Hallo zusammen,
ich stehe etwas auf dem Schlauch bei der Ansteuerung von Thyristoren.
Bei meinem Modellraketenstarter wird die Zündung der Brückenzünder
derzeit über ein Relais ausgelöst, welches aber immer wieder Probleme
mit klebenden Kontakten hat.
Deswegen will ich statt dessen einen Halbleiterschalter verwenden.
Ich habe mich auch schon informiert und herausgefunden, dass ein
Thyristor hierfür am besten geeignet wäre. In meinen Bastelkästen habe
ich sogar noch ein paar BT151-500 gefunden, die von den Strömen her
passen sollten.
Die Steuerspannung beträgt 5V, die zu schaltende Zündspannung 35V.
Allerdings habe ich noch keine geeignete Schaltung zur Ansteuerung eines
Thyristors mit 5V gefunden. Zudem muss ich den Thyristor ja auch
irgendwie wieder löschen, wie bekomme ich denn das hin?
Zudem sollte die Ansteuerung relativ sicher sein, ich will ja nicht,
dass meine Rakete startet nur weil jemand nebenan mit dem Handy
telefoniert.
Hat zufällig jemand hier im Forum eine geeignete Schaltung zur Hand?
> Mal über einen MOSFET nachgedacht?
Ja, und damit werde ich es notfalls auch aufbauen, aber 1. habe ich
gelesen, dass zum schalten hoher Ströme Thyristoren besser geeignet
wären, 2. kann ich die Gelegenheit nutzen, mehr über Thyristoren zu
erfahren und 3. habe ich welche herumliegen.
> aber 1. habe ich gelesen, dass zum schalten hoher Ströme Thyristoren> besser geeignet wären
Hohe Ströme schön und gut... In diesem Zusammenhang heißt "hoch" Ströme
im Kiloamperebereich. Das wird's wohl in Deinem Bastelprojekt eher nicht
geben, oder? Also, wenn Du mich fragst: Nimm Mosfets!
Wie hoch sind den die Ströme?
Ohne zu wissen wie die Zündung einer Rakete funktioniert, du arbeitest
mit sicherheit mit Gleichspannung (Akku), also wird der Thyristor
gezündet und der
Strom fließt wenn man jetzt den Thyristor sperren will muss der Strom
auf Null
gebracht werden. Bei Wechselspannung passiert es beim durchlauf des
Nullpunktes.
Oder mann muss eine Löschschaltung basteln.
Nimm lieber ein Mosfet.
Kleiner Nachtrag:
Löschen wird bei Thyristoren eher schwierig werden (höchstens mit viel
Wasser, falls er abfackeln sollte ,-))!
Ne, jetzt aber mal im Ernst: Du kriegst ihn nur gelöscht, wenn Du den
Laststrom für kurze Zeit in die Nähe von Null bringst.
Wird eher schwierig. Deshalb verwendet man Thyristoren klassischer Weise
in netzkommutierten Anwendungen. Da sorgt das Netz selbst für die nötige
Löschung (Nulldurchgang des Stroms). Als Alternative dazu gibts meines
Wissens nach noch den GTO (Gate-Turn-Off-Thyristor). Der kann auch über
einen zusätzlichen Gateimpuls wieder gelöscht werden.
Modellbauer schrieb:
>> Mal über einen MOSFET nachgedacht?>> Ja, und damit werde ich es notfalls auch aufbauen,
Nix notfalls! Du nimmst nen MOSFET, sonst zieh ich dir beim nächsten
Raketentreffen die Ohren lang ;-)
Die Raketenzündung erfolgt mit (fertig käuflichen) Brückenzünden. Bei
Stromdurchfluß brennt ein Glühdraht durch und entzündet die Treibladung.
Bevor ich die Thyristor-Idee endgültig verwerfe habe ich mir noch ein
paar Gedanken gemacht:
Das löschen ist ja eigentlich gar nicht notwendig, da der Brückenzünder
nach dem Zünden hochohmig wird. Somit wäre auch sichergestellt, dass der
der Zünder auch wirklich zündet.
Den Zündstrom am Gate des Thyristors müsste ich ja eigentlich mit einem
Transistor generieren können.
Tilo Lutz schrieb:
> Wie sieht denn der Zünder aus?> Ist das eine Art Draht, der durchbrennt? Dann sollte der Thyristor> selbstlöschend arbeiten.
Kleine Kapsel die einen Wiederstandsdraht und nen kleinen Zündsatz
enthält.
Ich würde auch Mosfets nehmen.
