Hi,
warum braucht man bei einem Netzgerät welches keine negativen Spannungen
liefern kann einen GND-Anschluss?
Was ist überhaupt der Unterschied zu Minus und GND? Irgendwie hab ich
das noch nie richtig verstanden.
Kann mir jemand helfen? Vielen Dank schonmal.
Gruß Martin
GND entspricht bei einem Netzgerät dem Erdpotential, also dem
Schutzleiter PE.
Die erzeugte Spannung des Netzgerätes liegt zwischen '-' und '+' an und
ist vom potential her unabhängig von PE. Nun könntest Du z.B. GND und
'+' verbinden. Somit liefert dein Netzgerät (bezogen auf das
Erdpotential) eine negative Spannung.
Natürlich misst du eine positive Spannung, was denn sonst?
Ein Spannung ist immer eine Potentialdifferenz zwischen zwei Punkten.
Wird + mit GND verbunden, wird das Potential von + und - nach unten
verschoben. Die Differenz bleibt natürlich gleich. Bei nur einer
Versorgungsspannung bzw. Bezugspunkt ändert sich dadurch auch nichts. So
bald man einen Sensor anschließt, dessen - mit GND verbunden ist, wird
dieser sich sehr schnell auflösen.
GND ist lediglich ein Bezugspotential das irgendwo liegen kann. Minus
sagt eigentlich nur aus, dass dieses Potential geringer ist als das
Bezugspotential so wie Plus höher liegt als das Bezugspotential. Das ist
schon der ganze Zauber
Martin schrieb:
> wenn ich GND und + Verbinde und dann mit meinem Multimeter die Spannung> zwischen + und - messe erhalte ich immer noch eine positive Spannung.
Du hast auch nur den Bezug geändert, nicht die eigentliche Spannung.
Wenn du dir das GND als Referenz vorstellt, muss du an deinem Multimeter
eigentlich GND->COM verbinden. Dann würde dein Multimeter eine negative
Spannung anzeigen.
Das ganze ist aber eigentlich erst interessant, wenn man positive und
negative Versorgungen braucht.
steht doch in dem dortigen PDF-File, wozu die den GND-Anschluß
vorgesehen haben - um ihn mit Erde (also PE) zu verbinden, wenn Du das
unbedingt brauchst. Das hat nichts mit "einem Netzgerät welches keine
negativen Spannungen liefern kann" zu tun. Nur kannst Du eben mit diesem
Anschluß ein Plus- oder Minusspannungsquelle bauen (gegenüber Erde
betrachtet).
Tilo (Gast) schrieb:
> Den GND-Anschluss braucht man z.B. bei OP-Schaltungen, welche> symmetrische Spannung benötigen
Auch dann nicht. Die GND-Buchse ermöglicht dir nur, bequem "Irgendwas",
was immer du willst, zum Beispiel eines der Ausgangspotentiale des
Netzteil (+ oder -), mit der Erde (PE) zu verbinden.
Maik F. (sabuty) schrieb:
> Das ganze ist aber eigentlich erst interessant, wenn man positive und> negative Versorgungen braucht.
Auch dann nicht. Es wird erst interessant, wenn man sich auf die Erde
beziehen möchte oder muss. Zwei galvanisch isolierte Netzteile (gerne in
einem Gehäuse) reichen völlig aus, um eine positive und negative
Versorgungsspannung zu bauen, da braucht man keine Erde dazwischen. Nur
wenn man will, dass das gemeinsame Potential zusätzlich auf Erdpotential
liegt, kann man es mit der GND-Buchse verbinden.
Du kannst stattdessen auch den Ausgang deiner erdfreien NF-Endstufe mit
GND verbinden, wenn Du das für Deine Aufgabe als sinnvoll erachtest
(meistens wohl nicht)- es ist einfach eine Anwendungsfrage, wofür Du das
benutzt.
GND muss mit PE überhaupt nichts zu tun haben. Es kann, aber es muss
nicht. Auch bei einer erdfreien Schaltung kann man einen GND definieren.
GND ist einfach deine Definition in deiner Schaltung, auf die du die
Spannungen beziehen möchtest. Von da aus (Anschluss COM deines
Messgerätes) misst du die Potentiale anderer Knoten.
Natürlich hat es gewisse Vorteile, wenn man GND auf einen sinnvollen
Knoten definiert. Das ist in vielen Schaltung (mit einer
Versorgungsspannung) der negative Pol - es gibt auch andere, wie z.B.
die ältere ECL-Technik, bei der GND auf dem positiven Pol definiert
wurde.
was ist an dem Text in der Bedienungsanleitung nicht zu verstehen?
Masseverbindung
- Abhängig von der Aufgabe ist die Masse-Ausgangsklemme entweder mit
der Plus- oder Minusklemme zu verbinden oder mit keiner der beiden
Klemmen.
Im letzteren Fall wird die Ausgangsspannung massefrei, sie hat keinen
direkten Bezug zur Erde, und es existiert keine niederohmige Verbindung
zum Gehäuse.
> wenn ich GND und + Verbinde und dann mit meinem Multimeter die Spannung
zwischen + und - messe erhalte ich immer noch eine positive Spannung
Martin,
bitte sei mir nicht boese, aber das war der absolute Brueller..
Du muesstest dich mit den Grundlagen der Elektronik mehr vertraut
machen.
Super, mal wieder eine Anfänger-Frage zum tod-reden.
Nach Tilos ersten Post ist eigentlich alles geklärt.
Michaels, Tilos zweiter und Maiks Post waren sachlich nicht ganz
korrekt.
HildeKs Post hat mehr zur Verwirrung beigetragen.
Den Text aus dem Handbuch hätte Martin auch ohne Gast gefunden.
Und olibert kann ich nur beipflichten ;-)
Minus, Masse/GND, Erde, Schutzerde, Null Volt, Nullleiter und
Neutralleiter koennen in einer Anwendung alle dasselbe Potential meinen
... oder in einer anderen alle jeweils ein anderes ;)
Hallo Martin,
das Datenblatt für dein Netzteil ist wirklich etwas verwirrend. Offenbar
ist mit "Masse" das Erdpotential gemeint, genauer: Die "Masse-
Ausgangsklemme 8", auch "GND" genannt, scheint mit dem durchgeschleiften
Schutzleiteranschluß der Netzanschlußbuchse verbunden zu sein. Sie dient
dazu, die erzeugte Gleichspannung wahlweise mit Erdpotential verbinden
zu können.
Wenn es dann aber heißt "Erdfreier Masseanschluß (floating ground)" und
später "Im letzteren Fall wird die Ausgangsspannung massefrei, sie hat
keinen direkten Bezug zur Erde, und es existiert keine niederohmige
Verbindung zum Gehäuse" kann man aber schon ins Grübeln kommen. Das mit
der "Verbindung zum Gehäuse" macht eigentlich nur Sinn, wenn das Gehäuse
mit Erdpotential verbunden ist. Warum sollte sonst das Gehäusepotential
eine Rolle spielen? Aber dann stimmt das mit der ausgewiesenen
Schutzklasse II auch nicht. Ein Netzgerät, dessen Gehäuse mit dem
Schutzleiteranschluß verbunden ist, ist automatisch Schutzklasse I. Und
"Erdfreier Masseanschluß" macht dann auch überhaupt keinen Sinn.
Wahrscheinlich irgendein zweifelhafter China-Import mit ebenso
zweifelhaft übersetzter Bedienungsanleitung.
Kai