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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Festes Gehalt oder Beteiligung an Lizenzeinnahmen


Autor: Paul P. (paul__p)
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Hallo,

ich arbeite in einer kleinen Firma (<10 MA) die neuartige Elektronik 
entwickelt. Wir stellen keine Elektronik in Serienfertigung her sondern 
bauen Prototypen und vergeben Lizenzen. Ich arbeite momentan als 
Diplomand dort.

Mein Chef hat mir angeboten, mich an den Lizenzeinnahmen für mein 
Projekt zu beteiligen.
Ich würde gerne wissen, wie das im Allgemeinen gehandhabt wird.


- Werden die Lizenzeinnahmen im Krankheitsfall weiter bezahlt?

- Gesetz dem Fall, ich würde aus der Firma ausscheiden, werden die 
Lizenzeinnahmen weiter an mich bezahlt?

- Welcher Anteil ist üblich?

- Ist die Auszahlung zeitlich begrenzt, z.B. auf 5 Jahre?

Gruß
Paul__P

Autor: Schwups.... (Gast)
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Das ist doch im Rahmen der Vertragsfreiheit so individuell das das
überall anders sein dürfte. Du machst dir ja schon deine eigenen
Gedanken und solltest einen Juristen konsultieren der sich im
Vertragsrecht auskennt damit irgend welche Klauseln nicht zu deinem
Nachteil wirken, gerade wenn das Vertragsverhältnis endet.
Denk mal an die (private) Rente und an sonstigen Vergünstigungen.

>- Werden die Lizenzeinnahmen im Krankheitsfall weiter bezahlt?
Vereinbarungssache, Gehalt wird natürlich weitergezahlt.
Es kann ja auch eine einmalige Jahreszahlung (z.B.z Weihnachten)
vereinbart werden. Das wäre im Insolvenzfall äußerst ungünstig.
>- Gesetz dem Fall, ich würde aus der Firma ausscheiden, werden die
>Lizenzeinnahmen weiter an mich bezahlt?
Gewöhnlich nicht, wenn nichts anderes vereinbart wird.
Von 1 Monat bis Lebenslang wäre alles möglich.
>- Welcher Anteil ist üblich?
dto.
>- Ist die Auszahlung zeitlich begrenzt, z.B. auf 5 Jahre?
dto.

ansonsten Wirtschaftsanwalt fragen. Der AG nutzt gewiss auch einen.

Irrtum vorbehalten.

Autor: Dr. G. Reed (Gast)
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Im Prinzip sind Lizenzzahlungen eine feine Sache.
Wenn die vertraglichen Rahmenbedingungen passen, und das Produkt gut 
läuft, kannst Du dauerhaft Einnahmen generieren, praktisch ohne Aufwand.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Paul P. schrieb:

> Mein Chef hat mir angeboten, mich an den Lizenzeinnahmen für mein
> Projekt zu beteiligen.
> Ich würde gerne wissen, wie das im Allgemeinen gehandhabt wird.

Diese Tricks kennt man... wuerde ich auf keinen Fall machen. Nicht 
zuletzt da weder sicher ist, dass es solche Einnahmen in ausreichender 
Hoehe gibt, noch Du eine Moeglichkeit der Kontrolle hast.

Michael

Autor: Frage (Gast)
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>Diese Tricks kennt man... wuerde ich auf keinen Fall machen. Nicht
>zuletzt da weder sicher ist, dass es solche Einnahmen in ausreichender
>Hoehe gibt, noch Du eine Moeglichkeit der Kontrolle hast.

Diese 'Tricks' sind durchaus üblich und im allgemeinen eine sehr feine 
Sache. Kontrollmöglichkeiten gibt es jede Menge, das ist wie alles 
andere auch im Vorfeld zu verhandeln. Das ganze wird in einen Vertrag 
übernommen und stellt nach der Prüfung durch einen Wirtschaftsanwalt 
eine Sicherheit für alle Beteiligten dar.

Autor: oszi40 (Gast)
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Vieles ist Verhandlungssache.
Was evtl. bei Konkurs oder Kündigung passiert wäre interessant.

Autor: Buddy (Gast)
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Paul P. schrieb:
> bauen Prototypen und vergeben Lizenzen

Worauf werden Lizenzen vergeben auf Hardware auf Software oder beides?
Was für eine Art von neuer Elektronik soll das sein?
Wie sieht das Lizensierungsmodell aus, kannst Du nachprüfen ob eine 
Lizenz herausgegeben wurde?

So etwas ähnl.habe ich auch schon einmal gemacht (leider). In der Regel, 
ist das ein Trick um einer Festanstellung auszuweichen.

Bei mir war es so, dass eine Summe genannt wurde die ich erreichen 
könnte. Ein 1/4 dieser Summe wurde schliesslich erreicht. Das Programm 
was ich entwickelt habe und für das Lizenzen fällig wurden, wurde in
seiner Ursprungsform nie wieder verkauft, sondern für jeden
nachfolgenden Kunden mussten umfangreiche Änderungen und Anpassungen 
geleistet werden die mit den vereinbarten Lizenzkosten dann abgegolten 
waren. Es wurde daraus eine Individualprogrammierung für jeden Kunden 
und zum Schluss kam das gleiche wie bei einem 400 Euro Job dabei raus.