Wobei ich nicht versteh warum du nicht einfach nen simplen Schalter
verwendest ;-)
Der Strom und die Spannung die ein Normaler U-Zünder benötigt ist doch
ziehmlich klein.
Mfg,
Peter
Hallo Modellbauer,
wenn du tatsächlich nur einen oder ein paar Anzünder (egal ob A- oder U-
Charakteristik) ansteuern willst ist die einfachste (und meist auch
sicherste) Lösung ein robuster (!) Taster (mit entsprechenden nicht
verklebenden Kontakten, z.B. AgCdO) nebst einem Vorwiderstand, der den
Strom auf ein paar handhabbare Ampere begrenzt (ca. 3-4). Bei den
Zündcharakteristiken der Anzünder ist das mehr als ausreichend.
Liefert deine Quelle nicht genügend Impulsstrom, kannst du immer noch
über nen Kondensator puffern... Um die Schaltung zu überprüfen (also ob
der Taster nicht doch verschweißt) hat kannst du ja einfach ne LED mit
einem passenden Vorwiderstand parallel zum Ausgang hängen (erst testen,
dann anklemmen!) - Fehlerresistenter geht kaum.. ;)
Wenn du partout Thyristoren verwenden willst (lohnt sich nur bei hohen
Spannungen und Kondensator im Ausgang (sprich so was wie professionelle
Zündmaschine)) fängst du dir ne Menge zusätzlicher Probleme ein:
Sicherstellen, dass der Thyristor in der "safe operating area" betrieben
wird, ggf. Kühlung, Schützen vor inverser Zündung und Spikes in der
Gate-Leitung etc. Das KANN man machen, ist in deinem Fall aber schlicht
UNNÖTIG ;)
Wenn es denn unbedingt so eine Schaltung sein soll: Thyristor parallel
zu einem dicken Elko, der über einen hinreichend großen Widerstand
geladen wird. Eine passende Induktivität in die Anodenleitung (heißt
eine, die einen entsprechenden Strom ab kann und den Stromanstieg soweit
begrenzt, dass dein Thyristor nicht über Kopf zündet). Dann mit nem MOC
3020 (oder nem Zündtrafo) o.ä. zünden... Brennt dir dein Thyristor durch
ist der Strom durch den Ladewiderstand des Elkos so klein, dass du dir
nicht versehentlich den Anzünder auslöst.
Für den Fall dass es auch was anderes aus der Halbleiterei sein darf...
Mos-FET ist schon gut, aber benötigt, wenn es wirklich sicher sein soll,
doch noch einige periphäre Schutzschaltungen. Ne Menge davon kannst du
dir sparen, wenn du einen Smart high side switch verwendest. Ist
ursprünglich automotive und ziemlich idiotensicher - so was wie VN 02N
oder so wäre da angesagt (der Mehrpreis wird bei deinen Anwendungen, wo
es nur um ein paar Zündkreise geht, kaum ins Gewicht fallen...). Wenn du
mit einer Spannungsquelle arbeitest, die kontinuierlich Strom
nachliefert (also Akku direkt o.ä.), dann auch hier Strom begrenzen und
auf ausreichende Kühlung achten...
Aber noch mal: auch wenns nicht besondest "technically sweet" ist -
grade bei solchen Sachen so einfach wie möglich denken - alles andere
bringt nur Ärger, wenn man sich nicht genau Gedanken macht, was für
"Dreckeffekte" man sich mit den zusätzlichen Bauteilen einfängt...
Viel Erfolg!
Hth, Tom
Tyristoren haben noch einen anderen Nachteil. Wenn man ganz viel Pech
hat kommt ein Teilchen auch der Höhenstrahlung oder auch ein ESD Puls
bei einer nicht ganz so gut geschutzen Schaltung und zündet den
Tyristor. Ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber möglich (gerade bei eher
kleinen Tyristoren).
Auschalten geht dann leider erst wenn der Draht durch ist.
Wie wärs mit zwei Relais hintereinander? Da lässt sich dann auch leicht
feststellen (zweiter schließerkontakt) ob eins hängengeblieben ist ohne
das am Ausgang Spannung anliegt.
Warum verkleben denn die Relaiskontakte?
Vieleicht wegen des zu großen Stromes?
Evtl. kann man hier mit Strombegrenzung oder einem geeigneteren Relais
ansetzen.
