ich such seit einiger zeit nach einem ziemlich speziellen schalter für
prüfzwecke, er sollte +/- 30 kV mit 1 kHz draufhaben. die 1 kHz sind
deswegen interessant, weil ich eine hohe flankensteilheit brauch, ich
hab nicht vor, das teil wirklich bei der f zu betreiben. hab die
beschaltung und spezifikation angehængt.
die einzigen, die ich gefunden hab, sind behlke, aber die brauchen
anscheinend nicht wirklich kunden...
lg sandra
Ein Schalter mit 1kHz ? Ich hoffe, du meinst keinen mechanischen
Schalter.
Aber du willst nur eine Flankensteilheit. Also könnte man eine
Funkenstrecke zünden. Ein Wasserstoff-Impuls-Thyratrons schaltet 30kV,
aber nicht -30kV, du bräuchtest 2. Immerhin taugen die auch für mehrere
hundert Ampere. Wie hoch deine Anstiegsgeschwindigkeit aber real wird,
hängt sehr stark von der Induktivität der Zuleitugen im ganzen Aufbau
ab.
Mit IGBTs müsste man mehrere in Reihe schalten, und bekommt nicht ganz
so gute Daten.
Hallo Sandra!
Du arbeitest nicht zufällig bei einem Schaltschrankausrüster im Taunus?
Aber zum Thema...
Kannst du nicht den HV-Generator auf der Niederspannungsseite an und
abschalten?
Ansonsten fällt mir noch die Firma ABB ein. Die baut auch Wechselrichter
für unsere Versorgungsnetze. Evtl haben die IGBTs für solch hohe
Spannungen.
Gruß
Mandrake
Meines Wissens sind die spannungsfestesten IGBTs, die es gibt, mit max.
6k angegeben.
In besagten DC/DC-Wandlern (die bis 132kV ausgelegt sind) werden
dementsprechend viele IGBTs in Reihe geschaltet.
30kV entspräche mind. 5 solcher IGBTs. Die Dinger sind nahezu
unbezahlbar.
Mein Vorschlag wäre ebenfalls ein Wasserstoff-Thyratron oder eine
Eigenbau-Triggerbare-Funkenstrecke.
Ein H2-Thyratron hab ich hier auch in Verwendung. Es schaltet 35kV bei
5kA.
Gruss Daniel
nø, kein mechanischer :-). an kugelfunkenstrecken bzw. trigatron hab ich
auch schon gedacht, allerdings glaub ich nicht, dass die wirklich
geeignet wæren. auch wenn ich den schalter nicht bis 1 kHz betreiben
werd, so brauch ich dennoch repetitive impulse; ich konnte zwar keine
spezifischen daten dazu finden, aber ein trigatron wird wohl zu langsam
sein: das dielektrikum braucht ja doch eine gewisse zeit, um sich
auszutauschn/zu rekombinieren und es muss die behandlung auch auf
længere sicht aushalten kønnen (für nicht-luft løsungen). ergo kommt
meiner meinung nach eigentlich nur leistungselektronik in frage. die
ampere sind ziemlich nebensæchlich, weil kaum vorhanden.
wie schon gesagt, behlke bietet ein derartigen schalter an (HTS
651-03-GSM), allerdings konnten sie innerhalb von 1,5 monaten nicht
beantworten, ob er lieferbar ist und das geht mir ganz ein bisschen auf
den nerv. gibts doch nicht, dass es so ein teil sonst niergendwo zu
kaufen gibt!
lg sandra
@ sandra (Gast)
Man kann Thyristoren in Reihe schalten und dann gleichzeitig zünden.
Machen wir hier in verschiedenen Produkten. Einzelne Module bis 60kV.
MFG
Falk
Hallo Sandra,
welches dU/dt und welchen Nennstrom benötigst Du?
Benötigst Du einen "echten" Schalter oder geht es Dir nur um die
Erzeugung derartiger Pulse?
Beschreibe bitte mal deine Applikation.
...30kV sind eine Menge
Mechanisch:
Wir hatten am Institut einen HV Pulsgenerator der mit einem Vakuum
Quecksilberschalter arbeitet, der von einem Motor bewegt wird. Macht
zwar nur 1kV aber mit brutaler Flankensteilheit - lustig knisterts im
Radio.
Elektrisch:
Da wirst Du nicht um etwas Leistungselektronik herum kommen.
- Reine Pulserzeugung könntest Du mit einem Trafo erledigen. Das primäre
dU/dt wird mit dem Übersetzungsverhältnis hoch transformiert.
- Echter Schalter: So wahnsinnig schnell sind die klassischen Halbleiter
(Thyristor, GCT, IGBT) alle nicht. Da kommst Du mit den typischen 6,5kV
IGBTs auf 2-4kV/us. Die dicken Halbleiter haben leider relativ große
Ladungsmengen die beim Schalten transportiert werden müssen.
hallo michael!
ich brauch keinen 'echten' schalter, sondern will nur rechteckimpulse
damit erzeugen. ich hab in meinem ersten posting eine spezifikation als
pdf angehængt, wo auch ein schaltbild dabei ist. flankensteilheit wære
max. 1 üs wünschenswert. strom kann ich nicht genau sagen, weil wir die
restlichen komponenten noch nicht alle haben, wird aber ziemlich niedrig
sein. es soll eine spannungsquelle für prüfungzwecke werden, interessant
ist dabei die spannungsfestigkeit des prüflings.
lg sandra
Hallo Sandra,
das PDF habe ich glatt übersehen.
