Hallo, ich habe eine Platine für das Leistungsteil eines Netzteils
geätzt und bestückt. Bei meinem Testlauf ist alles soweit ok, bis auf
das der dritte Transistor ( es sind 4XMJ3055 mit 0.15 Ohm Emitterwdst. )
um 10 grad wärmer wird als die anderen drei. Der Spannungsabfall ist
auch um ca.7mV höher als bei seinen Kollegen. ich habe den Wdst. und den
MJ3055 schon ersetzt, ohne erfolg. Woran könnte das noch liegen ? Die
Fläche am Kühlkörper ist auch glatt....
ms schrieb:
> Hab jetzt ehrlich gesagt nichts zu den Transistoren gefunden, aber> Bipolartransistoren sollte man nicht parallel schalten.
Daher hat er die Emitterwiderstande drin.
@ Andreas
7mV an 0,15Ohm sind 50mA. Ich denke das liegt an den normalen Toleranzen
der Transistoren. Wenn die genauer sein sollen, musst du diese
selektieren.
Ob es was bringt, die kurzen senkrechten Basisleiterzüge aufzumachen und
hier (von unten) Basisvorwiderstände zum linearisieren einzulöten?
Die 0R15 könnte man evtl. auf 0R47 erhöhen, oder?
Gruß
Axelr.
Für welchen Strom ist das Ganze ausgelegt?
Wenn möglich, alle Emitterwiderstände etwas vergrößern. Das verkleinert
die Abweichung. (Ich nehme meistens zw. 0,3-0,56 Ohm.)
Im Zweifelsfall nochmal tauschen. Zufälle geschehen immer im dümmsten
Moment. Ansonsten: Sind die Transen alle aus der gleichen Charge?
Datecode, Aussehen usw...
Das was mich nur stutzig macht ist, das nur einer aus der reihe fällt.
Und 10 grad temp. unterschied finde ich doch recht hoch. Die restlichen
3 sind nahezu identisch. Z.B. bei kühlung, 3A dauerstrom sind 3 bei 42
grad und der eine bei 52.
In einer Treiber Stufe für einen Labornetzteil hab ich mit
0.1R Problem gehabt da die Stromverteilung erstmals
gleich war aber durch die fehlende Thermische Kopplung
der eine dann die ganze Arbeit übernahm und sich sonst
überlastet hätte.
Nach einer erhöhung auf 0.47R klappt alles super.
Jetzt in einer neuen Version wird das auch noch thermisch
gekoppelt und dann wird alles rund laufen.
Deine Transistoren sind auf dem selben Kühlkörper?
Wenn nicht...mach man eigentlich nicht.
Ohne jetzt nachgerechnet zu haben ein Gedanke ins blaue: vielleicht, ist
es ja nicht der Transisitor, der aus der Reihe fällt, sondern der
Emitterwiderstand ist kleiner, als die drei anderen...
Welches genau ist der "dritte" Transistor? Ist es der, dessen
Emitterwiderstan auf dem kürzesten Weg zum Shunt geht? (wäre im Bild der
zweite von links). Dann spielt womöglich der Widerstand des waagerechten
Leiterzuges zwischen den Emitterwiderständen eine Rolle.
Wenn Du keine Widerstände mehr da hast, mal vom ersten und zweiten raus
und beim dritten und vierten noch in Reihe schalten. Dann bei 2 A oder
so messen, ob immer noch ein Unterschied ist.
Hängt von deren Verlustleistung ab.
0,47 Ohm/ 2 Watt ist meine Empfehlung. 1 Watt Widerstände ist zu knapp.
Und nicht auf der Leiterplatte aufliegen lassen, sondern Anschlussdrähte
etwas länger lassen und sicken, damit die Widerstände in der Luft
hängen.
mal 'ne ganz andere Frage: wozu schaltest Du bei Imax=5A vier Transis
parallel (macht gerade mal 1,25A/Transi)? Da sollte einer lässig
reichen, wenn der mit der Verlustleistung klar kommt.
Vielleicht geht dein Leiterbahnzug vom Emitter-R zum Shunt stark mit
ein.