Gruß
Ja, der Einschaltstromstoß ist das Problem für zu schwach dimensionierte
Relaiskontakte. Und 35V DC garantieren immer einen netten Lichtbogen ;-)
Der BT151 ist eine gute Wahl, und löscht selbsttätig nachdem der
Zündvorgang ausgelöst wurde (der Stromkreis ist dann nämlich
unterbrochen, weil der Draht in der Zündkapsel durchglüht beim
Startvorgang).
Ebenso geeignet sind "uralt" FET wie BUZ 11 oder BUZ 10, dann jeweils in
der L Ausführung (LogikLevel) geeignet. Diese steuern bie 5V zuverlässig
durch.
hth,
Andrew
Andrew Taylor schrieb:
> Der BT151 ist eine gute Wahl, und löscht selbsttätig nachdem der> Zündvorgang ausgelöst wurde (der Stromkreis ist dann nämlich> unterbrochen, weil der Draht in der Zündkapsel durchglüht beim> Startvorgang).
Und wie unterbrichst du den Stromkreis, wenn der Zünder defekt ist und
partout nicht durchbrennen will?
Das seh ich als das eigentliche Problem bei einem Thyristor.
Wenn ich schon so eine Startrampe habe, dann würd ich mir wünschen, dass
bei einem Problem bei der Zündung nach 3 Sekunden an der Konsole eine
Lampe heftig zu blinken anfängt und die Elektronik den Tower komplett
stromlos schaltet. Ein MP3 Player fängt zu laufen an: Houston wie have a
problem.
@ TE:
MEISTENS brennt der Draht durch und unterbricht den Stromkreis (was dann
natürlich auch einen etwaigen Thyristor löschen würde). GELEGENTLICH
aber bleibt eine leitende Verbindung vorhanden (leitende
Kohlenstoffreste auf der Zündbrücke, verbogener Brückenträger,
Kurzschluss durch verformte/angeschmolzene Anschlussdrähte - alles schon
erlebt...) so dass der Strom eben nicht unterbrochen wird. Gerade dann
wirds kritisch, weil der Strom dann noch über den Thyristor fließt (und
ihn damit kräftig erwärmt): Stirbt er dann mangels ausreichender Kühlung
den Hitzetod, geschieht dies meist unbemerkt und es gibt eine nette
Überraschung, wenn du dein Gerät das nächste Mal einschaltest...
Deshalb auch oben von mir beschriebene Konstruktion mit Elko und
Ladewiderstand: Ist der Elko leer, begrentzt der Ladewiderstand den
Strom so weit, das der Haltestrom unterschritten wird und der Thyristor
wieder sperrt.
@ Ulrich:
Nana... ein Schutz der Zündthyristoren gegen Höhenstrahlung ist mir
nicht mal bei den doch restriktiven Vorschriften zu professionellen
Zündmaschinen untergekommen. Wenn das so ein Problem wäre, dann dürfte
eigentlich kein moderner Prozessor oder Speicherbaustein mehr
funktionieren... außerdem rechne doch mal die Wahrscheinlichkeit aus; er
lässt sein Gerät ja (hoffentlich) nicht Wochen und Monate mit einer
starbereiten Rakete angeschaltet in der Gegend rumstehen....
Eingefangener elektrischer Schmutz ist ne andere Sache, aber wir wollen
doch mal davon ausgehen, das der TE soviel Ahnung vom Schaltungsdesign
hat, dass er eine Schaltung richtig auslegen und aufbauen kann, oder?
Sonst wäre der Thread eh' Asche....
@ Andreas:
Zwei Relais machen das Problem nicht kleiner, sondern geben nur
trügerische Sicherheit: Verschweißt das erste, verschweißt meist auch
das zweite. Daher: Eindeutig und sicher auslegen, Komponenten sorgfältig
auswählen und dafür sorgen, dass das Relais innerhalb seiner
Spezifikationen betrieben wird. Dann verschweißt auch nichts... (sonst
müsste man, um die Sicherheit zu erhöhen, ja lediglich endlos Relais
hintereinander schalten...)
@ Gast/Juppi
Natürlich ist der Anzünder dadurch, dass er auf einem Stück
Widerstandsdraht basiert ein Kaltleiter. Aber der Gesamtstrom durch den
Zündkreis wird in aller Regel nicht (bzw. sollte nicht) vom Anzünder
begrenzt. Der (im Vergleich zum Widerstand der Pille) größere Widerstand
kommt meist von den Zündleitungen oder, sind diese hinreichend dick
und/oder kurz, von einer in der Zündanlage eingebauten Strombegrenzung.