Klar ist mir:
Rechteckimpuls (einzelnd oder Pulsfolge)
+/- 30kV
1kHz maximale Frequenz
Unklar: welches Tastverhältnis
Das was so nett als "Transistorswitch" eingezeichnet ist, ist als
Halbleiterschalter klar eine Sonderanfertigung mit dem Potential leicht
> 20 kEUR zu kosten.
Selbst wenn Du 6,5kV IGBTs nehmen würdest, brauchst Du ca. 10 Stück
davon für einen einzelnen Schalter. Plus Treiberstufe und das für 30kV
gerated...
Denk mal darüber nach, ob nicht auch ein Trafo gehen könnte.
Wir haben häufiger auch für Versorgung von Gatetreibern mit Trafos und
Rechteckspannungen gearbeitet.
Könntest bei 600Vdc eine konventionelle Halbbrücke nehmen und einen
Trafo 500V => 30KV betreiben. Der Umrichter müsste dann mindesten
500V/us Spannungsanstiegsgeschwindigkeit haben, die werden auf 30kV/us
hochtransformiert.
Die einzigen Parameter die das Vergnügen etwas dämpfen können sind die
inter-winding Kapazität und die Magnetisierung des Kerns (@ 1kHz).
Aber das ist halt eine Auslegungssache.
(Man könnte möglicherweise auch über eine resonante Topologie
nachdenken.)
> ich brauch keinen 'echten' schalter, sondern will nur rechteckimpulse
Die Betonung liegt auf NUR.
Es ist ein Uni-Forschungsprojekt, bei dem man es dem Rest der Welt mal
richtig zeigen will? Wie klug wir Deutschen sind, weil wir können, was
andere nicht können? Da fragt man doch mal nach einer Lösung im
Hobbyforum, um sich ein paar Euro einer kommerziellen Lösung sparen zu
können.
> flankensteilheit wære max. 1 üs wünschenswert
Also 60V pro Nanosekunde.
> . strom kann ich nicht genau sagen, weil wir die restlichen komponenten noch
nicht alle haben, wird aber ziemlich niedrig sein.
In deinem Schaltplan steht C2 drin, ohne Werte. Wenn das nur 150pF sind,
braucht ein Umladen um 60kV in 1us schon 10A. Die Impulsverlustleistung
im Zuleitungskabel und Schaltelement liegt bei 600000 Watt.
> interessant ist dabei die spannungsfestigkeit des prüflings.
Kaum, Bei 60kV/us, also Stromschnellen im Gigahertzbereich, übertragen
sich Ladungen ganz ohne Kabelverbindung. Du misst die
Einstrahlfestigkeit gegen Radarimpulse und ähnliches, nicht die
Spannungsfestigkeit.
Ich habe den Eindruck, ihr wisst überhaupt nicht, was ihr tut, ihr kommt
wohl aus der Riege der Lastenheftersteller.
@ MaWin
nun, es handelt sich tatsæchlich um ein forschungsprojekt, halb
grundlagen, halb angewendet. kohle, um sich eine kommerzielle løsung zu
kaufen, ist genug da, aber wie das nun mal in der forschung so ist,
kønnen sich die anforderungen ændern und dann kann man die kommerzielle
løsung ins regal stellen und sich eine neue kaufen.
deine restlichen kommentare sind nett zu lesen, aber redundant - auch
auf unis wird nachgedacht und die grundlegenden rechungsarten
beherrscht. für c2 steht deswegen kein wert, weil es sich um
unterschiedliche prüflinge handelt.
man mag zu grundlagenforschung stehen, wie man will, aber dein
gehæssiges kommentar hættest du dir sparen kønnen.
@ Michael,
danke für deinen vorschlag, die trafoløsung scheint auch mir die
einzige, einigermassen sinnvolle. das problem daran ist lediglich das
übliche: zu wenig labor für zu viele leute... irgendwer von meinen
kollegen ist dann mal mit der schaltung gekommen und der schalter wurde
auch recht schnell bei behlke gefunden. meine kollegen glauben, dass wir
den schalter noch bekommen werden, ich kanns mir nicht wirklich
vorstellen. in ein paar monaten werd ich dann wohl in ein grøsseres
labor umsiedeln müssen... mein bedauern wird sich in grenzen halten! :-)
danke und lg
sandra
Das ist im Prinzip eine Batterie aus in serie und paralell geschalteten
FETs, IGBTS oder für welche Serie Du dich entscheidest.
Da scheint auch ein bisschen Balancing drin zu sein.
Das eigentliche know-how dürfte im Treiber stecken.
Immerhin muss das ganze Synchron "gezündet" und auch wieder "gelöscht"
werden...
Die hohe WIederholrate dürfte ein Problem sein, sonst hätte ich wohl
einfach zu einer triggerbaren Löschfunkenstrecke geraten, oder gleich zu
einem Marx-Generator.
Im ersten Post schrieb Sandra, dass die hohe Schaltfrequenz garnicht
benötigt.
Sie nimmt vermutlich an, dass ein Schalter mit hoher Wiederholrate auch
eine hohe Flankensteilheit besitzt.