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Forum: Offtopic Flugblatt der weißen Rose


Autor: Rüdiger Knörig (sleipnir)
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Ein historischer Text, der einem seltsam berührt:

"Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von 
einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique 
«regieren» zu lassen.
Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung 
schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und 
unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen 
gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich 
überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten?

Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und 
zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen 
Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das 
Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur 
erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit das Menschen 
preisgibt, selbst mir einzugreifen in das Rad der  Geschichte und es 
seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen - wenn die Deutschen, so 
jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse 
geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang.

Goethe spricht von den Deutschen als einem tragischen Volke, gleich dem 
der Juden und Griechen, aber heute hat es eher den Anschein, als sei es 
eine seichte, willenlose Herde von Mitläufern, denen das Mark aus dem 
Innersten gesogen und die nun ihres Kerns beraubt, bereit sind, sich in 
den Untergang hetzen zu lassen. Es scheint so - aber es ist nicht so; 
vielmehr hat man in langsamer, trügerischer, systematischer 
Vergewaltigung jeden einzelnen in ein geistiges Gefängnis gesteckt, und 
erst als er darin gefesselt lag, wurde er sich das Verhängnisses bewußt.

Wenige nur erkannten das drohende Verderben, und der Lohn für ihr 
heroisches Mahnen war der Tod.
Über das Schicksal dieser Menschen wird noch zu reden sein. Wenn jeder 
wartet, bis der andere anfängt, werden die Boten der rächenden Nemesis 
unaufhaltsam näher und näher rücken, dann wird auch das letzte Opfer 
sinnlos in den Rachen des unersättlichen Dämons geworfen sein.

Daher muß jeder einzelne seiner Verantwortung als Mitglied der 
christlichen und abendländischen Kultur bewußt in dieser letzten Stunde 
sich wehren, soviel er kann, arbeiten wider die Geißel der Menschheit, 
wider den Faschismus und jedes ihm ähnliche System des absoluten 
Staates.

Leistet passiven Widerstand - Widerstand -, wo immer Ihr auch seid, 
verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es 
zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich
Köln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo für die Hybris eines 
Untermenschen verblutet ist.
Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es 
erträgt!"

Autor: Timo (Gast)
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Und warum postest du das hier? Bist du wieder einsam und wolltest 
einfach mal schnell was schreiben?

Autor: Mr.X (Gast)
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> Und warum postest du das hier? Bist du wieder einsam und wolltest einfach
> mal schnell was schreiben?

Das frag ich mich auch.

Autor: Siegfried (Gast)
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... Kulturvolke ...

Da ist doch schon der erste Fehler im Text: die Deutschen sind kein 
Kulturvolk.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Siegfried schrieb:
> ... Kulturvolke ...
>
> Da ist doch schon der erste Fehler im Text: die Deutschen sind kein
> Kulturvolk.

Na ja, zumindest du bist keins ;-)

Autor: Ahnungslos_0815 (Gast)
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@ Rüdiger Knörig (Firma: TU Berlin) (sleipnir)

>Ein historischer Text, der einem seltsam berührt:

Find ich auch. Dieser Text hat eine zeitlose Aktuallität.
In einem anderen Flugblatt der weißen Rose ist da die Rede von einem 
gewissen "Weltkriegsgefreiten" der mit seiner genialen Strategie 
hunderttausende auf dem Gewissen hat.

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