Ein Ampere reicht problemlos zum Auslösen (vgl. dazu die Datenblätter
der Anzünder; gibts vom Hersteller..), wenn man ein wenig begrenzt,
damit im Kurzschlussfall nicht das Schaltelement kaputt geht, vergibt
man sich also nichts...
Hohe Stoßströme gibts nur, wenn man Kondensatoren auf hohe Spannungen
auflädt und die dann in einen niederohmigen Zündkreis entlädt. Das ist
notwendig bei Sprengungen, wo viele Zünder in Reihe geschaltet werden
(-> professionelle Zündmaschinen), aber nicht bei einer Modellrakete, wo
man in aller Regel nur einen Anzünder hat.
HTH,
Tom
Standard-Brückenzünder brennen ab, da ist nach ca. 10ms der Zündkreis
unterbrochen. Das Problem ist eigentlich nur wie Karl heinz Buchegger
(kbuchegg) schon bemerkt hat, wenn der Zünder mal defekt ist und
Durchgang hat aber nicht zündet. Ist zwar selten aber in dem Fall mit
Thyristor fatal.
Darum sind eigentlich Mosfets besser.
Diese Zünder haben übrigens einen Widerstand von so ca 1,5-3 Ohm, damit
kann man dann den Max-Strom schon etwas kalkulieren.
Gruß
Fabian
Karl heinz Buchegger schrieb:
> Andrew Taylor schrieb:>>> Der BT151 ist eine gute Wahl, und löscht selbsttätig nachdem der>> Zündvorgang ausgelöst wurde (der Stromkreis ist dann nämlich>> unterbrochen, weil der Draht in der Zündkapsel durchglüht beim>> Startvorgang).>> Und wie unterbrichst du den Stromkreis, wenn der Zünder defekt ist und> partout nicht durchbrennen will?
Dös iss a sehr seltenr Fall. Jedoch: Dann schaltet man des Gerät
komplett ab. Jeder (vernünftig konzipierte) Zündgenerator aht eine
Sicherheitsschlüsselhauptschalter und wenn's doll sein soll eine
Not-Aus-Pilz-Knopf.
>> Das seh ich als das eigentliche Problem bei einem Thyristor.>> Wenn ich schon so eine Startrampe habe, dann würd ich mir wünschen, dass> bei einem Problem bei der Zündung nach 3 Sekunden an der Konsole eine> Lampe heftig zu blinken anfängt und die Elektronik den Tower komplett> stromlos schaltet. Ein MP3 Player fängt zu laufen an: Houston wie have a> problem.
Tja, wen man seine Wünsche auf das technisch Nötige beschränkt dann wäre
da kein GaGa-Kram wie ein Player drin, sondern ein Hauptschalter.
Aber da mag halt jeder bauen was er will.
Meine Zündgeräte funzen zur vollen Zufriedenheit mit Thyristor oder
BUZ10L; auch ohne das Gedöns und den SchiSchi-Kram.
Andrew Taylor schrieb:
> Tja, wen man seine Wünsche auf das technisch Nötige beschränkt dann wäre> da kein GaGa-Kram wie ein Player drin, sondern ein Hauptschalter.
LOL.
Muss dazu sagen, dass ich zwar eine Leidenschaft für Modellbau habe,
aber Raketen tu ich mir nicht auch noch an :-)
Allerdings wirkt es auf Youtube Videos schon toll, wenn da so ein
Saturn-V Nachbau auf der Rampe steht, aus dem Lautsprecher kommt ein
original Apollo Countdown und bei 'Liftoff' schraubt sich das Teil in
den Himmel.
Abgesehen davon, ist mir Raketen schiessen ehrlich gesagt zu fad. Aber
das muss jeder für sich entscheiden.
Andrew Taylor schrieb:
> Dös iss a sehr seltenr Fall. Jedoch: Dann schaltet man des Gerät> komplett ab. Jeder (vernünftig konzipierte) Zündgenerator aht eine> Sicherheitsschlüsselhauptschalter und wenn's doll sein soll eine> Not-Aus-Pilz-Knopf.
Naja kommt drauf an, wenn er seine Raketen tatsächlich ausschließlich
mit gekauften Brückenanzündern betreibt würde ich dir Recht geben, aber
gerade in der Modellbauszene sind ja selbst gebaute Anünder aus dickem
Chromnickeldraht (allerdings ohne Pyrogen) durchaus häufig anzutreffen;
und wenn er dann mal sein Gerät auch einem Bekannten zur Verfügung
stellen möchte... Außerdem SO selten ist das keineswegs (aus meinen
nicht repräsentativen Erfahrungen würde ich je nach Qualität und Bauart
der Brücken auf 5% - 10% tippen...)
