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Forum: PC Hard- und Software Spulenabbrand auf Sockel 775-Mainboard. Ursache?


Autor: Sebastian (Gast)
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Auf dem Board aus dem angehängten Bild sind die Spulen des Schaltreglers 
im Laufe des Betriebes nach längerer Zeit so heiß geworden, daß der Lack 
sich kräuselte, bei der mittleren sogar verschmorte. Der Rechner war mit 
dem Prozessor in Betrieb, mit dem er komplett geliefert worden war, 
nicht übertaktet.
Der Rechner lief bis zum Schluß, roch aber am Ende nach längerem 
Betrieb.

Woran kann das liegen? Die Elkos sehen alle gut aus. Ist der Schaden 
reparabel? Board ist nicht verkohlt, und abgesehen von den thermischen 
Problemen lauffähig.

Autor: MeinerEiner (Gast)
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Da wärs interessant, ob das nur bei diesem Board so ist, oder bei allen 
baugleichen. Wenn letzteres: wohl Designfehler.

Autor: Sebastian (Gast)
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Der Fehler trat erst nach Alterung auf (2-3 Jahre), nicht unmittelbar 
nach dem Kauf. War ein Gigabyte-Mainboard in einem Acer-PC.

Autor: A. K. (prx)
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Ist der Kühler so gebaut, dass die Spulen nicht im Luftstrom sitzen? Bei 
klassischen abwärts pustenden Kühlern werden diese Komponenten dadurch 
nebenbei mit gekühlt.

Autor: Sebastian (Gast)
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Die Kühlung war serienmäßig - eben Komplett-PC. Laut und nicht 
sonderlich überzeugend. Vielleicht durch Staub verschlechtert, aber 
dennoch ist das schwach, wenn ein Rechner thermisch wirklich so am Limit 
ist, oder?

Autor: Markus ---- (mrmccrash)
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Steht der PC mögicherweise etwas eingebaut am/im Tisch o.ä.? manche 
Gehäuse haben die Eigenart, die Luft für CPU/Chipset von der Seite aus 
anzusaugen, was mit dem Anstellen am Tisch mitunter nicht mehr richtig 
möglich ist...

Wurde in dem PC neuerdings etwas eingebaut, PCI/PCIe/AGP-Karten etc? 
evtl. zu viele Lasten auf der 5V (USB?) oder 12V Schiene, sodass die 
Regler für die CPU am Limit arbeiten.

Oder sind Funktionen zur automatische Tanktanpassung (bei AMD heisst es 
Cool&Quiet, bei Intel weis ich es gerade nicht) abgeschaltet worden?

_.-=: MFG :=-._

Autor: Sebastian (Gast)
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Lüftung nur von hinten, stand unter Schreibtisch - allerdings schon 
länger, früher ohne Schwierigkeiten. Ausstattung und Konfiguration wie 
vom Hersteller, unverändert.

Autor: Reinhard S. (rezz)
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Markus ---- schrieb:
>
> Wurde in dem PC neuerdings etwas eingebaut, PCI/PCIe/AGP-Karten etc?
> evtl. zu viele Lasten auf der 5V (USB?) oder 12V Schiene, sodass die
> Regler für die CPU am Limit arbeiten.

Die anderen Verbrauchen sollten die Regler der CPU doch eher kalt 
lassen?


> Oder sind Funktionen zur automatische Tanktanpassung (bei AMD heisst es
> Cool&Quiet, bei Intel weis ich es gerade nicht) abgeschaltet worden?

Bei Intel ist es SpeedStep.

Autor: Sebastian (Gast)
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Was mich interessieren würde ist, ob man das Board unter entsprechend 
verstärkter Kühlung weiterverwenden kann, oder ob die Spulen geschädigt 
sind (Kern ausgeglüht oder was weiß ich...)

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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Sieht nach einem 3-Phasen-Coreregler aus. Hast du Oszi? Wie sieht das 
Signal am Switchnode aus? Welcher ReglerIC ist da zuständig?

Generell: Wenn die Temperatur nicht über die Curie-Temperatur der Spule 
gekommen ist gibts keine Probleme. Daß die Lüftung shice ist riechst du 
ja selber ;-))

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Sebastian schrieb:
> Was mich interessieren würde ist, ob man das Board unter entsprechend
> verstärkter Kühlung weiterverwenden kann, oder ob die Spulen geschädigt
> sind (Kern ausgeglüht oder was weiß ich...)

Ich würde es nicht mehr verwenden:
Auch Ferrite haben nur eine begrenzte Lebensdauer die stark von der 
Temperatur abhängt. Werden sie zu heiß, verlieren sie an Permeabilität.
Durch den höheren Spitzenstrom wird die Spule dann noch heißer usw. bis 
irgendwann ein Halbleiter durchbrennt.

