Fahrrad: Batterie im Sender hält und hält

Gast #1411550
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Vor einigen Monaten habe ich bei Aldi für 6 Euro einen Fahrradcomputer 
erstanden. Interessant ist, daß die CR3020 im Sender schon 2200 Km hält, 
während der Empfänger schon die 3. Batterie hat. Der Empfänger hat neben 
einer CR3020 noch eine Solarzelle.

Wie ist das bei euren Fahrradcomputern?
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #1411566
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Ich halte nach einigen Tests mit drahtlosen Fahrradcomputern nicht mehr 
sehr viel davon und bleibe lieber bei meinem alten drahtgebundenen SIGMA 
SPORT aus dem Jahr 1994, der inzwischen 3x eine neue CR2032 bekommen 
hat. Die Erklärung für Dein Phänomen liegt darin, daß der Farradcomputer 
ständig an der Zelle saugt, auch wenn das Fahrrad steht. Der Sender 
hingegen erzeugt nur sehr schmale Energiepulse und das auch nur dann, 
wenn das Rad fährt. Somit hat der Sender eine bessere Energiebilanz, 
auch wenn man das erstmal für paradox hält.
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #1411723
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Nix IC: simpler Schwingkreis, Reed-Kontakt und noch etwas Hühnerfutter. 
Bei jeder Radumdrehung schließt der Reed-Kontakt die Batterie über einen 
Kondensator an den Schwingkreis (C und Spule auf Ferritstab) und läd 
diesen mit Energie, dann öffnet der Reed-Kontakt wieder und der 
Schwingkreis baut die Energie mit einigen Schwingungspulsen wieder ab. 
Eine (abgestimmte) Spule im Fahrradcomputer nimmt diese Pulsfolge auf 
und steuert den Controller entsprechend an. Das ist alles.
Gast #1412254
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>B. Kainka hat sowas auch schon "zerlegt"
>
>http://www.b-kainka.de/bastel55.htm

Ich hab mir die Schaltung eben mal angeschaut. Allerdings versteh ich 
nicht, wo der NPN Transistor seine positive Vorspannung her bekommt? Und 
wo ist der Schwingkreiskondensator?

Hat von euch jemand die Schaltung verstanden? Vielleicht kann ich ja 
wieder mal was lernen ...
Gast #1412264
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>Ich hab mir die Schaltung eben mal angeschaut. Allerdings versteh ich
>nicht, wo der NPN Transistor seine positive Vorspannung her bekommt? Und
>wo ist der Schwingkreiskondensator?

Das mit Transistor-Vorspannung hab ich jetzt doch selbst verstanden, 
glaub ich: Der 1M Widerstand ist wichtig, damit sich der obere 
10n-Kondensator in der Tastpause wieder entladen kann, dabei wird die 
Basis negativ. Aber es reicht ja für die Funktion der Schaltung, das 
immer nur kurz eine positive Basis-Spannung anliegt - man braucht keinen 
kontinuierlichen Gleichanteil.

Aber wo sich die frequenzbestimmenden Elemente verstecken, hab ich 
wirklich nicht verstanden ...
Gast #1412316
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>B. Kainka hat sowas auch schon "zerlegt"
>
>http://www.b-kainka.de/bastel55.htm

>Aber wo sich die frequenzbestimmenden Elemente verstecken, hab ich
>wirklich nicht verstanden ...

hab mir die Schaltung nochmal angeguckt - würde ja gerne mal verstehen 
wie das funktioniert. Ich kann es mir nur so vorstellen, das es sich 
hier nicht um einen echten, rückgekoppelten Oszillator handelt, 
sondern lediglich um eine L-C Kombination, die durch den Transistor kurz 
angestossen wird und dann gedämpft ausklingt. Der Schwingkreis wäre dann 
die Spule + 2* 10n in Reihe, gedämpft über 51 Ohm.

Kann das sein?
Gast #1412410
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Ich kann es mir wirklich nur so vorstellen, das es ein passiver 
Schwingkreis ist, ohne Rückkopplung. Der Transistor lädt die Spule 
linear auf einen gewissen Strom auf (I = 1/L * Int(U)), und nach dem 
Sperren des Transistors kommt es zur gedämpften Schwingung (Spule, 
Kondensator parallel zu C-E, Kondensator parallel zu Batt). Eigentlich 
müsste es auch gehen, wenn man anstelle eines transistors direkt den 
Reed-Kontakt nehmen würde.
Was meint Ihr?
Gast #1412634
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Ooops ... hab eben gesehen, das "travelrec" ja ganz oben im 4ten Post 
schon die Funktionsweise erklärt hat. Hätte ich mal richtig gelesen, 
hätte ich mir die Fragerei sparen können ...  . Naja, immerhin bin ich 
zum gleichen Schluss gekommen wie er.

