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Forum: HF, Funk und Felder Fragen zu DVB-T


Autor: User0815 (Gast)
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Guten Morgen, in Bezug auf das digitales Fernsehen DVB-T habe ich einige
Fragen dazu.

1.) Warum ändert sich der Kanal schnell aufgrund von Reflexionen (Echos)
    -->Kann das überhaupt sein, dass sich der Kanal schnell ändert 
aufgrund
       von Reflexionen (Echos)?
2.) Warum Kanalschätzung in Zeit- und Frequenzrichtung
3.) Warum nicht echtzeitfähig?

Für jegliche Hilfe bin ich dankbar darüber.

Autor: Pascal O. (raven761)
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hallo,

dvb-t wird über ofdm realisiert. ofdm ist ein mehrträgersystem, das 
heißt, deine seriellen daten werden parallel auf mehrere träger 
(=frequenzen) gespreizt und beim empfänger wieder zusammengeführt. 
dadurch hast du eine breitbandige übertragung und somit können die daten 
sehr gut wieder herausgezogen werden und sind gegen schmalbandige 
störungen sicher.

zu 1) dein kanal ändert sich laufend. allein dadurch, weil du ja nie 
eine pure sichtverbindung hast. deine wellen werden immer irgendwo 
reflektiert oder sogar an gebäuden gebeugt. ja, es kann also sein, dass 
sich dein kanal ändert. allerdings bei einer fest installierten dvb-t 
kanäle nicht so schnell, wie z.b. bei einem handy. die langsamen 
veränderungen nennt man "slow-fading". das sind eben kanaländerungen, 
die durch echos hervorgerufen werden. das heißt, dein empfangssignal 
wird mal stärker oder schwächer, aber eben relativ gesehen nicht so 
schnell, wie bei einer bewegung. hast du eine bewegung, nennt man das 
"fast-fading". da hat der dopplereffekt dann auch was zu sagen.

zu 2) wieso dein kanal in frequenzrichtung geschätzt werden muss, ist ja 
nun klar. weil man eben einen veränderbaren kanal in der frequenz hat. 
jede frequenz wird anders gedämpft! in der zeit wird nun auch geschätzt. 
das hat etwas mit der laufzeit des signals zu tun. wenn du zwei signale 
hast, die zur gleichen zeit loslaufen, wird eins schneller da sein als 
das andere. allerdings wurden die über 2 verschiedene frequenzen 
losgeschickt und so muss man die laufzeit auch beachten und in die 
kanalschätzung mit reintun.

zu 3) warum nicht echtzeitfähig? erst mal muss man sich fragen, was ist 
echtzeitfähig? es gibt zwei verschiedene arten: weiche und harte 
echtzeit. bei der weichen echtzeit: wird ein kommando abgeschickt und es 
kommt erst mit einer großen verzögerung eine reaktion und diese 
verzögerung wird toleriert. das heißt, wenn der teilnehmer nicht gleich 
reagiert und man toleriert das, dann ist das weiche echtzeit. bei harter 
echtzeit toleriert man verzögerungen nicht. spurtet der teilnehmer nicht 
gleich, dann kann es zu "katastrophale" folgen führen -> es wird nicht 
toleriert.
so, bei dvb-t ist das so, dass du je nachdem wie weit du von deinem 
sender weg bist, eine große laufzeit hast. dann kommt noch dazu, dass 
die ganzen träger wieder zusammengefasst und das ganze demoduliert 
werden muss. das braucht alles unglaublich viel zeit! dadurch hast du 
wenn schon, dann nur eine weiche echtzeit, aber eine harte könntest du 
niemals damit erreichen. bei dsl wird auch OFDM verwendet und da liegt 
der ping bei min. 20ms. das ist extrem lange.

ich hoffe ich konnte dir helfen. es müsste eigentlich alles fast zu 100% 
stimmen, ich schreib nämlich in ein paar tagen klausur darüber :-)

gruß, Pascal

Autor: Beobachter (Gast)
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Falls die DVB-T-Übertragung auf dem gleichen Weg geschieht, wie vorher 
bei einer passablen Analog-TV-Übertragung, gibt es vergleichsweise wenig 
Ärger durch Fading, Beugung und Reflektionen.

( Weil sich diese beim Analog-TV sehr störend in der Bildqualität 
bemerkbar gemacht hätten, Analog-TV ist da sehr kritisch. )

Autor: Pascal O. (raven761)
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> ( Weil sich diese beim Analog-TV sehr störend in der Bildqualität
> bemerkbar gemacht hätten, Analog-TV ist da sehr kritisch. )

Beim Analogtv hattest du dann teilweise zum Beispiel Geisterbilder.

Autor: Georg A. (Gast)
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"2.) Warum Kanalschätzung in Zeit- und Frequenzrichtung"

DVB-T verwendet für die einzelnen Träger keine differentielle Kodierung 
(wie zB. DAB mit PI/4-DQPSK), die QPSK/QAM-Konstellation muss also nach 
einem einmaligen Sync dauerhaft stabil bleiben. Das heisst, dass in 
jedem Symbol insgesamt der Frequenzoffset und Sampleratenoffset bekannt 
sein muss und dann noch für jeden Träger darin die Amplitudendämpfung 
(ab 16QAM) und die Phasenlage.

Da man natürlich nicht dauernd auf allen Trägern nur Syncs-Sequenzen 
senden kann, man aber trotzdem einen Überblick über den Zustand aller 
Träger braucht, rotieren die Pilotträger mit den Syncs andauernd über 
die Symbole. Die bilden damit ein kontinuierlich aufgefrischtes Raster 
der für jeden Träger gültigen Kanalschätzung. Wenn kein aktueller Pilot 
da ist, wird zweidimensional aus den anderen Infos 
gefiltert/extrapoliert.

Autor: User (Gast)
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Ich hab betüglich zu DVB-T noch Frage. Wird bei DVB-T eine 
kontinuierliche Kanalmessung durchgeführt? In der Frequenz werden 
Pilotträger sowie in der Zeit Pilotsymbole eingestreut und versendet. 
Tut der Empfänger nur die Pilotträger bzw. Pilotsymbole empfangen und 
die Abstände interpolieren?

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