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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Quecksilberdampflampe ohne Vorwiderstand betreiben


Autor: Christian M. (chrisreg)
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Hallo Forum!

Ich verwende zum Beleichten von Siebdrucksieben einen antiken 
Gesichsbräuner mit IR(heizkartusche)+UV(HGL).

Leider lässt sich die Infrarotheitzung nicht abschalten. Sondern nur die 
HG-Lampe in serie mit der IR-Heizung betreiben. Im Nur IR Modus hat das 
Gerät 400W, wenn IT plus HG-Lampe aktiviert ist, dann 280W. Wovon 
rechnerisch nur 80W auf die HG-Lampe entfallen. Das ist auch der Grund 
warum ich die IR Lampen gerne einsparen würde.

Die schaltung hierzu ist im dateianhang.

Mir ist klar, dass die "Vorwiderstände" (aka. IR Lampe) ihren Sinn 
haben, aber vielleicht kann man ja durch serienschaltung von mehreren 
Lampen was drehen... ohne, dass alles in die Luft fliegt.
Ich kenne mich mit Quecksilberdampflampe leider nicht wirklich aus.

: Verschoben durch Admin
Autor: ::: (Gast)
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Die Quecksilberlampe wird einen negativen differentiellen widerstand 
haben. Dh wird ohne einen Vorwiderstand nicht laufen.

Autor: Christian M. (chrisreg)
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Naja, wird mir beim Belichten wenigstens nie kalt ;-)

Autor: Andreas H. (Gast)
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Besorg' dir eine passende Drossel, dann hast du auch weniger 
Verlustleistung.

Autor: Christian M. (chrisreg)
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nur wie berechne ich die passende drossel?

Autor: Andreas H. (Gast)
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Drosseln für Hg-Lampen berechnet man nicht, die kauft man fertig. Jedes 
bessere Elektrofachgeschäft besorgt dir sowas.
"Vorschaltgerät (Drossel) für HQL 80 Watt"
ist das, was du brauchst.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Christian M. (chrisreg)

>nur wie berechne ich die passende drossel?

Über die Brennspannung und Strom der HG-Lampe und die Netzspannung.

Nehmen wir an die HG-Lampe hat 100V Brennspannung und zieht 3A. Bleiben 
noch 130V für die Drossel (230V Netzspannung, 50 Hz).

Brennspannung und Strom kannst du messen.

MfG
Falk

Autor: Daniel R. (daniel_r)
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@Falk

Mit Deiner Rechnung würde die Lampe nicht länger als 5 Minuten leuchten. 
Danach würde sie im wahrsten Sinne des Wortes "BRENNEN".


Rechne selbst einmal nach:


Mit deiner berechneten Induktivität würdest Du die Lampe bei knapp der 
doppelten Nennleistung betreiben. Dann BRENNT die Lampe wirklich.

Richtig ist es so:
An der Lampe liegen 100V an. 3A fliessen.

Für die Induktivität bleibt dann

Damit ist

und somit ist

Hiermit kommen auch schön 300W für die Lampe heraus und sie wird 
garantiert lange leben.

Gruss Daniel

Autor: Falk Brunner (falk)
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Jaja, scheiss Phasenwinkel. Hast natürlich Recht!

Autor: Christian M. (chrisreg)
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Hallo Falk & Daniel

Danke für die Berechnung!

Autor: Elmü Meister (elmue)
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Hallo

Obwohl diese Seite Mikrocontroller heisst wird über 
Quecksilberdampflampen gesprochen - auch nicht schlecht.

Da sich hier scheinbar Leute mit E-Technik Kenntnissen umtreiben, hoffe 
ich auf eine kompetente Antwort.

Ich habe einen NEC Beamer (Projektor) der nach nichtmal 2 Jahren seinen 
Geist aufgegeben hat. Da er noch Garantie hatte, habe ich ihn zum Laden 
zurückgebracht, wo man mir sagte, dass die Lampe kaputt sei (die nur 1 
Jahr Garantie hat) und der Einbau einer neuen Lampe 300 Euro kostet. Da 
ich nicht viel Vertrauen in diese "Techniker" habe, möchte ich gern 
selber nachprüfen ob das stimmt.

Ich schicke mal ein Foto von meiner Lampe mit.

Bloss wie prüfe ich das Ding ?
Das schlampiger-schaltplan.gif hier war schon sehr hilfreich.

Ich habe ein regelbares Netzgerät von 0-100V und 5A.
Lässt sich eine Hg Lampe überhaupt mit Gleichspannung betreiben?

Hat jemand schon mal eine Projektorlampe geprüft?
Kann ich die einfach über einen Vorwiderstand anschliessen und langsam 
die Spannung hochfahren?
Wo finde ich detaillierte Infos im Internet ?