Testweise könntest du mal 4 gleichlange Drähte direkt von den Emitter-Rs
zu dem Lötauge des Shunts ziehen. Wenn das Problem dann weg ist, liegt
es wohl an der Leiterbahn zwischen Shunt und Emitter-R. Du musst das
Stück Kupfer dann niederohmiger machen. Also zum Beispiel eine
Kupferfläche dort reinlegen.
Gruß
Mandrake
Andreas,
ist es immer nur ein Exemplar oder ist es jedes Exemplar an derselben
Stelle montiert? Das heißt, wenn zwei unterschiedliche ausgetauscht
immer noch die Temperaturerhöhung an einer Position auf dem Board
ergibt, dann hat es ja mit Exemplarstreuungen nichts zu tun.
Bei den 0,15 Ohm der Ausgleichswiderstände ist die Leiterbahn vielleicht
doch nicht vernachlässigbar. Einfach mal einen zusätzlichen dicken Draht
drüberlöten. Oder das Layout so gestalten, dass die Bahnen sternförmig
und somit äquidistant verlaufen.
Oder tatsächlich größere Widerstände verwenden.
Gruß
Dieter
Wenn es die Leiterbahnen wären, so müßte doch der erste und der dritte
gleich sein, und 2 und 4 unterschiedlich. 1 und 3 sind ja identisch
lang. 4 ist ja am weitesten weg, der verhällt sich aber normal.
Wenn die Transis alle auf einem Kühlkörper sind, noch dazu so wie auf
deiner Leiterplatte positioniert, und da ist keine Glimmerscheibe zw.
Transis und KK, dann kann doch kaum ein größerer Temperaturunterschied
auftreten bei. Wie hast Du denn das gemessen?
Und um welche Verlustleistung geht es denn hier eigentlich. Wenn nur
wenige 10W gesamt, dann kann ja kaum ein Unterschied von 10°C auftreten
(bei direkter Montage auf gemeinsamen KK)
Grundsätzlich würde ich:
- die Emitter-R's mal genau ausmessen, um zu sehen, ob der betreffende
Transis gerade den kleinsten R bekommen hat
- und dann mal die Spannung über die R's im Betrieb messen. Anhand
dessen kannste ja den Strom genau berechnen, und somit die
Verlustleistung in den Transis.
Ist aber so. Wie oben schon beschrieben haben die MJ3055 bei 12V und 5A
eine Temperatur von ca. 52 Grad. Nur der dritte ist ziemlich genau 10
grad wärmer. Gemessen habe ich es mit einem Infrarotthermometer mit
2-Strahl-Ziellaser und 0.1 Grad genau. Ich habe mir heute 0.47 Ohm Wdst.
besorgt, und löte diese mal ein.
Wer beim Auto die Räder wechselt, wenn Benzin fehlt, kommt auch nicht
ans Ziel.
Hat denn zufällig einer mal die Stromverstärkung gemessen/verglichen ??
Ich poliere das Ding nochmal. Ich wollte eh noch Glimmerplättchen und
Hülse montieren. Macht ihr auf beide Seiten des Plättchens
Wärmeleitpaste drauf ?
>Infrarotthermometer mit 0.1 Grad genau
Aufloesung und Genauigkeit.
Selbst mit einem PT100 ist das nicht so einfach hinzubekommen.
Mess die Temperatur lieber mal mit einem Kontakthermometer.
Gruss Helmi
Helmut Lenzen schrieb:
>Aufloesung und Genauigkeit.
und
>Mess die Temperatur lieber mal mit einem Kontakthermometer.
Hinweis und Rat sind zwar richtig, aber spielen hier keine große Rolle -
wenn er an einer Stelle x misst und daneben mit dem selben Gerät x+10,
dann ist auch bei einem ungenauen Messgerät der Unterschied ca. 10.
Einzig die Oberflächenfarbe könnte ihm beim IR-Thermometer einen Streich
spielen.
Außerdem sind 10K auch schon mit dem Finger als deutlicher Unterschied
zu identifizieren. Das löst aber sein Problem nicht ...