Davon abgesehen: hier gehts um Eigensicherheit, nicht darum, dass der
Anwender eingreifen können muss, wenn etwas nicht funktioniert (das ist
SELBSTVERSTÄNDLICH). Wenn ich etwas so bauen kann, dass es aus sich
selbst heraus sicher funktioniert, insbesondere in einem potenziell so
gefählichen Fall, dann sollte man das auch tun... Nicht falsch verstehen
ich hab nicht aus Prinzip was gegen einen Thyristor FET
Bipolartransistor etc. im Zündkreis, ich gebe nur zu Bedenken, dass man
umso mehr wissen und beachten muss, je mehr Komponenten man verbaut...
> Tja, wen man seine Wünsche auf das technisch Nötige beschränkt dann wäre> da kein GaGa-Kram wie ein Player drin, sondern ein Hauptschalter.
Genau das ist der Punkt: Sich auf das Nötigste beschränken. Und so wie
ich seinen Anwendungsfall verstanden habe ist das eine Rakete aus ein
paar Metern Sicherheitsabstand elektrisch mit gekauften Anzündern zu
starten. Und da ist IMHO jeder Thyristor/FET etc. unnötig, ein
vernünftig dimensionierter Taster tut es...
> Aber da mag halt jeder bauen was er will.> Meine Zündgeräte funzen zur vollen Zufriedenheit mit Thyristor oder> BUZ10L; auch ohne das Gedöns und den SchiSchi-Kram.
Klaro, es gibt Leute, die bauen so was nicht darum, dass es lediglich
seine Funktion erfüllt, sondern dass es außerdem leistungsfähig,
elegant, erweiterbar, auch anderweitig anwendbar (Feuerwerk...) usw.
usw. ist. Das ist dann aber eine andere Kiste Bier. So wie ich das hier
verstanden habe geht es doch um eine pragmatische Problemlösung und
nicht um eine professionelle Zündanlagen-Entwicklung, Liebhaberei oder
den reinen Lerneffekt....?! ;)
Viel Erfolg,
hth, Tom
So kriegst du deinen Thyristor wieder aus wenns denn unbedingt einer
sein soll. Stimme aber den MOS Befürwortern zu wenns eletronisch sein
soll und noch mehr denen die es so einfach wie möglich mit Schalter,
Lampe und Strombegrenzung machen würden.
Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten und Informationen. Das muss
ich jetzt erst mal sichten.
@ Tom P.:
> und nicht um eine professionelle Zündanlagen-Entwicklung, Liebhaberei> oder den reinen Lerneffekt....?! ;)
Na ja, Liebhaberei ist schon dabei und einen Lerneffekt ist ja bereits
gegeben.
> ein vernünftig dimensionierter Taster tut es...
Da stimme ich dir vollkommen zu, allerdings will ich den "Taster"
elektronisch auslösen (nach einem Countdown, ohne MP3 ;-)) )
@marsufant:
Dann werde ich doch mal Versuche mit den BT151 machen.
BUZ10L habe ich keine da, werden die überhaupt noch hergestellt (konnte
bei diversen Händlern nichts finden).
Könntest du evtl. mal einen Schaltplan deiner Thyristor - Zündgeräte
posten?
Oder hast du da weiterführende Links?
> Höhenstrahlung> Wenn das so ein Problem wäre> außerdem rechne doch mal die Wahrscheinlichkeit aus; er lässt sein Gerät> ja (hoffentlich) nicht Wochen und Monate
Ich habe hier ein Helium-Neon Zählrohr, dessen aktive Länge 241 mm
beträgt und das 20,6 mm Durchmesser hat. Bei der ganz normalen
Hintergrundstrahlung erzeugt das im Mittel ca. 130 Impulse pro Minute.
Man muss also wahrlich keine Wochen und Monate auf Höhenstrahlung
warten.
Möglicherweise sind die Triacs wirklich unempfindlich.
Aber gibt es damit niemals unbeabsichtigten Zündungen, die man sich
nicht recht erklären konnte?
Umgekehrt kann es auch sein, dass durch Höhenstrahlung mehr
Rechnerprobleme ausgelöst werden, als man denkt.
@ PJ:
jetzt wirds aber obskur...