Autor: oszi40 (Gast)
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Ausgebrannte Boards sind nicht unbekannt, bloß die Ursachen können sehr 
verschieden sein. Einige Varianten hier:

-Staub/"Wollmäuse" verhinderten Kühlung
-Lüfterdrehzahl vermindert ?
-Alterung von Bauteilen
-Am Takt gefummelt ? oder böse SW hat Schaden verursacht ?

Autor: Sebastian (Gast)
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Der Regler basiert auf einem Fairchild FAN5019. Datenblatt: 
http://www.datasheetarchive.com/pdf/Datasheet-018/...
Die Schaltung ist als 4-Phasen-Design angelegt, die vierte Spule ist "um 
die Ecke" an der Seite des Prozessorsockels. Die Spulen sind 
unterschiedlich stark geschädigt.
Ich nehme an, die Eigenschaften der Spulen sund kritisch und Ersatz muß 
aus einem vergleichbaren Board ausgeschlachtet werden?
Im Datenblatt werden, allerdings für das 3-Phasen-Design, folgende Werte 
genannt: 650nH, 26A, 1.6mΩ. Dürfte als Einzelstück schwer beschaffbar 
sein.

Autor: hmm (Gast)
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> Oder sind Funktionen zur automatische Tanktanpassung (bei AMD heisst es
> Cool&Quiet, bei Intel weis ich es gerade nicht) abgeschaltet worden?

Das darf keine Rolle spielen bzw. dem MB dürfen deswegen nicht die 
Bauteile "abfackeln". Davon mal abgesehen weiß ich schon warum ich 
genügend Luftstrom genau dort habe, wo viel Hitze entsteht. Schätze mal, 
das wurde hier vernachlässigt. Geht halt dann auf die Lebensdauer wie 
man sieht (es sei denn es liegt ein Defekt vor, was man so aus dem Bild 
heraus nicht beurteilen kann).

Autor: ich_eben (Gast)
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wie wurde das board gekühlt, war kein luftstrom auf den spulen / evtl 
sogar wakü?

Autor: Knochen Kotzer (Firma: Riesenhoster in EU) (knochenkotzer)
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Das erinnert mich an die Übertaktungsversuche mit meinem alten K7.
Hochgetaktet, Prime95 laufen lassen.
Irgenwann kommt so ein klack *bruch* aus dem Gehäuse, Windows hat sich 
eingefroren.
Nach kurzer Fehlersuche ist mir aufgefallen das es einem FET zu warm 
wurde und er abgehauen ist.
Der war der Meinung er müsser auf der Grafikkarte weiter 
"rumkurzschlussen".

Autor: Sebastian (Gast)
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Nein, keine Wasserkühlung. Der vom PC-Hersteller (Acer) serienmäßig 
eingebaute Lüfter.
Wenn sich ein FET tatsächlich auslötet, ist das schon ziemlich bitter. 
Im hier gezeigten Beispiel sind die FETs aber thermisch nicht betroffen, 
komischerweise.

Autor: Knochen Kotzer (Firma: Riesenhoster in EU) (knochenkotzer)
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Naja sooo bitter wars nicht, ich konnte das ding wieder auflöten.
Noch ein paar kleine Klebekühlkörper drauf und das ding lief wieder, 
auch mit max. Takt.
So ne Spule auszutauschen stelle ich mir schwieriger vor weil die Dinger 
i.d.R. durch alle Layer gelötet sind.

Bei mir war das damals ein MSI board, bei uns an der Arbeit sterben am 
laufenden band Elkos von Abit boards, jeder Hersteller hat so seine 
Schwachstelle.
Was für ein Hersteller hast du denn da erwischt?

PS. Sehe gerade das du ein Gigabyte hast.

Autor: Sebastian (Gast)
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GA-8I915PMF-AE. Ist kein übermäßig edles Board. Dennoch, wenn sich 
irgendwo Spulen finden, könnte ich die in der Firma nach Feierabend über 
dem Lötbad tauschen. Mit dem herkömmlichen 50-Watt-Lötkolben könnte das 
nämlich tatsächlich zum Problem werden.

Autor: Fuzzy (Gast)
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Ist das eigentlich normal, das die Spulen ungleichmässig (wie im Bild) 
gewickelt werden? Oder dient das dazu, dass die wicklung immer im 
rechten Winkel zum Kern ist und deshalb die wicklung ungleichmässig ist.

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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Sebastian schrieb:
.
> Ich nehme an, die Eigenschaften der Spulen sund kritisch und Ersatz muß
> aus einem vergleichbaren Board ausgeschlachtet werden?
> Im Datenblatt werden, allerdings für das 3-Phasen-Design, folgende Werte
> genannt: 650nH, 26A, 1.6mΩ. Dürfte als Einzelstück schwer beschaffbar
> sein.