Kann mir jemand erklären wie GENAU der Zündvorgang funktioniert?
Welche Zündpspannung ist erforderlich?
Ein grosser Strom kann ja dafür nicht nötig sein bei einem 27 kOhm 
Vorwiderstand.

Ich habe mir schon die Finger wundgegoogelt, die Wikipedia rauf und 
runter gelesen, aber detaillierte Infos gibt es nirgends!

Und was mich ganz besonders interessiert:
Warum sind diese Scheiss Lampen so teuer ?
Selbst bei eBay kosten sie noch 95 Euro.
Quecksilberdampflampen sind doch in jeder Strassenlaterne.
Ist das weil die Hersteller ein Patent haben, das sie sich fett bezahlen 
lassen oder ist der Herstellungsprozess wirklich so teuer?
Das ist doch nur ein winziges Glasröhrchen mit ein paar Gasen drin.

Lässt sich eine Beamer Lampe prinzipiell mit einem Autoscheinwerfer 
ersetzen? (Ist mir klar dass ich dafür dann die Stromversorgung mit 
einer 12V ersetzen müsste)

Hat

Autor: Jens G. (jensig)
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>Das ist doch nur ein winziges Glasröhrchen mit ein paar Gasen drin.

tia - weitverbeitete Fehlmeinung. Das ist nicht nur einfach Glas, 
sondern Quarz, oder gar Koround (Al2O3) in reinster Sorte. Vor allem 
letzteres schön hochschmelzend.
Bei Beamern muß der Krempel ja auch recht genau sein, damit das Bild 
nicht irgendwie schräg rauskommt. Insofern dürften die in der 
Herstellung komplizierter sein als normale Halogener. Dann muß das "Gas" 
da drin in der Zusammensetzung einigermaßen stimmen, damit die spektrale 
Verteilung einigermaßen ausgewogen ist.
Allerdings finde ich 300€ auch etwas übertrieben ...
Mit einer Auto-Halogener ersetzen wird wohl nicht so einfach sein - 
Optik und Lichtquelle müssen sicherlich eingermaßen zueinander 
abgestimmt sein

Autor: Thomas S. (tsalzer)
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@Elmü Meister

guck mal da

http://www.diy-community.de/

nach. Die bauen Beamer auf Xenon Autolampen um, dann halt mit 
verminderter Helligkeit und externem Vorschaltgerät und Netzteil, aber 
gnadenlos billig.

Ich habe hier auch einen Beamer, der nach Ableben seiner Originallampe 
mit Xenon bestückt wird. Das Xenon-Set gab es preiswert bei eba*.
Als alter Bastler denke ich, daß ich nach dem Wechsel mehr Filme damit 
angucke als jetzt.

guude
ts

Autor: Elmü Meister (elmue)
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Hallo Jens

> nur einfach Glas, sondern Quarz, oder gar Koround (Al2O3) in reinster Sorte
> das "Gas" da drin in der Zusammensetzung einigermaßen stimmen...

Mag sein.
Das erklärt aber trotzdem nicht den unverschämten Preis.
Denn die selbe Technolgie steckt in einer Strassenlaterne.


Hallo Thomas

Danke für den Link.
Dieses Forum sieht interessant aus.
Werde es studieren wenn es so weit ist.

Denn im Moment funktioniert meine Lampe wieder!
Ich habe nämlich festgestellt dass sie einen Schluss hatte zwischen 
Zündelektrode und Kathode der nach ein paar mal leichten Klopfens auf 
einmal verschwand!
Jetzt leuchtet sie wieder - und wie!
Ich bin beeindruckt von der Helligkeit - wie die Sonne!
Mal sehen wie viele Filme ich noch damit gucken kann bis sie dann 
endgültig verreckt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Lampe so früh aussetzt, weil sie 
bereits einen Herstellungsfehler hatte. Schon nach einem Monat nach dem 
Kauf schaltete sich das Licht mitten im Film aus. Danach lief der 
Projektor aber wieder. Nach 2 Monaten fing das Bild an zu flackern - so 
ein paar mal während eines Filmes. Auch das hörte dann von allein wieder 
auf. Deshalb habe ich ihn nie zur Reparatur gebracht, weil alle diese 
Phänomene nur vorrübergehend waren. Aber ne Macke hatte er von Anfang 
an.

Mir scheint, dass die Lampe nun ihrem Ende nah ist, aber für den Moment 
funktioniert sie wieder.

Ich habe das gleich ausgenutzt und die Spannungen gemessen.
Da dies interessant sein könnte für Andere mit zweifelhaften Lampen hier 
die Daten:

Die Lampe läuft mit Gleichspannung.
Der Anschluss auf dem Foto oben ist die Anode.
Im Betrieb liegen hier 45 V.
An der Zündelektrode liegen im Betrieb 0 V.

