Hallo,
ich wollte mich hier gerade mal absichern, ob ich nicht doch einen
Denkfehler habe. Egal ob folgender Code sinn macht oder nicht, gibt es
einen effektiven Unterschied oder ist es völlig egal wie ich es
schreibe?
Version 1 (die wohl sinnvolle und übliche Schreibweise):
sr: push r16
in r16, SREG
push r16
//Serviceroutine in der mit r16 gearbeitet wird
pop r16
out SREG, r16
pop r16
reti
Version 2:
sr: rcall up
reti
up: push r16
in r16, SREG
push r16
//Unterprogramm in dem mit r16 gearbeitet wird
pop r16
out SREG, r16
pop r16
ret
Zusammengefasst: ist es egal ob ich meine Register/SREG vor dem ersten
UP oder in diesem aufrufe?
Vielen Dank für euer Reindenken!
Gruß,
Andreas
>ob ich nicht doch einen Denkfehler habe.
Was denkst Du denn?
>sinnvolle und übliche Schreibweise
Welcher Sinn?
>ist es egal ob ich meine Register/SREG vor dem ersten>UP oder in diesem aufrufe?
In welcher Hinsicht?
Ein Blick auf die Beschreibung des Prozessors und der Befehle sollte Dir
helfen Deine Frage neu zu formulieren.
Ich bin der Meinung, das beide Schreibweisen das absolut gleiche
bewirken. Es also egal ist, ob ich die Register erst im up auf den
Stapel lege/später rette, oder schon in der Service-Routine.
Oder anders gefragt, hat ein einfacher Unterprogrammaufruf (über rcall
oder call und ein logisch später folgender Rücksprung ret) eine
auswirkung auf das SREG-Register bzw. sonstige Register? Ich würde sagen
nein! Habe ich da recht oder nicht??? Und mit den Rücksprungadressen
(durch die SR bzw. UP) dürfte es doch da auch keine Konflickte im
Programmablauf geben, oder?
Ich arbeite mit einem Atmega 32, wobei das bei dieser Frage relativ
unerheblich sein dürfte, oder habe ich unrecht?
Gruß,
Andreas
Hi,
bin zwar nit wirklich fit mehr und habe es auch nur im Kopf schnell
überflogen, wie der Stack arbeitet.
Aber ich behaupte einfach mal beides geht(warum testest du das nit
selber im Avr-Studio ?).
Wobei die erste Version schon besser zu lesen war ;-)
Gruß
Andreas schrieb:
> Ich bin der Meinung, das beide Schreibweisen das absolut gleiche> bewirken. Es also egal ist, ob ich die Register erst im up auf den> Stapel lege/später rette, oder schon in der Service-Routine.
Hallo,
die Frage lautet: ändert ein Call irgendein Register ausser dem
Programmzähler? Wenn nein, ist es egal. Es gibt einfache Prozessoren,
bei denen der Programmspeicher segmentiert ist und bei denen daher ein
long call ein Pointerregister verändert (oder ohne eine solche Änderung
unmöglich ist), aber deiner gehört meines Wissens nicht dazu.
RTFM: irgendwo muss es eine Beschreibung geben, in der für jeden Befehl
steht, was er verändert.
Gruss Reinhard
Es muß immer nur das gerettet werden, was zwischen dem Einsprung in die
ISR und dem 'reti' verwendet wird. Ob zwischendurch noch eine
Unterroutine aufgerufen wird, ist völlig egal. Hauptsache, es ist alles
gesichert und wird später, vor dem 'reti', vom Stack wieder abgeholt.
Abgesehen davon sollte man Interrupt-Service-Routinen zeitlich so kurz
wie möglich gestalten, also auch unnötige Sprünge vermeiden, um die
Hauptschleife nicht zu lange zu blockieren.
Hallo!
Ganz trivial ist die Frage nicht abzutun. Die zweite Variante verbraucht
mehr Stack-Speicher!!! Bei vielen MC liegen die
Interrupt-Einsprungstellen an definierten Adressen. Es kann durchaus
Sinn machen, die ganze Interruptroutine nicht dort unterzubringen. Dann
sollte man aber mit einem JUMP (evtl. relativ SJMP RJMP JR... -je nach
Prozessor) zur eigentlichen Routine SPRINGEN und dort nicht mit RET
sondern mit RETI beenden.
Das ist z.B. bei ATTinys mit begrenztem (Hardware-)Stack
überlebenswichtig.
Hi
Ein Unterprogramm macht nur dann Sinn, wenn die Routine mehrfach im
Programm benötigt wird. Wenn der Aufruf auch aus dem Programm erfolgt,
ist das Sichern von SREG um Unterprogramm sinnlos. Und da das Sichern
von SREG (meist) notwendiger Bestandteil einer ISR ist, sollte es auch
dort erfolgen.
MfG Spess
Noch ein paar weitere Betrachtungspunkte:
Die ISR soll kurz und schnell sein.
Der AVR hat 32 Register, von denen viele Beginner nur die oberen 16
verwenden, da sie mit den unteren 16 nix anzufangen wissen. ;-(
Es lohnt sich daher, ein unteres Register exklusiv für die
SREG-Sicherung zu benutzen.
*IN r2,sreg* / *out sreg,r2*
Ein Unterprogrammaufruf in der ISR ist nur dann sinnvoll, wenn dieses
Unterprogramm auch von anderen Stellen des Programms aufgerufen wird.
Ansonsten verplempert der Aufruf lediglich 7 Prozessortakte. Das ist
erstmal nicht viel, aber es läppert sich zusammen, da ISRs meist recht
oft aufgerufen werden können. Bei einer Timer-ISR mit 10ms Intervall ist
das unwichtig, bei Intervallen im µs-Bereich zählt aber jeder Takt.
Viele Aufgaben lassen sich auch außerhalb der ISR erledigen. In der ISR
werden dann nur flüchtige Werte gesichert und ein Merker gesetzt, der
von der Mainloop zum bedingten Aufruf eines Jobs ausgewertet wird.
Dieser Job löscht dann auch den Merker wieder. Sorgt man dafür, dass die
Jobs kurz und schnell bleiben, dann gibt es keine Probleme (verpasste
Jobs). Unvermeidliche lange Jobs können ja an geeigneter Stelle die
Merker der kleinen, oft auftretenden Jobs zusätzlich prüfen und diese
Jobs mal schnell zwischendurch erledigen.
Mega32...
Nunja, das suggeriert Reserven. Denn das Ding hat viel Flash,
ausreichend RAM und auch etwas EEP. Das alles verführt dazu, möglichst
viele Funktionen unterzubringen, aber auch dazu, ineffizient zu
programmieren. Und betreffs Rechenleistung hat der Mega32 keinerlei
Vorteile gegenüber kleineren AVRs.
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