Ich hatte eigentlich vor, mein neues AVR NET-IO Board einfach mal
testweise (oder auch länger) ans Internet zu hängen, just for fun.
Nach dem Lesen der Beschreibung denke ich jedoch, dass das -- im
Default-Zustand -- keine gute Idee ist, denn darüber könnte ein Cracker
die Software neu flashen und somit durch die Firewall hindurch eine
Backdoor ins LAN öffnen.
Wie man hier http://isc.sans.org/port.html?port=50290 sieht, finden
tatsächlich regelmäßig Zugriffe auf den Port statt, der von dem Board
mit der Default-Software genutzt wird.
In der mitgelieferten Beschreibung wird somit richtigerweise darauf
hingewiesen, dass das Board nur für das LAN empfohlen wird.
Die Frage stellt sich sinngemäß natürlich auch bei anderer Software
sowie anderen Boards.
Hallo,
naja, Gegenbeispiel: der Webserver von U.Radig enthält keinen Bootloader
oder sonstigen Code, der den AVR-Flash beschreiben kann.
Da der AVR Software nur aus dem Flash ausführen kann, mögen Hacker den
Webserver vielleicht zum Absturz übberreden können, mehr aber auch
nicht.
Zu Deinem obigen Beispiel: es sitzen vermutlich tausende Script-Kiddies
im Netz, die krampfhaft nach einem NET-IO im Netz suchen, eine tolle
Software für dieses Board geschrieben haben und diese unbedingt auf Dein
NET-IO flashen wollen. Vielleicht ist das aber auch viel zu
uninteressant...
Ich würde natürlich nicht so unbedingt einen NET-IO mit der
Standard-Software ins Netz stellen und damit wichtige Sachen steuern.
Das wäre selbst mir zu nervend, wenn da dauern einer das Licht ein- und
ausschalten würde oder die Rollos hoch- und runter fährt.
Gruß aus Berlin
Michael
> naja, Gegenbeispiel: [...]
Ich meinte nicht, dass alle Geräte verwundbar sind, sondern dass man
sich bei allen Geräten fragen sollte, ob sie es sein könnten und was
dabei geschehen könnte. Ich möchte meine Heizung nicht gerne durch
Außenstehende steuern und meine Daten und Passwörter nicht durch
Angreifer sniffen lassen.
Sicherheit im Internet ist kein einfaches Thema, wie die zahllosen
Patches und gewisse Medienmeldungen (und inzwischen auch Gesetze) uns
seit Jahren vor Augen führen. Und nicht umsonst gibt es Devices mit
Crypto-Befehlen.
Mit der weiter zunehmenden Verbreitung von Embedded devices,
insbesondere solcher mit nicht offener Software, wird dieses Thema mit
Sicherheit ;-) immer mehr Bedeutung erlangen.
Du hast doch wahrscheinlich einen Router...
Also leitest du einfach nur den Port 80 an das Net IO weiter, dann kann
keiner eine neue Firmware flashen.
(Ich geh jetzt davon aus das über das Web Interface nicht geflasht
werden kann)
Ich finde auch das das Thema noch unterschätzt wird. Und wenn das
Internet der Dinge so wie es das Frauenhofer Institut vorhersagt kommen
wird sollte es schon etwas mehr beachtet werden. Mal unabhängig vom
NET-IO.
Der Bootloader vom originalen AVR Net IO kann nur durch Setzen von einem
Jumper gestartet werden. Und dann erfolgt der Softwaredownload über die
serielle Schnittstelle. Dass jemand über das Web Erfolg hat, halte ich
damit für aussichtsloser als das bei jedem anderen Rechner.
Auf Grund der Codesections und Fuses ist es der Webanwendung
physikalisch nicht möglich, den Bootloader zu ersetzen. Und der original
Bootloader versteht kein Ethernet, damit würde man sich seinen eigenen
Ast absägen...
Genausowenig kann sich die Webanwendung selbst überschreiben.
Grüße,
Peter
Wie Michael U. (amiga) schon andeutete, wird sich ausserdem wohl kaum
jemand mit der Möglichkeit befassen, wie man ein Pollin Net-IO, egal mit
welcher Software, über das Netzwerk hacken kann. Gleiches gilt für die
meisten anderen embedded Devices. Die Software und Hardware dieser
Geräte ist einfach zu unterschiedlich, so daß schon ein enormes
Interesse dahinter stehen muß, um gerade dieses eine Gerät zu hacken.
Mal fix aus dem Viren-/Trojaner-/Wurm-Baukasten irgendwas
zusammenklicken ist dann nicht. Somit ist bei meisten Skriptkiddies
spätestens an dieser Stelle das Interesse gestorben.
Wer das Gerät zum Schalten wichtigerer Gerätschaften, wie z.B. der
Heizung verwendet und es dazu noch zum Zugriff aus dem Internet
freigibt, der möge die wichtigen Funktionen doch bitte wenigstens mit
Kennwort schützen. Sonst ist er selbst schuld, wenn er im Winter mal im
kalten Haus sitzt.
Anders sieht das vielleicht in folgendem Fall aus, der auch nur rein
hypothetisch ist: Ich schreibe eine Superduper-Overkill-Software für den
Net-IO. Eine Software, die alle Wünsche erfüllt und die unbedingt alle
haben wollen. Eine Art "eierlegende Wollmilchsau". Ich schreibe diese
aber als "closed source", sprich, niemand kann die Quellen sehen. Weil
ich aber von Grund auf böse bin, baue ich in die Software eine
Netzwerk-Password-Sniffer rein und verstecke diese Funktion so im
Programm, daß die nicht so einfach durch reassemblieren zu finden ist.
Nun bekomme ich von allen Leuten, die meine Software einsetzen,
alltäglich die gesammelten Logins und Kennwörter zugeschickt.
Oben genanntes Problem hat man aber mit jeder Software, zu der man nicht
die Quellen gesehen hat. Entweder man vertraut dem Software-Lieferanten
(im Falle von fertigen embedded Lösungen ist das ja meist auch der
Hardware-Lieferant), oder eben nicht.
Gruß, Helge
Ich finde das gut, wenn man sich darüber Gedanken macht.
Wir hatten mal einen Temperaturfühler im Serverraum, der bei
Überschreitung einer einstellbaren Temperatur eine Email versendet hat.
Warum das Teil eine routebare IP bekommen hatte kann ich nicht mehr
sagen. Ist auch egal. An einem Wochenende hat jedenfalls jemand raus
bekommen, daß das Teil als SMTP Relay zu verwenden ist und hat darüber
etwa 3 GB Spam geschickt (damals wurde der Traffic noch in MB
abgerechnet).