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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Löten von SMD Package LQFP


Autor: Marcus M. (Gast)
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Hallo,

ist es möglich, das Packages LQFP von Hand zu löten?
Wenn ja, könnte mir dazu jemand ein paar Tips geben - leider ist hier
ein Bauteil falsch angekommen und jetzt sitz ich da drauf. Wollte das
aber gerne so schnell wie möglich testen.

Danke!

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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Meinst du TQFP?

Wenn du ein passendes Flussmittel hast gehts mit der Hand. Sogar ein
dicker alter Mann wie ich kann das so halbwegs, siehe:

http://www.kraftvoll.at/elektronik/mikrocontroller/tqfp.jpg

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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Falls die Frage nach dem Flussmittel kommt, ich hab so eine Spritze von
Reichelt (Edsyn/FL-22). Allerdings löte ich bleifrei, dass ist einiges
schwieriger als normales Zinn. Und der Lötdraht sollte nicht mehr als
0,5mm durchmesser haben, sonst gehts nur mit Entlötlitze.

Autor: Marcus M. (Gast)
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Hallo,

erstmal Danke für die Antworten,

ich meine wirklich LQFP:
http://www.maxim-ic.com/package_drawings/56-G5002-000.pdf

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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Naja, das ist 0,5mm Pinabstand, TQFP hat 0,8mm, wird etwas haarig.

Autor: Ganove Nr.1 (Gast)
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Hallo,

0.5mm Pitch geht schon von Hand - aber schon sehr schwierig. Ich mach
das immer so:

1: alle Pads verzinnen, dann mit Sauglitze wieder entzinnen
2: Chip aufsetzten und die Eckpins anlöten
3: Die einzelnen Pads ca. 1mm vom Pin entfernt mit der Lötspitze heiss
machen und das Zinn zwischen Spitze und Pad auf die Leiterbahn halten.
Es fliesst dann von alleine unter den Pin.

Aber lass dir Zeit, verkurzschlusste Pins sind auch mit Sauglitze nicht
immer einfach zu säubern.

Als Lötkolben nehme ich prinzipiell für alles einen Weller 50W mit
superfeiner NoName spitze 0.3mm - mag übertrieben klingen, aber ich bin
den Gewöhnt und mir ist noch nie ein Teil kaputt gegangen.
Als Zinn verwende ich 0.5mm L-Sn60Pb38Cu2 von Alphagrillo oder 0.32mm
S-Sn60Pb38CuAg von Stannol.

Viel Erfolg!
Boris

Autor: Marcus M. (Gast)
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Hallo Fritz,

ist nunn leider passiert, sollte ja im TQFP kommen.
Ich hatte die vermutung, das es garnicht geht.

Versuch mal die Adapterplatinen von Reichelt. Vielleicht hilft das
etwas, denn das Ding muß später wieder auf den TQFP Sockel. Auslöten
mit Litze war ja reltaiv einfach und das einlöten bei 0,8mm hab ich mir
nicht schwerer vorgestellt. Jetzt wirds Kabelgedönse!

Gruß

Autor: Marcus M. (Gast)
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Hallo Boris,

das macht mir ja Mut. Werd dann wohl meine 1mm Spitze mal bis zum
Excidus abschleifen. Sollte aber bis 0.3mm gehen.

So long

Marcus

Autor: Matthias (Gast)
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Hi

geht ganauso. Chip genau ausrichten, dicken Zinnklumpen auf die
Lötspitze, über alle Pins siehen, evtl. Brücken mit Lötsauglitze
entfernen. Wichtig dabei ist das man die Pads länger macht als die
Pins:

|#######|
|# Pin #|
|#######|
|#######|
|       |
|       |
|       |
|  Pad  |
\-------/

Matthias

Autor: Ganove Nr.1 (Gast)
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Abschleifen kannst du erden, da nimmt die Spitze kein Zinn mehr an und
verzundert dazu noch ruck zuck.

@Matthias: von der Idee bin ich jetzt net 100% überzeugt

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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@Matthias

Ist das mit der Lötsauglitze zuverlässig? Ich habe da etwas Angst dass
ich zulange brauche und mir der Chip stirbt.

BTW: Weisst du eigentlich dass du nicht nur die SMD-Elkos, sondern auch
die SMD Tantals verkehrt herum zeichnest? Die Wannenbuchsen sind auch
verkehrt herum :-)

Freu mich schon auf die neue Version!

Autor: Florian Hrubesch (Gast)
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Ich darf hier einfach mal auf den Artikel im Wiki hinweisen:
SMD Löten;)
da is alles genau beschrieben,
Tqfp ist kein Problem.
mfg Flo

Autor: Lollipop (Gast)
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Hallo

Gibt es eigentlich firmen die das Kostengünstig machen können?
Oder kann man dies nicht bezahlen?



MfG

Lollipop

Autor: Marcus M. (Gast)
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Hallo,

erstmal recht vielen Dank für Eure Antworten!!

Werd dann wohl die Tage mal Reixhelt nerven ;-) - brauch wohl doch ne
neue Lötspitze und neuen Lötdraht.

Ergebnisse werdeb dann mal gepostet :-)

Schönes WE!