Bevor die Lampe sich einschaltet geht die Anodenspannung kurzzeitig auf 
200 V hoch, die dann wenn das Licht erscheint, abrupt auf 40 V abfällt. 
Im Prozess des Warmwerdens steigt die Spannung dann langsam bis auf 45 V 
an.

Es war sehr schwer die Zündspannung zu messen da ich nur ein analoges 
Oszilloskop habe aber kein Speicheroszi. Der Zündprozess ist so kurz 
dass ich kaum eine Chance habe, ihn zu sehen. Aber es scheint eine 
Wechselspannung zu sein (hochfrequent aus dem Schaltnetzteil) so um die 
30 Vss.

Elmü

Autor: Anselm 68 (anselm68)
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Waren Strassenlampen nicht Natrium-Dampf-Lampen?
Deswegen auch die sehr lange Vorglühzeit....
Quecksiberdampf ist doch sofort da, es sei denn die Lampe wird 
absichtlich langsam hochgefahren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Natriumdampflampe

Gruß Anselm

Autor: Andreas K. (derandi)
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Nein, Natriumdampflampen sind die gelben.
HQL-Lampen brauchen ne Weile zum Warmwerden, und sie lassen sich 
kurioser weise nur zünden wenn sie kalt sind.
Nach der Zündung sieht man ein blaues Leuchten, das nach ein paar 
Minuten recht schnell heller wird.
Natriumdampf-Hochdrucklampen (die kleinen) müssen auch warm werden, nur 
Natriumdampf-Niederdrucklampen (die großen, mit dem langen Rohr) gehen 
aber sofort wieder an. Nutzt man unter anderen bei Sicherheitsrelevanten 
Sachen, zum Beispiel Fußgängerüberwegen oder bei Kameraüberwachung.
Auseinanderhalten kann man die Lampen u.A. leicht an der Baugröße, 
Hochdrucklampen sind nicht viel größer als Glühbirnen und haben eine 
dezent andere Farbe weil sie weniger stark Monochrom sind als die 
Niederdrucklampen.

Warum Beamerlampen so viel kosten weiß ich nicht, möglich das einfach 
jeder Hersteller seine eigene Suppe kocht um an den teuren Lampen noch 
Geld zu verdienen.

Autor: Paul Baumann (Gast)
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>Waren Strassenlampen nicht Natrium-Dampf-Lampen?
Ja, sind sie auch immer noch. ;-)
Es gibt trotzdem noch welche mit HQL (Quecksilber Hochdruck)-Lampen.

Ich habe hier zum Bleistift einen Apparat zum Löschen von Eprom, der
mit einer 80 Watt HQL-Lampe aufgebaut ist, die über eine 65 Watt
Leuchtstofflampendrossel betrieben wird. Die Lampe gibt ohne ihren
Glaskolben eine brettharte UV-Strahlung ab.

Das geht wunderbar.

MfG Paul

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Andreas Klepmeir schrieb:

> HQL-Lampen brauchen ne Weile zum Warmwerden, und sie lassen sich
> kurioser weise nur zünden wenn sie kalt sind.

So kurios ist das gar nicht, wenn du dir die Zündschaltung mal
ansiehst.  An der Zündelektrode hängt ein PTC, der im kalten
Zustand die Zündelektrode mit der Spannung beaufschlagt, die sonst
die Gegenelektrode auf der anderen Seite der Lampe sieht.  Wenn die
Lampe zündet, wird der PTC heiß und schaltet ab.  Daher kann man
erst dann erneut zünden, wenn er wieder erkaltet ist.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Jörg Wunsch schrieb:
> Andreas Klepmeir schrieb:
>
>> HQL-Lampen brauchen ne Weile zum Warmwerden, und sie lassen sich
>> kurioser weise nur zünden wenn sie kalt sind.
>
> So kurios ist das gar nicht, wenn du dir die Zündschaltung mal
> ansiehst.  An der Zündelektrode hängt ein PTC, der im kalten
> Zustand die Zündelektrode mit der Spannung beaufschlagt, die sonst
> die Gegenelektrode auf der anderen Seite der Lampe sieht.  Wenn die
> Lampe zündet, wird der PTC heiß und schaltet ab.  Daher kann man
> erst dann erneut zünden, wenn er wieder erkaltet ist.

Die PTC-Zusatzschaltung ist lediglich ein Schutzmechanismus, der 
unbedarften Nutzern die Fehlbedienung der Lampe vermasseln soll (und das 
auch richtig tut).

Tatsächlich ist es so, das eben im heißen Lampenzustand die Zündspannung 
deutlich erhöht ist. Man daher mit Standard Systemen nicht im heißen 
Zustand wiederzünden kann.

Es gibt aber spezielle Ausführungen der Vorschalt-& Zündgeräte, die 
sofortige (max. 1-2 Sek. "downtime") Wiederzündbarkeit ermöglichen.

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