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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik TQFP44/64: sockel/adapter erhältlich?


Autor: Kai (Gast)
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Hallo leute, gibt es sowas, wie können solche beinchen von
normalsterblichen verlötet werden?

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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Wenn du mal SMD löten an Widerständen übst, dann geht das selbstlöten
von TQFP auch, ist nur eine Frage der Technik.
Ich hab gestern das erstemal so ein Gehäuse verlötet, bis auf eine
Brücke gings tadellos. Man kriegt Brücken aber mit viel Flussmittel
wieder weg.

Wichtig: viel Flussmittel, ich hab das Gel von Reichelt. Bei der
Platine am Foto hab ich zusätzlich noch SK10 Lötlack drauf, deswegen
sieht es noch so "schmutzig aus".

Mein erster TQFP Versuch:
http://www.ganter.at/elektronik/mikrocontroller/IMG_3690.JPG

Autor: Kai (Gast)
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sieht ja nich schlecht aus, aber was macht man wenn der chip kaputt
geht?

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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Platine wegwerfen. :-)
Eventuell mit Heissluft auslöten, hab ich aber noch nie gemacht.

Autor: Oliver Keller (Gast)
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na klar gibt es solche Adapterplatinen!
Die Firma Mainprint hat bisher bei Ebay  12 Stück auf einer Karte für
4EUR als "SMD QFP Adapter" angeboten - gerade gibts wohl keine.
Ansonsten hat mittlerweile sogar Conrad welche im Programm - natürlich
teurer.
Das Löten ist auch wirklich leichter als man denkt! Ich habe garnicht
erst versucht, lötbrücken-frei zu arbeiten. Mit etwas feiner
Entlötlitze kriegt man das sehr sauber hin. Diese Technik ist auch im
WIKI nachzulesen.


Gruss,
oli

Autor: Sebastian (Gast)
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Hab mal irgendwo was gelesen das man SMD Platinen auch im Ofen
"backen" kann, wobei man dabei auch mit Flußmittel + Lötstopplack
arbeiten muß.

Hab sowas auch noch nicht probiert, aber irgendwann werd ich mich da
wohl mal rantrauen müssen... weil wäre ja schade um die µC die ich hab
und deswegen nicht benutze. Wäre sehr praktisch wenn man so einen
Sockel wie auf dem STK501 einzeln kaufen könnte und der nicht so teuer
wäre.

Autor: wolli (Gast)
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Du meinst die Nullkraftsockel? Bei dem Platz, den die einnehmen, kann
man auch gleich einen bedrahtetes IC einlöten.

Autor: Sebastian (Gast)
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Hi!

Ich habe gestern blöderweise durch einen dummen Lötfehler (winzig
kleine Lötbrücke zwischen einem freien Portpin und VCC) mein
MSP430-Headerboard völlig geschrottet. MSP430 hin, Funkmodul hin,
MAX232 hin. :-( Der Blitz war ganz schön heftig ...

Naja, jedenfalls stehe ich gerade vor genau demselben Problem. Der
MSP430 ist 64-Pin LQFP, also nicht gerade easy zu löten. Ich habe mich
mal nach Nullkraftsockeln umgeschaut, die kosten ab 60 Euro aufwärts.
:-(

Also habe ich erst mal versucht, mein Header-Board zu retten. Den alten
MSP habe ich mit viel Lötzinn einigermaßen rausbekommen. Im Nachhinein
denke ich aber, dass Heissluft besser gewesen wäre. Den neuen habe ich
jetzt drin, leider sind aber noch drei Brücken drin. Das eklige ist,
dass diese Brücken HINTER den Beinchen (also Richtung µC) sind, da
kommt kein Lötkolben ran. Auch viel Flußmittel hat's bisher nicht
richten können. :-(

Naja, ich muss Montag mal neue Entlötlitze kaufen, meine alte ist denke
ich zu dick für gute SMD-Arbeiten ...

