Hallo,
gibt es allgemeine Tips wie man Störungen, die beim Betrieb von
Schrittmotoren verursacht werden, minimieren kann? Ich hab mir das grad
mal mit einem Scope angschaut und messe auf der 24V Versorgungsleitung
Störspannungen mit einer Amplitude von ca. 4Vss. Im Datenbaltt des
Herstellers der Endstufe wird lediglich ein 47µ Kondensator an den
Eingängen für die Versorgungsspannung empfohlen. Aber diese sind
wahrscheinlich eher als Stützkondensatoren gedacht und weniger zur
Dämpfung hochfrequenter Störungen die vom Motor verursacht werden. Was
kann man noch tun, kleinere Kondensatoren evt.?
Bin für alle Anregungen Dankbar.
Gruß
Karl
Bei der Endstufe handelt es sich um ein A3979. Der Motor hat einen
Phasenstrom von 0.45A und wird unipolar betrieben. Die Länge der
Zuleitung vom Netzteil zur Endtufe ist beträgt ungefär 1m, 70% Leitung,
der Rest Leiterbahn, über 5 Steckverbinder (lässt sich leider nicht
vermeiden).
Das Störsignal ist relativ breitbandig, aber kein Rauschen sondern
periodisch mit ca. 22kHz.
> ist relativ breitbandig, aber kein Rauschen sondern periodisch mit ca. 22kHz.
Der Treiber verwendet Strom-Chopperregelung, das ist dein Choppersignal.
47uF sind wenig, aber bloss 100uF einzubauen löst das Problem eventuell
auch nicht. Es kommt auhc auf Induktivität der Zuleitungen,
Leiderschleifen, Masseführung an, also die üblichen EMV Grundlagen.
Wenn man dann noch mehr machen will, bei kleiner Bauform, kann man über
eine 22kHz Bandsperre nachdenken aus L und C.
>Im Datenbaltt des Herstellers der Endstufe wird lediglich ein 47µ Kondensator
empfohlen...
Dann lies noch mal genau unter Layout:
1.Elko >47µ! so nah wie möglich
2.Leitungsführung
3.Keramische Abblock-Cs standen zwar nicht dabei könnten aber nützlich
sein.
4.Ob das Netzteil recht schwächlich ist ? 4Vss sind viel. Da würde ich
glatt mal ein kräftigeres Labornetzteil zur Versorgung testen!
5. Die 22khz könnTen vom Choppern stammen.
Ich hab genau gelesen und dem VBB Eingang 100µ spendiert, und ich habe
ihn auch nah am IC platziert (<1cm). Was soll ich an der Leitungsführung
ändern? Die Entfernung zu Netzteil ist nun mal vorgegeben und da die
Stromaufnahme nur ca. 60mA beträgt muss ich da auch keine 1.5mm^2
Leitung reinhängen.
Das Netzteil ist definitv ok.
Keramikkondensatoren werde ich probieren und ich kann die 24V
probehalber auch mal direkt dranhängen und die Steckverbinder umgehen,
vielleicht bringts ja was, aber mehr fällt mir dazu nicht ein.
> Stromaufnahme nur ca. 60mA> Phasenstrom von 0.45A
Genau.
Mann messt ihr euch einen Mist zusammen,.
> 100µ spendiert
Wie grosszügig. Nun liegt dein Ripple bei 2V :-)
>Mann messt ihr euch einen Mist zusammen
Kannst ruhig "du" sagen. Musst mich nicht in der 3. Person anreden.
>Wie grosszügig. Nun liegt dein Ripple bei 2V :-)
Wenn man nichts Konstruktives beitragen kann sollte man vielleicht
einfach mal die Klappe halten, auch wenns extreeeeem schwer fällt ;)
Die 60mA entsprechen dem Effektivwert des Stroms der dem Netzteil
entnommen wird. Der Phasenstrom wurde nicht gemessen sondern ergibt sich
aus der Beschaltung des Treibers.
Wenn ich mir hier die ein oder andere Antwort anschaue muss ich
feststellen, dass aus dem Forum leider auch ein Treffpunkt
profilierungssüchtiger Dummschwätzer geworden ist.
@Störangler:
Ich habe relativ nah am Schrittmotor einen kapazitiven Füllstandssensor
(Marke Eigenbau) der sehr empfindlich auf Veränderungen der
Umgebungsparameter reagiert. Sobald der Schrittmotor bestromt wird, wird
der Sensor gestört und ist nicht mehr so empfindlich wie ich es für
meine Anwendung bräuchte. Derzeit befindet sich alles im
Prototypenstadium, d.h es gibt noch keine Abschirmungen und die
Kabelführung ist auch noch etwas chaotisch. Möglicheweise tritt dass
Problem im fertigen Gerät gar nicht mehr in Erscheinung. Da sich das
aber nicht mit Sicherheit vorhersagen läßt möchte ich natürlich jetzt
schon Schaltungstechnische Maßnahmen ausloten, die des Verhalten der
Schaltung in meinem Sinne verbessern könnten. Ich bin kein totaler EMV
Anfänger aber eben auch kein Experte. Mir ist klar, dass man mit den
gegebenen Informationen meine Frage nicht erschöpfend beantworten kann
aber darum geht es mir auch gar nicht. Ich hatte gehofft, dass es den
ein oder anderen Tip zum Thema Schrittmotoren gibt aber das scheint
nicht der Fall zu sein. Ist ja auch nicht weiter dramatisch. Auf die ein
oder andere Art werde ich das Problem schon in den Griff bekommen.
Danke für alle ernsten Antoworten!
Gruß
Karl
@Karl,
> Treffpunkt profilierungssüchtiger Dummschwätzer
nein, denk das bitte nicht von mir.
Nach deiner ausführlichen Beschreibung um 9:45 ist es mir klar.
Seit 9:45 würde ich erst mal prüfen ob Dein Sensor über die
Spannungsversorgung oder über den Eingang die Störungen des
Schrittmotors bekommt. Evtl. hift schon ein seperater 7805 oder eine
Abschirmung ?
Die Versorgungsspannung des Sensors ist sauber. War das Erste, das ich
geprüft hab. Der Sensor hat eine eigene Spannungsversorgung, also
unabhängig von der des Schrittmotors. Ich gehe davon aus, dass die
Enerige die die Versorungsleitung des Schrittmotors abstrahlt das E-Feld
um den Sensor beeinflusst und mein eigentliches Messsignal verfälscht.
Wie bereits erwähnt, wird es später ohnehin geschirmt, aber wenn ich
eine Möglichkeit fände, die HF die der Schrittmotor erzeugt von der
Versorgungsleitung fernzuhalten wär das natürlich die bessere Lösung.
@Schluck: ja, ich meinte auch bipolar.
@Störangler: du warst ja auch nicht gemeint ;)