Autor: Matthias (Gast)
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Hi

Mann braucht zum Zinnentfernen mit der Lötsauglitze eine breite,
meißelförmige Spite. Dann geht das einwandfrei. Evtl. vorher an einer
alten Grafikkarte oder ähnlichem üben. Hab ich zu Lehrzeiten immer so
gemacht bei Chips mit 100+ Pins. Allerdings immer bei Platinen mit
Lötstop. Bei Platinen ohne Lötstop die Leiterbahnen auch Richtung Chip
von den Pads wegführen wirds evtl. kritisch wenn das Zinn dahin
fließt.

@Fritz
SMD-Tantals sind üblicherweise an der Anode markiert. Der Ersteller der
Tantals hatte aber welche die an der Kathode markiert waren. Ich hab das
einfach so übernommen.

Matthias

Autor: Ingo Henze (Gast)
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@Fritz
"Allerdings löte ich bleifrei, dass ist einiges schwieriger als
normales Zinn"
Woran liegt das, ist da der Schmelzpunkt höher, oder fließt das nicht
so gut, oder warum?

Es gibt ja "Bleifrei" ohne oder mit Silberanteil (Sn99 Cu1 bzw. Sn96
Ag4). Was ist denn da besser? Das mit Silberanteil ist ja auch um
einiges teurer, ist es auch besser (z.B. Fließverhalten)?

Gruß
Ingo

Autor: Axel Rühl (Gast)
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Steck das in einen Umschlag,geht das? ich helf Dir schnell...
Fugon GmbH
A. Rühl
Telematikentw.
Köpenicker Str.325B
12555 Berlin

Tel030-6476-2746

Gruß
AxelR.

Autor: Grillparzer (Gast)
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Hallo Axel

Ich hätte auch noch was zum loten mit 208 Pins was würde das kosten?

Gruss

Grillparzer

Autor: Axel Rühl (Gast)
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Hi Grillparzer,
nee lass mal...
Ich würde dich dann schon gerne unseren Bestücker weiterempfehlen.
Ich könnte aber auch ein kleines Büro eröffnen...

Was weiss ich, was sowas kostet(brauchen könnt' ichs schon,
Griechenlandurlaub wird bestimmt teuer, da weiss ich auch nicht, was
das wohl kosten wird)

Die Adresse von unsesrem Dienstleister kannste haben, meine Email steht
ja oben bei
AxelR.

Autor: Sebastian (Gast)
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@Fritz: Der Unterschied zwischen LQFP und TQFP ist aber nur die Bauhöhe
(low und thin) des µC, nicht der Pitch. So ist es zumindest bei TI mit
den MSP430. Der LQFP und TQFP haben beide 0,5er pitch, sind aber
unterschiedlich "hoch".

Ich löte sowas immer so:

1) Pads komplett sauber machen mit Entlötlitze.
2) Dicken Klumpen an die Lötspitze und damit über alle leeren Pads
fahren. Dabei bleibt auf jedem Pad ein kleines Bisschen Lötzinn
hängen.
3) µC genau platzieren (bei mir zuletzt ein 64-Pin MSP430 mit 0,5er
pitch!).
4) Mit dem Lötkolben an die Eckpins gehen und so fixieren (ohne neues
Lötzinn! Das, was noch auf den Pads drauf ist, reicht locker!)
5) Mit Flußmittel alle Pins tränken.
6) Mit dem Lötkolben (wieder ohne neues Lötzinn!) an allen Pads vorbei
gehen. Wenn's schön zischt, hält das Bauteil danach 1a. So gibt es
auch 100%ig keine Brücken.

Das klappt bei mir 1a. :-)

Autor: Axel Rühl (Gast)
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So in etwa mach ich es auch,
(Hitachi H8S2357,0.4er Pitch 120Pins)
ich nehme das Zinn komplett herunter, damit der Chip nachher plan
aufliegt, zumindest wenn die LP vom Fertiger kommt. Dann mach ich in
der Mitte bis über alle Pads einen KLecks Löttinktur (Kolophonium mit
spiritus angelöst) und setze den Chip darauf und geh' eine rauchen.
Wenn ich wiederkomme, ist das Kolophonium hart und der Chip kann
erstmal nicht mehr weg...

Dann wechsel ich die Spitze und setz eine etwas größere auf. Diese ist
vorn abgerundet und so breit, wie ca. 4 Pads zusammen. Etwas Lötzinn
auf die Spitze und wandere langsam von links nach rechts über die Pads.
Die Kappliarwirkung der Pads dankend, kriecht das Zinn erst zwischen die
Pads und wandert dann mit. Am Ende sind drei Pads meist verbunden, da
geh ich nochmal mit der (zinnfreien) spitze drann und das Zinn kriecht
an die Lötspitze und die Pins sind frei. das 4mal, bis man einmal rum
ist.
Das Positionieren ist eigentlich das komplizierteste an der Sache.
Gruß
AxelR.

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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@Sebastian und Axel

Ich hab jetzt eure Methode verwendet, und was soll ich sagen, sie ist
viel besser als meine alte Methode.

Leider hab ich etwas viel Kaffee getrunken gehabt, deswegen ist das
Gehäuse nicht ganz perfekt platziert, aber noch innerhalb von den Pads,
siehe Anhang.

Danke für die Tipps!

Autor: Sebastian (Gast)
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@Fritz: Ätzt (cooles Wort g) du deine Platinen eigentlich selber?
Hätte ich Platinen, würde ich morgen früh direkt 10 µC drauflöten und
hätte 10 Experimentierboards mehr ... ;-)

Autor: Fritz Ganter (Gast)
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Na klar ätze ich sie selber, die obige hab ich heute abend gemacht.

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