Hallo,
Ich habe eine 12V-> 50V Boost-Schaltung mit lm2577-ADJ aufgebaut.
Die Daten habe ich von der national-Site vom lm2577 -> rechts gibts ein
applet das einem die Dimensionierung berechnet für vorgegebene Werte.
Funktionierte anfangs gut, leider dauerhaft nur auf ca. 1/3 des
erhofften sowie errechneten Stromes!
Die Spule hat 22mOhm, ansonsten sind die Elkos Low-ESR, ... ich weiß
nicht mehr weiter!
Aus verzweiflung habe ich den lm2577 gekillt, wie ich das gemacht habe
... weiß ich auch nicht.
Trotzdem möchte ich die Schaltung unter neubeschaffung des ICs
verwenden, die Frage wäre, weiß jemand, woran der Stromarmut bedingt
ist?
Kann es sein, dass ein nachgeschaltetes Relais auf schaltseite (also
nicht die spule) irgendwelche impulse erzeugt, die dem LM den garaus
gemacht haben?
ist so ein normales high frequency 5V relais?
ODer kann dauerhafte Überlastung (was eigtl nur spannungsabfall zur
folge hätte? ) von sagen wir 15 sekunden dem was anhaben?
ich vermute, dass mein gekillter lm2577 den output transistor
abgeschossen hat, der wird einfach extrem schnell warm und die spule
fiept.
mit dem brauch ich also nix mehr machen... soll ich andere bauteile
wählen/ was anderes machen???
danke im voraus!
Gruß Hannes
> Die Spule hat 22mOhm, ansonsten sind die Elkos Low-ESR, ... ich weiß> nicht mehr weiter!
Wieviele µH hat die Spule, welchen Kern, wann geht dieser in Sättigung?
der Ohmsche Widerstand ist so ziemlich das unwichtigste Detail für dein
Problem.
Und die Diode? Welcher Typ ist verbaut, Schottky, oder 1N4001?
oh, sorry.
150µH , 2.6A sättigungsstrom, material: ferrit.
bezeichnung: PISR-151M-04
powered by reichelt
alle anderen werte sind in der grafik selbst eingetragen worden.
danke im voraus!
Einen Wert vermisse ich: Wieviel Strom brauchst du?
Das mit dem Poti ist gefährlich: Wenn der einen Wackelkontakt hat,
springt die Spannung gegen unendlich. Daher sollte man das Poti so
beschalten, dass der Schleifer den Maximalwert nur verringern kann, also
so dass Schleifer und ungenutztes Ende verbunden sind.
Hmm, die Spule scheint also i.O. zu sein.
der LM2577, ist der auch "Powered by Reichelt"?
Ist das ein "echter" von national, oder einer der billigen
China-Nachbauten, die Angelika so gerne verscherbelt?
also, wenn China nicht auch schon so dreisst ist, und das N auf ihre
billigteile raufprägt, dann ist es zur abwechslung ein original!
Ich bräuchte 300mA, das ist laut WEBENCH machbar.
rauskommen aber nur etwa maximal 130mA...
@ Benedikt: Danke für den Tipp, mache ich sofort. allerdings verringert
sich damit mein Widerstand von 50 auf 25 K :(
Alternativ würde ich einen 50K Widerstand zu meinem Poti
parallelschalten, damit sind die 50K immer gesichert, selbst wenn das
poti spinnt.Dazu käme dann einfach noch ein 25K in Reihe.
Den unteren Spannungsbereich brauche ich eh nicht ;)
Ich habe gehört, dass der OUTPUT-Transistor im LM nicht
überspannungsgeschützt sein soll?
Gruß Hannes
Hannes wrote:
> Ich bräuchte 300mA, das ist laut WEBENCH machbar.> rauskommen aber nur etwa maximal 130mA...
Ja, sollte gehen.
Laut dem hier:
http://schmidt-walter.eit.h-da.de/smps/aww_smps.html
ergibt sich ein Spitzenstrom von 2A. Das sollte die Spule problemlos
verkraften.
> allerdings verringert> sich damit mein Widerstand von 50 auf 25 K :(
Nein, der Widerstand bleibt gleich. Der Teil des Potis zwischen
Schleifer und mit Schleifer verbundenem Anschluss wird nur von keinem
Strom durchflossen, solange der Poti einen sauberen Kontakt hat.
> Ich habe gehört, dass der OUTPUT-Transistor im LM nicht> überspannungsgeschützt sein soll?
