mikrocontroller.net

Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Frage zum Kondensator


Autor: Hanno Merz (hannovera)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo liebe Leute,
bin ich hier richtiger? Naja ich hab mal ne Frage damit mein Gehirn 
wieder anspringt zum Thema.

Wie entziehe ich einem aufgeladenen Kondensator einen konstanten Strom?
Kann ich dann daraus die Kapazität des Kondensators ermitteln?
Mit  C= (I*t)/U  oder?
Also ist "t" dann die Entladungszeit 5*tau ?
Oder muss ich 2 Werte haben vom Spannungsverlauf, also C = (I*dt)/dU

zweite Frage: Entladungszeit: ist diese 5*Tau=5*R*C , muss ich dabei den 
Widerstand des Kondensators auch berücksichtigen? Also Rges der 
Entladeschaltung?

Bsp: ich habe 30 Farad, 1 Ohm RL : beträgt nun die Entladungszeit 150 
sekunden?

Vielen dank im voraus für die Antworten.
Ist echt ne coole Seite hier.

Autor: HildeK (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Wie entziehe ich einem aufgeladenen Kondensator einen konstanten Strom?
Mit einer Konstantstromquelle, bzw. -senke.

>Kann ich dann daraus die Kapazität des Kondensators ermitteln?
>Mit  C= (I*t)/U  oder?
Ja, wenn du bis auf 0V entlädtst.

>Also ist "t" dann die Entladungszeit 5*tau ?
Nein, eigentlich kenne ich das als 3*tau und nur im Zusammenhang mit 
einer RC-Entladung mit tau = R*C. Wobei 3* oder 5*tau beides noch nicht 
die vollständige Ladung bzw. Entladung beschreiben, sondern nur sagen, 
in welchem Toleranzbereich zum theoretischen Wert du dich befindest. Bei 
5*tau >99%, bei 3*tau bei >95%.
Bei einer Konstanstromentladung gibt es kein tau - die Stromsenke könnte 
man ja auch als variablen Widerstand ansehen, der sich mit sinkender 
Kondensatorspannung verkleinert (so dass ein konstanter Strom fließt 
:-)).

>Oder muss ich 2 Werte haben vom Spannungsverlauf, also C = (I*dt)/dU
Du hast doch zwei Werte: die Anfangsspannung und dann Null am Ende. Du 
kannst die Kapazität natürlich auch durch eine Differenzmessung 
bestimmen (und solltest dann aber Delta-t und Delta-U statt dt und dU 
angeben).

>zweite Frage: Entladungszeit: ist diese 5*Tau=5*R*C , muss ich dabei den
>Widerstand des Kondensators auch berücksichtigen? Also Rges der
>Entladeschaltung?
Ich dachte, du willst mit Konstantstrom entladen? Natürlich wirkt der 
innere Serienwiderstand immer.

>Bsp: ich habe 30 Farad, 1 Ohm RL : beträgt nun die Entladungszeit 150
>sekunden?
Ja, bis die Kondensatorspannung auf rund 1% des Ursprungswertes 
abgesunken ist.

Autor: Hanno Merz (hannovera)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Kann ich kein Spannungskonstanthalter nehmen und die Spannung einfach 
konstant halten? Damit ich einen Konstanten Strpm entziehe. Also bsp. I 
= U/Rges ->> 50V/1Ohm = 50 Ampere konstant

Also quasi Spannungskonstanthalter parallel schalten
  ----------------------------
  |             |             |
  |             |             |
 ---            0 U_konst    ---
 --- C          |            | | RL
  |             |            ---
  |_____________|_____________|

Autor: dassas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Falls du eine idealen konstanten Strom aus dem Kondensator ziehst, dann 
hast du

Q=0,5 C U^2
und
Q=I*t

Also z.B.

C=30 F
U=1,2 V
I=0,1 A

Q=21,6
t=216 s

Somit ist der Kondensator nach 216 Sekunden ganz leer!

Autor: chridre (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn du die Schaltung so aufbaust wird sich der Kondensator bedanken.
Beim einschalten stell der Kondensator ein Kurzschluß da was bedeuten 
würde es fließt ein unendlich hoher strom darüber. Der Kondensator ladet 
sich auf und der Strom fließt nur noch über den Widerstand. Kurz gesagt 
du wandelst elektrische Energie in Wärme um mehr nicht.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Q=0,5 C U^2


Q ist die Ladung

Q = U * C

Was du meinst ist die Energie im Kondensator
W = 0,5 C U^2  [Ws oder J]

Gruss Helmi

Autor: Hanno Merz (hannovera)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Gut dann mach ich das mal so
  --------------------
  |                  |
  |                  |
 ---                ---
 --- C              | | RL
  |                 ---
  |__________________|

Dann brauchen wir den kostanten Strom nicht, und C wird sich über den 
Widerstand entladen. Uc und Ic werden also im zeitlichen Verlauf 
geringer.
Wie komme ich nun auf mein Wert "C"?
Dann bin ich auch still :-)

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
In dem du die Entladeformel nach t umstellst.

U  = U0 * exp(-t/T)

U = Kondensatorspannung
U0 = Spannung bei t = 0 am Kondensator
T = R*C

Autor: Kai Klaas (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Hanno,

>Wie entziehe ich einem aufgeladenen Kondensator einen konstanten Strom?

Z.B. Mit einem aktiven Integrator, wie hier gezeigt

http://www.wisc-online.com/objects/index_tj.asp?ob...

Zuerst lädst du den Kondensator auf, indem du an den Eingang des 
Integrators eine negative Spannung anlegst, dann entlädst du ihn wieder 
durch Anlegen einer positivn Spannung an den Eingang des Integrators.

Kai

Autor: HildeK (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>In dem du die Entladeformel nach t umstellst.
Eher nach T!
Um dann mit C = T/R endlich den Kondensator zu bestimmen ....

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Upps  meinte auch T  sollte nicht nebenbei noch ins Fernseh schauen.

Autor: Hanno Merz (hannovera)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
also brauch ich 2 Spannungswerte und die je 2 Zeitwerte der 
Entladungskurve, richtig?
Wozu dann den Kondensator ganz entladen, ich kann ja jede beliebige 2 
Zeiten aus dem Verlauf nehmen.

Autor: Hanno Merz (hannovera)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
also brauch ich 2 Spannungswerte und die je 2 Zeitwerte der
Entladungskurve, richtig?
Wozu dann den Kondensator ganz entladen, ich kann ja jede beliebige 2
Zeiten aus dem Verlauf nehmen.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>also brauch ich 2 Spannungswerte und die je 2 Zeitwerte der
>Entladungskurve, richtig?
>Wozu dann den Kondensator ganz entladen, ich kann ja jede beliebige 2
>Zeiten aus dem Verlauf nehmen.

Richtig.  Den Spannungswert 0 wirst du ja erst in unendlich langer Zeit 
erreichen. Am besten du nimmst einen Spannungswert zwischen 100% und 
33%.
Da ist die Änderungsrate der Spannung am grössten zum Schluss wird die 
Kurve ja immer flacher.

Autor: Hanno Merz (hannovera)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
super, vielen dank an jeden einzelnen

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.