Autor: Dirk (Gast)
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Au weia, so wie ich das hier lese, braucht es jetzt mal einen Tip aus
einer Elektronik-Fertigung:

1. Ist Flussmittel oder sonstige Substanzen, die angeblich das löten
einfacher machen, absolut tabu für moderne elektronische Bauteile! Die
darin enthaltenen Substanzen sind sehr aggressiv und Ihr erhaltet
unzuverlässige Verbindungen.

2. Entlötsauglitze ist die erste Wahl für das überarbeiten von
Lötstellen.

3. Am besten nur das 0,5er, besser 0,35er oder 0,25er Lötzinn nehmen.
Diese haben eine wesentlich niedrigere Schmelztemperatur als das
übliche 1,0er Lötzinn.

4. Die Pins alle schnell löten. Danach mit Entlötsauglitze das
überschüssige Lötzinn wieder absaugen. Funktioniert prima!

Viel Erfolg!
Dirk.

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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"1. Ist Flussmittel oder sonstige Substanzen, die angeblich das löten
einfacher machen, absolut tabu für moderne elektronische Bauteile! Die
darin enthaltenen Substanzen sind sehr aggressiv und Ihr erhaltet
unzuverlässige Verbindungen."

Du hast flussmittelfreies Lötzinn? Wo kann man sowas kaufen?


Gerade bei SMD soll alles in Flussmittel schwimmen, weil sonst ist es
absolut nicht lötbar. Hast du schon mal auf einer Lötstelle
herumgelötet an der das Flussmittel schon verdampft ist? Da rinnt nix
mehr, das Lötzinn nimmt alle möglichen Formen an, nur nicht die es
soll.

Was du meinst ist vielleicht das "Lötfett" das man zum Dachrinnen
löten nimmt. Das was man in der Elektronik unter Flussmittel versteht
hat damit nix zu tun, dass ist eben speziell für Elektronik ausgelegt.

"3. Am besten nur das 0,5er, besser 0,35er oder 0,25er Lötzinn
nehmen.
Diese haben eine wesentlich niedrigere Schmelztemperatur als das
übliche 1,0er Lötzinn."
Das ist wohl auch Käse. Die Schmelztemperatur hängt von der Legierung
ab, nicht von der Drahtstärke. Mein (bleifreies) Zinn schmilzt so bei
218°C, egal ich den 1mm oder den 0,5mm Draht nehme. Das "normale"
giftige Lötzinn mit Blei hat einen ca. 20-30°C niederen Schmelzpunkt.

Was du meinst: es schmilzt schneller, da es sich an der Lötspitze
schneller erwärmt. Das wirkt sich umso mehr aus, je dünner die
Lötspitze ist, da sie dann schneller an Wärme verliert.

"4. Die Pins alle schnell löten. Danach mit Entlötsauglitze das
überschüssige Lötzinn wieder absaugen. Funktioniert prima!"

Das hab ich vorhin im Wiki auch gelesen, muss ich mal probieren.
Allerdings ging das einzelne Löten der Pins recht einfach (mit 0.5mm
Zinn und Flussmittelgel).

Autor: Oliver Keller (Gast)
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hmm,
also ich denke da gibt es zweierlei Flussmittel.
Das Mittel alla Lötfett nicht für empfindliche Elektronik geeignet ist,
hab ich auch schon öfters gelesen und kann ich mir gut vorstellen. Aber
bei mir, im Max Planck Institut (Praktikum), verwenden wir druchaus
Flussmittel!
Soweit ich weiss, ist das das gleiche wie in der Seele von gutem
Lötzinn.

@Sebastian:
Mein Beileid! Ich hab übrigens gerade bei Ebay gesehen, dass die SMD
Adapter dort jetzt nicht mehr diese blöden Pinabstände haben - es ist
also kein Tuning mehr notwendig :-)

Gruss,
Oli

Autor: Sebastian (Gast)
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Jetzt wird's ja bald philosophisch ... :-)

> Die Pins alle schnell löten. Danach mit Entlötsauglitze das
> überschüssige Lötzinn wieder absaugen. Funktioniert prima!

