Vor einigen Monaten habe ich bei Aldi für 6 Euro einen Fahrradcomputer
erstanden. Interessant ist, daß die CR3020 im Sender schon 2200 Km hält,
während der Empfänger schon die 3. Batterie hat. Der Empfänger hat neben
einer CR3020 noch eine Solarzelle.
Wie ist das bei euren Fahrradcomputern?
Ich halte nach einigen Tests mit drahtlosen Fahrradcomputern nicht mehr
sehr viel davon und bleibe lieber bei meinem alten drahtgebundenen SIGMA
SPORT aus dem Jahr 1994, der inzwischen 3x eine neue CR2032 bekommen
hat. Die Erklärung für Dein Phänomen liegt darin, daß der Farradcomputer
ständig an der Zelle saugt, auch wenn das Fahrrad steht. Der Sender
hingegen erzeugt nur sehr schmale Energiepulse und das auch nur dann,
wenn das Rad fährt. Somit hat der Sender eine bessere Energiebilanz,
auch wenn man das erstmal für paradox hält.
Nix IC: simpler Schwingkreis, Reed-Kontakt und noch etwas Hühnerfutter.
Bei jeder Radumdrehung schließt der Reed-Kontakt die Batterie über einen
Kondensator an den Schwingkreis (C und Spule auf Ferritstab) und läd
diesen mit Energie, dann öffnet der Reed-Kontakt wieder und der
Schwingkreis baut die Energie mit einigen Schwingungspulsen wieder ab.
Eine (abgestimmte) Spule im Fahrradcomputer nimmt diese Pulsfolge auf
und steuert den Controller entsprechend an. Das ist alles.
Was passiert eigentlich wenn man zu zweit neben einander fährt und beide
haben so einen Fahrradcomputer? Zeigt der Empfänger dann die doppelte
Geschwindigkeit an, weil er doppelt so viele Impulse erkennt?
Bei "guten" sollte der Sende ne Richtwirkung haben, damit die sich
gegenseitig nicht stören. Bei billigeren kanns dann schon mal vorkommen,
dass man plötzlich 60 fährt...
Wenn der ALDI-Sender so aufgebaut ist, wie bei Kainka beschrieben, komme
ich auf eine Stromaufnahme von rund 100 µA (bis jetzt!) und das bei
einer Spannung von 3 V bei. Kann die geringe Sendeleistung vielleicht
ein Grund sein für eine höheren Energieeinsatz auf der Empfängerseite?
Wie sieht das eigentlich rechtlich uas, es handelt sich ja um
Funksender.
Sind die Sender des Fahrradcomputers wegen geringer Leistung oder der
verwendeten Frequenz genehmigungsfrei oder brauchen (haben) die eine
richtige Zulassung ?
>B. Kainka hat sowas auch schon "zerlegt">>http://www.b-kainka.de/bastel55.htm
Ich hab mir die Schaltung eben mal angeschaut. Allerdings versteh ich
nicht, wo der NPN Transistor seine positive Vorspannung her bekommt? Und
wo ist der Schwingkreiskondensator?
Hat von euch jemand die Schaltung verstanden? Vielleicht kann ich ja
wieder mal was lernen ...
>Ich hab mir die Schaltung eben mal angeschaut. Allerdings versteh ich>nicht, wo der NPN Transistor seine positive Vorspannung her bekommt? Und>wo ist der Schwingkreiskondensator?
Das mit Transistor-Vorspannung hab ich jetzt doch selbst verstanden,
glaub ich: Der 1M Widerstand ist wichtig, damit sich der obere
10n-Kondensator in der Tastpause wieder entladen kann, dabei wird die
Basis negativ. Aber es reicht ja für die Funktion der Schaltung, das
immer nur kurz eine positive Basis-Spannung anliegt - man braucht keinen
kontinuierlichen Gleichanteil.
Aber wo sich die frequenzbestimmenden Elemente verstecken, hab ich
wirklich nicht verstanden ...
