Warum hat Netzgerät GND Anschluss? Unterschied zu Minus?

Gast #1358037
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Hi,
warum braucht man bei einem Netzgerät welches keine negativen Spannungen 
liefern kann einen GND-Anschluss?
Was ist überhaupt der Unterschied zu Minus und GND? Irgendwie hab ich 
das noch nie richtig verstanden.
Kann mir jemand helfen? Vielen Dank schonmal.
Gruß Martin
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GND entspricht bei einem Netzgerät dem Erdpotential, also dem 
Schutzleiter PE.
Die erzeugte Spannung des Netzgerätes liegt zwischen '-' und '+' an und 
ist vom potential her unabhängig von PE. Nun könntest Du z.B. GND und 
'+' verbinden. Somit liefert dein Netzgerät (bezogen auf das 
Erdpotential) eine negative Spannung.
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Natürlich misst du eine positive Spannung, was denn sonst?

Ein Spannung ist immer eine Potentialdifferenz zwischen zwei Punkten. 
Wird + mit GND verbunden, wird das Potential von + und - nach unten 
verschoben. Die Differenz bleibt natürlich gleich. Bei nur einer 
Versorgungsspannung bzw. Bezugspunkt ändert sich dadurch auch nichts. So 
bald man einen Sensor anschließt, dessen - mit GND verbunden ist, wird 
dieser sich sehr schnell auflösen.
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GND ist lediglich ein Bezugspotential das irgendwo liegen kann. Minus 
sagt eigentlich nur aus, dass dieses Potential geringer ist als das 
Bezugspotential so wie Plus höher liegt als das Bezugspotential. Das ist 
schon der ganze Zauber
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Martin schrieb:
> wenn ich GND und + Verbinde und dann mit meinem Multimeter die Spannung
> zwischen + und - messe erhalte ich immer noch eine positive Spannung.

Du hast auch nur den Bezug geändert, nicht die eigentliche Spannung. 
Wenn du dir das GND als Referenz vorstellt, muss du an deinem Multimeter 
eigentlich GND->COM verbinden. Dann würde dein Multimeter eine negative 
Spannung anzeigen.

Das ganze ist aber eigentlich erst interessant, wenn man positive und 
negative Versorgungen braucht.
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steht doch in dem dortigen PDF-File, wozu die den GND-Anschluß 
vorgesehen haben - um ihn mit Erde (also PE) zu verbinden, wenn Du das 
unbedingt brauchst. Das hat nichts mit "einem Netzgerät welches keine 
negativen Spannungen liefern kann" zu tun. Nur kannst Du eben mit diesem 
Anschluß ein Plus- oder Minusspannungsquelle bauen (gegenüber Erde 
betrachtet).
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Tilo (Gast) schrieb:
> Den GND-Anschluss braucht man z.B. bei OP-Schaltungen, welche
> symmetrische Spannung benötigen

Auch dann nicht. Die GND-Buchse ermöglicht dir nur, bequem "Irgendwas", 
was immer du willst, zum Beispiel eines der Ausgangspotentiale des 
Netzteil (+ oder -), mit der Erde (PE) zu verbinden.

Maik F. (sabuty) schrieb:
> Das ganze ist aber eigentlich erst interessant, wenn man positive und
> negative Versorgungen braucht.

Auch dann nicht. Es wird erst interessant, wenn man sich auf die Erde 
beziehen möchte oder muss. Zwei galvanisch isolierte Netzteile (gerne in 
einem Gehäuse) reichen völlig aus, um eine positive und negative 
Versorgungsspannung zu bauen, da braucht man keine Erde dazwischen. Nur 
wenn man will, dass das gemeinsame Potential zusätzlich auf Erdpotential 
liegt, kann man es mit der GND-Buchse verbinden.
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GND muss mit PE überhaupt nichts zu tun haben. Es kann, aber es muss 
nicht. Auch bei einer erdfreien Schaltung kann man einen GND definieren.

GND ist einfach deine Definition in deiner Schaltung, auf die du die 
Spannungen beziehen möchtest. Von da aus (Anschluss COM deines 
Messgerätes) misst du die Potentiale anderer Knoten.
Natürlich hat es gewisse Vorteile, wenn man GND auf einen sinnvollen 
Knoten definiert. Das ist in vielen Schaltung (mit einer 
Versorgungsspannung) der negative Pol - es gibt auch andere, wie z.B. 
die ältere ECL-Technik, bei der GND auf dem positiven Pol definiert 
wurde.
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was ist an dem Text in der Bedienungsanleitung nicht zu verstehen?

Masseverbindung
-  Abhängig von der Aufgabe ist die Masse-Ausgangsklemme entweder mit 
der Plus- oder Minusklemme zu verbinden oder mit keiner der beiden 
Klemmen.
Im letzteren Fall wird die Ausgangsspannung massefrei, sie hat keinen 
direkten Bezug zur Erde, und es existiert keine niederohmige Verbindung 
zum Gehäuse.
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> wenn ich GND und + Verbinde und dann mit meinem Multimeter die Spannung
zwischen + und - messe erhalte ich immer noch eine positive Spannung

Martin,

bitte sei mir nicht boese, aber das war der absolute Brueller..
Du muesstest dich mit den Grundlagen der Elektronik mehr vertraut 
machen.
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Hallo Martin,

das Datenblatt für dein Netzteil ist wirklich etwas verwirrend. Offenbar 
ist mit "Masse" das Erdpotential gemeint, genauer: Die "Masse-
Ausgangsklemme 8", auch "GND" genannt, scheint mit dem durchgeschleiften 
Schutzleiteranschluß der Netzanschlußbuchse verbunden zu sein. Sie dient 
dazu, die erzeugte Gleichspannung wahlweise mit Erdpotential verbinden 
zu können.

Wenn es dann aber heißt "Erdfreier Masseanschluß (floating ground)" und 
später "Im letzteren Fall wird die Ausgangsspannung massefrei, sie hat 
keinen direkten Bezug zur Erde, und es existiert keine niederohmige 
Verbindung zum Gehäuse" kann man aber schon ins Grübeln kommen. Das mit 
der "Verbindung zum Gehäuse" macht eigentlich nur Sinn, wenn das Gehäuse 
mit Erdpotential verbunden ist. Warum sollte sonst das Gehäusepotential 
eine Rolle spielen? Aber dann stimmt das mit der ausgewiesenen 
Schutzklasse II auch nicht. Ein Netzgerät, dessen Gehäuse mit dem 
Schutzleiteranschluß verbunden ist, ist automatisch Schutzklasse I. Und 
"Erdfreier Masseanschluß" macht dann auch überhaupt keinen Sinn.

Wahrscheinlich irgendein zweifelhafter China-Import mit ebenso 
zweifelhaft übersetzter Bedienungsanleitung.

Kai

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