Ja. Mach mal ein Foto vom Aufbau, auf dem man die Anordnung der Bauteile
und die Verdrahtung sieht. Parasitäre Induktivitäten können nämlich
schnell zu Überspannung führen.
ja hast recht. Ich hab das falsch aufgenommen und dachte, du meinst, die
beiden äußeren zusammenzuschalten. ist mir dann in der küche aber auch
eingefallen, dass es besser geht -> deine variante :-)
das ganze habe ich zum test auf nem steckbrett, die dicken teile mal auf
teufel komm raus auf dünnere silberlackdraht-Enden aufgelötet. Das
sollte aber bei < 15W keine Hürde sein, oder?
sollte ich hier prinzipiell dinge falsch machen, bitte aufklären! ich
mache sicher mehr fehler als ich mir vorstellen kann... ist mein erster
step-up, hatte vorher nur step-downs, linearregler und massen an
digitaltechnik, die nichts mit analogtechnik (na sagen wir in grenzen)
am hut haben (bitte nicht zu genau nehmen ;) )
Auf dem Oszi habe ich auf der Verbraucher-Seite kleine Spikes gesehen,
als das Ding noch funktioniert hatte.. ich nehem an, die sind normal?
die waren allerdings so teilweise 4-5V hoch... und das bei 500µs
Auflösung..
Gruß Hannes
Dir ist klar dass über das Steckbrett dann zwei Ampere fließen?
Die low-ESR Elkos sind bei Übergangswiderständen von geschätzt
100mOhm/Verbindung auch nicht mehr so wichtig.
PS: Positiv anzumerken ist die gute Qualität des Fotos, wie man sie
leider nicht alle Tage sieht.
Hannes wrote:
> das ganze habe ich zum test auf nem steckbrett,
Der Aufbau ist, ich sag mal gewagt.
> Auf dem Oszi habe ich auf der Verbraucher-Seite kleine Spikes gesehen,> als das Ding noch funktioniert hatte.. ich nehem an, die sind normal?
Bei dem Aufbau ist das normal.
Bau das ganze am besten mal ordentlich auf, also auf Lochraster oder
einer geätzten Platine, mit kurzen Verbindungen an den kritischen
Stellen.
Im Datenblatt auf Seite 14, FIGURE 4.
All die Verbindungen die schräg eingezeichnet sind, sollten auch
wirklich Sternförmig an die entsprechenden Anschlüsse gehen und sollten
möglichst kurz sein. Insbesondere der Kreis, Pin3, Cin, L, D, Cout, Pin3
sollte eine möglichst kleine Fläche umspannen.
ihr habt recht, ist auch verständlich, nur war bin ich beim 1. mal nun
mal unsicher und hatte mich deswegen gegen sofortiges Löten
entschlossen.
Also ist der eindeutige Grund im Steckbrett zu suchen? Oder gäbe es noch
andere potentielle störquellen?
Gruß Hannes
Schaltregler auf Steckbrett wird nichts (hatte ich früher auch Versucht)
Mindenstens Lochraster, und Schau das die "Schaltenden Leitungen" eine
möglichst kleine Fläche aufspannen.
Hannes wrote:
> also, wenn China nicht auch schon so dreisst ist, und das N auf ihre> billigteile raufprägt, dann ist es zur abwechslung ein original!
Nee, von Fälschungen hab ich bei R. noch nichts gehört, wenn sind das
Nachbauten, die auch als solche erkennbar sind.
Ich hatte z.B. beim letzten mal "LM 2576 T-ADJ" bestellt, und "TS2576"
bekommen.
Mit Logo von "Taiwan Semiconductor", laut Datenblatt genauso gut wie das
Original.
Ausprobiert hab ich die Teile aber noch nicht.
Fralla wrote:
> Ähnliches ist mir auch passiert, ich würde es nicht als Fälschung> bezeichnen, aber man bekommt einfach nicht was man Bestellt -> Betrug
Betrug würd ich das auch nicht nennen... Steht ja auf jeder
Artikel-Detailseite: "Hersteller: FREI", auf Deutsch: "Was halt grad am
billigsten ist".
Und die Datenblätter die Reichelt zum download anbietet sind meist auch
ein guter Hinweis:
Wenns dort zwei Versionen, eine von "NATIONAL SEMICONDUCTOR" sowie eine
von "UNISONIC" gibt, kann man sich ja denken was am Schluss in der Tüte
steckt.
wird lm2577 heiss ?
fast alle STEP-UP's darf man nicht ohne last betreiben.
ich würde mindestens 500 Ohm schalten.
und auf keinen fall aufm steckbrett.
ich bereite gerade das layout auf punktstreifenraste vor.
