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Forum: Offtopic Druckwasser- / Siedewasserreaktor Anordnung Steuerstäbe


Autor: Michael G. (Gast)
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Hallo!

Ich komme nicht mehr auf den Grund, warum bim Siedewasserreaktor die 
Steuerstäbe von unten eingefahren werden müssen.
Liegt das an der Möglichkeit das Reaktordruckgefäß beim SWR oben öffnen 
zu können?

Für eine Auffrischung dankbar
Michael

Autor: A. K. (prx)
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Kein Platz, Wasserabscheider und Dampftrockner sind im Weg. Man kann 
nicht einfach oben ein Loch reinmachen und den Dampf rauslassen, da käme 
reichlich Wasser mit.

Autor: Thilo M. (Gast)
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Der Druckwasserreaktor hat einen geschlossenen Primärkreis, 160bar und 
ca. 300°C. Da im Primärkreis kein Dampf entsteht, kann man die 
Steuerstäbe von oben einfahren (einfallen lassen).

Der Siedewasserreaktor hat (wie A.K. schrieb) im oberen Teil des 
Reaktors Dampf, der für die Turbine aufbereitet werden muss (darum 
'Siede-').
1. der Dampf selbst und 2. die Einbauten der Aufbereitung machen den 
Stabeinwurf von oben unmöglich.

Guckst du hier (sehr anschaulich):
http://images.google.de/images?q=siedewasserreakto...

Autor: Beobachter (Gast)
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Blöd wäre nur, wenn nach Komplettausfall der Anlage ( es gibt ja noch 
andere kritische Bauteile als die serienmässig versagenden 
"Maschinentransformatoren", die
theoretisch kaputtgehen könnten, ein paar davon u.U. auch im 
"nichtkonventionellen" Anlagenteil ) ALLE noch verfügbaren Steuer- und 
Regelstäbe, da stromlos und nur der Schwerkraft folgend, automatisch aus 
dem Reaktorkern nach unten herausfallen würden, so dass die Regelung der 
Kettenreaktion den linearen Bereich verlassen würde  ...

Autor: Johann L. (gjlayde) Benutzerseite
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Das Einfahren von unten hat den Zweck, den Dampfgehalt – der in 
siedendem Wasser naturgemäß von unten nach oben zunimmt – mit seiner 
reaktivitätsverringernden Wirkung räumlich möglichst auszugleichen, also 
die Leistungsverteilung in senkrechter Richtung gleichmäßiger zu machen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Steuerstab#Siedewasserreaktor

Autor: Thilo M. (Gast)
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>da stromlos und nur der Schwerkraft folgend, automatisch aus
>dem Reaktorkern nach unten herausfallen würden, so dass die Regelung der
>Kettenreaktion den linearen Bereich verlassen würde  ...

Die Steuerstäbe werden ohne Strom von unten 'reingedrückt, bei erreichen 
der Endposition werden sie automatisch mit einer Schraube gegen 
'Herausfallen' gesichert.

Da haben sich schon einige kluge Köpfe ein paar Gedanken gemacht. ;)

Autor: Beobachter (Gast)
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> "Da haben sich schon einige kluge Köpfe ein paar Gedanken gemacht. ;)"

Dann bin ich aber beruhigt ...

Vielleicht könnte noch ein bisschen Grundlagenforschung für den 
Themenkreis

"Bau und Betrieb von Maschinentransformatoren, speziell im 
konvenionellen Teil von Kernkraftwerken"

betrieben werden, eventuell wäre das noch innovativer als die bemannte 
Marslandung ???

Autor: Иван S. (ivan)
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Beobachter schrieb:
> Blöd wäre nur, wenn nach Komplettausfall der Anlage [...] ALLE noch
> verfügbaren Steuer- und Regelstäbe, da stromlos und nur der Schwerkraft
> folgend, automatisch aus dem Reaktorkern nach unten herausfallen würden,

Warum wäre das Deiner Meinung nach "blöd"?

> so dass die Regelung der Kettenreaktion den linearen Bereich verlassen
> würde  ...

Alles nicht so schlimm. Sind keine Steuerstäbe da wird mehr Dampf 
erzeugt. Mehr Dampf verdrängt aber seinerseits den Moderator, die 
Leistung sinkt. Das kann (im Extremfall) so weit gehen, daß praktisch 
gar keine thermischen Neutronen mehr zur Verfügung stehen. Vor Jahren 
ist im Netz mal eine Kopie des IAEA-Simulators rumgeschwirrt, da konnte 
man das schön simulieren. Das ganze pendelt ziemlich lange hin und her, 
bis sich ein Gleichgewichtszustand hergestellt hat. Aussedem gibt es ja 
noch das Borsäure-Vergiftungssystem.

Immer wieder informativ: Bill Garlands site: http://www.nuceng.ca/

Iw"Zwentendorf endlich ans Netz"an

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