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Forum: Offtopic Argumentationsweise/technik - Ökonomen verlangen von Arbeitnehmern Lohnverzicht


Autor: UBoot-Stocki (Gast)
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Guten Morgen,

ich beziehe mich auf diesen 
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,639926,00.html) Artikel.

... nannte die Lohnsenkungsidee von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt 
einen unsinnigen Vorschlag. 1930 seien während der Weltwirtschaftskrise 
in Deutschland die Löhne für Facharbeiter um 20 Prozent gesenkt worden. 
"Das Ergebnis dieser Politik ist bekannt. Deutschland in den dreißiger 
Jahren ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie man es nicht machen sollte"

Mir geht es um die Argumentationstechnik:

Woher bekommt man solche historischen Fakten? Oder hat sich da jemand 
was ausgedacht, was von anderen (zu diesem Zeitpunkt) nicht widerlegt 
werden kann ?

Gruß

Andreas

Autor: Zwie Blum (zwieblum)
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ein geschichtsbuch hilft ungemein. schau mal bei amazon rein, stichwort 
"wirtschaftsgeschichte" und stöbere :-)

Autor: Bogumil (Gast)
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Woher willst du historische Fakten bekommen?

meiner Meinung nach ist die einzige Chance Originalquellen wie 
Zeitungsarchive HWWA und sonst. direkte Aufzeichnungen. Der Rest ist so 
dermaßen zugemüllt mit interressengeleiteten Halbwahrheiten das 
Informieren kaum möglich ist. Da kannst du dir aus den Zahlen immer was 
rausinterpretieren.

Meines Wissens ist die damalige Situation auch nicht vergleichbar. Durch 
die überbordenden Reparationszahlungen ist die deutsche Wirtschaft aus 
dem Gleichgewicht geraten. Das wurde wie immer durch die Arbeitnehmer 
über die Inflation finanziert. Das hat dann der Binnenkaufkraft den Rest 
gegeben und den Boden für die Nazis bereitet die das auf eine religiöse 
Gruppe gelenkt haben.

Irgendwoher muß der Hass ja gekommen sein der es einem Land ermöglichte 
ganz Europa zu besetzen.

Autor: UBoot-Stocki (Gast)
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Hallo,

mir geht es darum, wie die Situation ist:

Es steckt jemand in einer hitzigen Diskussion und bringt so ein 
Statement, welches zu diesem Zeitpunkt nicht widerlegt werden kann, da 
(wahrscheinlich) niemand in der Diskussionsrunde die Fakten kennt. Ist 
der jetzt ein Argumentationsgenie eine Geschichtenerzähler oder gar ein 
Geschichtsgenie?

oder

Hat dieser jemand vorher dutzende Geschichtsprofessoren am Arbeiten die 
ihm eine Argumantationskette aufbauen, die ihm "in den Kram" passt. Und 
hat er vorher genau geplant (evtl. sogar vorgegeben?) was von wem gesagt 
wird?

Gruß

Andreas

Autor: wodim (Gast)
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> Das hat dann der Binnenkaufkraft den Rest gegeben
> und den Boden für die Nazis bereitet,
> die das auf eine religiöse Gruppe gelenkt haben.

Und heute?

> Irgendwoher muß der Hass ja gekommen sein,
> der es einem Land ermöglichte,
> ganz Europa zu besetzen.

Tja, heute ist das leider nicht mehr möglich. Heute kann Deutschland 
sich nur noch gegeneinander aufhetzen lassen. Das funktioniert aber 
immer noch wunderbar. Raucher gegen Nichtraucher, Autofahrer gegen 
Radlfahrer, "Arbeitgeber" gegen "Arbeitnehmer", Christen gegen Moslems, 
Linke gegen Rechte,...

Deutscher Schwachsinn in Reinkultur, deutsche Leitkultur sozusagen.

