Jens G. schrieb:
> mach doch erstmal die Schottky rein an Q3, wie von yalu beschrieben.
Ich habe das mal mit einer BAT54 und einer BAT165 simuliert. Die Spitze
wird dadurch etwa halbiert, reicht also statt bis knapp 14V nur bis
knapp 12V. Das ist zwar schon eine deutlicher Verbesserung, aber noch
nicht gut genug.
Das Verkleinern von R5 hat aber noch viel weniger gebracht. Dadurch wird
zwar der maximale Basisstrom von Q3 verringert, aber in die Sättigung
geht dieser eben immer noch.
Vergrößern von R4 bringt auch nur wenig, und wenn man es übertreibt,
ändert sich die Signalform des Ausgangssignals auf seltsame Weise.
Sehr gut sieht das Ergebnis (scheinbar) aus, wenn man R2 und R3 auf 47Ω
verkleinert. Sie ziehen dann so viel Strom am Kollektor von Q3, dass
dieser kaum in die Sättigung geht. Als weiterer Vorteil ist auch die
fallende Flanke des Ausgangssignals viel steiler. Diese Lösung ist aber
Pfusch, weil sie relativ viel Leistung verbrät, wahrscheinlich stark von
Serienstreuungen des BC557 beinflusst wird und bei Ausgangspegeln von
weniger als 10V (kleinerer Strom) vermutlich erneut versagt :)
Ich habe auch versuchsweise den in Emitterschaltung betriebenen BC557
durch einen BC547 in Kollektorschaltung ersetzt. Da diese Schaltung
nicht invertiert, liegt sie, zusammen mit R5 (den ich für mehr
Differenzverstärkung auf 100k erhöht habe) im rechten Zweig (Q2) des
Differenzverstärkers, während der Kollektor von Q1 direkt an der
Versorgungsspannung hängt. Damit sind sämtliche Sättigungseffekte und
damit auch der starke Überschwinger beseitigt, allerdings können auf
Grund der geänderten Schaltungstopologie die 0V am Ausgang nicht mehr
erreicht werden, die Mindestausgangsspannung beträgt etwa 3,5V. Diesem
Problem kann man dadurch begegnen, dass man das untere Ende von R4 an
eine negative Versorgungsspannung (bspw. -1V) legt, was aber
zusätzlichen Aufwand bedeutet. Alternativ könnte man nach Q3 noch einen
Level-Shifter einfügen, der das Signal um 3,5V nach unten setzt. Wenn
man dann vielleicht noch eine Gegentaktausgangsstufe anhängt, um die
fallende Flanke etwa gleich steil wie die steigende zu machen, hat man
praktisch einen kompletten einfachen Opamp aufgebaut, den es aber in
besserer Qualität fertig zu kaufen gibt ;-)
PS: Ich habe die Simulationsversuche gestern Abend gemacht, aber keine
Lust mehr gehabt, die Ergebnisse zu posten. Heute habe ich keinen
Zugriff auf die Dateien, weswegen es keine Plots gibt. Ich hoffe, dass
das Geschriebene trotzdem halbwegs verständlich ist.