1. misst du mit einem solchen Zählrohr keine (oder vernachlässigbar
wenig) Höhenstrahlung (die wird zum Glück schon zum größten Teil in der
Atmosphäre absorbiert - insbesondere die schweren, energiereichen
Teilchen) sondern die aus normalem Zerfall resultierende Strahlung
(Granit etc...), und auch davon primär den Gamma-Anteil, denn die
Alphastrahlung bleibt ganz und Beta-Strahlung zum allergrößten Teil in
deiner Glaswand stecken. Und die ist wirklich dünn im Vergleich mit
einem TO 220-Gehäuse... Was du also misst sind die Gammaquanten, die es
schaffen aus dem Gasgemisch ein Elektron heraus zu schlagen, was du dann
(nach adäquater Verstärkung) als Ereignis siehst.
Aber rechnen wir doch mal nach: Dein Zählrohr hat ein durchsetztes
Volumen von rund 75712mm³. Vergleicht man das mit dem durchschnittlichen
Volumen eines Thyristor-Dies wie dem des BT 151, dann ergibt sich hier
bei einer Waferstärke von ca. 0,4 - 0,6mm (je nach Waferdurchmesser) und
einer Chipfläche von 1-2mm² mal großzügig und der Einfachheit halber ein
Volumen von 1mm³; das macht rund und roh EIN Ereignis alle zehn Stunden.
2. Nun ist der Wechselwirkungsquerschnitt von Si gegenüber
Gammastrahlung nicht nur abhängig von der Gitterorientierung sondern
auch noch insgesamt ziemlich mies. Nicht umsonst nimmt man für
Halbleiter-Strahlungsdetektoren schwere Elemente wie Germanium o.ä. Das
heißt, dass du auch unter guten Bedingungen noch einmal deutlich weniger
Ereignisse in deinem Chip erleben wirst als das eine alle zehn Stunden.
3. Braucht es etwas mehr als EIN Elektron, um einen Thyristor zu zünden:
Ein kurzer Blick ins Datenblatt zeigt: Gate-Turn-On-Time von 2µs bei
einem Strom von 3mA machen rund und roh 6nC Ladung aus. Vergleich' das
mal mit der Elementarladung eines Elektrons: -1,602 176 487(40) · 10−19
C Da fehlen 10 Zehnerpotenzen! Und das ist der Idealfall, dass keine
Elektronen am Gate durch Leckströme oder Sicherheitsschaltungen
abfließen... nun rechne mal die Wahrscheinlichkeit aus, dass diese
Ladungsmengen strahlungsinduziert an einer Stelle zusammenkommen...
Dagegen sind sogar die Picocoulomb in einem Memory-Baustein noch eine
große Ladung...
In diesem Sinne... deine Thyristoren wirst du kaum in Blei wickeln
müssen...
Viele Grüße,
Tom
Danke Tom P.
Ich wollte was ähnliches schreiben, aber du hast es sehr gut
beschrieben. Um nen Thyristor zu zünden ist ne ganze Menge Energie
nötig. Da könnte ich es mir noch eher vorstellen dass in einem Prozessor
ein Flipflop umkippt. Aber die Wahrscheinlichkeit dass es überhaupt von
Strahlung getroffen wird ist sehr gering.
Ich fand den Vorschlag ob mit den LEDs ganz gut, also:
Ein MOSFET oder Taster zum zünden, dahinter eine Kontroll-LED, aber -
und jetzt kommts: Ein zusätzlicher Schalter, mit dem der Zündkreis eben
erst dann manuell zugeschaltet wird, wenn die LED aus ist.
Weiterer Effekt: Zusammen mit dem Hauptschalter und dem
Pilz-Notaus-Taster ergibt sich eine stattliche Anzahl von
Bedienelementen, die den Geschäftigkeitsfaktor gehörig nach oben
treiben.
hallo,
mal so am rande bemerkt
warum läd man nicht nen kondensator, der entsprechende energie liefert,
um den zünder abzufackeln ?
der schaltet danach von allein ab.
machen die sprengmeister doch auch .
gruss K
kolisson:
Entweder kommt die Zündspannung von einem Kondensator (der per Generator
oder DC/DC - Wandler geladen wird) oder sie wird direkt von einer
Batterie o.ä. bereitgestellt.
In ersterem Fall (falls der Kondensator nicht zu groß ist) dürfte es
keine Probleme mit dem löschen geben, auch falls der Zünder nach dem
zünden niederohmig bleibt. Evtl. sollte man vielleicht noch eine
zusätzliche träge Sicherung vorsehen die auslöst, bevor der Thyristor
abfackelt.