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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Problem bei Frequenzumrichter mit eigener U/f-Kennlinie


Autor: Dominik R. (Gast)
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Hi...
Ich habe ein Problem mit einem Frequenzumrichter. Ich verwende ihn mit 
10V und etwa 5A und Frequenzen zwischen 0 und 20Hz.

Nun will ich eine eigene U/f-Kennlinie programmieren. Denn die Spannung 
soll unabhängig von der Frequenz immer konstant bleiben. Doch sobald ich 
diese Kennlinie über P1300 in Betrieb nehme fangen die Probleme an:

Der fliessende Strom wird 10mal höher als tatsächlich angegeben, eine 
Fehlerstrommeldung wird ausgegeben, die Spannung wird heruntergeregelt 
und da die programmierte Kennlinie noch überhaupt nicht funktioniert 
wird auch die maximal mögliche Frequenz kleiner.


Wo soll ich den Fehler suchen, liegt es wirklich an der etwas 
ungewöhnlichen Betriebsumgebung, wie der Support behauptet?


Grüsse
Noooooooooos

Autor: Trafowickler (Gast)
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> Der fliessende Strom wird 10mal höher als tatsächlich angegeben, eine
> Fehlerstrommeldung wird ausgegeben, die Spannung wird heruntergeregelt

Die Last nimmt also offenbar diesen Strom auf; die Spannung soll doch 
immer konstant bleiben ?!

Wenn schon bei geringer Frequenz Nennspannung an einem Drehstrommotor 
liegt, nimmt er immer zuviel Strom auf.

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
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>Der fliessende Strom wird 10mal höher als tatsächlich angegeben

Unter welchen Bedingungen gilt denn dieser "angegebene Strom" ?

Sicherlich bei Nennspannung und Nennfrequenz..!

Autor: Dominik R. (Gast)
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>Die Last nimmt also offenbar diesen Strom auf; die Spannung soll doch immer 
konstant bleiben ?
Nope, die Angabe ist nur falsch, das heisst der Strom wird 10x so hoch 
angegeben wie tatsächlich fliesst (Messung)

>Wenn schon bei geringer Frequenz Nennspannung an einem Drehstrommotor
>liegt, nimmt er immer zuviel Strom auf.
Das ist schon klar, aber deshalb ist ja die Nennspannung zusammen mit 
der Nennfrequenz tief.

>Unter welchen Bedingungen gilt denn dieser "angegebene Strom" ?
kA: Der P27 gibt den geschätzten Effektivwert des Ausgangstromes an (nur 
halt viel weiter als sonst daneben geschätzt)

Gruss
Dominik

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
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>Der P27..

Wovon redest Du denn eigentlich ????????

Autor: Dominik R. (Gast)
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>>Der P27..
>Wovon redest Du denn eigentlich ????????
Parameter P0027, welcher wie schon gesagt den geschätzten Effektivwert 
des Ausgangstromes angibt.


Gruss
Dominik

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
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>Parameter P0027, welcher wie schon gesagt den geschätzten Effektivwert
>des Ausgangstromes angibt.

Was denn für einen Parameter??

Hallo wir wissen nicht, was das für ein FU ist und was dessen Parameter 
machen.

Autor: Dominik R. (Gast)
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Au...2xSorry:
Erstens weil es gar kein Parameter ist, sondern nur eine Anzeige (das 
heisst nicht veränderbar). Er heisst darum auch gar nicht P0027, sondern 
r0027.

Zweitens, ich dachte halt, dass alle FU in etwa gleich aufgebaut sind 
und das dieses System allgemeinbekannt ist, was sich jetzt als falsch 
herausstellt.
Also, ein Frequenzumrichter stellt eine Menge von Parametern fest, die 
man alle verändern kann. So wird das ganze Gerät konfiguriert und dessen 
Einstellungen verändert.


Gruss
Dominik

Autor: Otto (Gast)
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Das glaubst aber auch nur Du - die Parameter Deines Siemens-FU sind 
nicht allgemein auf alle anwendbar.

Otto

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
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>P0027, sondern r0027.


Lass mich raten. Siemens Masterdrive ?

Autor: Otto (Gast)
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Oder auch Simodrive 611

Autor: Dominik R. (Gast)
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Nope, Siemens Sinamics G110

Gruss
Dominik

Autor: Otto (Gast)
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Poste doch mal eine Anschlussskizze.....

- Wie hoch ist die Anschlussspannung
- wie lauten die Motordaten
- was möchtest Du genau erreichen
- was genau sagt die Simodrive - Hotline

Autor: Dominik R. (Gast)
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Das ganze ist kein Standardmotor, sondern ein selbst gebauter 
Linearmotor. Motordaten sind demzufolge nicht gross vorhanden, ich habe 
einfach den ohmschen Widerstand gemessen und festgelegt, dass etwa 5A 
fliessen dürfen. Induktivität habe ich vernachlässigt, da das ganze ein 
Linearmotor und die Frequenz sowieso relativ niedrig ist.