Also das kann ich nicht ganz bestätigen. Ich habe schnell gelötet, und
dabei ist halt eine Brücke enstanden. Und mit Entlötlitze alleine geht
die auch nicht weg, weil sie eben hinter den Beinchen (zwischen
Beinchen und µC) ist. Selbst Flussmittel+Entlötlitze haben noch nicht
geholfen. :-(

Und zum Flussmittel allgemein: Ich kann es nur empfehlen. Wer schon mal
versucht hat, SMD zu löten, wird verstehen, warum. Einmal einen Fehler
gemacht und das Lötzinn klumpt, zieht Fäden, wird "alt", gibt Brücken
usw. Dann einfach ein bisschen Flussmittel drauf und alles "zerfließt"
wieder 1a auf seine Pads. :-)

Autor: Oliver Keller (Gast)
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@ Fritz
ich denke das bei feiner Entlötlitze v.a. der absaugende Effekt durch
Kapilarität größer ist.

Gruss,
oli

Autor: Sebastian (Gast)
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@Oli: Ja? Cool. Dann kauf ich jetzt glaube ich auch mal ein paar
Platinen. Naja, geht einem schon an's Herz, wenn die Arbeit der
letzten beiden Monate + 100 Euro mit einem Funken über die Wupper ist
... :-(

Autor: Oliver Keller (Gast)
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@Sebastian:
Und wenn Du die Platine beim löten kippst, so das die Lötbrücke
vorwandert?
Ansonsten gibts du einfach noch etwas mehr Lötzinn dazu!
Dann lässt sichs, der Oberflächenspannung sei Dank, bestimmt gut
absaugen.

Ich hab auch mal irgendwo gelesen, dass es ganz gut geht, wenn man so
genannte "SMD Lötpaste" auf die Pads aufträgt und dann mit dem
Lötkolben nur noch erhitzt. Die Paste gibts praktischerweise in einer
Art Spritze mit feiner Spitze.
Das Auftragen der Paste nennen die hier, in der Produktionsabteilung am
MPI, auch ganz hochtrabend "Dispensern". Naja, manuelles SMD Bestücken
eben. Am Schluss kommts dort halt in den Ofen statt unter den Kolben...

Gruss,
oli

Autor: Matthias (Gast)
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Hi

wenn mal selbst Lötsauglitze nicht mehr funktioniert nutzt man ein
gutes, altes Gesetz der Physik: Massenträgheit.

Man setzt einen dicken Lötklumpen (ernsthaft) über die betroffenen Pins
und schlägt dann ganz schnell die Platine mit der Kante und den
betroffenen Pins nach unten auf den Tisch. Das Lötzinn muß natürlich
noch flüssig sein. Das Zinn fliegt weg und die Pins sind frei. Nach so
einer Aktion muß man allerdings die Platine auf feine Zinnkugeln
untersuchen.

Matthias

Autor: john (Gast)
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ich löte so kleine bauteile immer wie folgt

auf jedes pad etwas(ganz kleine menge) lötzin mit dem kleinen roten
lötkolben von conrad auftragen. an zwei gegenüberliegenden ecken etwas
mehr auftragen. dann den chip an diesen zwei pads fixieren. dann jedes
einzelne bein mit der lötspitze in den zuvor aufgetragenen lötzinn
drucken. klappt wunderbar. ich mag absauglitze nicht.

john

Autor: Thorsten (Gast)
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Lötbrücken zwischen Pins kriegt man sehr leicht weg, in dem man beide
Pins gleichzeitig erhitzt und dann mit einer dünnen Nähnadel zwischen
den Pins vom Prozessor aus nach außen geht.

Thorsten

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