Das eigentliche Schwingungspaket entsteht beim Ausschalten - vorher 
ist ja der Schwingkreiskondensator kurzgeschlossen durch den Transistor, 
da wirken dann nur parasitäre Kapazitäten.
Persönliche Seite #1412706
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Martin schrieb:
> Vor einigen Monaten habe ich bei Aldi für 6 Euro einen Fahrradcomputer
> erstanden. Interessant ist, daß die CR3020 im Sender schon 2200 Km hält,
> während der Empfänger schon die 3. Batterie hat. Der Empfänger hat neben
> einer CR3020 noch eine Solarzelle.
>
> Wie ist das bei euren Fahrradcomputern?
Ich hab mir mal einen mit Funk gekauft. Das Ding hat so unzuverlässig 
funktioniert (manchmal kein Empfang - scheinbar je nach Wetter), dass 
ich ihn wieder aufgegeben habe.

Hingegen mein alter mit Kabel hält und hält und hält seit 15 Jahren und 
~7500 km mit immer noch der ersten Batterie und inzwischen an dem 3. 
Fahrrad. IMHO der beste Kauf eines Elektrogeräts den ich bisher gemacht 
habe.
Gast #1413583
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>Kannst du mir die passenden Werte nennen? Der Kondensator ist im
>Schaltplan mit 10 nF angegebn. Die Spule habe ich mit 1,5 mH angenommen.
>
>Hier und da habe ich die Werte variiert, aber die Schaltung schwingt nur
>beim Einschalten.

>Wenn ton des Reeds bei 0.5 ms liegt bildet sich auch eine
>Abschaltschwingung aus.

0.5 ms sind in der Realität schon etwas kurz, also wird C2 
wahrscheinlich größer sein (der muss groß genug sein, dass beim 
Ausschalten noch ein Basisstrom fließen kann)

C3 kanst in deinem Fall eigentlich ganz weglassen, der ist denke ich nur 
zum Entprellung da, dein Schalter prellt allerdings nicht.

Außerdem ist die entstehende Schwingung so natürlich etwas stark 
gedämpft, also L größer machen und C1 dementsprechend kleiner.
Gast #1413618
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>Der Widerstand liegt am Emitter, wegen der Gegenkopplung können keine
>200 mA fließen.
Das ist natuerlich auch wieder wahr.

Man könnte das zwar durch Umdimensionieren trotzdem in etwa erreichen.
Aber unabhängig von der Höhe des erreichten Spulenstroms sollte er von 
30mA nicht einfach so auf "0" fallen. Der Strom müsste nach dem Sperren 
des Transistors durch den Kondensator weiter fliessen und diesen 
aufladen, und daraus müsste eine gedämpfte Schwingung entstehen.

Mir fallen noch 2 Ansatzpunkte ein:
- Testweise mal die C-E Strecke vom Transistor
  durch einen Taster ersetzen
  um erst mal nur den Schwingkreis alleine zu simulieren
- Die Abtastrate kontrollieren, sollte <= 1us sein.
  Ich kenn mich mit solchen Sim-Tools noch nicht aus, aber ich denke mir
  das es so eine Abtastrate geben muss
Gast #1413619
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>> 0.5 ms sind in der Realität schon etwas kurz, also wird C2
>> wahrscheinlich größer sein (der muss groß genug sein, dass beim
>> Ausschalten noch ein Basisstrom fließen kann)

Wird die Zeit größer 0,5 ms, dann wird die Ausschaltschwingung kleiner.
Vergrößere ich C2, wird auch die Ausschaltschwingung größer.

L1 = 6,3 mH, C1 10 nF
Gast #1413630
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>Wird die Zeit größer 0,5 ms, dann wird die Ausschaltschwingung kleiner.
Natürlich, da sich dann C2 mehr auflädt und dadurch der Basisstrom sinkt 
oder im Extremfall sogar ganz auf null abfällt. Deswegen muss C2 auch 
größer werden, so dass der Transistor auf jeden Fall noch möglichst gut 
leitet, wenn der Reed Kontakt wieder öffnet.

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