Zur Anschlussskizze: In meiner Anordnung sind keine klassischen Spulen 
mit entsprechend grosser Induktivität verwendet. Die Drähte sind nämlich 
als Linearmotor in Schleifenform angeordnet, wobei sie zwanzigfach 
aufeinander gelegt werden. Das heisst ist der Draht einer Phase in diese 
Schleifenform hingelegt worden, führe ich ihn aussenrum wieder zurück 
und lege ihn wieder neben das gerade verlegte Stück in die Form. (20x)

Was möchte ich erreichen? Ein funktionierender Linearmotor mit relativ 
hoher Magnetkraft. Und diese soll auch bei niedrigen Frequenzen und 
absoluter Bewegungslosigkeit genauso stark erhalten bleiben - deshalb 
die sonderbare horizontale U/f-Kennlinie.

Die Sinamics(!)-Hotline konnte den Fehler in keinster Weise auf 
irgendetwas bestimmtes zurückführen und deshalb wurde der Servicefall, 
mit der Begründung, dass ich den FU nicht wie vorgesehen verwende (230V 
und 50Hz) beendet. Ich kann diese Begründung schon verstehen, doch eine 
andere Möglichkeit sehe ich bei Gott nicht (siehe meinen "Drehstrom 
erzeugen" Thread).
Mir wurde noch der Tipp gegeben, dass ich den FU bei etwa 150V betreiben 
soll und die übrigen 140V mit Widerständen zu verbraten. Doch da tun 
sich auch schon die nächsten Probleme auf. Widerstände sind in diesen 
Leistungsbereichen (500W, besser 1000W damit das teuere Ding nicht noch 
mal durchbrennt) unbezahlbar. Ich könnte höchstens noch eine Rolle Draht 
kaufen und einfach soviel abwickeln bis der Widerstand so gross wie 
benötigt wird.

Bevor ich jedoch zu diesem "Notgefrickel" greife, möchte ich versuchen 
den Fehler vernünftig beheben, zumal er vielleicht gar nicht an der 
Spannung liegt...


Grüsse
Dominik

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
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>deshalb die sonderbare horizontale U/f-Kennlinie.

Unter der Annahme, dass sich dein selbstgebautes Teil (elektrisch) wie 
ein Motor verhält, dann solltest du trotzdem eine "normale" U/f=konstant 
Kennlinie verwenden. Denn eine Induktivität lässt nunmal mehr Strom 
fließen bei gleicher Spannung und kleinerer Frequenz.

Da allerdings bei sehr kleinen Spannungen (Frequenzen) der ohmsche 
Anteil der Wicklung mehr ins Gewicht fällt, wird hier mit einer 
Umin-Anhebung die Kennlinie aus dem Ursprung herausgebogen. Somit kann 
im unteren Bereich der Magnetisierungsstrom aufrechterhalten werden, und 
somit:

>nd diese soll auch bei niedrigen Frequenzen und
>absoluter Bewegungslosigkeit genauso stark erhalten bleiben

(ziemlich) erfüllt sein.


>Dateianhang: anschluss (492,4 KB, 1 Downloads)

Was soll das sein? Ohne Dateiendung? Eine Anonyme Datei?

Autor: Dominik R. (Gast)
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OK...Du hast mich überzeugt. Nun, wie weiss ich denn wann der ohmsche 
Widerstand welchen Einfluss ausübt und wie hoch die Induktivität meiner 
Anlage ist? Gibts dafür Messgeräte?

Gruss
Dominik

Autor: Dominik R. (Gast)
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OK...Ich werde also von einer linear steigenden U/f-Kennlinie ausgehen 
und diese in kleinen Frequenzen durch die Spannungsanhebung 
kompensieren.

Dazu eine Frage. Warum ist diese Spannungsanhebung in höheren Frequenzen 
nicht mehr nötig (z.B. im Sinne einer Achsenverschiebung)? Wirkt der 
ohmsche Widerstand in hohen Frequenzen wengier bzw. gar nicht mehr?

Hier ist die Parameterliste meines FU: 
http://www.mawos.com.pl/Files/SING110_LP_DE.pdf
Auf Seite 74 (Parameter 1310) ist in ein Diagramm der Graph der 
Spannungsanhebung eingetragen. Ich kann leider nur nicht ganz 
erschliessen was das genau für einen Funktion ist und wie ich sie mit 
den 2 Parametern (P1310=V-ConBoost,100 und P1316=f-Boost,end) definieren 
kann.

Für Hilfe bin ich dankbar
Dominik

Autor: Trafowickler (Gast)
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Ab 50 Hz lässt man oft die Spannung konstant, der Motor läuft dann mit 
Nennleistung bei höhererer Drehzahl und niedrigerem Moment
( Feldschwächbetrieb ).

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
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>Ab 50 Hz lässt man oft die Spannung konstant,..

Und ich weiß auch warum.

..weil man nicht mehr Spannung als die Nennspannung zur Verfügung hat.

;-)

Autor: Trafowickler (Gast)
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> ..weil man nicht mehr Spannung als die Nennspannung zur Verfügung hat.

Anfänger !

;-)²

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