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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Video Sync Regenerieren


Autor: Stephan Walter (Gast)
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Hallo!

Ich möchte gerne ein (teilweise) stark verrauschtes Videosignal 
(FBAS/CVBS; aus einer 2.4GHz Funkübertagung) aufbereiten. Grieseln und 
fehlende Farbe ist dabei unwichtig. Es soll lediglich, solange noch 
irgendwie möglich, ein Bild kommen. Knackpunkt sind dabei wohl die Sync 
Impulse. Sobald die vom Anzeigegerät nicht mehr richtig erkannt werden, 
beginnt das Bild zu laufen / ineinander zu rutschen.
Mein Ziel ist es nun, den Sync zu reparieren. Meine eigene Lösung wäre, 
solange das Bild noch gut ist, die Impulse mit einem LM1881 und uC 
auszumessen, auf Plausibilität zu prüfen und synchron zum originalen 
Videosiganl den Sync selbst zu generieren und einzumischen.

Wie gesagt, das wäre mein Ansatz, aber ich will das Rad nicht unbedingt 
neu erfinden. Kennt vielleicht jemand einen IC der sowas erledigt? Oder 
hat jemand schon mal was ähnliches gebaut und könnte mit Schaltung / 
Code dienen?
Ich habe auch gehört, dass ähnliche Systeme früher zum entschlüssel von 
Pay-TV Sendern genutzt wurden, bei denen der Sync absichtlich verfälscht 
wurde. Weiß da vielleicht jemand mehr?
Alternativ gibt es im professionellen Bereich dafür sog. Processing 
Amplifier (Video ProcAmp). Die können sogar den Schwarz-Wert und 
Color-Burst regenerieren, sind mir aber zu teuer. Kennt jemand so ein 
Gerät für <100Euro?

Danke und viele Grüße,

Stephan

Autor: Sergey (Gast)
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Hallo,

um ein Videosignal professionell zu regenerieren, wird ein 
Time-Base-Corrector (TBC) oder Frame-Synchronizer eingesetzt. Dieser 
analysiert und erkennt Sync-Impulse und speichert eines oder mehrere 
Frames (Bilder) in einem digitalen Speicher (z.b. Dual-Port SRAM) ab und 
gibt diese mit neuen standardkonformen Sync-Impulsen wieder aus. Sind 
Teile des Bildes unbrauchbar werden diese durch Teile der vorhergehenden 
Bilder ersetzt.

Ein TBC kann auch ein Videosignal mit einer externen Quelle 
synchronisieren ("Genlock"-en), weil er das Videosignal aus einem 
Speicher gleichzeitig ausliest und ein neues hineinschreibt.

Ein TBC "knackt" jeden Video-Kopierschutz, da das resultierende Signal 
zu 100% den Timings und Standards entspricht und digital generiert 
wurde.

Meine Semipro-DV Kamera (DVX100) beispielsweise digitalisierte mir ein 
komplett springendes VHS-Video in guter Qualität, da diese vermutlich 
auch einen TBC eingebaut hat.

hier ist ein TBC, aber leider mehr als 100 EUR (95 EUR + ca. 30 EUR 
Versand aus USA)
http://cgi.ebay.at/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=...

Kann auch PAL <> NTSC wandeln.


Das Problem beim neugenerieren der Syncs ist, dass du diese zwar prüfst, 
aber du kannst sie nicht zeitgleich neugenerieren, es entsteht ein 
Versatz.

Mein S/W Senderlogo-Generator funktioniert so ähnlich, allerdings ist er 
nicht zu 100% ge-genlockt (100% würde heissen, der Takt der MCU ist 
abgeleitet aus dem Videosignal mittels PLL):

1. Es wird auf ein neues Bild gewartet (VSYNC)
2. Es werden die HSYNCs (Zeilen) gezählt
3. Eine Zeile vor der "richtigen" wird eine Logikschaltung aktiviert, 
die den Takt bis zum nächsten HSYNC anhält
4. Durch diese Logikschaltung wird beim nächsten HSYNC der Takt der MCU 
automatisch eingeschaltet und die MCU blendet das Logo ein (die 
vertikale Position ist durch Wartezyklen, die Breite durch die 
Taktgeschwindigkeit bestimmt und die Höhe durch doppeltes/vielfaches 
Ausgeben von Zeilen)
5. 3 bis 4 wiederholen, bis alle Zeilen des Logos eingeblendet sind

Autor: Stephan Walter (Gast)
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Hallo Sergey,

danke für den Tipp. Ich denke so ein TBC könnte für mich der Ausweg 
sein, wenn ich es nicht selbst hinbekomme.

Ich denke aber schon, dass ich die Signale zeitgleich prüfen und selbst 
generieren kann. Am einfachsten geht es wahrscheinich mit dem 
Event-System in den XMegas. Da kann man mit einem Capture die Timings 
messen und mit einem Compare generieren ohne dass man dafür irgendwelche 
Interrupts bearbeiten muss. Mit dem Event-System kann man die Timer so 
programmieren, dass sie sich z.B. bei Compare Match automatisch den 
nächten Wert per DMA holen. Anders herum kann der Timer den Couter-Wert 
bei Capture automatisch per DMA im RAM ablegen.

Naja, die Realisierung mit XMEGA ist sicher die ich-machs-mir-einfach 
Methode. Tricky wirds bestimmt, wenn man das mit einem Tiny oder so 
machen will. Da hätte ich mir überlegt, die Signale vom Sync Separator 
aktiv zu verzögern und mir somit ein Zeitfenster zu bauen.

Ich habe noch was Anderes gefunden. Es gab da wohl mal sowas wie 
"genlockbare" Video Timing Generatoren wie SAA1101. Die werden aber 
nicht mehr produziert und selbst wenn ich einen bekommen würde, sträube 
ich mich irgendwie dagegen obsolete Bauteile einzusetzten. Kennt jemand 
einen vergleichbaren Baustein, der normal erhältlich ist?

Ich habe nur noch den LMH1982 von National gefunden. Dummerweise erzeugt 
der nur ein Top Of Frame und die Pixelclock - die müsste ich dann erst 
wieder auszählen. Oder kennt jemand einen IC, der das selbst macht?

Autor: Axel R. (axelr) Flattr this
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Damals gab es den VÜB7000 von ELV. Der hat das Sync Signal komplett neu 
erzeugt und dem Videosignal nach dessen analoger Manipulation am Ende 
wieder beigemischt.
Evtl. bekommst Du irgentwohier den Schaltplan. Ich kann auch nochmal 
nachsehen, ich glaube jedoch nicht, das ich den noch habe.
Die Schaltung war wirklich recht simpel, soviel steht schonmal fest!

Gruß
Axelr.

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