Kupferrohr biegen

Gast #1380300
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Lässt sich ein 8x1mm Rohr aus Weichkupfer mit Hausmitteln biegen? Der 
Winkel soll 90° sein und der Radius sehr klein, weniger als 1cm. Hab' 
mir gedacht, das Rohr mit Sand zu füllen und mit einem Bunsenbrenner zu 
erwärmen, bevor ich es biege. Bekommt man damit vernünftige Ergebnisse 
hin? Möchte mir kein spezielles Werkzeug kaufen, da es eine einmalige 
Sache ist.
Gast #1380325
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frag doch mal ganz höflich beim örtlichen "klima-gas-wasse-scheixe", ob 
er es dir für ein oder zwei bier (für jeden eines ;-) ) biegt...
ist in ein paar minuten erledigt und alle sind glücklich.
Gast #1380343
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Kupfer wird hart wenns langsam abkühlt und weich wenn man es abschreckt
(im Gegensatz zu Eisen)

Als Sand würde ich trockenen Fugensand (Quarzsand empfehlen)
Bunsenbrenner ist zu schwach (hohe Wärmeleitfähigkeit des Kupfers)
gute Handschuhe anziehen!

1cm Radius ist sicher an der Grenze (aber das Rohr ist ja nicht so 
teuer)
Gast #1380349
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Eine andere Möglichkeit wäre, das Rohr im 45° Winkel abzusägen und dann 
zu verlöten. Aber im Rohr soll später Kühlwasser laufen. Ich weiß nicht, 
ob da nicht irgendwelche chemischen Reaktionen zwischen Zinn und Kupfer 
ablaufen würden ...
Moderator Persönliche Seite #1380359
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PeterL schrieb:
> Kupfer wird hart wenns langsam abkühlt und weich wenn man es abschreckt
> (im Gegensatz zu Eisen)

Insbesondere wird es durch die Umformung selbst hart (-> Kaltver-
festigung, siehe "Kaltumformung" bei Wikipedia) und entwickelt
dann eine entsprechende Bruchneigung.  Erwärmung über die
Rekristallisationstemperatur beseitigt die Kristallfehler wieder,
sodass es wieder weich wird.  Ob man es danach abschreckt oder
langsam abkühlt, ist dabei eher unerheblich, wichtig ist die
Erwärmung nach der Umformung.  Ggf. muss man also in Teilschritten
biegen und zwischendurch Erhitzen.

Allerdings würde ich mich dem Rat anschließen, den Klempner deines
geringsten Misstrauens mit 'ner Flasche Bier und dem Rohr unter dem
Arm aufsuchen zu gehen.  Der hat für sowas sicher eine Vorrichtung.
Persönliche Seite #1380371
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> Eine andere Möglichkeit wäre, das Rohr im 45° Winkel abzusägen und dann
> zu verlöten.

Das ist mechanisch ziemlich instabil. Dafür nimmt man Fittinge.

https://www.hgt-technik.de/images/produkte/557939661.jpg

> Aber im Rohr soll später Kühlwasser laufen. Ich weiß nicht,
> ob da nicht irgendwelche chemischen Reaktionen zwischen Zinn und Kupfer
> ablaufen würden ...

Verlötete Kupferrohre werden in der Sanitärinstallation auch für Warm- 
und Trinkwasserleitungen eingesetzt.
Moderator Persönliche Seite #1380459
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Uhu Uhuhu schrieb:

> Und wie wärs mit Silberhartlot?

Da kannst du bei derart großen Kupferteilen schon ganz schön einheizen,
damit das fließt.  Danach hält es aber wahrscheinlich besser als das
ganze Kupferrohr. ;-)

Kritisch sind dafür dann u. U. Flussmittelreste.  Das Natriumtetra-
borat verglast bei Löttemperatur und ist dann selbst mit dem Hammer
oft nicht so einfach vollständig zu entfernen.  Im Wasser wird es
sich dann allmählich lösen und könnte Korrosion begünstigen.
#1380597
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Ich habe in der Realschule mal eine Kupferkanne getrieben. Die besteht 
aus einem kreisförmigen Teil für den Boden und einem Kegelstumpf für den 
oberen Teil.

Als erstes habe ich den Kreis zu einer Halbkugelschale ausgetrieben, 
dann - mit Lehrers tatkräftiger Hilfe - den Kegelstumpf längs hart 
zusammengelötet und grob in Form getrieben.

Anschließend wurde die Halbkugelschale an dem Kegelstumpf gelötet und 
die ganze Chose in die endgültige Form getrieben.

Der Topf hat einen Durchmesser von 10 cm und ist 15 cm hoch.

Das ganze mit Silberlot und Borax als Flußmittel und einem 
Propangasbrenner, wie er zum Muffenlöten benutzt wird.

Heiztechnisch war das kein Problem.
Moderator Persönliche Seite #1380612
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Uhu Uhuhu schrieb:

> Heiztechnisch war das kein Problem.