Ein wichtiger Aspekt bei der Sache ist noch die Haftung. Du bist der 
Lizenzgeber und wenn z.B. Deine Software in einem Industrieunternehmen 
eingesetzt wird und es aufgrund eines Fehlers in Deiner Software zu 
Produktionsausfällen kommt, bist Du dafür Haftbar.

Dein "sogenannter Chef" (Du bist ja nicht angestellt!) wird dann sofort 
auf Dich verweisen.

Gruß

Autor: Paul P. (paul__p)
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Hallo,

ich war gestern mal bei nem Anwalt für Wirtschaftsrecht. Der will 190€ + 
MwSt für eine Beratung :-/
Ich habe heute mit meinem Chef geredet. Momentan werde ich erstmal nur 
die Diplomandenvergütung bekommen, das mit der Lizenz kommt erst später.

Die Meinungen hier sind ja sehr zwiespältig. Die Erfahrungen scheinen 
nicht so gut zu sein.

Ich werde mir das Lizenzierung nochmal gut überlegen.

Gruß
Paul

Autor: Frage (Gast)
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>ich war gestern mal bei nem Anwalt für Wirtschaftsrecht. Der will 190€ +
>MwSt für eine Beratung :-/

Ist absolut ok.

Autor: Michael S. (msk) Benutzerseite
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Paul P. schrieb:
> Hallo,
>
> ich war gestern mal bei nem Anwalt für Wirtschaftsrecht. Der will 190€ +
> MwSt für eine Beratung :-/

Das sollte es Dir wert sein, denn bei der eigentlichen Frage geht es 
sicher um sehr viel mehr Geld.

Autor: Zwie Blum (zwieblum)
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> Ich habe heute mit meinem Chef geredet. Momentan werde ich erstmal nur
> die Diplomandenvergütung bekommen, das mit der Lizenz kommt erst
> später.

... übrigens hab' ich da auch so ein projekt, das fließen nacher nur so 
die lizenzeinnahmen! klar, kohle gibts jetzt mal wenig, aber das kommt 
schon, glaub mir, und dann bist du reich, mann, reich! lass dir das 
langsam auf der zunge zergehen: REICH! ach ja, jetzt musst du natürlich 
reinhauen was geht, sonst wird das nix. nein, überstunden kriegst jetzt 
nicht gezahlt, dafür später mehr lizenzgebühren, mann, und dann bist du 
REICH!

Autor: oszi40 (Gast)
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Reich oder reich an Erfahrung ?
Der eine erfand Dübel und lacht sicht tot und der andere einen 
Kaffeewärmer für Raumschiffe. Die Fälle können sehr verschieden sein.

Autor: Michael (Gast)
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Hallo und guten Morgen,

bedenke auch, dass Du meist keinen Einfluss auf den Vertrieb hast.
Wenn dein Chef also entscheidet, Deine Entwicklung nicht oder nicht in 
dem Maß zu vermarkten in dem Du es gerne hättest kann es auch dünn 
werden.

Grüsse
Michael

Autor: Schwups.... (Gast)
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>Festes Gehalt oder Beteiligung an Lizenzeinnahmen
Wenn schon, dann  Festes Gehalt UND Beteiligung an Lizenzeinnahmen

Ansonsten könnte man da sein blaues Wunder erleben. Einige Chefs
sind dafür bekannt das Blaue vom Himmel zu versprechen und dann
nichts zu halten. So was hab ich öfter erlebt.

Autor: Aahh (Gast)
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Und dann kommt noch der Markt. Dein Produkt hat ein vernuenftiges 
Interface, die Kunden Fragen aber nach Labview Treibern...

Autor: Zwie Blum (zwieblum)
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> Ansonsten könnte man da sein blaues Wunder erleben.

"könnte" ist gut. In einem Ratgeber für Spieleerfinder von Ravensburger 
steht unter "Veträge" zu lesen: Wenn Ihnen ein Verlag ein Fixum bietet, 
verlagens Sie eine Beteiligung. Wenn Ihnen der Verlag eine Beteiligung 
biete, verlangen Sie ein Fixum. Seriöse Verlage bieten beides.

Aber ich denke, da muss jeder so seine Erfahrungen sammeln :-)

Autor: sad (Gast)
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Wie schon von Zwie Blum geschrieben ist das einzig sinnvolle ein fixes 
Gehalt während der Entwicklungszeit und eine Beteiligung danach.


> ich war gestern mal bei nem Anwalt für Wirtschaftsrecht. Der will 190€ +
> MwSt für eine Beratung :-/

Deine Uni hat bestimmt eine kostenlose Rechtsberatung...


Gruß sad

Autor: Schwups.... (Gast)
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>Deine Uni hat bestimmt eine kostenlose Rechtsberatung...

Wenn der Student ein armer Schlucker ist, weil er von BAfög oder
geringen Nebeneinkommen lebt, hat er, wenn die Einkommensgrenze
nicht überschritten sind, ANSPRUCH AUF STAATLICHE RECHTSBERATUNGSHILFE
(Erhältlich beim zuständigen Amtsgericht). Beratung erfolgt dann
durch einen Anwalt der freien Wahl.

Autor: oszi40 (Gast)
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Wenn in dieser Firma noch andere Leute arbeiten, sollte man sie einfach 
mal nach ihren Erfahrungen fragen. Was man am Anfang nicht bekommt, muß 
später mühsam in kleinen Schritten erkämpft werden.

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