> Das Board möchte ich nun mit dem Ethernet verbinden
> (PHY und so weiter ist natürlich drauf).
> Ich habe hier bereits gelesen, dass ich dazu einen IP-Stack
> benötige (?).
Im Prinzip nein, aber ...
Um über Ethernet mit einem Gerät zu kommunizieren, bedarf es keines
IP-Stacks, man kann auch direkt Ethernet-Pakete versenden und empfangen.
Auf dieser Ebene wird die sogenannte MAC-Adresse Deines Boards
verwendet.
TCP/IP ist ein Protokoll, das (unter anderem) auf Ethernet verwendet
werden kann und viel vom Verwaltungsaufwand einspart.
Um das nutzen zu können, benötigtst Du einen IP-Stack.
> Diese möchte ich natürlich selber programmieren;
> meine Frage hierzu: wo soll ich anfangen?
Indem Du es sein lässt und einen verfügbaren IP-Stack verwendest. Ein
IP-Stack ist alles andere als trivial, so etwas programmiert man sich
nicht mal eben selbst, vor allem, wenn man mit der Materie noch nie
vorher zu tun hatte.
Damit Dein Board eine IP-Adresse automatisch zugewiesen bekommen kann,
musst Du zusätzlich zum IP-Stack einen DHCP-Client implementieren.
Dieser fordert beim DHCP-Server (den es irgendwo in Deinem Netzwerk
geben muss) eine IP-Adresse an.
In Heimnetzwerken ist das oft eine vom Router übernommene Funktion.
Für die Namensauflösung wird ein Protokoll namens DNS verwendet. Im o.g.
Heimnetzwerkfall wird das üblicherweise ebenfalls vom Router übernommen,
der bei Namensanfragen in der von ihm verwalteten Liste lokaler Geräte
nachsieht und bei Nicht-Auffinden des Namens den übergeordneten
DNS-Server des Providers kontaktiert.
Im von Dir beschriebenen Modell (PC will Dein Board unter dem Namen
"test" ansprechen) ist es ganz und gar nicht erforderlich, daß Dein
Board etwas von DNS versteht, das müsste es nur, wenn es im Gegenzug
Deinen PC über seinen Namen ansprechen wollte.
Du musst nur dafür sorgen, daß Dein Board per DHCP-Request eine
IP-Adresse reserviert und dabei seinen Namen bekanntgibt.
Als ersten Schritt aber würde ich eine statische IP-Adresse verwenden
und diese als statische DHCP-Lease in Deinem Router eintragen (sofern
der das zulässt). Dann kann Dein PC nach wie vor nach "test" fragen,
aber Du musst noch nicht gleich einen DHCP-Client implementieren.
Auch einen DCHP-Client solltest Du nicht selberprogrammieren, sondern
auf eine der unzähligen fertig verfügbaren freien Lösungen
zurückgreifen.
Das reduziert die Fehlermöglichkeiten ganz drastisch.