Autor: Gast (Gast)
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Aus dem Arikel

"Ein Lohnverzicht schütze vor Entlassungen, er mache Arbeit für die 
Unternehmen billiger und verbessere die Gewinnsituation,.. "

Lohnverzicht schöpft aber auch massiv Kaufkraft ab, besonders in den 
unteren bis mittleren Einkommensschichten. Im Ergebnis halten die 
Lohnempfänger dann das Geld mehr beisammen, geben weniger aus und der 
Handel bekommt das zu spüren. Die Folge davon ist, weniger Einnahmen im 
Einzelhandel, Gastronomie usw. Diese versuchen die sinkenden Einnahmen 
ihrerseits mit Lohndrückerei zu kompensieren oder entlassen Personal 
oder gehen im Extremfall insolvent. Wenn sie "nur" ihrerseits ihre 
sinkenden Einnahmen mit sinkenden Löhnen beantworten ist der 
Teufelskreis bereits geschlossen. Wenn alle für immer weniger Geld 
arbeiten (müssen) wird weder mehr Beschäftigung geschaffen noch mehr 
Wachstum, im Gegenteil. Das einzige was passiert ist das die Kluft 
zwischen arm und wohlhabend noch größer wird.

Autor: Gast (Gast)
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> Es steckt jemand in einer hitzigen Diskussion und bringt so ein
> Statement, welches zu diesem Zeitpunkt nicht widerlegt werden kann, da
> (wahrscheinlich) niemand in der Diskussionsrunde die Fakten kennt. Ist
> der jetzt ein Argumentationsgenie eine Geschichtenerzähler oder gar ein
> Geschichtsgenie?

Alles ist möglich. Jedoch ist bluffen Informationen, die der Gegner im 
Moment weder überprüfen noch widerlegen kann ein sehr wirksames Mittel. 
Grundsätzlich glauben die Menschen ja, was ihnen erzählt wird und man 
vertraut daraf, nicht angelogen zu werden. Kommt also jemand mit so 
einer Information (erfunden oder nicht), so hat man kaum Möglichkeiten 
zu kontern: Überprüfen kann man die Information auf die Schnelle nicht, 
Zweifel äussern ist ebenfalls schwammig und den Gegner als Lügner 
darstellen ist auch heikel - einerseits weil man damit ziemlich offensiv 
wird, andererseits, weil er die Information vielleicht plötzlich doch 
belegen kann. Man könnte die Information zwar nach der Diskussion 
überprüfen und nochmals auf den Punkt zurückkommen - aber dann ist es 
meist schon zu spät, weil die Diskussion schon zu einer Entscheidung 
geführt hat oder weil die Zuhörer schon weg sind.

Ganz klar: Mit Informationen bluffen ist eine ziemlich wirkungsvolle 
Sache. Selbst wenn der Gegner voll kontert - was er aus obigen Gründen 
nur schwer tun kann - steht es dann nur Aussage gegen Aussage, also 
Unentschieden.

Autor: wodim (Gast)
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Genau so ist es. Was zwangsläufig zu sozialen Unruhen führen muss. 
Gelinde ausgedrückt. Lese nur seit Jahren endlose Diskussionen darüber 
ohne Ergebnis. Habe also keine Lust, das hier weiter zu verfolgen, kann 
mir schon denken, was kommt. Alternativen sind gefragt!

Autor: Gast (Gast)
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> Habe also keine Lust, das hier weiter zu verfolgen, kann
> mir schon denken, was kommt.

Eine der Folgen die man im Zusammenhang sehen muss

"Strafanzeige gegen Merkel wegen Hochverrat"

Youtube-Video "Strafanzeige gegen Merkel wegen Hochverrat - Teil 1"

Autor: wodim (Gast)
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Und was soll da 'rauskommen?

Autor: Gast (Gast)
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> Und was soll da 'rauskommen?

vermutlich erst mal gar nichts, aber die Argumentation kann man sich 
schon mal anhören; vieles was dort gesagt ist stimmt schon irgendwie

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