>B. Kainka hat sowas auch schon "zerlegt">>http://www.b-kainka.de/bastel55.htm>Aber wo sich die frequenzbestimmenden Elemente verstecken, hab ich>wirklich nicht verstanden ...
hab mir die Schaltung nochmal angeguckt - würde ja gerne mal verstehen
wie das funktioniert. Ich kann es mir nur so vorstellen, das es sich
hier nicht um einen echten, rückgekoppelten Oszillator handelt,
sondern lediglich um eine L-C Kombination, die durch den Transistor kurz
angestossen wird und dann gedämpft ausklingt. Der Schwingkreis wäre dann
die Spule + 2* 10n in Reihe, gedämpft über 51 Ohm.
Kann das sein?
Ich kann es mir wirklich nur so vorstellen, das es ein passiver
Schwingkreis ist, ohne Rückkopplung. Der Transistor lädt die Spule
linear auf einen gewissen Strom auf (I = 1/L * Int(U)), und nach dem
Sperren des Transistors kommt es zur gedämpften Schwingung (Spule,
Kondensator parallel zu C-E, Kondensator parallel zu Batt). Eigentlich
müsste es auch gehen, wenn man anstelle eines transistors direkt den
Reed-Kontakt nehmen würde.
Was meint Ihr?
So ähnlich hätte ich mir's auch vorgestellt. Ist das das
Schwingungspaket bei Einschalten oder beim Ausschalten des Transistors?
Mich wundert, das die Frequenz immer grösser wird beim Abklingen - die
sollte ja eigentlich durch L-C einigermassen fest bestimmt sein.
> So ähnlich hätte ich mir's auch vorgestellt. Ist das das> Schwingungspaket bei Einschalten oder beim Ausschalten des Transistors?
Beim Einschalten des Transistors.
Ooops ... hab eben gesehen, das "travelrec" ja ganz oben im 4ten Post
schon die Funktionsweise erklärt hat. Hätte ich mal richtig gelesen,
hätte ich mir die Fragerei sparen können ... . Naja, immerhin bin ich
zum gleichen Schluss gekommen wie er.
Das eigentliche Schwingungspaket entsteht beim Ausschalten - vorher
ist ja der Schwingkreiskondensator kurzgeschlossen durch den Transistor,
da wirken dann nur parasitäre Kapazitäten.
Martin schrieb:
> Vor einigen Monaten habe ich bei Aldi für 6 Euro einen Fahrradcomputer> erstanden. Interessant ist, daß die CR3020 im Sender schon 2200 Km hält,> während der Empfänger schon die 3. Batterie hat. Der Empfänger hat neben> einer CR3020 noch eine Solarzelle.>> Wie ist das bei euren Fahrradcomputern?
Ich hab mir mal einen mit Funk gekauft. Das Ding hat so unzuverlässig
funktioniert (manchmal kein Empfang - scheinbar je nach Wetter), dass
ich ihn wieder aufgegeben habe.
Hingegen mein alter mit Kabel hält und hält und hält seit 15 Jahren und
~7500 km mit immer noch der ersten Batterie und inzwischen an dem 3.
Fahrrad. IMHO der beste Kauf eines Elektrogeräts den ich bisher gemacht
habe.
>Beim Ausschalten ist die Amplitude ziemlich klein. Es passiert eher beim>Einschalten.
Nein, die Schaltung schwingt beim Ausschalten, wenn sie bei dir in der
Simulation nicht schwingt, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass die
Werte der Spule und Kondensatoren nicht stimmt.
Uhu Uhuhu schrieb:
> Kein Wunder, bei der Fahrleistung ;-)
Naja, wenn Thread Starter meint, er hätte sie binnen 2200km 3x Wechseln
müssen, ist das ein ziemlicher Unterschied. (und ja inzwischen fahre ich
deutlich mehr pro als damals in der ~4. Klasse).
@ Fritz
Kannst du mir die passenden Werte nennen? Der Kondensator ist im
Schaltplan mit 10 nF angegebn. Die Spule habe ich mit 1,5 mH angenommen.
Hier und da habe ich die Werte variiert, aber die Schaltung schwingt nur
beim Einschalten.
Eigentlich müsste es bei diesen Werten auf ca. 40kHz schwingen, und ich
glaube, die Werte sind auch nicht so kritisch.