500 OHM ? das wär ja 1/3 des nennstromes! ich meine, ja, schon richtig,
dass niemals ohne last, blos wieviel mindestlast braucht ein lm2577 auf
50 V output laut datasheet?
ich kann da nix finden, was ein art minimum an I_Load nahebringt...
Zumal eine minimale last dran ist, nämlich ~62,5k Ohm.
gute nacht gruß,
Hannes
Sehe im Datenblatt auch nichts was für eine minimale Last spricht.
Alte Schaltregler konnten nicht ohne, da sie keinen PWM Betrieb kannten,
die Spannung dann also hochlief. Moderne lassen einfach ein paar Takte
aus.
hab mir jetzt einfach bei national samples von den teilen bestellt.
Hoffe, die kommen an und schön wärs ja noch, gleich morgen :-P
Das Layout muss nicht EMV-gerecht sein, oder? Ist doch alles weit
unterhalb 100khz. Sicher werde ich trotzdem keine meterlangen
leiterbahnen verwenden . Meine Schaltung würde auf 18x17 Loch passen.
Liegt aber daran, dass ich wie oben das Bild zeigt, viele SMD-Teile
habe, die ich auch auf den Leiterbahnen auflöte, vorher die anderen
weg-dremel.
Hab mir das Datasheet nochmals zu Gemüte geführt. Man lässt sich leicht
durch den Anfang etwas hinreißen:
"Included on the chip is a 3.0A NPN switch and its associated
protection circuitry, consisting of current and thermal limiting,
and undervoltage lockout"
Leider, steht dann irgendwo klein als Fußnote, dass das bei
Step-Up-Beschaltung nicht der Fall ist. Wenn man also nicht alle
Ostereier im Sinne von Hinweisen auf dem Sheet gefunden hat, dann wird
man mal so richtig bestraft (ich zumindest). Aber was hat man nicht
alles von dem Leergeld :-)
Ich melde mich, wenn ich das auf Lochraster aufgebaut habe - und sage
euch, was der Wechsel gebracht hat!
Gruß Hannes
Es wird immer wieder vergessen, das die Regler eine interne
Leistungsbegrenzung haben- Im Datenblatt (national instruments) steht
auf Seite 4 bei den "Absolute Maximum Ratings" -> Power dissipation
internal limited. Die Gesamtverlustleistung welche der Baustein aushält
hängt vom Gehäusetyp ab (s. Tabelle S. 12 Datenblatt).
Ich vermute mal dein LM2577 regelt einfach ab, weil im die
Verlustleistung zu hoch ist.
Was die Leistungsbegrenzung angeht wäre ich etwas vorsichtig: "Due to
timing considerations of the LM1577/LM2577 current limit circuit, output
current cannot be internally limited when the LM1577/LM2577 is used as a
step-up regulator. To prevent damage to the switch, its current must be
externally limited to 6.0A."
eben! deshalb meinte ich ja, dass es zwar ganz vorn im sheet steht, dass
er protection hat, aber eben beim step-up -"modus" nicht..
mein lm2577 ist richtig durchgeschossen, mit dem teil kann ich
problemlos > 5A ziehen, wenn ich das ding mit 165 Ohm belaste (
entspräche 300 mA auf belastungsseite)
Der wird selbst bei ner LED und nem 10k WIderstand in reihe richtig
heiß, auch mit Kühlkörper, der 3 mal größer als der ic selbst ist.
Daher "maximum power-dissipation : selbstabregelnd" imo nur dann gültig,
wenn man ihn nicht im step-up modus betreibt. Leider!
@H.joachim Seifert:
vollkommen richtig, aber ist die Frequenz nicht maßgeblich daran
beteiligt? Was wäre noch zu beachten?
Gruß Hannes
So!
Ich wollte nur abschließen und sagen, dass es wirklich daran gelegen
haben muss. Ich habe das nun auf einer Lochraster-platine aufgelötet,
schnurrt wie ein kätzchen, liefert wie berechnet den Strom bei 50V.
Resumé: Step-up-Regler nie auf Steckbrett aufbauen! Da wär ich nie im
Leben drauf gekommen, dass das daran liegt.
Danke für Eure Hilfe!
Gruß Hannes