Hm wo fangen wir an?^^
Wenn Kältemittel aus dem Kältekreislauf entweicht, entweicht es
gasförmig und "rückstandslos" - man kann es also nicht sehen.
Mit dem Kältemittel weicht jedoch in der Regel auch Kältemittelöl aus,
das im Kreislauf für die notwendige "Schmierung" des Verdichters sorgt.
Ölige Stellen können daher ein Indiz für eine Leckage sein - da Öl
jedoch stelleweise für Arbeitsschritte während der Montage gebraucht
wird, muss es nicht immer eine Leckage als Ursache haben.
Wenn man einen Leckageverdacht hat (z.B. am Rohrsystem) kann man im
laufenden Betrieb mit Wasser + Spüli testen, ob sich Blasen an der
Stelle bilden (wie beim Testen von Fahrradschläuchen z.B.).
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Verdichter:
Wenn man seine Hand auf den Verdichter legt ist dieser in der Regel über
handwarm. Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Lässt er sich jedoch nicht
mehr anfassen für 2-3 Sekunden ist die Verdichterendtemperatur zu hoch.
Die meisten Verdichter haben daher einen Schalter der auf diese
Temperatur ab einem gewissen Wert reagiert und zum Schutz des
Verdichters diesen wegschaltet. (Man hört ihn dann in gewissen Abständen
takten. Klick - läuft kurz - klack - wieder aus).
Messung1:
Um die Wicklungen des Verdichters zu messen:
Messgerät auf Ohm umschalten.
Der Verdichter hat 3 Pins (direkt am Verdichter - wenn man sämtliche
Elektrik am Verdichter entfernt/ abgezogen hat).
Oben links nenne ich mal 1, oben rechts 2, mitte unten 3.
Nun messen wir und notieren uns die Werte.
Am Ende sollte der Wert den wir zwischen 2 und 1 gemessen haben ungefähr
der Summe der Messungen zwischen 1 und 3 + zwischen 2 + 3 ergeben.
(Abweichungen von ein paar Ohm sind nicht spielentscheidend - aber im
2-stelligen Bereich oder höher, kann man von einer defekten Wicklung
ausgehen - Verdichter defekt).
Messung2: Alle 3 Pins gegen das Gehäuse auf Durchgang messen (Messung1
deckelt diese Messung zwar indirekt bereits ab, aber ich schreib es
dennoch nochmal)
Messung3: Stromaufnahme des Verdichters messen in Ampere. (Messung je
nach Messgerät unterschiedlich...ich verwende zB eine Amperezange). Wird
der Nennstrom I überschritten (nicht nur im Anlauf) kann man von einem
Verdichterdefekt ausgehen. Ggfs. andere Verbraucher vorübergehend
abklemmen, falls man nicht direkt am Verdichter messen kann (Licht,
Lüfter zB).
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Wenn der Verdichter soweit intakt ist kommen noch Startrelais und
Betriebs- bzw. Anlaufkondensator sowie weitere Elektrik als
Störungsursache in Frage.
Startrelais prüfen:
Ein Startrelais ist nix weiter als eine Spuhle (gewickelter Kupferdraht)
und ein Schalter, der von der Spuhle angezogen wird. Man sieht also ein
Schaltersymbol _/_ und noch ein anderes, ebenfalls mit 2 Kontakten. Der
Schalter interessiert uns nicht.
Messgerät auf Durchgangsprüfung schalten (piept wenn man die beiden
Messkontakte zusammenhält) und Spuhle messen. Wenn es piept ist sie OK.
Wenn man den Schalter durchmisst und dieser ebenfalls piept, öffnet der
Kontakt nicht mehr und das Startrelais ist hin. Kontakt aufbrechen wie
oben beschrieben kann als Folgeschaden auch einen defekten Verdichter
mit sich ziehen der wesentlich teurer als ein Startrelais wäre. Muss man
für sich abwägen.. empfehlen würde ich es nicht.
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Kondensatoren messen:
Anlaufkondensator (wird übrigens über den Schalter des Startrelais
kurzzeitig aktiviert um den für den Verdichter notwendigen Anlaufstrom
aufzubringen) und je nach Bauart auch ein Betriebskondensator.
Die Einheit für Kondensatoren ist die in Mikrofarat gemessene Kapazität.
uF = xx % steht da irgendwo drauf. Messgerät auf diese Einheit
einstellen und die beiden Kontakte messen, ob der Kondensator auch
wirklich noch die volle Kapazität besitzt. Manche haben Kondensatoren
haben zB 4 Pins. Das sind dann optisch 2 Paare. In dem Fall nicht
zwischen "Mann + Frau" messen, sondern zwischen beiden Paaren (blöd
anständig auszudrücken..sry. Hoffe ist dennoch nachvollziehbar wenn man
4 Pins hat).
Ist die Kapazität nicht mehr ausreichend muss der jeweilige Kondensator
getauscht werden.
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Per Hand prüfen, ob noch Kältemittel vorhanden ist:
Ein Kompressor macht ja folgendes im Kreislauf. Auf einer Seite saugen
(Saugseite) und auf der anderen Seite drücken (Druckseite).
Die Saugseite ist der dickere Rohranschluss am Verdichter (wenn man das
nackte Rohr anfässt, sollte sie kalt sein !), die Druckseite der dünnere
Rohranschluss am Verdichter.
Der dritte Rohranschluss ist der Messstutzen (mit Ventil oder vom Werk
einfach zugelötet nach dem Befüllen).
Uns interessiert nun die Druckseite. Vom Verdichter geht diese
Rohrleitung weiter zu dem Punkt an dem dem Kältekreis die aufgenommene
Wärme wieder entzogen wird: dem Kondensator (häufig ist da ein Lüfter
zB). Die Rohrleitung zwischen Kondensator + Verdichter ist die
Heißgasleitung und so fühlt sich diese Leitung auch an.
Im Kondensator wechselt das Kältemittel durch das Abgeben der Wärme
seinen Aggregatzustand von gasförmig nach flüssig und ist nicht mehr so
überhitzt. Irgendwo hat der Kondensator nun aber auch einen Ausgang, von
wo aus es weitergeht. Diese Rohrleitung am Ausgang ist daher die
Flüssigkeitsleitung.
Wenn wir nun also diese Flüssigkeitsleitung anfassen, sollte diese immer
noch etwas mehr als "handwarm" sein (38-45°C). Ist sie jedoch kalt und
der Verdichter in Betrieb besteht der Verdacht auf Kältemittelmangel
Um nun die komplette Störungssuche/ mögliche Störungsursachen an
Kältekreisläufen hier "reinzuhauen" reicht der Platz vermutlich nicht
ganz aus aber ich denke nun hat man erstmal eine ungefähre Vorstellung.
PS: Die angesprochenen, kristallinen Rückstände sind vermutlich einfach
nur Flussmittelrückstände vom Löten.