal zwar etwas störsicherer, aber die
> Eigenerwärmung des Sensors könnte auch das Ergebnis verfälschen.
Was wohl insbesondere für den LMx35 zu beachten wäre, nicht?

> 3.Halte schon mal Entstördrosselnl Abblock-C usw. in Lauerstellung.
Auch das.

Aber auf welchen 'Sensor' würde man nun am geschicktesten setzen?

Autor: peter-neu-ulm (Gast)
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Was spricht gegen die digital ausgebenden Temperatur-Mess-IC's ? (DS...)
Bei stark gestörter Umgebung ist digitale Übertragung doch sowieso 
angesagt.

Autor: peter-neu-ulm (Gast)
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Ansonsten ist die Übertragung von Messwerten mit Konstantstrom die 
verbreitete Methode (4..20mA-Schleife). Störungen werden meist 
induktiv-niederohmig in den Messkreis induziert, und sind daher bei 
eingespeistem Strom-Messwert besser zu unterdrücken als bei 
eingespeistem Spannungs-Messwert. Demnach müsste der LMxx mit 
Strom-Messwert geeigneter sein.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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peter-neu-ulm wrote:
> Was spricht gegen die digital ausgebenden Temperatur-Mess-IC's ? (DS...)
Preis, Beschaffbarkeit und Komplexität. Die Dallas-Dinger im TO92 gingen 
noch, aber Sensoren im SO-Gehäuse kann ich leider nicht brauchen, da ich 
plane, die Dinger direkt ans Kabel zu löten und dann einzuschrumpfen.

> Bei stark gestörter Umgebung ist digitale Übertragung doch sowieso
> angesagt.
Klar.


Also die stronvariable Methode, Danke :-)

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Sven P. wrote:
> ...
> Was würdet ihr machen?


Die NatSemi Applikationshinweise würde ich lesen.
Dort gibt's einige tips bezgl. Anschluß mit längerer Leitung.


hth,
Andrew

Autor: oszi40 (Gast)
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>Koax-Kabel ist klar ...

Da wäre ich noch nicht so sicher, ob Koax immer der Stein des Weisen 
ist.
Eine Lösung mit geschirmten CAT5-Kabel wäre auch eine Überlegung wert, 
wenn Masseprobleme im Spiel sind.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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oszi40 wrote:
>>Koax-Kabel ist klar ...
>
> Da wäre ich noch nicht so sicher, ob Koax immer der Stein des Weisen
> ist.
Vom zentralen Prozessor bis zu den Sensoren denke ich ist Koax schon ok.

> Eine Lösung mit geschirmten CAT5-Kabel wäre auch eine Überlegung wert,
> wenn Masseprobleme im Spiel sind.
Jo, untereinander werden die Prozessoren mit sowas verbunden. Allerdings 
nicht CAT5, sondern ISDN-Kabel und dann mit RS485, das ist dann allemal 
störsicher genug.

Autor: faraday (Gast)
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ich wäre auch für den Stromsensor mit x-beliebigem 2-poligen verdrillten 
Kabel.
App.Notes lesen ist natürlich nicht schädlich.
Nimm doch einfach je einen Strom/Spannungssensor, Abschlußwiderstand 
entsprechend des gewünschten Ausgangsspannungswertes dran, rein in' 
Schrank und Oszi dran. Dann wirste ja sehen, wer besser ist.
Wir hatten mal soviel EMI, daß beide verrückt gespielt haben. Da haben 
wir dann NTC genommen.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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faraday wrote:
> App.Notes lesen ist natürlich nicht schädlich.
Habe ich, mittlerweile kenne ich vermutlich den Markt an Analogsensoren 
auswendig ;-)

> Nimm doch einfach je einen Strom/Spannungssensor, Abschlußwiderstand
> entsprechend des gewünschten Ausgangsspannungswertes dran, rein in'
> Schrank und Oszi dran. Dann wirste ja sehen, wer besser ist.
> Wir hatten mal soviel EMI, daß beide verrückt gespielt haben. Da haben
> wir dann NTC genommen.
Auch ne Methode, warum eigentlich nicht.
Wenn ich meine Auswertung auf den stromvariablen Sensor auslege, kann 
ich später sogar relativ problemlos auf NTCs umrüsten.

Autor: oszi40 (Gast)
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CAT5/6/7 hätte jedenfalls genügend (4 Paar) verdrillte Drähte und einen 
schönen Schirm. Da wäre zukunftsorentiert sogar eine Mehrfachmessung 
oder viele Massestrippen oder notfalls ein OPV-am Messort möglich.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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oszi40 wrote:
> CAT5/6/7 hätte jedenfalls genügend (4 Paar) verdrillte Drähte und einen
> schönen Schirm. Da wäre zukunftsorentiert sogar eine Mehrfachmessung
> oder viele Massestrippen oder notfalls ein OPV-am Messort möglich.
Jo klar, wobei ich dann aber wenigstens die RJ45-Stecker vermeiden 
möchte... das könnte in einem Routerschrank mitunter zu bösen 
Verwechselungen führen g

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