Ptot ist die thermische Grenze eines Transistors.
Die darf durchaus kurzfristig überschritten werden, z.B. im
Umschaltmoment, denn der Chip und das Gehäuse haben eine gewisse
thermische Trägheit.
Was du nicht überschreiten solltest, ist das SOA (safe oerating
area)-Diagramm. Dort gibt es (wenn der Hersteller sich im Datenblatt
mühe gibt) auch Kurven für 1ms, 1us und ähnliche Impulsbelastung.
Nicht jedes Datenblatt hat ein SOA Diagramm. Dann solltest du in jedem
statischen Betrieb Ucemax und Icmax und Ptot einhalten, und nur in
Übergängen (Impulsflanken) mal Ptot überschreiten (bei wiederholten
Flanken muss der MIttelwert unter Ptot bleiben).
So oder so: Ptot ist eine ziemlich hoch gesetzte Grenze, mesit unter
unrealistischen Voraussetzungen wie Gehäusetemperatur 25 GradC, keine
anderen warmen Bauteile ind er Nähe, völlig freie Konvention, Platine
führt auch die Wärme ab, ermittelt. Ein gutes Design sollte nie knapp an
Ptot gehen. Du siehst bei Transistoren in gleichen Gehäuse (z.B. TO92)
mit dn jahren immer weiter steigende Ptot Zahlen. Dabei hat sich nichts
geändert, die maximale Temperatur bleibt gleich. Man schummelt nur die
Zahl immer weiter nach oben, wie PMPO bei Verstärkern. Umgekehrt kann
man auch alte Transistoren mit eher konservativen Ptot Angaben etwas
mehr rannehmen, wenn man moderne in demselben Gehäuse mit deutlich
höherer Ptot findet.
So hat der BC414 0.24W, der BC237 0.3W, der BC557 0.5W, der BC327
0.625W, der BC877 0.8W und der BC635 1W, alle im TO92 Gehäuse. Das ist
natürlich Unsinn. 1W in TO92 ist gnadenlos übertrieben. 0.24 bzw. 0.3
sind zu wenig, das stammt von anderen Gehäusen für dieselben Chips
(BC107 in TO18 etc.). Mehr als 0.625W sollte man dem Gehäuse nicht
zumuten, egal was das Datenblatt sagt.