Ja, mit sowas sollte das gehen, die dürften leistungsmäßig ungefähr
so liegen, wie ein klassische Benzinlötlampe (10 kW).

Ich bezog mich mehr auf die kleinen Heimwerker-Butanbrenner, die
mit so einer Art großer "Sprayflasche" betrieben werden.  Damit
kann man Feinmechaniker-Hartlötungen machen, aber Teile, die
nennenswert Wärme abführen, wird man damit nicht mehr auf 500...600 °C
erhitzt bekommen.
Gast #1380791
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>Ich bezog mich mehr auf die kleinen Heimwerker-Butanbrenner, die
>mit so einer Art großer "Sprayflasche" betrieben werden.

Der 'kleine' Brenner sollte mit einem 8er Röhrchen kein Problem haben.
Wir löten mit den Flaschen (weil schön handlich) teilweise sogar 22er 
Rohr, Kupfer-Hartlot.
Gast #1381008
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Wenn es optisch ansprechend sein soll, könnte man auch einen
kleinen Messingklotz ( ca. 12x12x12 mm ) 2x anbohren und
dann die Kupferrohre weich einlöten.

Das gibt ein schöneres Bild, als die normalen Fittings.
( Ist Strömungstechnisch natürlich nicht das Optimum. )
Gast #1381044
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@PeterL
>Kupfer wird hart wenns langsam abkühlt und weich wenn man es abschreckt
>(im Gegensatz zu Eisen)
Falsch, genau andersrum wie beim Stahlhärten.
>Als Sand würde ich trockenen Fugensand (Quarzsand empfehlen)
>Bunsenbrenner ist zu schwach (hohe Wärmeleitfähigkeit des Kupfers)
>gute Handschuhe anziehen!
Bunsenbrenner mit entsprechender Leistung und Erhitzungsdauer
reicht. Handschuhe werden da nicht helfen, ein Schraubstock schon
eher. Saniteure machen das auch so.
>1cm Radius ist sicher an der Grenze (aber das Rohr ist ja nicht so
>teuer)
Welche Mindestbiegedurchmesser machbar ist kann ich nicht genau sagen
aber mindestens 3xDurchmesser halte ich für realistisch wenn es ein 
erfahrener Profi macht.
@Maxim
Warum nimmste kein Bogen-Fittinge in verschiedenen Winkeln
ganz nach Bedarf? So kleine hat aber nur der Fachhandel,
Baumärkte haben erst ab 12mm Durchmesser. Bei kleinen Durchmesser
sind eigentlich Schraubverschlussbauteile üblich.
Wenn weichgelötet wird:
Alle Verbindungstellen mit Schleifmittel gründlich reinigen,
Lötmittel oder Lötpaste an den Kontaktstellen satt auftragen,
Rohr im trockenen Zustand ca. 20cm von der eigentlichen Lötstelle
von beiden Seiten beginnend Richtung Lötstelle erwärmen. Wenn
das Kupfer in der Flamme an der Lötstelle schön blank
kupferfarbend erscheint, Flamme wegnehmen und sofort Lötzinn
zuführen und rundherum eine Phase am Bauteilübergang sich
ausbilden lassen. Keinesfalls in der Abkühlphase bewegen
oder mit Wasser abschrecken sonst wird die Lötstelle porös
und brüchig und wird meist undicht.
Nach dem Abkühlen die Lötstelle gründlich reinigen, fertig.

Wenn das keine Option ist kauf dir doch ein Biegewerkzeug,
benutze es sorgsam und gib es unbeschädigt nach gebrauch gegen 
Kaufpreiserstattung wieder zurück. Ist dann praktisch kostenlos.

>Eine andere Möglichkeit wäre, das Rohr im 45° Winkel abzusägen und dann
>zu verlöten. Aber im Rohr soll später Kühlwasser laufen. Ich weiß nicht,
>ob da nicht irgendwelche chemischen Reaktionen zwischen Zinn und Kupfer
>ablaufen würden ...

@Maxim
Das kann man nur hartlöten mit Kupfer-,Messing- oder Silberlot,
keinesfalls mit Weichlot wie Lötzinn. Das hält nie.
Kupfer wird für veschiedene flüssige Medien eingesetzt. Die mir
bekannte aggressivste Flüssigkeit ist die allseits bekannte 
Bremsflüssigkeit bei Kraftfahrzeugen. Das Kupfer hält dem aber
problemlos stand.
Wenn kein übermäßiger reaktiver Sauerstoff im Medium Kühlwasser
ist, ist mit Problemen nicht zu rechnen.
Gast #1382893
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Ich hab vor Jahren eine Loop aus 12x1 Kupferrohr gemacht. Biegen ging 
problemlos mit der Hand, die Fittings konnte ich mit Gasbrenner (So ein 
Dinger für Stechkartuschen) und Elektroniklot anlöten. Mechanisch duraus 
stabil, der Brenner genügt dafür allemal. Sand zum Biegen ist natürlich 
nobel, da man ohne schnell Beulen reinkriegt. Aber ohne große Ansprüche 
an die Optik ist er nicht zwingend.

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