Hallo zusammen,
Es geht um die Entwicklung eines Datenloggers für die Anwendung auf
mobilen Spezialmaschinen. Es sollen Betriebsdaten wie Drücke und
Temperaturen von analogen/digitalen Eingängen sowie CAN-Bus zur späteren
Fehleranalyse aufgezeichnet werden und z.B. für einen bestimmten
Zeitraum über ein möglichst einfaches Interface abrufbar sein können,
beispielsweise im PDF-Format über einen integrierten Webserver und ein
Laptop mit Browser.
Zukünftig sollen über die selbe Hardware Steuerungsaufgaben an den
Maschinen realisiert werden können, z.B. Manipulatoren, Hydraulikventile
oder auch Kamerasteuerungen. Auch GPS und Fernwartung über GSM/GPRS
sollten ergänzbar sein.
Es soll möglichst auf bewährte, robuste Hardware von Drittanbietern
zurückgegriffen werden, die entsprechend parametriesiert bzw.
programmiert wird. Die Eigenentwicklung eines embedded Systems kommt
nicht in Frage. Im Idealfall sollte auch die Software mögichst wenig
individuell sein (also keine wilde Scriptesammlung auf einem embedded
Linux-System o.ä.).
Insgesamt würde sich für die Anwendung die Produktpalette von National
Instruments eignen, im speziellen das compactRIO-System mit
Programmierung in LabView RealTime und LabView FPGA. Die eigentliche
Frage ist jetzt, gibt es von andern Anbietern Systeme, die in Sachen
Robustheit, einfacher Anwendung, Modularität etc. vergleichbar sind? Ein
"normales" SPS-System wäre z.B. zuwenig, ein Industrie-PC zuviel.
Gesucht ist also eine flexible PAC-Lösung.
Wer kennt Alternativen?
Danke&Grüße
Raphael
> Die Eigenentwicklung eines embedded Systems kommt nicht in Frage.
Lieber viel Kohle fuer ueberteuerte PC Handware rausblasen. Auch wenn es
nicht braucht. National Instruments ist leider Geruempel fuer
Nichtswisser, die trotzdem alle Moeglichkeiten haben wollen. Ich hab
mich schon zuviel damit herumgeaergert. Die genanneten Aufgaben kann man
alle mit einem einfachen 8bitter erfuellen.
Naja. muss nicht sein.
Hi,
das ist genau der springende Punkt bei NI: Mit Kanonen auf Spatzen.
Leider sind die Randbedingungen nunmal so wie beschrieben.
Viel Kohle kann man übrigens auch für die Einrichtung eines neuen
Entwicklungsbereiches, Kinderkrankheiten und vor allem Lehrgeld
bezahlen, bis man dann seine selbst entwickelte spezialisierte Hardware
mit vergleichbaren Eigenschaften stehen hat.
Gesucht ist also eine möglichst robuste kommerzielle Hardwarelösung á la
SPS, die entweder modular erweiterbar ist oder die benötigen Funktionen
bereits beinhaltet (analog/digital IO, CAN, Webserver) und möglichst
einfach programmiert werden kann. Von mir aus auch konventionell in C,
aber ich will z.B. keinen Webserver mehr neu programmieren müssen, es
sollte also eine gute API stehen.
Grüße
Raphael
Die Anforderungen beinhalten u.a. aber auch eine sehr gute
Skalierbarkeit vom eher trivialen Logger zu komplexeren Aufgaben.
Automatisierungsmessen wären sicher hilfreich. Leider sind demnächst
keine Messen - ich bin für jeden konkreten Hinweis auf eine
Produktgruppe oder einen Anbieter dankbar.
Grüße
Raphael
Die geschilderten Anforderungen passen doch perfekt auf die compactRIO
Schiene von National Instruments. Und so teuer sind diese Systeme auch
nicht.
Ich kann die Kritik an der Preispolitik von NI Produkten ja oft
nachvollziehen, aber in dem geschilderten Fall wäre NI wirklich erste
Wahl.
Viele cRIO Module werden übrigens nicht von NI sondern von
Kooperationsparntern entwickelt und haben deswegen häuffig nicht die
NI-typischen hohen Preise.
So, noch ein kleines Eigen-Feedback fürs Archiv und alle, die sich dafür
interessieren.
Es ist trotz der hohen Kosten ein compactRio von National Instruments
geworden, mit der folgenden Begründung:
- Robustheit: Die Hardware ist extrem robust zertifiziert, das schafft
kaum eine Eigenentwicklung oder andere COTS-Embedded-Lösung. Dieser
Punkt ist für meine Anwendung existentiell.
- Flexibilität: Wenn man mit gewissen Performanceeinbußen leben kann,
ist LabView eine sehr mächtige Entwicklungsumgebung für alle möglichen
Einsatzbereiche. Falls man doch mal nen extrem schnellen Regler braucht,
kann man den auf dem FPGA des cRio implementieren - natürlich auch in
LabView. Nebenbei gesagt passt LabView auf FPGA wie die Faust aufs Auge,
hier wird erstmals echte Parallelität in der AUsfürhung erreicht. Sehr
gute Idee. VHDL lässt sich notfalls auch einbinden.
- Time-To-Market: Man mag von "Klickibunti" halten, was man will, aber
die Entwicklungsgeschwindigkeit unter LabView für diese Art von
Applikationen ist kaum schlagbar. Ich spreche von Version 8.6.
Nur um auch mal die Gegenseite zu beleuchten, da hier im Forum ja eher
die Sequenzielle Programmiererfraktion vertreten ist. Der Punkt mit den
hohen Lizenz- und Hardwarekosten bleibt natürlich, da muss je nach Fall
entschieden werden ob die durch die Vorteile gedeckt werden.
Schönen Gruß
Raphael
Ich kann dir nur zustimmen...
Wir benutzen fuer Spezialfahrzeuge auch so ein selbstgestricktes
Zeugs... die haben 8 analoge / 8 digitale Einaenge und 8 digitale
Ausgaenge plus bis zu 6 serielle Schnittstellen... alles relativ langsam
... Schnittstellen laufen alle auf 9600 und die I/O sind auch lahm.
Haben ein WLAN Modem dran, GPS usw. Das Ganze sollte natuerlich
updatebar sein... mit Hilfe der Luftschnittstelle... ein einziger
Lacher, denn das funktioniert bis heute nicht...
Ein einziger Krampf... Auf dem Board ist ein FPGA, ein kleiner AVR und
ein BasicTiger... ach herje schon das Ding im Griff zu haben ist schon
schwierig. Waehrend der ganzen Zeit muessen 2 Leute bereitstehen um die
Bugs zu beheben. Immer wieder updates von Wilke usw... irre...
Ausser dem Preis sehe ich keine Vorteile...
Hallo zusammen
ich weiss dass ich einen uralt-Thread aufgreife, aber beim googeln nach
"national instruments Alternativen" erscheint der als erstes, deshalb
möchte meinen Input dazugeben (und nicht einen neuen Thread startet den
man sowieso nicht findet wenn man danach sucht).
Bin auch dabei verschiedene Testsysteme zu evaluieren und hab eine
vielversprechenende Alternative gesehen, die "imc Meßsysteme". Die bauen
Messhardware und Software. Der grosse Unterschied zu National
Instruments ist, soweit ich sehe, dass man das Testprogram nicht selber
schreiben muss, sondern man konfiguriert die Schritte die dann
automatisch ablaufen sollen.
Ist wahrscheinlich schneller als mit Labview/Labwindows ein eigenes
Programm zu erstellen, aber ich nehme an dadurch auch nicht so flexibel.