Wenn du den Transistor einschaltest, müsste der Strom in der Spule nach
kurzer zeit auf 12 V / 51 Ohm angestiegen sein, also ca. 200mA. Was
passiert mit diesem Strom beim Ausschalten?
Mal noch 'ne andere Frage ... ich würd auch mal gern solche Simulationen
machen (nicht speziell für diese Schaltung, aber im allgemeinen). Was
für eine Simulationssoftware verwendest Du? Wie umfangreich ist die
Bauteile-Bibliothek? Und gibt es sowas als Freeware?
ok, offensichtlich wird der Transistor nicht voll durchgesteuert,
deshalb erreichst du nur ca 30mA. Probier mal was passiert wenn du an
der Basis vom Transistor die 100k verkleinerst und die 10nF in Reihe
vergrösserst.
noch was ... gibt es bei Deiner Simulation sowas wie 'ne Abtastrate?
Die sollte ungefähr bei 1us liegen, so das mehrere Rechenschritte auf
eine Schwingungsperiode fallen
> Wenn du den Transistor einschaltest, müsste der Strom in der Spule nach> kurzer zeit auf 12 V / 51 Ohm angestiegen sein, also ca. 200mA.
Der Widerstand liegt am Emitter, wegen der Gegenkopplung können keine
200 mA fließen.
>Kannst du mir die passenden Werte nennen? Der Kondensator ist im>Schaltplan mit 10 nF angegebn. Die Spule habe ich mit 1,5 mH angenommen.>>Hier und da habe ich die Werte variiert, aber die Schaltung schwingt nur>beim Einschalten.>Wenn ton des Reeds bei 0.5 ms liegt bildet sich auch eine>Abschaltschwingung aus.
0.5 ms sind in der Realität schon etwas kurz, also wird C2
wahrscheinlich größer sein (der muss groß genug sein, dass beim
Ausschalten noch ein Basisstrom fließen kann)
C3 kanst in deinem Fall eigentlich ganz weglassen, der ist denke ich nur
zum Entprellung da, dein Schalter prellt allerdings nicht.
Außerdem ist die entstehende Schwingung so natürlich etwas stark
gedämpft, also L größer machen und C1 dementsprechend kleiner.
>Der Widerstand liegt am Emitter, wegen der Gegenkopplung können keine>200 mA fließen.
Das ist natuerlich auch wieder wahr.
Man könnte das zwar durch Umdimensionieren trotzdem in etwa erreichen.
Aber unabhängig von der Höhe des erreichten Spulenstroms sollte er von
30mA nicht einfach so auf "0" fallen. Der Strom müsste nach dem Sperren
des Transistors durch den Kondensator weiter fliessen und diesen
aufladen, und daraus müsste eine gedämpfte Schwingung entstehen.
Mir fallen noch 2 Ansatzpunkte ein:
- Testweise mal die C-E Strecke vom Transistor
durch einen Taster ersetzen
um erst mal nur den Schwingkreis alleine zu simulieren
- Die Abtastrate kontrollieren, sollte <= 1us sein.
Ich kenn mich mit solchen Sim-Tools noch nicht aus, aber ich denke mir
das es so eine Abtastrate geben muss
>> 0.5 ms sind in der Realität schon etwas kurz, also wird C2>> wahrscheinlich größer sein (der muss groß genug sein, dass beim>> Ausschalten noch ein Basisstrom fließen kann)
Wird die Zeit größer 0,5 ms, dann wird die Ausschaltschwingung kleiner.
Vergrößere ich C2, wird auch die Ausschaltschwingung größer.
L1 = 6,3 mH, C1 10 nF
>Wird die Zeit größer 0,5 ms, dann wird die Ausschaltschwingung kleiner.
Natürlich, da sich dann C2 mehr auflädt und dadurch der Basisstrom sinkt
oder im Extremfall sogar ganz auf null abfällt. Deswegen muss C2 auch
größer werden, so dass der Transistor auf jeden Fall noch möglichst gut
leitet, wenn der Reed Kontakt wieder öffnet.