Nee, ist halb so wild. Kann man sogar selberwickeln <:-)
Was hängt am Pin13 für ein Widerstand dran? Ausmessen. Damit kannst du 
nach TPC1 die Frequenz bestimmen(**). Danach sucht man sich einen netten 
Kern bei Amidon (*)raus, der bei dieser Frequenz  und 6-8 Wicklungen 
eine Induktivität von 680n-1µ hat. Gerne eine nummer größer wie das 
Original, das war ja etwas unterbelichtet. 1,5mm^2 CuL draufwickeln, 
fertich.

(*) gibts bei Reichelt, kuck mal die FT Materialien an.
(**) Master Clock freq. /4 teilen.

Autor: Sebastian (Gast)
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Wow, danke, das ist doch mal ein toller Tip! Die Originalspulen haben 
eigentlich nur 4 Wicklungen, zwei Drähte sind parallel geführt.

"Größer" ist mechanisch zu verstehen, nicht von der Induktivität her, 
oder?

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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ja, mechanisch.

Autor: A. K. (prx)
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Sebastian schrieb:

> Der vom PC-Hersteller (Acer) serienmäßig eingebaute Lüfter.

Aber da die meisten hier diesen Acer nicht kennen: Wohin pustet der? Zum 
Sockel hin, zur (falschen) Seite, vom Sockel weg? Anders gefragt: Sind 
diese Komponenten im Luftstrom?

Autor: Sebastian (Gast)
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Der Widerstand hat (gemessen) 100 kOhm. Das wären dann ungefähr 500 kHz 
Schaltfrequenz, den 4-Phasen-Betrieb bereits berücksichtigt.

Von den bei Reichelt angebotenen Ferritkernen kommt dann wohl nur das 
Material 77 in Frage. Wenn er etwas größer sein soll als die 
verwendeten, wäre da z.B. der FT82-77. Der erreicht jedoch bereits mit 
einer Windung 1175 nH. Ist eigentlich schon fast zuviel. Der FT 50-77 
wäre etwas kleiner.

Ist es unkritisch, tatsächlich eine Spule mit einer Windung einzusetzen, 
oder belastet das den Kern sehr ungleichmäßig? Sollte man lieber einen 
Eisenpulverkern benutzen? Den gibt es zwar nicht bei Reichelt, aber bei 
Amidon direkt, wie es aussieht.

Autor: Stefan Ernst (sternst)
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Sebastian schrieb:
> Sollte man lieber einen Eisenpulverkern benutzen?

Meinem (allerdings nicht sonderlich umfangreichen) Schaltregler-Wissen 
nach, nimmt man für Speicherspulen besser Eisenpuler (wegen dem 
"Luftspalt").

> Den gibt es zwar nicht bei Reichelt, aber bei
> Amidon direkt, wie es aussieht.

???
"Amidon Eisenpulver-Ringkerne" sind bei Reichelt sogar eine eigene 
Produktkategorie (mit 63 Einträgen).

Autor: Sebastian (Gast)
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Ach, sorry, habe nicht aufgepaßt. Also ein T50-2 mit 2 Wicklungen. 
Obwohl der Farbe nach die originalen Kerne wohl aus Material 18 waren 
(rot/grün).

Autor: Andi ... (xaos)
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ein kleiner tipp, wenn du das board/pc noch verwenden willst: ruf bei 
acer an oder email mit bild und erklär denen das.
glaub mir bei sowas sind auch die hersteller eigtl dran interessiert 
herauszufinden was mit dem design nicht stimmt.

außerdem gibts dann eigtl nen neues board ;)

Autor: Sebastian (Gast)
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Kann ich versuchen. Ist allerdings erstens außerhalb der Garantiezeit, 
und zweitens wird weder dieses Board noch dieses Rechnermodell mehr 
hergestellt. Der Produktzyklus in dieser Branche ist schon fast wie bei 
den Handys - ein Modell, das es länger als ein halbes Jahr gibt, ist 
schon fast eine Seltenheit.

Autor: steffen (Gast)
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Hallo.
Mir ist vor einer Woche die Nachbarspule samt MOSFET abgebrannt (nach 
5,5 Jahren Betrieb. Kein Overklocking oder anderes Rumgedoktere.
Ich dachte schon, nur mir passiert so was. Scheint also kein Einzelfall 
zu sein.

Steffen

Autor: Aabbyy22 (Gast)
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also wenn ich das Board jetzt ohne daß es vorher gebrannt hat, so sehen 
würde, würde ich sagen: das sind die kleinsten und komischsten 
spannungswandler-spulen, die ich jemals gesehen habe. auf allen anderen 
boarden habe ich bisher größere spulen gesehen, auch mit mehr windungen 
drauf. also ich könnte mir vorstellen, daß es eine fehlerhafte serie mit 
dimensionierungsfehler ist oder es wurden ausversehen falsche kerne 
bestückt. vielleicht hat sich jemand beim design oder bei der bestückung 
mit nem zahlendreher vertan. der Pin-abstand würde für mich eher für die 
neuen kleinen E-Kern spulen passen, nur daß diese dann um 45 grad 
verdreht dadrauf gepaßt hätten.

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